Vereinigte Staaten
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| United States of America Vereinigte Staaten von Amerika |
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| Wahlspruch: e pluribus unum (aus vielen Eins) In God We Trust (Auf Gott vertrauen wir, ab 1956) |
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| Amtssprache | keine Sprache als Amtssprache benannt, de facto Englisch | ||||
| Hauptstadt | Washington D. C. | ||||
| Staatsform | Präsidiale Bundesrepublik | ||||
| Staatsoberhaupt und Regierungschef | Präsident George W. Bush | ||||
| Fläche | 9.826.630 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 304.482.526 (1. Juli 2008)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte | 31 Einwohner pro km² | ||||
| BIP | $14.084,1 Mrd. (1.) (4. Quartal 2007)[2] | ||||
| BIP/Einwohner | $46.460 (8.) (4. Quartal 2007) | ||||
| HDI | (12.) 0,951 | ||||
| Währung | 1 US-Dollar (USD, $) = 100 Cent (¢) | ||||
| Gründung | 1787/89 (Verfassung) | ||||
| Unabhängigkeit | 4. Juli 1776 (von Großbritannien) | ||||
| Nationalhymne | The Star-Spangled Banner | ||||
| Nationalfeiertag | 4. Juli (Independence Day) | ||||
| Zeitzone | UTC-5 bis UTC-10 | ||||
| Kfz-Kennzeichen | USA | ||||
| Internet-TLD | .us, .gov, .mil, .edu | ||||
| Telefonvorwahl | +1 siehe NANP | ||||
Die Vereinigten Staaten von Amerika (engl. United States of America, kurz USA), in amtlicher Kurzform Vereinigte Staaten (engl. United States, kurz U.S.), nichtamtlich auch Amerika (engl. America), sind eine Bundesrepublik in Nordamerika, die 50 Bundesstaaten umfasst. Mit dem Bundesstaat Hawaii und kleineren Außengebieten haben sie auch Anteil an Ozeanien.
Das Land umfasst etwa 40 Prozent des Gebietes Nordamerikas und ist flächenmäßig nach Russland und Kanada der drittgrößte Staat der Erde.
Die Vereinigten Staaten gingen aus den dreizehn britischen Kolonien hervor, die sich 1776 vom Mutterland Großbritannien unabhängig erklärten. Durch stete Einwanderung aus Europa, territoriale Expansion nach Westen und Industrialisierung gewannen die USA im 19. Jahrhundert rasch an weltpolitischem Einfluss.
Am Ende des 20. Jahrhunderts waren die Vereinigten Staaten nach dem Sieg über den Faschismus in Europa und dem Zerfall der UdSSR die einzige verbliebene Supermacht.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
- Hauptartikel: Geographie der Vereinigten Staaten
Bundesstaaten
Die Vereinigten Staaten bestehen aus 50 Bundesstaaten, wobei Alaska und Hawaii und die politisch angeschlossenen Außengebiete (beispielsweise Puerto Rico und Guam) außerhalb des Kernlandes (continental U. S.) liegen.
Das Kernland umfasst 48 der 50 Bundesstaaten sowie den District of Columbia (Bundesdistrikt), die innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen (sog. „lower 48“). Es liegt zwischen dem 24. und 49. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen Längengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt. Im Norden grenzt das Kernland auf einer Länge von rund 6.000 km an Kanada, im Süden an Mexiko und den Golf von Mexiko.
Im Jahr 1959 wurden auch die pazifische Inselgruppe Hawaii sowie das nordwestlich gelegene Alaska, das über die 100 km breite Beringstraße an Russland grenzt, als Bundesstaaten Teil der Vereinigten Staaten. Im Osten liegt der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifische Ozean. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 2500 km. Zwischen Atlantik und Pazifik liegen rund 4500 km.
Fläche
Die Vereinigten Staaten sind der territorial drittgrößte Staat der Erde. Größer sind lediglich das ca. doppelt so große Russland und Kanada.
- Fläche der 50 Bundesstaaten (inkl. District of Columbia): 9.826.630 km²
- Landfläche: 9.161.924 km²
- Wasserfläche: 664.706 km²[3]
Siehe auch: Liste der Bundesstaaten nach Fläche
Grenzen
- Grenze zu Kanada: 8895 km (davon 2477 km zwischen Alaska und Kanada)
- Grenze zu Mexiko: 3326 km
- Küstenlinie: 19.924 km
Naturraum
Das Landschaftsbild ist sehr vielfältig: es existieren Waldgebiete und Mittelgebirge an der Ostküste, Mangrovenwälder im subtropischen Florida, die Flusssysteme von Mississippi River und Missouri River, weite Ebenen im Zentrum des Landes, große Gebirgszüge wie die Rocky Mountains, trockene Wüsten im Südwesten, gemäßigte Regenwälder im Nordwesten und Küstengebirge an der Westküste der Vereinigten Staaten. Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii mit dem 4205 Meter hohen Vulkan Mauna Kea. Mit 6195 Meter ist der in Alaska liegende Mount McKinley der höchste Punkt der USA und das Death Valley mit 86 Meter unter dem Meeresspiegel der tiefste Punkt.
Bevölkerung
Bevölkerungsgruppen
Die Vereinigten Staaten gelten traditionell als Schmelztiegel (melting pot) der Völker. Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern als Ureinwohnern besiedelten Kontinent waren Europäer; anfänglich vorrangig spanischer, französischer und englischer Herkunft. Ab Mitte des 18. und verstärkt zur Mitte des 19. Jahrhunderts folgten Europäer deutschsprachiger und irischer Herkunft. Später (bis etwa zur Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts) kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas, vor allem aus Italien, Skandinavien und Osteuropa hinzu, einschließlich einer großen Anzahl osteuropäischer Juden. Während der Volkszählung im Jahre 2000 bildeten die größte Herkunftsgruppe – mit circa 42,8 Millionen Personen – diejenigen Amerikaner, die eine deutsche Herkunft angaben.[4] Die europäischstämmigen Amerikaner bilden heute 74 % der Bevölkerung der USA.
Afroamerikaner, mehrheitlich Nachfahren der afrikanischen Sklaven, stellen etwas mehr als 13 % Bevölkerungsanteil. Sie leben vor allem im Süden und in den großen Industriestädten des Nordens, wie z. B. Detroit. Asiatische Einwanderer, z. B. aus China, Japan, Korea, Indien und den Philippinen bilden noch eine relativ kleine Gruppe (ca. 4 %). Die Einwanderungspolitik war Anfang des 20. Jahrhunderts gegenüber Asiaten besonders restriktiv.
Heute zeigen sich weiterhin große Unterschiede in der Sozialstruktur zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung: Schwarze haben im Durchschnitt ein geringeres Einkommen, eine kürzere Lebenserwartung, eine schlechtere Ausbildung, eine höhere Kriminalitäts-, Tötungsdelikt- und Mordopfer- sowie daraus resultierend auch Hinrichtungsrate. Die Ursachen dafür und mögliche Wege der Problembehebung sind innerhalb der USA heftig umstritten. Nicht nur in den Südstaaten sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen – wie die sozial wichtigen Kirchen oder private Organisationen – oft faktisch noch nach Ethnien getrennt, wenn auch die formale Trennung inzwischen ungesetzlich und verpönt ist. Vielfach liegt dies ebenfalls an den ökonomischen Unterschieden, aber auch an traditionellen und festgefügten Vorurteilsmustern in den jeweiligen Ethnien bzw. Bevölkerungsgruppen.
Vor allem im Südwesten der USA und in Florida gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil lateinamerikanischer (hispanischer) Herkunft (Latinos). Sie werden in den Statistiken separat geführt, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13 %), da viele Lateinamerikaner vor der wirtschaftlichen Not ihrer Heimatländer in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest.
Die Indianer („Native Americans“) bilden heute eine kleine, jedoch langsam wieder wachsende Minderheit; nur in Alaska erreichen sie eine zweistellige Prozentzahl der Bevölkerung. Ebenfalls relativ viele Indianer leben in South Dakota und Oklahoma.
Bevölkerungsdichte
Sprachen
- Hauptartikel: Sprachen in den Vereinigten Staaten
Die meistgesprochene Sprache der USA ist historisch bedingt amerikanisches Englisch. Daneben werden noch viele Sprachen der amerikanischen Ureinwohner und die Sprachen anderer Immigranten gesprochen. Besonders hoch ist der Spanisch sprechende Anteil, da viele lateinamerikanische Einwanderer meist nur ihre spanische Muttersprache sprechen und zunehmend eigene Viertel in Städten haben (z. B. East Los Angeles). In Kalifornien beträgt der Anteil der Latinos mittlerweile 30 %, wobei viele davon zweisprachig sind, und manche (in der zweiten oder späteren Generation) auch nur Englisch können. Etwa 30 bis 40 Mio. Latinos (englisch: Hispanics) leben in den USA; von denen, die die amerikanische Staatsbürgerschaft noch nicht besitzen, haben auch nicht alle gültige Aufenthaltstitel. Während es im 19. Jahrhundert viele Zeitungen in den USA in deutscher Sprache gegeben hat, ist Spanisch die Sprache, in der nach Englisch Zeitungen heute am häufigsten erscheinen.
Neben dem Spanischen werden auch viele andere Sprachen gesprochen, wie z. B. Deutsch (→ Deutschamerikaner), Französisch, Chinesisch, Koreanisch, Vietnamesisch und auch Polnisch, da aufgrund der Einwanderung sehr viele Migranten aus diesen Regionen in die USA kamen. Nur in Fällen, wo die Vermischung mit der übrigen Bevölkerung geringer ist als sonst, wird die Fremdsprache auch in späteren Generationen beibehalten (z. B. von den Amischen in Pennsylvania, Ohio, Indiana und Illinois).
Obwohl die Vereinigten Staaten von Amerika sich als multikultureller Einwanderungsstaat verstehen, hat sich eine gemeinsame Sprache als äußerst nützlich erwiesen. Dennoch haben die USA als Bundesrepublik bisher keine einheitliche Amtssprache festgelegt. Alle amtlichen Schriftstücke werden jedoch auf Englisch verfasst. In einigen Bundesstaaten ist Englisch Amtssprache; einzelne Staaten und Territorien definieren sich aber auch als zwei- oder dreisprachig. Zunehmend werden Dokumente und Beschilderungen ins Spanische übersetzt, jedoch bleibt dieses Phänomen meist regional beschränkt und erregt die Gemüter von einigen Gegnern dieser Entwicklung.
Am 18. Mai 2006 beschloss der Senat eine Resolution, nach der Englisch zur „Nationalsprache“ erklärt wird. Hintergrund ist die in den Vereinigten Staaten heftig geführte Debatte zum Thema Immigration. Knapp 18 Prozent der Einwohner der USA sprachen im Jahr 2006 zu Hause nicht Englisch. Zehn Prozent gaben bei der Volksbefragung 2000 Spanisch als Muttersprache an.
Religion
Die amerikanische Regierung führt kein offizielles Register über den Religionsstatus der Einwohner. Das United States Census Bureau darf selbst keine Fragen zur Religionszugehörigkeit stellen, veröffentlicht aber die Ergebnisse anderer Umfragen.[5] In einer Umfrage der City University of New York 2001 bezeichneten sich rund 52 % der Bevölkerung als protestantisch, 24,5 % als römisch-katholisch, 14,2 % gaben keine religiöse Überzeugung an (rund 5,4 % waren explizit Atheisten oder Agnostiker), 3 % waren Mitglied einer orthodoxen Kirche, 2 % waren Mormonen, 1,4 % waren Juden und 0,5 % waren muslimisch. Kleinere Gruppen, je 0,3 bis 0,5 %, bezeichneten sich als Buddhisten (0,5 %), Hindus (0,4 %), Adventisten, Zeugen Jehovas oder hingen dem Unitarismus (0,3 %) an.[6] Die größte einzelne Konfession war die Römisch-Katholische Kirche, gefolgt von der Southern Baptist Convention, der United Methodist Church und den Mormonen. Von Bedeutung mit 4,8 Millionen Mitgliedern ist auch die Evangelical Lutheran Church in America.
Nach einer Studie des PewResearch Center hängt die Religiosität einer Bevölkerung stark von ihrem Einkommen ab. Die USA sind hier die einzige Ausnahme, so bezeichnen sich 82% der Amerikaner als „religiös“, 55 % gar als „sehr religiös“. Diese Werte sind etwa mit Mexiko vergleichbar. Zum Vergleich: die mit Abstand meisten „sehr religiösen“ in Europa gibt es in Polen mit 29 %. Hierbei sind Frauen wesentlich religiöser als Männer. Gebetet wird in den USA mehr als in fast jedem anderen nicht-Muslimischen Land. 54 % beten mindestens einmal am Tag; ein Wert, der selbst einige muslimisch geprägte Länder übersteigt. Zum Vergleich: Polen 32 %, Brasilien 69 %, Türkei 42 %.[7]
Soziale Klassen
Soziale Klassen in den Vereinigten Staaten haben keine fest definierten Grenzen. Innerhalb der amerikanischen Gesellschaft spielen sie jedoch eine wichtige Rolle, da Beruf, Bildung und Einkommen für den sozialen Status bedeutend sind.[8] Laut führenden Soziologen wie Dennis Gilbert vom Hamilton College besteht die amerikanische Gesellschaft aus sechs sozialen Klassen: einer Oberklasse (ca. 1 %), die aus den prominentesten, wohlhabendsten und mächtigsten Bürgern besteht; einer oberen Mittelklasse (ca. 15 %), die aus hochqualifizierten Berufstätigen wie Ärzten, Professoren, Anwälten besteht; einer unteren Mittelklasse (ca. 32 %), die aus gut ausgebildeten Berufstätigen wie Schullehrern und Handwerkern besteht; einer Arbeiterklasse (ca. 32 %), die aus Industriearbeitern und Lohnarbeitern (Blue-Collars), sowie aus einfachen Angestellten besteht, deren Arbeit sehr routinisiert ist; und schließlich einer Unterklasse (ca. 20 %), die in zwei Bestandteile zerbrochen ist. Ihre obere Gruppe besteht aus den Working Poor, den arbeitenden Armen, die in schlecht bezahlten Jobs ohne Versicherung oder nur Teilzeit arbeiten. Ihre untere Gruppe arbeitet nicht und ist auf die – in den USA sehr geringfügige – öffentliche Wohlfahrt angewiesen (unemployed poor), auffällig ist dabei, dass diese Unterschichten meist in bestimmten Stadtvierteln der Großstädte leben, während die Mitteklasse in die suburbs, die Vororte ausgewichen ist, und dass ihr Anteil unter den Schwarzen und Hispanics überproportional hoch ist (etwa 30 %).[9]
Einkommens- und Vermögensstruktur
Die großen Unterschiede im Einkommen haben sich in den letzten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts weiter verschärft. Zwischen 1977 und 1999 stiegen die Einkommen im reichsten Hundertstel der Bürger nach Steuerabzug um 115 Prozent. Die Reallöhne für 60 % der Arbeitnehmer sind in dieser Zeit um 20 % gefallen. Diese Polarisierung hält auch im 21. Jahrhundert unvermindert an. Die Zahl der Amerikaner, die in Armut leben, ist 2002 um 1,7 Millionen Menschen auf insgesamt 34,6 Millionen gestiegen. Die Zahl der Amerikaner, die in extremer Armut leben (weniger als die Hälfte der offiziellen Armutsgrenze), stieg von 13,4 Millionen 2001 auf 14,1 Millionen im Jahr 2002 an. 2004 gab es laut Forbes in den USA 313 Milliardäre.[10] Die Armuts- und auch die Kinderarmutsrate variieren stark zwischen ethnischen Gruppen.
Das reichste 1 % der Bevölkerung erzielte im Jahr 2005 mit 524 Milliarden Dollar ein Einkommen, das um 37 %höher ist als das der ärmsten 20 % der Bevölkerung (383 Milliarden Dollar).[11]
Strafgefangene
Siehe auch: Gefängnissystem der Vereinigten Staaten
Eine der dramatischsten gesellschaftlichen Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten war der rasante Anstieg der Strafgefangenen. Die Inhaftierungsquote in den USA war am Anfang des 21. Jahrhunderts etwa zehnmal so hoch wie in Deutschland. Während der 60er Jahre war sie um etwa ein Prozent jährlich gesunken und erreichte 1975 mit 380.000 Strafgefangenen ihren Tiefststand. Seitdem stiegen die Häftlingszahlen aber deutlich an, so dass es zehn Jahre später bereits 740.000 Strafgefangene waren. Im Jahr 1995 waren es schon 1,5 Millionen und Ende 1998 schließlich zwei Millionen, während die Kriminalitätsrate zunächst landesweit konstant blieb und später sogar abnahm. Trotz des weiteren Absinkens der Kriminalitätsrate befanden sich im Jahr 2006 751 von 100.000 Einwohnern der USA in Gefangenschaft. Zu Beginn des Jahres 2008 befanden sich bereits 2,32 Millionen Menschen (ca. 762 von 100.000 Einwohnern) in Haft. Damit halten die Vereinigten Staaten von Amerika mit Abstand den Weltrekord im Verhältnis von Gefängnisinsassen zur Einwohnerzahl. Einschließlich der Verurteilten mit bedingter Strafaussetzung und Bewährungsstrafen standen im Jahr 2006 mehr als 6,9 Millionen unter Aufsicht der Strafjustiz, was etwa 3,2 Prozent der erwachsenen Bevölkerung entspricht. Zwei Drittel der Strafgefangenen stammten aus Haushalten, die weniger als die Hälfte der als Armutsschwelle definierten Einkommen zur Verfügung haben und die von den Verschärfungen im Bereich der Lohnarbeit und des sozialen Netzes besonders betroffen sind.[12][13][14]
Frauen
Nach über siebzigjährigem Kampf, der 1848 mit der Seneca Falls Convention begonnen hatte, erhielten Frauen 1920 das Wahlrecht.[15] Der wirtschaftliche und soziale Wandel dauerte sehr viel länger, und der Fortschritt verlief auch nicht zu jeder Zeit mit der gleichen Geschwindigkeit.
In den Vereinigten Staaten begann in den fünfziger Jahren die Zeit der sozialen Veränderungen; Frauen engagierten sich u. a. in der Neuen Linken, in der Bürgerrechtsbewegung und in der Frauenbewegung. Beeinflusst vom Erfolg der Bürgerrechtsbewegung für mehr Gleichheit unter den Ethnien und anderen progressiven Strömungen, drängten eine Vielzahl von Organisationen und Lobbyisten darauf, auch die volle Gleichberechtigung von amerikanischen Frauen anzustreben. Dieses Anliegen forderte nicht nur eine fundamentale Revision von amerikanischen Institutionen, Sitten und Werten, sondern auch eine Revolution im Bewusstsein – in den Köpfen sowohl von Frauen als auch von Männern – und vor allem im Selbstverständnis der Frauen.
Illegale Einwanderer
In den Vereinigten Staaten leben fast 12 Millionen illegale Einwanderer (ohne gültige Papiere, Stand 2006).[16] Sie werden als billige Arbeitskräfte, meist auf den Obstplantagen Kaliforniens, beschäftigt. Jedes Jahr überqueren zehntausende überwiegend aus Lateinamerika stammende Menschen illegal die Südgrenze der USA. Viele bezahlen ihren Versuch, in die USA zu gelangen, mit dem Leben, in den meisten Fällen, weil sie sich im unwegsamen Wüstengelände verirren. Die staatliche Kommission für Menschenrechte in Mexiko gab an, dass allein im Jahr 2007 500 Illegale beim Versuch, die Grenze zu überqueren, gestorben seien. In den zurückliegenden 13 Jahren bis einschließlich 2007 seien 4700 mexikanische Einwanderer ums Leben gekommen.[17] Um die illegale Einwanderung zu bekämpfen, unterzeichnete US-Präsident George W. Bush im Oktober 2006 ein Gesetz, das die Errichtung einer 1100 Kilometer langen Grenzbefestigung aus Zäunen, Fahrzeugsperren, Infrarotkameras und Radarstationen an der Grenze zu Mexiko vorsieht. Bis dahin waren lediglich 112 Kilometer der insgesamt 3200 Kilometer langen Grenze durch einen Zaun gesichert.[18]
Geschichte
- Hauptartikel Geschichte der Vereinigten Staaten
Von der Kolonisierung bis zur Unabhängigkeit
Das Gebiet der heutigen USA wurde vor Jahrtausenden durch die Vorgänger der späteren Indianerstämme besiedelt. Die Geschichtsschreibung begann jedoch erst mit der Ankunft der europäischen Siedler im 16. Jahrhundert. Die erste europäische Siedlung auf dem heutigen US-Gebiet wurde im Jahr 1565 von den Spaniern in St. Augustine, Florida, gegründet. Die politische Geschichte der USA setzte allerdings erst mit den dreizehn britischen Kolonien und deren Besiedlung nach der Gründung von Jamestown, Virginia im Jahr 1607 ein. Auch die Ankunft der Mayflower in Plymouth Colony (später mit Massachusetts Bay Colony zu Massachusetts zusammengefügt) im Jahr 1620 gilt als wichtiges symbolisches Datum. Schwedische Kolonien an der Delaware-Bucht und niederländische Siedlungen um New York (damals Nieuw Amsterdam) waren hingegen nicht von Dauer bzw. wurden von den englischen Siedlern assimiliert.
Eine politische Bedeutung in Nordamerika konnten außer den Briten nur die Franzosen und Spanier einnehmen. Die drei Mächte hatten allerdings eine voneinander abweichende Motivation beim Aufbau ihrer Kolonien. Für Spanien hatte seine Kolonie Florida nur eine sekundäre Funktion im Vergleich zu seinen großen Besitzungen in Mittel- und Südamerika. Frankreich wiederum beschränkte sich bei der Besiedlung auf sein koloniales Kerngebiet am Sankt-Lorenz-Strom im heutigen Kanada. Allerdings hatte es dennoch ein starkes wirtschaftliches Interesse an seinen übrigen Territorien, die zwischen dem Mississippi River und den 13 Kolonien der Briten gelegen waren, da es am Pelzhandel verdiente. Deswegen wurden diese ansonsten nicht von Europäern besiedelten Gebiete durch ein System von Forts geschützt. Die britischen Kolonien hingegen standen unter einem hohen Einwanderungsdruck, was zu einer beständigen Verschiebung der Siedlungsgrenze gen Westen führte. Dies geschah sowohl nach staatlichem Plan (durch eine einzelne Kolonie) als auch in wilder Kolonisation. Dies machte die mittellosen Siedler zu natürlichen Feinden der Franzosen und Indianer, die ihre Gebiete nicht kampflos aufgaben.
Im Franzosen- und Indianerkrieg von 1754 bis 1760 prallten diese gegensätzlichen Interessen aufeinander. Dieser Konflikt stellte jedoch auch einen Schauplatz in der globalen Auseinandersetzung zwischen Großbritannien und Frankreich dar (wie der Siebenjährige Krieg). Die meisten Indianerstämme kämpften auf Seiten der Franzosen, zu denen sie meist über gute Beziehungen verfügten. Die zentrale Kriegsführung auf Seiten der Briten ging vom Mutterland aus, welches eine Chance sah, ganz Nordamerika für sich gewinnen zu können. Allerdings nahmen die kolonialen Milizen bezüglich der militärischen Belastung bereits eine faktisch gleichbedeutende Stellung ein, was vom Empire zu diesem Zeitpunkt noch nicht wahrgenommen wurde.
Nach dem sehr erfolgreichen Ausgang des Krieges für die britische Seite fielen im globalen Friedensschluss 1763 die gesamten bisher französischen Territorien östlich des Mississippi (außer New Orleans) sowie die von Franzosen besiedelten Gebiete um Québec und Montreal an Großbritannien. Das bourbonische Spanien hatte sich im Verlauf des Krieges auf die Seite seiner französischen Verwandten geschlagen. Nach dem Krieg musste es Florida an die Briten abtreten, erhielt aber als Ausgleich das bisher französische Gebiet westlich des Mississippi. Für die Indianer erwies sich diese neue politische Situation als fatal, da sie jetzt nur noch mit einer einzigen europäischen Macht verhandeln und diese nicht mehr wie zuvor gegeneinander ausspielen konnten. Von nun an war die britische Zentralregierung in London ihr einziger Verbündeter, da die Kolonien die erkämpften Gebiete bis zum Mississippi besiedeln wollten. Die Krone versuchte hingegen stärkere Konflikte mit den Indianern zu vermeiden, da ihre außenpolitische Situation nach dem kostspieligen letzten Krieg zunächst konsolidiert werden sollte. Da die dreizehn Kolonien aber nach wie vor unter hohem Immigrationsdruck standen, machte sich dadurch das Mutterland seine Siedler zum Feind.
Zu der außenpolitischen Entfremdung zwischen den Kolonien und der Zentrale kamen innenpolitische Spannungen. Die Regierung in London verlangte, dass die Kolonisten einen höheren Anteil an den beträchtlichen Kosten der Nachkriegsordnung tragen sollten. Diese wiederum argumentierten, dass dies gegen das alte englische Budgetrecht verstoße, wonach es „keine Besteuerung ohne politische Repräsentation“ geben dürfe. Damit erklärten die Siedler faktisch das britische Parlament für nicht weisungsberechtigt in den dreizehn Kolonien (nicht aber die Krone). Zudem verlangte das Mutterland zwar eine höhere Besteuerung, blockierte aber die Entwicklung von wirtschaftspolitischen Instrumenten wie eigener Währungsemission, was zu einer finanziellen Stärkung der Kolonien notwendig gewesen wäre. Das Parlament handelte so, weil es einer amerikanischen Staatsbildung nicht noch Vorschub leisten wollte, schaffte damit aber einen Widerspruch. Darüber hinaus vergifteten verschiedene als ungerecht empfundene Steuern (offizielle Stempel, Zucker, Tee) die Atmosphäre zwischen Zentrale und Peripherie. London stationierte schließlich Soldaten zur Kontrolle der Kolonisten, was die separatistischen Tendenzen in den dreizehn Kolonien weiter anfachte.
Ein Versuch britischer Soldaten, ein koloniales Waffenlager auszuheben, war schließlich 1775 der Auslöser des Unabhängigkeitskrieges. Ein amerikanischer Kontinentalkongress trat zusammen, der das militärische Oberkommando George Washington übertrug. Am 4. Juli 1776 wurde die amerikanische Unabhängigkeitserklärung verkündet. Nicht zuletzt durch die militärische Unterstützung Frankreichs zwangen die Amerikaner 1783 das britische Empire zur Anerkennung ihrer staatlichen Souveränität im Frieden von Paris.
Von der Unabhängigkeit bis zum Bürgerkrieg
Die 1777 verabschiedeten und 1781 ratifizierten Konföderationsartikel hatten sich als unzureichend erwiesen, um das Überleben der jungen Staatenverbindung zu gewährleisten. Daher wurde 1787 in Philadelphia die Verfassung der Vereinigten Staaten unterzeichnet, welche heute die älteste noch gültige geschriebene republikanische Staatsverfassung der Welt ist – abgesehen von der noch heute gültigen Verfassung der Republik San Marino aus dem Jahre 1600. Erster Präsident der Vereinigten Staaten wurde George Washington, der General des Unabhängigkeitskrieges.
Der neugegründete Staat trug an zwei ethnischen Hypotheken: einerseits die weitere Landnahme zu Lasten der Indianer, andererseits die Auseinandersetzung um die Sklaverei, die später den Kampf um die Bürgerrechte der Nachkommen der ehemaligen Sklaven bestimmte. Zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weiße und 500.000 versklavte Schwarze in den ursprünglichen 13 Kolonien. Jenseits der Appalachen erstreckte sich bis zum Mississippi-Fluss ein weiteres, großes Gebiet, das von Indianern bewohnt wurde.
Durch den „Louisiana Purchase“, den Erwerb des Louisiana-Territoriums (nicht identisch mit dem heutigen Staat) 1803 verdoppelten die USA auf einen Schlag die Ausmaße des damaligen Staates. Während der europäischen Koalitionskriege war das Territorium von Spanien zurück an Frankreich gefallen, doch sah der in finanzielle Nöten steckende Napoléon keine realistische Möglichkeit zur Wiedererrichtung des französischen Übersee-Imperiums und verkaufte daher das Gebiet zwischen Mississippi und Rocky Mountains für relativ günstige 22,5 Millionen Dollar. Schon seit 1803 traten die ersten Staaten aus dem Northwest Territory den USA bei, ab 1813 auch aus dem Louisiana-Gebiet.
Die USA verfolgten gegenüber Frankreich und Großbritannien zunächst einen Neutralitätskurs. Jedoch führten die Amerikaner im Britisch-Amerikanischen Krieg von 1812 einen Krieg um das weiterhin britische Kanada. Dieser endete jedoch unentschieden, so dass die Grenzziehung zwischen den USA und dem späteren Kanada von diesem Zeitpunkt an in den entscheidenden Bereichen abgeschlossen war. Die Indianer, die größtenteils die Briten unterstützten, konnten im Krieg von 1812 zum letzten Mal eine eigenständige Rolle in außenpolitischen Frage spielen. Die frühe amerikanische Außenpolitik wurde ansonsten von der 1823 verkündeten Monroe-Doktrin des Präsidenten James Monroe geprägt. Diese sagte aus, dass sich die europäischen Mächte vom amerikanischen Kontinent fernhalten sollten, bei gleichzeitiger Nicht-Einmischung der USA in die Angelegenheiten anderer Staaten.
Die US-Indianerpolitik wurde ab 1820 aggressiver: Mit dem Indian Removal Act und dem darauf folgenden Trail of Tears wurde eine Jahrzehnte dauernde gewaltsame Landnahme und Besiedlung durchgeführt, was zu erneuten Kämpfen mit den Ureinwohnern führte. Die Indianer wurden in „Reservate“ abgeschoben, bei denen es sich meistens um unwirtliche und für die Weißen unbrauchbare Gebiete handelte. Einer der wenigen militärischen Siege für die Indianer war die Schlacht am Little Bighorn 1876, welche aber politisch wirkungslos blieb. Die Indianerkriege endeten 1890 mit dem Massaker von Wounded Knee. Im Jahr 1900 lebten weniger als eine Viertelmillion Indianer, wozu allerdings nicht nur Krieg sondern auch Krankheiten und ethnische Vermischung beigetragen hatten. Erst 1924 erhielten die Indianer volle Bürgerrechte.
Das zentrale Thema der amerikanischen Innenpolitik bis 1865 war die Sklavenfrage. Obwohl die Einfuhr von weiteren Sklaven aus Übersee 1808 verboten wurde, hatte sich die Zahl der Sklaven bis 1860 durch natürlichen Nachwuchs auf etwa vier Millionen erhöht. Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die Süd- von den Nordstaaten, da in den Nordstaaten die Industrialisierung einsetzte, während die Südstaaten mit ihren riesigen Baumwollplantagen auf die Sklaverei angewiesen zu sein glaubten. Neue Staaten aus den erworbenen Territorien wurden nur paarweise aufgenommen, um das labile Gleichgewicht nicht zu gefährden. Die Sklaverei stand im Widerspruch zur Verheißung der Unabhängigkeitserklärung, dass nämlich alle Menschen gleich geschaffen seien. Daher gewannen im Norden Bewegungen wie der Abolitionismus, der die Abschaffung der Sklaverei forderte, starken Zulauf. Der Krieg gegen Mexiko (1846–1848) brachte den USA einen weiteren großen Flächengewinn, der den heutigen Südwesten ausmacht. Er verstärkte aber auch die innenpolitischen Spannungen, da die Nordstaaten ihn teilweise als Landnahme zugunsten der Ausbreitung der Sklavenstaaten sahen.
Nachdem 1860 Abraham Lincoln für die neu gegründete Partei der Republikaner zum Präsidenten gewählt worden war, traten elf Südstaaten aus der Union aus. Dies bedeutete den Beginn des Sezessionskrieges (1861–1865). Hierbei stand zunächst die Verfassungsfrage im Vordergrund, ob die Bundeszentrale überhaupt das Recht habe, über elementare Sachfragen in den Bundesstaaten zu entscheiden. Die Nordstaaten gingen als Sieger aus dem Bürgerkrieg hervor und die Sklaverei wurde abgeschafft. Die Schwarzen erhielten mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal das volle Bürgerrecht.
Vom Bürgerkrieg bis zum Zweiten Weltkrieg
1890 wurde die frontier für geschlossen erklärt, nachdem die Gebiete im Osten und im Westen des Kontinents zusammengewachsen waren. Damit endete auch die Ära des „Wilden Westens“. Die Immigration ließ nicht nach, so dass zwischen 1880 und 1910 insgesamt 18 Millionen Einwanderer in die USA aufgenommen wurden, welche das Land zur größten Industrienation der Welt machten. Die massive Industrialisierung seit dem Sezessionskrieg führte zur Bildung großer Trusts (Kartelle), die durch ihre wirtschaftliche Macht auch die Politik beeinflussen konnten. Daher wurde 1890 der Antitrust Act verabschiedet, als dessen Folge viele Großkonzerne wie Standard Oil von John D. Rockefeller zerschlagen wurden.
Infolge des siegreichen spanisch-amerikanischen Krieges von 1898 konnten die USA ihren Einflussbereich auf die Philippinen, Puerto Rico, Hawaii und Kuba ausdehnen. Eine interventionistische Politik betrieb Präsident Theodore Roosevelt (1901–1909), der für die USA eine hegemoniale Machtstellung über die lateinamerikanischen Staaten beanspruchte (Big Stick). So lösten die Vereinigten Staaten 1903 Panama aus Kolumbien heraus, um sich von dem neu gebildeten Staat die Souveränität über den strategisch wichtigen Panama-Kanal abtreten zu lassen.
Während des Ersten Weltkriegs blieb die USA bis 1917 isolationistisch. Erst nachdem das Deutsche Reich nach seinem Sieg über Russland ein militärisches Übergewicht gegenüber Frankreich und Großbritannien erlangt und zudem den uneingeschränkten U-Boot-Krieg verkündet hatte, traten die USA 1917 in den Krieg ein. Die amerikanischen Truppen verschoben die Kräfteverhältnisse endgültig zugunsten der Entente. Nach dem militärischen Sieg versuchte Präsident Woodrow Wilson (1913–1921) in Europa eine stabile Nachkriegsordnung zu etablieren, indem er in seinem 14-Punkte-Programm das Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Völker sowie die Bildung eines Völkerbundes initialisierte. Zum einen verweigerten Engländer und Franzosen aber die Durchführung von Wilsons Plan zugunsten eines Siegfriedens gegenüber dem Deutschen Reich. Zum anderen verweigerte der US-Senat den Beitritt zum Völkerbund, so dass die nun bedeutendste politische Macht der Welt in diesem Gremium fehlte und zum Isolationismus zurückkehrte.
Durch den kostspieligen Krieg und den anschließenden Wiederaufbau waren die Europäer zu Schuldnern Amerikas geworden. Die herausragende wirtschaftspolitische Rolle der Vereinigten Staaten zeigte sich schließlich, als auf den New Yorker Börsenkrach im Oktober 1929 (Schwarzer Donnerstag) die Weltwirtschaftskrise folgte. Dies führte in den USA zu einer innenpolitischen Krise mit etwa 15 Millionen Arbeitslosen im Jahr 1932. Präsident Franklin D. Roosevelt legte daraufhin das Sozial- und Investitionsprogramm New Deal auf, das den Social Security Act von 1935 sowie zahlreiche öffentliche Projekte wie Straßen, Brücken, Flughäfen oder zum Beispiel auch das Tennessee-Valley-Staudamm-Projekt enthielt.
Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieben die USA zunächst wieder neutral, unterstützten jedoch im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes (lend-lease bill) England massiv mit Waffenlieferungen. Im Anschluss an den Angriff auf Pearl Harbor durch japanische Streitkräfte am 7. Dezember 1941 erklärten die USA Japan den Krieg und erhielten kurze Zeit später Kriegserklärungen von Deutschland und Italien. Wie schon im Ersten Weltkrieg war das industrielle Potenzial der USA entscheidend für den Sieg der Alliierten. Die umstrittenen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 beendeten schließlich den Zweiten Weltkrieg.
Vom Zweiten Weltkrieg bis zum Ende des Kalten Krieges
Die USA waren maßgeblich an der Gründung der UN am 26. Juni 1945 in San Francisco beteiligt, die noch im Einvernehmen mit der Sowjetunion stattfand. Bald jedoch zeichnete sich eine Konfrontation mit Stalin ab, die schließlich in den Kalten Krieg mündete. Durch den Präsidenten Harry S. Truman wurde eine Politik des roll back, das heißt der Zurückdrängung des Kommunismus verkündet, die in der „Truman-Doktrin“ ihren Ausdruck fand. Die sagte allen Ländern zur Bewahrung ihrer Freiheit und Unabhängigkeit Militär- und Wirtschaftshilfe zu. Dies war eine klare Abkehr von der isolationistischen Monroe-Doktrin und fand seinen Ausdruck in der Unterstützung von Griechenland und der Türkei, sowie dem Marshall-Plan, der Westeuropa wirtschaftlich auf die Beine helfen sollte. Der Kalte Krieg erreichte einen ersten Höhepunkt mit der sowjetischen Berlin-Blockade 1948/49, auf die die USA mit der Berliner Luftbrücke antworteten. 1949 wurde die NATO als Militärbündnis zwischen den USA, Kanada und Westeuropa gegründet.
Es kam in den folgenden Jahrzehnten zu einem atomaren Wettrüsten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt, das beiden Seiten ab den 1960er Jahren eine mehrfache „Overkill-Kapazität“ verschaffte. Gefährliche Konfrontationen des Kalten Krieges waren der Korea-Krieg (1950–53) und die Kuba-Krise (1962), bei der die Welt nur knapp einem Dritten Weltkrieg entging. Durch den Atomwaffensperrvertrag (1968) und die SALT-Verhandlungen (1969) wurde versucht, die gefährliche Situation zu entschärfen.
Der sich nach dem Zweiten Weltkrieg abzeichnende Kalte Krieg führte dazu, dass viele Amerikaner den Kommunismus als Feindbild betrachteten. Eine innenpolitische Folge des Kalten Krieges nach 1945 war die „McCarthy-Ära“. Der republikanische Senator Joseph McCarthy profilierte sich im Senatsausschuss für unamerikanische Aktivitäten (HUAC) dadurch, dass er eine paranoide "Hexenjagd" auf angebliche Kommunisten veranstaltete, die er besonders unter Filmschaffenden, Politikern und Militärs vermutete. Die zu diesem Zweck inszenierten Anhörungen wurden auch oft im Fernsehen übertragen. Wer die Aussage verweigerte, musste mit Berufsverbot rechnen. Als McCarthy sogar Präsident Eisenhower verdächtigte, wurde er 1954 vom Senat entmachtet.
Der Vietnam-Krieg, in den die USA 1964 nach dem (Tongking-Zwischenfall) offen eingriffen, nachdem sie zuvor schon Militärberater entsandt hatten, entwickelte sich zu einem militärischen und moralischen Fiasko, und die Niederlage wurde mit dem Abzug der US-Truppen 1973 besiegelt. Der beherrschenden Maxime der US-Außenpolitik, den kommunistischen Machtbereich einzudämmen, wurde in den 1960er und 1970er Jahren oft die Glaubwürdigkeit als Verbreiter demokratischer Werte geopfert. Es wurden Militärdiktatoren und Kleptokraten wie Somoza in Nicaragua, Pinochet in Chile, Marcos auf den Philippinen oder Mobutu in Zaire unterstützt, so lange sie nur antikommunistisch waren.
Neben den mannigfachen sozialen und politischen Bewegungen erschütterten in den 1960er Jahren vor allem drei Mordanschläge die amerikanische Nation und mit ihr die Welt: die Ermordung des Präsidenten John F. Kennedy (1963), die Ermordung des afroamerikanischen Predigers und Bürgerrechtlers Martin Luther King, der die Galionsfigur des gewaltlosen Kampfes für die Rechte der Schwarzen war (1968) – sowie im gleichen Jahr die Ermordung des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Robert F. Kennedy, einem jüngeren Bruder des getöteten Präsidenten. Alle drei Mordfälle gelten selbst heute noch als nicht restlos aufgeklärt.
Die Schwarzenfrage war auch nach dem Bürgerkrieg 1865 nicht endgültig geklärt worden. Schon im Laufe des Wiederaufbaus (Reconstruction) des weitgehend im Krieg zerstörten Südens hatten die Südstaaten Gesetze erlassen, welche die Bürgerrechte der Schwarzen wieder einschränkten (Jim-Crow-Gesetze), die zwar gleiche Rechte propagierten aber Rassentrennung festigten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg setzte eine Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement) ein, welche die letzten formalen Ungleichbehandlungen beseitigen konnte. Ein sehr wesentlicher Schritt dahin war die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen durch den Supreme Court 1954. Der Schulbesuch von Schwarzen in „weißen“ Schulen musste teilweise mit Hilfe der Nationalgarde durchgesetzt werden, da die Gouverneure der Südstaaten bis Ende der 60er Jahre – wie schon vor Ausbruch des Bürgerkrieges – auf ihren states rights beharrten, zu denen sie auch die Rassentrennung (segregation) zählten. 1968 wurde schließlich vom Kongress der Civil Rights Act verabschiedet, der Diskriminierung jeglicher Art gesetzlich verbietet; Präsident Lyndon B. Johnson verkündete zu jener Zeit – anknüpfend an Ideen seines ermordeten Vorgängers John F. Kennedy – die Great Society, die durch Verbesserungen in der Gesundheits-, Bildungs- und Sozialpolitik benachteiligte Minderheiten in die amerikanische Gesellschaft integrieren sollte.
Im Zuge eines gesamtgesellschaftlichen Umbruchs entwickelte sich in den 1960er Jahren auch eine starke Bewegung gegen den Vietnamkrieg und um 1970 auch eine starke Frauenrechtsbewegung sowie eine wachsende Schwulenbewegung, die (anders als in Europa) schnell gemeinsam von und für Schwule und Lesben erkämpft wurde. Durch diese Bewegungen modernisierten sich die gesellschaftlichen Werte der Vereinigten Staaten. Der Versuch einer Verfassungsänderung, welche die Gleichheit von Mann und Frau vorschreiben sollte, scheiterte jedoch. Sodomiegesetze, die bis 1962 die Praxis der männlichen Homosexualität und auch „abweichende sexuelle Praktiken“ (Oral-, Analverkehr) heterosexueller Paare in jedem Bundesstaat verboten hatten, wurden teilweise zurückgenommen. 1987, als der Supreme Court diese Gesetze bestätigte, existierten sie noch in der Mehrheit der Bundesstaaten und wurden erst mit der Entscheidung Lawrence vs. Texas am 26. Juni 2003 vom Obersten Gerichtshof aufgehoben.
Die Watergate-Affäre um einen Einbruch in den Watergate-Gebäudekomplex der Demokratischen Partei, von dem Präsident Richard Nixon wahrscheinlich wusste und bei dem dieser die FBI-Ermittlungen zu behindern versuchte, entwickelte sich zum größten Skandal der amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Um der drohenden Amtsenthebung zu entgehen, trat Nixon 1974 zurück.
Die Ölkrise 1974, die 200-Jahresfeier der Unabhängigkeit 1976 und die iranische Geiselkrise 1979 waren prägende Ereignisse für die 1970er Jahre. Zu der außenpolitischen Orientierungslosigkeit kam in diesen Jahren eine Wirtschaftskrise, die vor allem das Schwerindustrierevier in den Staten Pennsylvania, Ohio, West Virginia, Indiana und Michigan (Rust Belt) schwer traf und auch zu neuen ethnisch motivierten Unruhen in den Südstaaten führte, was den Wahlerfolg des Republikaners Ronald Reagan begünstigte.
In der Post-Vietnam-Ära zeigte sich eine gewisse Desorientierung und Ratlosigkeit der US-Außenpolitik, die im Schwanken zwischen einer Abkehr von Interventionismus und Demonstration militärischer Stärke (Carter-Regierung) und später dessen Gegenteil (nach der sowjetischen Invasion in Afghanistan) ihren Ausdruck fand.
So bzeichnete dr Amtantritt der Reaganadministration einen Pradigmenwechsel der amerikanischen Politik, spowohl im Innern als auch vor allem in der Außenpolitik. In seinen acht Regierungsjahren 1981-1989 das Land dauerhaft umgestaltete; seine liberale Wirtschaftspolitik (Reagonomics), die vor allem aus dem Zurückfahren staatlicher Subventionen und Sozialleistungen und anderer staatlicher Einflüsse auf die Wirtschaft, Einsparungen in der öffentlichen Verwaltung und umfangreichen Steuersenkungen für Gutverdiener bestand, und seine harte Linie in der Außenpolitik, die auf seinem christlichen Glauben und seinem strikten Antikommunismus beruhte (siehe oben), machte ihn bei den Republikanern zum oft zitierten Vorbild (so wurde er 2005 zum größten Amerikaner aller Zeiten gewählt, vor Abraham Lincoln und George Washington), seine Gegner sahen ihn dagegen als Marionette der großen Konzerne und Rüstungslobbyisten.
Unter der Reagan-Regierung (1981–1989) wurde (wie vor dem Vietnam-Krieg) wenig Rücksicht darauf genommen, ob die strategischen Verbündeten die Menschenrechte respektierten. Auch stellt sich die Frage nach einem hinreichenden Verständnis fremder Kulturkreise durch die US-Außenpolitik. Deren mangelnde Voraussicht zeigte sich auch darin, dass die US-Unterstützung oft den aus heutiger Sicht falschen Leuten zugute kam: So wurde nach dem Ausbruch des ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak (1980–88) aus Angst vor den Mullahs in Teheran der irakische Diktator Saddam Hussein (hauptsächlich durch Satelliten-Aufklärung) unterstützt, was sich später als schwerer Fehler erweisen sollte. In diesen Zusammenhang gehört auch ein Vorgang, der sich zum größten Skandal der Reagan-Ära entwickelte, die Iran-Contra-Affäre: 1986 verkauften die USA nach Vermittlung durch Sicherheitsberater Robert McFarlane und Oberst Oliver North Waffen (hauptsächlich Panzerabwehrraketen) auch an den Iran. Das daraus erlöste Geld wurde zur Unterstützung der Gegner der Sandinisten in Nicaragua, den so genannten Contras, verwendet. Auch die Geld- und Waffenlieferungen an die Mujaheddin in Afghanistan erwiesen sich als zweischneidig: Das Ziel, die Sowjetunion in die Knie zu zwingen, wurde zwar erreicht, damit wurden aber auch gleichzeitig radikal-islamische Gruppen gestärkt.
Unter Präsident Ronald Reagan strebte die ideologische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion dem Finale zu. Reagan bezeichnete die Sowjetunion wiederholt in Anlehnung an religiöse Terminologie als „Reich des Bösen“ (evil empire), das es zu Tode zu rüsten gelte. Die Rüstungsausgaben wurden erhöht und ein so genanntes „Star-Wars-Programm“ (SDI-Projekt, Krieg der Sterne) aufgelegt. 1985 und 1986 traf er sich jedoch auch mit seinem sowjetischen Amtskollegen Gorbatschow zu Abrüstungsverhandlungen unter der Bezeichnung START (Strategic Arms Reduction Talks). Letztlich war diese Politik erfolgreich, denn mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion (1991) war der Kalte Krieg beendet. Die USA sind seither die einzige Supermacht und nach eigener Auffassung Ordnungsmacht der Welt.
Vom Ende des Kalten Krieges bis zur Gegenwart
In den 1990er Jahren erlebten die USA unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton (1993–2001) einen länger anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung („New Economy“). Die weitere Verwahrlosung der Städte wurde aufgehalten – so erwachten die New Yorker Stadtteile Bronx und Harlem zu neuem Leben.
Einen wesentlichen Eingriff in die Sozialgesetzgebung gab es 1996, als der Bezug von Sozialhilfe auf zwei Jahre in Folge und insgesamt fünf Jahre verkürzt wurde. So kam es zu einem beträchtlichen Rückgang der Anzahl der Sozialhilfe-Empfänger.
Präsident Clinton zeichnete verantwortlich auch für die US-Außenpolitik zwischen dem Ende des Kalten Krieges und dem Regierungsantritt von George W. Bush, und zwar mit der Hilfe von Außenminister Warren Christopher (erste Amtszeit) und Madeleine Albright (zweite Amtszeit), der ersten Außenministerin in der Geschichte der USA.
Beobachter haben von der Außenpolitik Clintons behauptet, er habe wohl das Ziel „die Sozialarbeit der Welt“ zu übernehmen, da viele der Aktivitäten sich auf Werteänderungen in eher ärmeren, strategisch nebensächlichen Ländern konzentrierten, darunter auch Somalia, Haiti, und Bosnien. Das Engagement in Somalia, unter George Bush sen. begonnen, hatte als Ziel die Entmachtung der Kriegsherrn, besonders Mohammed Aidids. Nachdem US-Fernsehsender Bilder übertrugen, die den Leichnam eines US-Soldaten zeigten, der durch die Straßen von Mogadischu geschleift wurde, überließen die Sondereinsatztruppen das Land seinem Schicksal.
Mit der Invasion Haitis 1994 wurde der demokratisch gewählte Jean-Bertrand Aristide an die Macht gebracht und der Militärdiktator Raoul Cédras abgesetzt; die weiteren Probleme des Landes, das 1915 bis 1934 unter US-Besatzung gelebt hatte und unter Cédras von einem Embargo der USA betroffen war, wurden
