Robert Schauer – Wikipedia

Robert Schauer

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Hans-Robert Schauer (* 27. August 1953 in Graz) ist ein österreichischer Bergsteiger und Filmemacher.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Biografie

Robert Schauer bestieg unter anderem fünf Achttausender und war der erste Österreicher auf dem Gipfel des Mount Everest (1978), den er insgesamt drei Mal bestieg. Herausragend war die Erstdurchsteigung der steilen Westwand des Gasherbrum IV mit dem Polen Wojciech Kurtyka im Alpinstil 1985. Sein Medizinstudium brach Schauer 1981 ab und wurde Profibergsteiger. Seine Bergfahrten finanzierte er durch Vorträge und als Werbeträger. Seit der Everestbesteigung 1978 arbeitete Schauer immer wieder als Kameramann für Bergfilme. 1986 gründete er das inzwischen jährliche Internationale Berg- & Abenteurfilmfestival Graz, das er leitet und das 2008 seine 20. Auflage feiert. 1987 gründete er die Robert Schauer Filmproduktions GesmbH und produzierte seither zahlreiche Bergfilme, Fernsehbeiträge sowie Industriefilme.

[Bearbeiten] Besteigungen

  • 1974: Schauers erste Teilnahme an einer Expedition zu den höchsten Bergen der Welt führte ihn ins Hispar Muztagh im Karakorum. Unter der Leitung von Alois Furtner versuchte die Mannschaft, zu der neben Schauer Georg Bachler, Hilmar Sturm, Hias Schreder und Sepp Portenkirchner gehörten, erfolglos den Pumari Chhish erstzubesteigen. Statt dessen wandte man sich einem ebenfalls unbestiegenen und bislang namenlosen Sechstausender zu, der am 11. August von Sturm, Portenkirchner, Schreder und Schauer bezwungen wurde. Im Anschluss tauften sie den Berg Skirish Sar, zu deutsch etwa Schneetaubenspitze (ca. 6500 m).[1]
  • 1975: Besteigung des Gasherbrum I (8080 m) im Karakorum (dritte Besteigung) mit Hanns Schell und Herbert Zefferer am 11. August; während der Expedition gelang außerdem die Erstbesteigung des Urdok I am 4. August[2]
Die Westwand des Gasherbrum IV. Robert Schauer und Wojciech Kurtyka gelang 1985 die Erstdurchsteigung.
  • 1976: Eröffnung der sogenannten Schell-Route am Nanga Parbat (8125 m): Erstbegehung des Südwest-Grates (Mazeno-Kamm), Schauer erreicht den Gipfel am 11. August zusammen mit Hanns Schell, Hilmar Sturm und Siegfried Gimpel.[3]
  • 1977: Besteigung des Kun (7077 m) im indischen Himalaya (Ladakh).
  • 1978: Besteigung des Mount Everest am 3. Mai mit dem Sherpa Ang Phu und Horst Bergmann und Expeditionsleiter Wolfgang Nairz. Der damals 24-jährige Schauer wollte versuchen, den Everest soweit wie möglich ohne Flaschensauerstoff zu besteigen, hielt ihn ab 8000 Metern jedoch für unverzichtbar.[4] Fünf Tage später gelang zwei weiteren Mitgliedern der Expedition, der Seilschaft von Reinhold Messner und Peter Habeler, die erste Besteigung des höchsten Berges der Erde ohne Sauerstoffmaske. Im Gegensatz zu Schauer waren Messner und Habeler jedoch ausdrücklich mit dieser Absicht zum Everest gereist.[5]
  • 1979: Teilnahme an der von Reinhold Messner geleiteten K2-Expedition. Während Messner und Michl Dacher den Gipfel erreichen, bleibt allen anderen Expeditionsmitgliedern der Erfolg wegen schlechten Wetters versagt.
  • 1981: Makalu (8485 m) ohne Flaschensauerstoff und ab dem Makalu-La (7400 m) im Alleingang.[6]
  • 1983: Den Besteigungsversuch der Annapurna II im April brach Schauer ab, nachdem sein Begleiter Klaus Schlamberger zu Tode gestürzt war. Schauer hatte einen Höhe von 7450 m erreicht.[7]
  • 1984: Broad Peak (8051 m)
  • 1985: Winterbesteigung der Eiger-Nordwand als Training für die Durchsteigung der Westwand des Gasherbrum IV (7932), die bis dahin als unbesteigbar galt. Robert Schauer und Wojciech Kurtyka gelingt die Durchsteigung der 2500 m hohen Steilwand im Alpinstil. Nach acht Tagen in der Wand bei zum Teil stürmischem Wetter erreichten sie am 20. Juli den Gipfelgrat. Aufgrund von Hunger, Durst und Erschöpfung verzichteten sie auf die Traverse zum Hauptgipfel und begannen unmittelbar mit dem Abstieg über den Nordwestgrat, der weitere drei Tage dauerte.[8] Ein anschließender Besteigungsversuch des K2, einem Nachbarn der Gasherbrum-Gruppe, scheiterte erneut an den widrigen Wetterbedingungen am Berg.[9]
  • 1996 bestieg Schauer zum zweiten Mal den Mount Everest als Mitglied des von David Breashears geleiteten Filmteams, das den IMAX-Film Everest – Gipfel ohne Gnade drehte. Schauer war Kameramann des Gipfelteams. Der Film behandelt ungewollter Weise das Unglück am Mount Everest (1996), die Filmarbeiten wurden jedoch unterbrochen, um dabei in Bergnot geratenen Alpinisten zu helfen.[10]
  • 2000 arbeitete Schauer erneut mit Breashears zusammen, diesmal bestieg er als Kameramann im Rahmen der Dreharbeiten zum IMAX-Film Kilimanjaro: To the Roof of Africa den höchsten Berg Afrikas.[11]
  • 2004 stand Schauer zum dritten Mal auf dem höchsten Berg der Welt und filmte dort mit einer 35mm-Kamera für die Working-Title-Produktionsfirma. Geplant war ein Film über die Ereignisse vom Sommer 1996 in Anlehnung an das Buch In eisige Höhen von Jon Krakauer. Im Film sollten die dramatischen Szenen während des damaligen Schneesturms mit Schauspielern nachgespielt werden, die jedoch aus Sicherheits- und Kostengründen in den Alpen oder in Neuseeland gedreht werden sollten. Das Filmteam am Everest, zu dem mit Schauer, Breashears und den Profibergsteigern Ed Viesturs und Veikka Gustafsson Mitglieder des IMAX-Filmteams von 1996 gehörten, drehte authentisches Bildmaterial vor Ort, das zu den Spielszenen des Films geschnitten werden sollte. Regisseur Stephen Daldry war während der Dreharbeiten im Basislager. Das ursprüngliche Konzept des Films wurde schließlich nicht realisiert, Breashears nutzte das Bildmaterial jedoch um eine Dokumentation zehn Jahre nach der Tragödie zu produzieren, in der damalige Überlenbende und Augenzeugen zu Wort kommen. Remnants of Everest – The 1996 Tragedy lief schließlich auf dem von Schauer geleiteten Berg- und Abenteuerfilmfestival Graz, allerdings außer Konkurrenz.[9][12][13]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ↑ American Alpineclub Journal 1975, S. 215. (AAJO)
  2. ↑ American Alpineclub Journal 1976 S. 542 (AAJ online)
  3. ↑ American Alpineclub Journal 1977, S. 274f. (AAJO)
  4. ↑ Peter Habeler: Der einsame Sieg. Mount Everest '78. Wilhelm Goldmann Verlag, München, 1978, S. 149
  5. ↑ Wolfgang Nairz: Nepal. Durchwandern und Erleben. Steiger Verlag, Innsbruck, 1984, S.57ff.
  6. ↑ American Alpineclub Journal 1982, S. 205ff. (AAJO)
  7. ↑ American Alpineclub Journal 1984, S. 252f. (AAJO
  8. ↑ Wojciech Kurtyka: The Shining Wall of Gasherbrum IV. In: American Alpineclub Journal 1986 (AAJO).
  9. ↑ a b Telefoninterview des Bayrischen Rundfunks mit Robert Schauer vom 4. August 2008
  10. ↑ http://german.imdb.com/title/tt0120661/
  11. ↑ http://german.imdb.com/title/tt0288593/
  12. ↑ Expeditionsbericht auf www.everestnews2004.com
  13. ↑ Filmankündigung auf den Seiten des Berg & Abenteuerfilmfestival Graz

[Bearbeiten] Weblinks

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