Srebrenica – Wikipedia

Srebrenica

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Srebrenica
Сребреница
Wappen von Srebrenica
Srebrenica (Bosnien und Herzegowina)
DEC
Basisdaten
Staat: Bosnien und Herzegowina
Entität: Republika Srpska
Gemeinde: Srebrenica
Koordinaten: 44° 6′ N, 19° 18′ O7Koordinaten: 44° 6′ 12″ N, 19° 17′ 54″ O
Einwohner: 11.000 (2007)
Struktur und Verwaltung
Bürgermeister: Osman Suljić (SDA)
Panorama von Srebrenica

Srebrenica (dt. veraltet Silberin) ist eine Stadt im Osten von Bosnien und Herzegowina, nahe der Grenze zu Serbien. Sie befindet sich in der Republika Srpska, einer von zwei Entitäten des Landes.

Die Gemeinde hat etwa 11.000 Einwohner.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Srebrenica wurde erstmals im Jahre 1376 erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt hatte es sich jedoch bereits zu einem wichtigen Wirtschafts- und Handelszentrum der westlichen Balkanhalbinsel entwickelt, dessen Bedeutung vor allem auf den reichen Silberbergwerken der Umgebung beruhte. Bereits die Römer wussten von den Erzvorkommen und beuteten sie z.B. nahe ihrer Siedlung Domavia aus. Zum Zeitpunkt der Ersterwähnung Srebrenicas hatte sich dort bereits eine größere Kaufmannskolonie der Ragusaner etabliert, da diese den Silberhandel innerhalb Bosniens kontrollierten und der Export über den Seeweg fast ausschließlich über den Hafen von Ragusa (Dubrovnik) abgewickelt wurde[1]. Im Laufe des 14. Jahrhunderts siedelten sich zahlreiche deutsche Bergleute in der Region an, die den Silberbergbau weiter vorantrieben und ebenso wie in Siebenbürgen als „Sachsen“ bezeichnet wurden[2].

In der Mitte der 1420er Jahre lieferten sich serbische Kräfte und die Truppen des bosnischen Königs Tvrtko II. heftige Kämpfe um den Besitz der Stadt, die aber 1440 schließlich von den Osmanen erobert wurde[3]. Das ansässige Franziskanerkloster wurde – wie in Jajce oder Zvornik – in eine Moschee umgewandelt. Die große Zahl der „Sachsen“ und Ragusaner, die beide überwiegend katholischen Glaubens waren, führte allerdings dazu, dass die Islamisierung in Srebrenica nach der osmanischen Eroberung wesentlich langsamer verlief als in den meisten anderen Städten des Landes[4].

Mit dem schwindenden Einfluss der Republik Ragusa im nun zum Osmanischen Reich zählenden Bosnien nahm auch die wirtschaftliche Stärke und Bedeutung Srebrenicas sowie – bedingt durch den Niedergang der ragusanischen und deutschen Kolonien – die Zahl der katholischen Einwohner ab.

[Bearbeiten] Bosnienkrieg

Traurige Bekanntheit erlangte die Stadt im Juli 1995, als bosnische Serben unter Führung des Generals Ratko Mladić die bosniakische Enklave – damals UNO-Schutzzone – eroberten und alle männlichen Personen, derer sie habhaft werden konnten, verschleppten und im Massaker von Srebrenica ermordeten. Die Rolle der niederländischen Blauhelm-Soldaten, die nicht entscheidend einschritten und die Deportationen nicht verhinderten, ist bis heute umstritten. Ein kritischer Report einer niederländischen Kommission führte aber zum Rücktritt der zweiten Regierung von Wim Kok.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Konstantin Jireček: Die Handelsstrassen und Bergwerke von Serbien und Bosnien während des Mittelalters: historisch-geographische Studien. Prag: Verl. der Kön. Böhmischen Ges. der Wiss., 1879
  2. Mihailo Dinić: Za istoriju rudarstva u srednjevekovnoj Srbiji i Bosni, S. 46
  3. Noel Malcolm: A Short History of Bosnia, Macmillan, London 1994; S. 22
  4. A Short History of Bosnia, S. 53 ff.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Srebrenica – Bilder, Videos und Audiodateien
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