Ruth Metzler-Arnold
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Ruth Metzler-Arnold (* 23. Mai 1964 in Willisau), Bürgerin von Richenthal, Willisau und von Balgach, ist eine ehemalige Schweizer Bundesrätin (CVP).
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[Bearbeiten] Ausbildung und Beruf
Nach einem Studium der Rechte an der Universität Freiburg zog Ruth Metzler zusammen mit ihrem Gatten Lukas Metzler in den Kanton Appenzell-Innerrhoden.
Dort wurde sie von der Landsgemeinde 1997 als Vertreterin der Christlichdemokratischen Volkspartei zur kantonalen Finanzministerin (der sog. "Säckelmeisterin") gewählt. Dies war freilich nur ein Teilzeitmandat; daneben arbeitete sie in St. Gallen bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
[Bearbeiten] Wahl in den Bundesrat
Aufgrund ihrer schwindenden Wählerstärke musste die CVP 1999 befürchten, nach den im Oktober fälligen Nationalratswahlen eigentlich nicht mehr Anspruch auf zwei Sitze im Bundesrat zu haben. Deshalb traten die beiden CVP-Bundesräte Arnold Koller und Flavio Cotti schon im Frühling, neun Monate vor dem ordentlichen Auslaufen ihrer Amtszeit, zurück, um unverbrauchten Kräften als Wahllokomotiven Platz zu machen und in der Hoffnung, dass es das Parlament nicht wagen würde, bei der Gesamterneuerungswahl der Landesregierung im Herbst ein eben erst gewähltes Mitglied der Landesregierung nicht im Amt zu bestätigen.
Für die Nachfolge des Appenzeller Bundesrates Arnold Koller trat dabei schon früh eine Frauenkandidatur in den Vordergrund. Die ausserhalb Appenzells gänzlich unbekannte Ruth Metzler galt zunächst aufgrund ihrer geringen Erfahrung und ihrer fehlenden Kenntnisse des eidgenössischen Politbetriebes nur als Aussenseiterin. Jedoch vermochte sie mit ihrer Jugend und ihrem unbekümmerten, sympathischen Auftreten bald eine positive Grundstimmung aufzubauen. So wurde sie von der CVP neben der St. Galler Volkswirtschaftsministerin Rita Roos als offizielle Kandidatin aufgestellt.
Am 11. März 1999 wurde Ruth Metzler im vierten Wahlgang und mit acht Stimmen Mehrheit (126:118) von der Schweizerischen Bundesversammlung in den Bundesrat gewählt. Die Stimmen kamen dabei hauptsächlich aus dem rechten Parteienspektrum, da Ruth Metzler als technokratischer und weniger sozial eingestellt galt als Rita Roos.
[Bearbeiten] Als Bundesrätin
In der Landesregierung übernahm sie aufgrund ihrer Ausbildung das am ehesten auf sie zugeschnittene Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement. Dort hatte sie sogleich mehrere aktuelle Dossiers zu bearbeiten, vor allem im Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle im Gefolge des Kosovokrieges. In den folgenden Jahren wurden die vom EJPD eingebrachten Vorlagen des Parlamentes in der Volksabstimmung angenommen.
Sie war im Jahre 2003 Vizepräsidentin des Bundesrats und hätte wahrscheinlich im Falle ihrer Wiederwahl 2004 das Bundespräsidium angetreten.
[Bearbeiten] Die Nichtwiederwahl
Die Nationalratswahlen im Herbst 2003 führten zu weiteren empfindlichen Stimmenverlusten für die CVP Ruth Metzlers. Dagegen legte die rechtsbürgerliche SVP wieder stark zu und erhob Anspruch auf einen zweiten Sitz in der Landesregierung. Die Bundesversammlung wählte am 10. Dezember Ruth Metzler-Arnold als erstes amtierendes Regierungsmitglied seit 1872 ab und setzte Christoph Blocher von der SVP an ihre Stelle.
Ruth Metzler-Arnold war nach Ulrich Ochsenbein und Jean-Jacques Challet-Venel erst das dritte Mitglied des Bundesrates, das nicht wiedergewählt wurde.
[Bearbeiten] Aktuell
Ruth Metzler war seit April 2005 als Chefjuristin und Mitglied der Geschäftsleitung von Novartis Frankreich tätig. Sie hatte ihren Wohnsitz von Appenzell Innerrhoden nach Paris verlegt. Zurück in der Schweiz ist die Wirtschaftsprüferin ab dem 1. November 2006 bei der Novartis als Leiterin des Bereichs Investor Relations für die Beziehungen des Pharmamultis zu Analysten und Grossinvestoren zuständig.
[Bearbeiten] Literatur
- Marc Comina: Macht und Zwietracht im Bundeshaus. Die Hintergründe zur Abwahl von Ruth Metzler. Werd-Verlag, Zürich 2004, ISBN 3-85932-476-4
- Ruth Metzer-Arnold: Grissini und Alpenbitter. Meine Jahre als Bundesrätin. Appenzeller Verlag, Herisau 2004, ISBN 3-85882-388-0
| Vorgänger |
Mitglied im Schweizer Bundesrat 1999–2003 |
Nachfolger |
Daniel-Henri Druey | Jonas Furrer | Jakob Stämpfli | Josef Martin Knüsel | Jakob Dubs | Paul Cérésole | Fridolin Anderwert | Emil Welti | Louis Ruchonnet | Adolf Deucher | Eugène Ruffy | Eduard Müller | Ernst Brenner | Robert Comtesse | Josef Anton Schobinger | Ludwig Forrer | Arthur Hoffmann | Camille Decoppet | Heinrich Häberlin | Johannes Baumann | Eduard von Steiger | Markus Feldmann | Friedrich Traugott Wahlen | Ludwig von Moos | Kurt Furgler | Rudolf Friedrich | Elisabeth Kopp | Arnold Koller | Ruth Metzler-Arnold | Christoph Blocher | Eveline Widmer-Schlumpf
[Bearbeiten] Weblinks
- Artikel Metzler (-Arnold), Ruth im Historischen Lexikon der Schweiz
- Literatur von und über Ruth Metzler-Arnold im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Website von Ruth Metzler-Arnold
- Das Herren-Komplott, Artikel in der Zeitschrift Facts
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Metzler-Arnold, Ruth |
| ALTERNATIVNAMEN | Ruth Metzler |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Politikerin, alt Bundesrätin |
| GEBURTSDATUM | 23. Mai 1964 |
| GEBURTSORT | Willisau, Kanton Luzern, Schweiz |

