Osnabrück
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
|---|---|---|---|---|---|
|
|
|||||
| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Niedersachsen | ||||
| Landkreis: | Kreisfreie Stadt | ||||
| Höhe: | 63 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 119,80 km² | ||||
| Einwohner: | 162.870 (31. Dez. 2007) | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 1360 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahlen: | 49074–49090 (alt: 4500) | ||||
| Vorwahl: | 0541 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | OS | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 03 4 04 000
|
||||
| Stadtgliederung: | 23 Stadtteile | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Natruper-Tor-Wall 2 49076 Osnabrück |
||||
| Webpräsenz: | |||||
| Oberbürgermeister: | Boris Pistorius (SPD) | ||||
Osnabrück (niederdeutsch: Ossenbrügge) ist eine kreisfreie Stadt in Niedersachsen mit derzeit etwa 163.020 Einwohnern. Die Stadt liegt zwischen Münster und Bremen und an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Sie ist nach Hannover und Braunschweig die drittgrößte Stadt Niedersachsens sowie eines der Oberzentren des Landes.
[Bearbeiten] Geografie
Osnabrück liegt am Ufer der Hase im Osnabrücker Land inmitten des „Osnabrücker Hügellandes“ zwischen dem Höhenzug des Wiehengebirges im Norden und des Teutoburger Waldes (dessen alter Name Osning ist) im Süden. Die Höhenlage am Neumarkt (Innenstadt) beträgt 64 m ü. NN. Der höchste Punkt der Stadt befindet sich am Piesberg bei 190 m ü. NN, der tiefste Punkt befindet sich beim Fluss Hase in Pye bei 54 m ü. NN. Die nächsten Großstädte sind Bielefeld, etwa 43 Kilometer südöstlich, Münster (Westfalen), etwa 44 Kilometer südwestlich, Enschede 85 Kilometer westlich, Oldenburg (Oldenburg), etwa 95 Kilometer nördlich, Bremen, etwa 103 Kilometer nordöstlich, und Hannover etwa 114 Kilometer östlich von Osnabrück.
[Bearbeiten] Darstellung und Beschreibung der Stadt Osnabrück
Das Osnabrücker Einzugsgebiet umfasst rund 800.000 bis eine Million Menschen. Der Ballungsraum Osnabrück umfasst 275.000 Einwohner.
Die Stadt ist Sitz einer Universität, einer Fachhochschule, des römisch-katholischen Bistums Osnabrück (Bischofstadt), des Sprengels Osnabrück der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Deutschen Stiftung Friedensforschung.
Osnabrück wurde 780 von Karl dem Großen als Bischofssitz gegründet. 1648 wurde in den Rathäusern der Städte Münster und Osnabrück der Westfälische Friede geschlossen, weshalb die Stadt sich auch als „Friedensstadt“ bezeichnet. Seit April 2002 ist das Steinwerk Ledenhof Sitz der Deutschen Stiftung Friedensforschung. Osnabrück war noch 1669 Hansestadt, gehört seit 1980 zur Neuen Hanse und war im Jahr 2006 Gastgeber des 26. Hansetages der Neuzeit [1].
Die Einwohnerzahl der Stadt Osnabrück überschritt 1940 die Grenze von 100.000, wodurch Osnabrück zur Großstadt wurde. Seit Mitte der 1990er Jahre sind die Einwohnerzahlen rückläufig.
Das Bild der Innenstadt ist von Kirchen (Turmhöhen bis zu 103,5 Meter) geprägt. Im nördlichen Teil der Innenstadt, zwischen Dom St. Peter und Heger Tor, erstreckt sich die historische Altstadt mit dem Rathaus des Westfälischen Friedens. Hier finden sich viele Gebäude des Klassizismus und der Zeit des Rokoko sowie Häuser aus der Zeit, als in der Stadt noch in Fachwerkbauweise gebaut wurde. Der dreieckige Marktplatz mit dem Rathaus des westfälischen Friedens versprüht mittelalterliches Flair. Zudem konnten in Osnabrück um die 150 romanische und gotische Steinwerke nachgewiesen werden, von denen heute noch viele sehr gut erhalten sind. Das sind mehr als in jeder anderen Stadt Deutschlands, Osnabrück wird daher auch die „Hauptstadt der Steinwerke“ genannt. Besonders eindrucksvoll ist der Ledenhof, ein Steinwerk mit Palas gegenüber dem ehemals fürstbischöflichen Barockschloss. Am Domhof befindet sich das Theater Osnabrück, ein Jugendstil-Gebäude von 1909. Im Jugendstil ausgemalt ist die Lutherkirche in der Neustadt. Sie wurde als Tochterkirche der spätgotischen Hallenkirche St. Katharinen gebaut. Von historischer Bedeutung ist das ehemalige Dominikanerkloster, dessen Kirche heute als Kunsthalle genutzt wird.
Die Fußgängerzone im mittleren Teil der Innenstadt schließt an die Altstadt an und bildet die Haupteinkaufstraße (Große Straße). Neben wenigen Gebäuden, die den Krieg überstanden haben, dominieren hier moderne Zweckbauten. Zwischen der Alt- und Neustadt (südliche Innenstadt) befindet sich der Neumarkt. Früher ein zentraler Marktplatz der Stadt, ist er heute durch eine vierspurige Straße zerschnitten und dient als Verkehrsknotenpunkt und Haupt-Busbahnhof. Fußgänger können den Neumarkt nicht nur ebenerdig überqueren, sondern auch durch einen unterirdischen Fußgängertunnel. Dieser wurde im Jahr 2005 zu seinem heutigen Erscheinungsbild umgebaut. Die Neustadt bietet besonders im Bereich um die Johanniskirche noch alte Bausubstanz.
Die Innenstadt wird von einem nierenförmigen Stadtring umschlossen, der den Autoverkehr aufnimmt. Von diesem so genannten Wall gehen sternförmig die Haupt- und Ausfallstraßen der Stadt ab. Sieben Türme, eine Wallanlage und zwei Mauern säumen den Stadtring, der ein Überbleibsel der alten Stadtbefestigungen ist.
Zentrumsnah finden sich architektonisch interessante moderne Bauten, wie das Gebäude der Deutschen Bundesstiftung Umwelt oder das Felix-Nussbaum-Haus, erbaut von Daniel Libeskind. Einen Spagat zwischen Alt und Neu wagt die Vitischanze, in der moderne Architektur auf eine alte Stadtbefestigung gesetzt wurde. Hier war bis zum Jahr 2007 ein Teil der Spielbank untergebracht.
Die zentralen Wohngebiete bestehen zu großen Teilen aus meist drei- bis viergeschossigen Mietshäusern, je nach Stadtteil auch aus Bürgerhäusern (z.B. Große Straße 43) und Villen (wie am Westerberg). Etwas vom Stadtkern entfernt geht die Bebauung in zweigeschossige Reihen- und freistehende Häuser über. Große Mietskasernen sind selten. Höhere Bauten, meist gewerblich genutzt, finden sich vor allem im Bereich des Berliner Platzes. Das höchste Bauwerk ist das Iduna-Hochhaus aus den frühen 1970er Jahren mit 21 Stockwerken.
Bis nah an den Stadtkern reichen aus allen Himmelsrichtungen „grüne Finger“, die auch als Naherholungsgebiete dienen. Osnabrück ist die größte Stadt Deutschlands, die inmitten eines Naturparks liegt.
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Osnabrück und bilden um die Stadt eine Art Speckgürtel:
| Westerkappeln 18 km |
Wallenhorst 10 km |
Belm 9 km |
| Lotte 11 km |
Bissendorf 13 km |
|
| Hasbergen 9 km |
Georgsmarienhütte 8 km |
Melle 26 km |
Die angegebenen Distanzen entsprechen jeweils den Entfernungen der Ortsmitten zum Stadtzentrum. Wallenhorst, Belm, Bissendorf, Georgsmarienhütte, Melle und Hasbergen liegen im Landkreis Osnabrück, Lotte und Westerkappeln im Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Das Stadtgebiet Osnabrücks ist in 23 Stadtteile eingeteilt.
Diese werden von 01 bis 23 fortlaufend nummeriert und haben Namen, die sich meist aus historisch überlieferten Bezeichnungen ergeben. Dabei wurden teilweise auch mehrere frühere Ortschaften zu einem Stadtteil vereinigt. Jeder Stadtteil gliedert sich weiter in "statistische Bezirke", von denen jeder mit einer dreistelligen Nummer bezeichnet wird.
Die 23 Stadtteile mit ihren amtlichen Nummern:
|
|
|
[Bearbeiten] Geschichte
Eine Fernhandelsstraße durchquerte die Hase an einer Furt, durch die auch die Ochsen der Bauern getrieben wurden. Später wurde an nahe gelegener Stelle eine Brücke gebaut. Der Name entstand dabei aus einer Verbindung der niederdeutschen Wörter „Ossen“ (Ochse) und „Brügge“ (Brücke) als "Ossenbrügge", das im hochdeutschen zu Osnabrück wurde. Nach einer anderen Deutung soll sich der Name vom germanischen Namen der Hase herleiten, germanisch "Osna" oder "Osen", mit Bezug zu den Asen – und damit vielleicht Brücke der Asen, Brücke zu den Asen oder einfach Brücke über die Hase (Osna).
Osnabrück entwickelte sich als Markt um den 780 von Karl dem Großen gegründeten Bischofssitz. Im Jahre 804 soll Karl der Große auch das Carolinum gegründet haben, was mit diesem Datum eines der ältesten Gymnasien wäre; die Urkunde, die dies belegen soll, ist aber möglicherweise eine frühmittelalterliche Fälschung. Im Alten Reich gehörte Osnabrück bis 1803 zum gleichnamigen Hochstift. Die älteste Stadtverfassung, die Sate, stammt von 1348. In ihrer Tradition wird noch heute der Handgiftentag gefeiert. Zur Zeit der ersten Stadtverfassung entstanden auch die Laischaften, von denen die Heger Laischaft und die Herrenteichslaischaft bis heute existieren.
Schwerpunkte der Hexenverfolgungen in Osnabrück lagen zwischen 1561 und 1639. 1582 in der Regierungszeit des Bürgermeisters Hammacher (1565–1588) wurden 163 Frauen als angebliche Hexen hingerichtet, die meisten verbrannt. Unter dem Bürgermeister Dr. Pelster fanden 1636–1639 mehr als 40 Frauen als Hexen den Tod. Insgesamt wurden 276 Frauen und zwei Männer in Hexenprozessen wegen Zauberei hingerichtet. Der Einsatz des evangelischen Pfarrers von St. Marien, Gerhard Grave, Stadtsuperintendent, gegen die vom evangelisch dominierten Stadtrat durchgeführten Hexenprozesse, hatte seine spätere Vertreibung aus der Stadt zur Folge.
Die 1632 gegründete und aus dem Gymnasium Carolinum hervorgegangene Jesuitenuniversität wurde 1633 von der schwedischen Regentschaft des Hochstifts Osnabrück aufgelöst; die Universitätsgründung von 1973 berief sich u.a. mit der Übernahme des Universitätswappens auf die Universität der Gegenreformation. 1643–1648 wurde hier und in Münster der Westfälische Friede ausgehandelt. In dieser Zeit bemühte sich die Stadt vergeblich mehrfach um den Status einer reichsfreien Stadt. Die Regelung „Cuius regio, eius religio“ wurde in Osnabrück als Sonderfall gehandhabt. Bis zur Säkularisierung wechselte jeweils nach dem Tode des Amtsinhabers die Konfessionszugehörigkeit des Fürstbischofs (geregelt in der so genannten „Capitulatio Perpetua“ von 1650). Somit lösten sich katholische und evangelische Fürstbischöfe (aus dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg) als Herrscher ab. Die Konfessionszugehörigkeit der Untertanen blieb davon unberührt. Das Hochstift Osnabrück wurde damit der erste konfessionell-paritätische Staat auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands.
Mit der Aufhebung der geistlichen Territorien durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 und dem Übergang des Hochstifts zum Fürstentum Osnabrück kam auch die Stadt an das Kurfürstentum Hannover, wurde jedoch noch im selben Jahr von französischen Truppen besetzt. 1806 gehörte Osnabrück für kurze Zeit zum Königreich Preußen. 1807 kam die Stadt an das neu gegründete Königreich Westphalen und am 10. Dezember 1810 zum Kaiserreich Frankreich. 1815 wurde es schließlich erneut Teil von Hannover. Am 18. Juni 1815 nahmen etwa 400 Osnabrücker Soldaten an der Schlacht bei Waterloo teil. Zu Ehren dieser Krieger stiftete Gerhard Friedrich von Gülich das Heger Tor mit der Inschrift: „Den Osnabrückischen Kriegern, die bei Waterloo den 18. Juni 1815 deutschen Muth bewiesen, widmet dieses Denkmal G. F. v. Gülich D.R.D.R.“.
Mit dem Königreich Hannover kam Osnabrück 1866 zum Königreich Preußen und wurde 1885 Sitz des Regierungsbezirks Osnabrück. Diesen Status verlor es erst 1977 bei der Gebietsreform, als der Regierungsbezirk Weser-Ems geschaffen wurde, für den Oldenburg als Sitz bestimmt wurde, wobei jedoch in Osnabrück eine Außenstelle der Bezirksregierung verblieb. 2004 wurde der Regierungsbezirk Weser-Ems aufgelöst. Ferner ist die Stadt Osnabrück der Sitz des Landkreises Osnabrück.
Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt Osnabrück insgesamt 79 Mal durch alliierte Luftstreitkräfte angegriffen. Der erste größere Angriff der britischen moral bombing Offensive erfolgte am 20. Juni 1942, hierbei wurden 9.000 Phosphor- und Elektron-Thermitstabbrandbomben über der Altstadt abgeworfen. Ein weiterer schwerer Luftangriff erfolgte am 6. Oktober 1942 durch die britische Royal Air Force. Hierbei wurden 11.000 Spreng- und Brandbomben über der südlichen Altstadt abgeworfen. Die meisten Todesopfer gab es während eines amerikanischen Tagesangriffs auf den Stadtteil Schinkel mit 241 Menschen. Ein weiterer schwerer Angriff erfolgte am 13. September 1944. Hierbei wurde durch 2171 Sprengbomben und 181.000 Brandbomben ein Feuersturm in der Altstadt entfacht, dem die meisten historischen Gebäude zum Opfer fielen. Einen Monat später, am 13. Oktober 1944, erfolgte ein weiterer Angriff mit 16.000 Brandbomben und 2.616 Sprengbomben über den bis dahin noch nicht zerstörten Stadtteilen Osnabrücks. Am 25. März 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, wurden die noch stehenden Gebäude in der Altstadt nochmals Ziel eines schweren Luftangriffes durch britische Bomber mit vielen Opfern. Der bislang unbeschädigte Teil der Altstadt wurde dabei nahezu vollständig zerstört. Insgesamt wurde das Stadtgebiet zu mehr als 65 Prozent zerstört; am stärksten betroffen war mit 94 Prozent die mittelalterliche Altstadt. Nach Kriegsende sah der Bakker-Schut-Plan eine Annexion der Stadt durch die Niederlande vor, die jedoch aufgrund des Widerstandes der USA und Großbritanniens nicht erfolgte.
Auch heute gibt es noch Spuren der Luftschutzbunker, die in jenen Tagen angelegt wurden[3].
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen der Stadt Osnabrück zeigt in Silber ein sechsspeichiges stehendes schwarzes Rad. Die Stadtflagge ist weiß mit schwarzen Randstreifen, belegt mit dem Rad. Das Rad als Münzzeichen des Hochstifts Osnabrück ist schon seit dem 13. Jahrhundert in den Siegeln nachzuweisen, allerdings wurde es im Laufe der Geschichte in unterschiedlichen Formen abgebildet. Anfangs hatte es acht Speichen. War es anfangs noch rot, so ist es seit 1496 in schwarzer Farbe überliefert. Später wird es aber erneut auch rot dargestellt. Das Rad des Bistums ist heute rot, das der Stadt schwarz, jeweils auf Silbergrund. Das Rad wird als Teil des „Wagens Gottes“ (currus Dei) gedeutet, ein Zeichen der Kirche und des Evangeliums im Laufe der Zeit. Im 13. Jahrhundert war neben dem Rad auch der Heilige Petrus als Patron des Domes im Wappen abgebildet. Später wurde jedoch nur noch das Rad gezeigt.
[Bearbeiten] Eingemeindungen
Folgende Gemeinden wurden nach Osnabrück eingemeindet:
- 1914: Schinkel
- 1940: Haste
- 1970: Sutthausen
- 1972: Atter, Pye, Lüstringen, Gretesch, Darum, Voxtrup, Nahne und Hellern
Durch seine Tallage und die geographische Nähe zu Nordrhein-Westfalen wurde in Osnabrück vergleichsweise wenig eingemeindet. So blieben beispielsweise die Gemeinden Belm (hinter dem Schinkelberg), Wallenhorst, Büren (inzwischen in die Gemeinde Lotte eingemeindet), Hasbergen und Georgsmarienhütte von einer Eingemeindung verschont. Das nördlich gelegene Hollage wurde (statt von Osnabrück) von Wallenhorst eingemeindet. Neben den geographischen spielten auch kommunalpolitische Erwägungen bei der zurückhaltenden Eingemeindungspolitik eine Rolle. Man befürchtete, dass sich die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat ändern könnten.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
Siehe auch Einwohnerentwicklung von Osnabrück
Im Jahr 1575 starben etwa 75 Prozent der Einwohner Osnabrücks an der Pest. Wegen der folgenden Epidemien, Feuersbrünste, Hungersnöte und Kriege dauerte es rund 200 Jahre, bis wieder die Bevölkerungszahl vor Ausbruch der Pest von 1575 erreicht wurde. Mit der Industrialisierung verfünffachte sich die Einwohnerzahl von über 10.000 im Jahre 1817 auf mehr als 50.000 im Jahre 1900. Großen Einfluss darauf hatte die Entwicklung des Eisenbahnknotens, der viele Arbeitskräfte erforderte. Bis 1939 verdoppelte sich die Bevölkerung der Stadt auf 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1995 erreichte die Einwohnerzahl mit 168.618 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2006 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Osnabrück nach Fortschreibung des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik 164.020 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).
[Bearbeiten] Religion
[Bearbeiten] Christentum
Die Stadt Osnabrück wurde bereits 804 Sitz eines Bistums, so dass die Stadt bis zur Reformation auch vollständig zu diesem Bistum gehörte. Das zuständige Archidiakonat war die Dompropstei. Seit 1521 wurden in Osnabrück lutherische Predigten gehalten und 1543 führte die Stadt die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein.
Der Dom St. Peter und die Kirche St. Johann blieben jedoch katholisch. Dies ist die Ursache dafür, dass die Stadt weder ganz protestantisch noch ganz katholisch wurde. Der Dom bildete das Herz des Hochstifts Osnabrück, das bis 1803 ein geistliches Territorium innerhalb des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation blieb. Die katholischen Bewohner unterstanden dem Hochstift, für die protestantischen Bewohner übte der Rat der Stadt die Kirchenverwaltung aus, indem er ein Konsistorium einrichtete. 1803 kam das Hochstift Osnabrück an Hannover, anschließend an Frankreich und 1813 zum Königreich Hannover. Dieses bildete 1815 für die protestantische Kirchenverwaltung insgesamt fünf Konsistorialbezirke, darunter ein lutherisches Konsistorium in Osnabrück und ein paritätisch (lutherisch und reformiert) besetztes Konsistorium in Aurich. Die Konsistorialbezirke wurden in Superintendenturen beziehungsweise Kirchenkreise eingeteilt. Osnabrück wurde Sitz eines Kirchenkreises. 1903 wurde der Konsistorialbezirk Osnabrück aufgelöst, als alle lutherischen Gemeinden der inzwischen zu Preußen gehörigen Provinz Hannover dem Landeskonsistorium in Hannover (Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers) unterstellt wurden. Osnabrück wurde später jedoch wieder Sitz eines Sprengels, der sich ebenfalls in Kirchenkreise gliedert. Heute gehören die ev.-lutherischen Gemeinden der Stadt, sofern es sich nicht um Freikirchen handelt, zu den Kirchenkreisen Osnabrück (betrifft die Innenstadt und die meisten Stadtteile) oder Georgsmarienhütte (betrifft die Stadtteile Osnabrück-Gretesch und Osnabrück-Sutthausen) innerhalb des Sprengels Osnabrück der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers.
Eine reformierte Bewegung ist in Osnabrück schon seit 1788 nachweisbar. Die Gläubigen waren seinerzeit jedoch der benachbarten Grafschaft Tecklenburg angeschlossen. Erst die vermehrte Zuwanderung reformierter Gemeindeglieder im 19. Jahrhundert führte 1889 zur Gründung einer eigenständigen reformierten Gemeinde in Osnabrück, die dem Konsistorium in Aurich unterstand. Aus dem Auricher Konsistorium war 1882 die heute als Evangelisch-reformierte Kirche – Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland bezeichnete Kirche entstanden, die seit den 1950er Jahren ihren Sitz in Leer hat. Die Osnabrücker reformierte Gemeinde konnte 1893 ihre eigene Kirche bauen, die Bergkirche. Sie war der erste Kirchenbau Osnabrücks nach der Reformation. 1926 entstand die Friedenskirche und in den 1960er Jahren wurden drei weitere reformierte Kirchen gebaut, die Gnadenkirche (1960), die Atterkirche (1962) und die Erlöserkirche (1966). Die reformierte Gemeinde Osnabrück gehört heute zum Synodalverband Emsland/Osnabrück, dem VII. Synodalverband innerhalb der Evangelisch-reformierten Kirche.
Nachdem der Dom und die ehemalige Stiftskirche St. Johann auch nach der Reformation katholisch blieben und Osnabrück bis 1803 Hauptstadt des Hochstifts Osnabrück war, lebten in der Stadt stets auch Katholiken. Das Verhältnis beider Konfessionen war in etwa ausgeglichen. Das um 780 errichtete Bistum Osnabrück war in den Wirren der Reformation stark verkleinert worden, doch bestand es stets fort. Nach Auflösung des Hochstifts Osnabrück wurde die Stadt 1824 Sitz des neu umschriebenen Bistums Osnabrück. Dieses umfasste danach den Westteil des damaligen Königreichs Hannover mit dem Emsland, der Grafschaft Bentheim und Ostfriesland. 1841 erhielt es die Jurisdiktion der Nordischen Mission Skandinaviens und 1868 der Norddeutschen Mission mit Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg. Formell wurden die deutschen Gebiete 1929 dem Bistum Osnabrück angegliedert. Es war damit das flächengrößte Bistum Deutschlands. Bis 1995 gehörte es zur Kirchenprovinz Köln, dann wurde es dem neuen Erzbistum Hamburg zugeordnet. Die Pfarreien und Gemeindeverbünde der Stadt Osnabrück gehören heute zum Dekanat Osnabrück-Stadt, das jedoch auch die Gemeinde (Hasbergen) umfasst, die nicht zur Stadt Osnabrück gehört.
Zum Brauchtum der Osnabrücker Katholiken gehört seit 1852 die Telgter Wallfahrt, die nach ihrer Teilnehmerzahl die zweitgrößte in Deutschland ist.
Am 16. November 1980 besuchte Papst Johannes Paul II. Osnabrück [4].
Vom 21. bis 25. Mai 2008 war Osnabrück Austragungsort des 97. Deutschen Katholikentages mit 60.000 Teilnehmern.
Neben den großen Konfessionen gibt es auch eine alt-katholische Gemeinde[5], orthodoxe Gemeinden und verschiedene Freikirchen in Osnabrück.
- Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) – Die Anfänge der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde gehen auf das Jahr 1928 zurück. Zur eigentlichen Gemeindegründung kam es allerdings erst 1948. Dabei spielte der Flüchtlingszustrom aus den ehemals deutschen Ostgebieten eine große Rolle. Heute hat die Gemeinde 280 getaufte Mitglieder (ohne Kinder und Freundeskreis) und besitzt eine Zweiggemeinde in Diepholz. Der Gemeindepastor Jürgen Saß ist zugleich Leiter des Nordwestdeutschen Landesverbandes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden.
- Andreas-Gemeinde Osnabrück (Mülheimer Verband) – Die Andreas-Gemeinde bestand vor 1997 unter dem Namen „Christliche Gemeinschaft Osnabrück“. Die ersten Anfänge reichen in die Zeit vor dem I. Weltkrieg zurück; die Gemeinde feierte ihre Gottesdienste zunächst einige Jahrzehnte als „Hausversammlung“, seit den 1950er Jahren in eigenen Gemeinderäumen. Die Gemeindearbeit intensivierte sich und wuchs seit der Einstellung eines hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiters im Jahr 1984. Zu ihrem Umzug in den Hauswörmannsweg 90 gab sich die Christliche Gemeinschaft Osnabrück den Namen „Andreas-Gemeinde“. 2006 gründete sie eine Tochtergemeinde in Ibbenbüren (Thomas-Gemeinde). Die Andreas-Gemeinde hat derzeit etwa 140 erwachsene Mitglieder.
- Christus-Centrum Osnabrück der Freien Christengemeinde
- Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK)
- Siebenten-Tags-Adventisten
- Evangelisch-methodistische Kirche (EmK)
- Freikirche FIT-Gemeinde fürs Leben
- Serbisch-orthodoxe Gemeinde des Heiligen Georgius
- Russisch-orthodoxe Gemeinde
- Alt-Katholische Kirche
Die meisten christlichen Kirchen arbeiten in der ACKOS (Arbeitsgemeinschaft der christl. Kirchen in Osnabrück) zusammen und gestalten Themengespräche zu Glaubensfragen und den alljährlichen großen ökumenischen Gottesdienst zum Osnabrücker Friedenstag am 25. Oktober. Zur 350-Jahr-Feier des Westfälischen Friedens veranstalteten die Kirchen einen Ökumenischen Kirchentag, der auch überregional Beachtung fand.
Außerdem sind in Osnabrück die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), die Neuapostolische Kirche, die Apostolische Gemeinschaft, die katholisch-apostolische Gemeinde und die Zeugen Jehovas vertreten.
[Bearbeiten] Buddhismus
Buddhisten haben im Buddhistischen Zentrum eine Anlaufstelle. Für Praktiker des Zen gibt es das Zen-Dôjô (Soto-Tradition) oder auch den Zen-Kreis Osnabrück (Rinzai-Tradition).
[Bearbeiten] Islam
Auch der Islam ist in Osnabrück vertreten. Die meisten Muslime sind türkischer Herkunft. Aber auch Araber und Pakistaner bilden einen beträchtlichen Teil. Seit 2001 gibt es mit der Bascharat-Moschee (Bascharat = Gutes Omen) der Ahmadiyya Muslim Dschamaat den ersten muslimischen Sakralbau in Osnabrück.
[Bearbeiten] Judentum
Die Alte Synagoge wurde 1906 fertig gestellt. Die Synagoge wurde in der so genannten Reichspogromnacht am 9. November 1938 in Brand gesteckt; ihren Abriss verfügte Oberbürgermeister Erich Gaertner am selben Tag.
Der im 19. Jahrhundert angelegte jüdische Friedhof wurde schon im Oktober 1927 von Schülern geschändet. Im November 1938 wurden mehrere jüdische Geschäfte geplündert, Wohnungen jüdischer Familien verwüstet und der jüdische Friedhof geschändet. Schon Anfang 1938 wurden so genannte Judenhäuser errichtet. Am 12. Dezember 1941 verließ der erste Deportationszug mit 190 noch verbliebenen Juden die Stadt. An die Alte Synagoge erinnern Gedenkplaketten, die am Anbau des 1893 bis 1896 errichteten Regierungssitzes der damaligen Königlich-Preußischen Regierung in der „Alte-Synagogen-Straße“ angebracht wurden. Zum damaligen Zeitpunkt vor der Plünderung, umfasste die jüdische Gemeinde Osnabrück etwa 500 Mitglieder, darunter die Familie von Felix Nussbaum.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten noch etwa fünf Juden in Osnabrück. 1967 wurde eine neue Synagoge gebaut. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands hatten etwa 90 Juden ihren Wohnsitz in Osnabrück. Nach dem Zuzug von Kontingentflüchtlingen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion umfasste die jüdische Gemeinde im Jahr 2005 etwa 1.544 Mitglieder. Am Gebäude der früheren Bezirksregierung Osnabrück befinden sich seit 1978 Gedenktafeln zur Erinnerung an die Alte Synagoge und deren Zerstörung. Hier wurden jedes Jahr am 9. November Kränze niedergelegt und das Kaddisch gebetet. 1986 wurde der jüdische Friedhof erneut geschändet. Im Jahr 2004 wurde neben dem früheren Standort der Alten Synagoge auf den Grundmauern der jüdischen Schule ein neues Mahnmal errichtet. Die Jüdische Gemeinde verfügt seit 1969 über ein Kulturzentrum mit Synagoge in der Straße „In der Barlage“.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Geschichte
An der Spitze der Stadt Osnabrück stand schon seit dem 14. Jahrhundert ein Rat, der sich aus einem „Alten Rat“ und einem „sitzenden Rat“ aufteilte. Dem Rat stand ein Bürgermeister vor. Gegenüber dem Bischof konnte sich die Stadt schon sehr früh verschiedene Freiheiten erwerben, doch reichte es nie zur vollständigen Reichsfreiheit. Nach vorübergehender Zugehörigkeit zu Frankreich, in der die Mairieverfassung galt, standen in hannoverischer Zeit ein Verwaltungs- und ein Justizbürgermeister an der Spitze der Stadt. 1851 wurde die hannoversche Städteordnung eingeführt. Danach gab es einen Bürgermeister, der meist den Titel Oberbürgermeister erhielt. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde dieser von der NSDAP eingesetzt.
Seit 1946 wird der Oberbürgermeister nach den jeweiligen Regeln des niedersächsischen Kommunalrechts gewählt – zunächst ehrenamtlich nach dem Modell der „zweigleisigen“ Norddeutschen Ratsverfassung, seit 1997 „eingleisig“ als hauptamtliche Verwaltungsspitze (vgl. dazu ausführlich: Eingleisigkeit, Gemeindeordnungen in Deutschland). Als erster hauptamtlicher Oberbürgermeister amtierte von 1997 bis 2006 der SPD-Politiker Hans-Jürgen Fip, der zuvor schon sechs Jahre als ehrenamtlicher Oberbürgermeister tätig gewesen war. Seit der Kommunalwahl 2006 ist Boris Pistorius, ebenfalls SPD, Oberbürgermeister.
[Bearbeiten] Rat
Seit 2001 besteht der Rat der Stadt Osnabrück aus 50 Mitgliedern. Stimmberechtigt ist außerdem der hauptamtliche Oberbürgermeister.
Sitzverteilung im Rat:
(Stand: Kommunalwahl vom 10. September 2006)
Nach der Kommunalwahl 2006 kam es nicht zur Bildung einer festen, mit einer eigenen Mehrheit ausgestatteten Regierungskoalition. Die Stadt wird daher bis auf weiteres mit wechselnden Mehrheiten regiert, wobei die Ratsfraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen eine weitreichende Zusammenarbeit ankündigten. Erste Abstimmungen im Rat und in den Fachausschüssen deuteten auf große inhaltliche Schnittmengen mit den beiden Ratsmitgliedern von Unabhängiger Wählergemeinschaft und Osnabrücker Linken an. Die frühere Ratsmehrheit aus CDU und FDP erlitt dadurch mehrere empfindliche Abstimmungsniederlagen in zentralen Themen. Beobachter gingen daher zunächst davon aus, dass sich im Osnabrücker Rat mittelfristig eine von UWG und Linkspartei tolerierte rot-grüne De-facto-Mehrheit herauskristallisieren würde. Bei den Haushaltsberatungen für den Etat 2007 überraschten CDU, FDP, SPD und Grüne die Öffentlichkeit mit einem umfangreichen Kompromisspaket, das ohne Einbeziehung der Vertreter von UWG und Linkspartei ausgehandelt worden war.
[Bearbeiten] Bürgermeister
- Justizbürgermeister von Osnabrück 1814–1852
- 1814–1833: August Eberhard Stüve
- 1833–1841: Kemper
- 1841–1852: Wilhelm Stüve
- Verwaltungsbürgermeister von Osnabrück 1814–1848
- 1814–1830: Thorbecke
- 1830–1832: Wiethoff
- 1833–1848: Johann Carl Bertram Stüve
- Bürgermeister beziehungsweise Oberbürgermeister von Osnabrück seit 1852
- 1852–1864: Johann Carl Bertram Stüve, Bürgermeister
- 1865–1869: Johannes von Miquel, Bürgermeister, ab 1869 Oberbürgermeister
- 1870–1876: Detering, Oberbürgermeister (vertretungsweise)
- 1876–1880: Johannes von Miquel, Oberbürgermeister
- 1880–1888: Heinrich Brüning, Oberbürgermeister
- 1888–1897: Bernhard Dietrich Friedrich Möllmann, Bürgermeister ab 1892 Oberbürgermeister
- 1898–1901: Karl Westerkamp, Bürgermeister, ab 1899 Oberbürgermeister
- 1901–1927: Julius Rißmüller, Bürgermeister, ab 1904 Oberbürgermeister
- 1927–1945: Erich Gaertner, Oberbürgermeister
- 1945: Johannes Petermann, amtierender Oberbürgermeister
- 1945: Wilhelm Rosenbrock, amtierender Oberbürgermeister
- 1945–1946: Willi Vollbrecht, amtierender Oberbürgermeister
- 1946 Adolf Kreft, Oberbürgermeister
- 1946–1948: Heinrich Herlitzius, Oberbürgermeister
- 1948–1949: Adolf Kreft, Oberbürgermeister
- 1949–1951: Heinrich Herlitzius, Oberbürgermeister
- 1951–1952: Friedrich Janssen, Oberbürgermeister
- 1952–1956: Heinrich Buddenberg, Oberbürgermeister
- 1956–1959: Hellmut Drescher, Oberbürgermeister
- 1959–1972: Willi Kelch (SPD), Oberbürgermeister
- 1972–1981: Ernst Weber (SPD), Oberbürgermeister
- 1981–1985: Carl Möller (CDU), Oberbürgermeister
- 1985–1991: Ursula Flick (CDU), Oberbürgermeisterin
- 1991–2006: Hans-Jürgen Fip (SPD), Oberbürgermeister
- seit 2006: Boris Pistorius (SPD), Oberbürgermeister
- Oberstadtdirektoren von Osnabrück 1945–1997 (zweigleisige Kommunalverfassung)
- 1946–1953: Willi Vollbrecht
- 1953–1960: Walter Wegener
- 1960–1972: Joachim Fischer
- 1972–1983: Raimund Wimmer
- 1983–1995: Dierk Meyer-Pries
- 1995–1997: Jörg Haverkämper (nach seinem Rücktritt führte bis zum Amtsantritt des ersten hauptamtlichen Oberbürgermeisters Fip vorübergehend Stadtdirektor Karl-Josef Leyendecker die Amtsgeschäfte)
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Osnabrück unterhält Städtepartnerschaften und Städtefreundschaften mit mehreren Städten. Als einmalig in Deutschland gilt der wechselseitige Austausch von offiziellen Städtebotschaftern mit den ausländischen Partnerstädten. Junge Frauen und Männer arbeiten für ein Jahr in der Stadtverwaltung der Partnerstadt. Dabei erledigen sie Aufgaben, die im Rahmen der jeweiligen Städtepartnerschaft anfallen.
- Städtepartnerschaften
- Bild:Flag of the Netherlands.svg Haarlem (Niederlande), seit 1961
Angers (Frankreich), seit 1964
Derby (Großbritannien), seit 1976
Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern), seit 1988
Twer (Russland), seit 1991
Çanakkale (Türkei), seit 2004
Vila Real (Portugal), seit 2005
- Städtefreundschaften
Gmünd in Kärnten (Österreich), seit 1971
Evansville (USA, Bundesstaat Indiana), seit 1991
Gwangmyeong (Korea), seit 1997
Hefei (Volksrepublik China), seit 2006
[Bearbeiten] Verkehr
Siehe auch Nahverkehr in Osnabrück
[Bearbeiten] Luftverkehr
Im Stadtgebiet befindet sich der Flugplatz Osnabrück-Atterheide und in etwa 35 Kilometer Entfernung vom Stadtzentrum der internationale Flughafen Münster-Osnabrück (FMO) in Greven. Es gibt eine Expressbusverbindung aus der Osnabrücker Innenstadt zum Flughafen Münster-Osnabrück mit der Express-Buslinie X150.
[Bearbeiten] Straße
Durch Osnabrück führen mehrere Bundesautobahnen: Im Nordwesten die A 1 Puttgarden–Saarbrücken, im Süden die A 30 Bad Oeynhausen–Amsterdam und im Osten die A 33 Osnabrück–Paderborn. Ferner führt die B 68 durch die Stadt. Die B 51 und die B 65 verlaufen am östlichen Stadtrand. Innerhalb des Stadtringes („Wall“, siehe oben) sind einige Durchfahrtsstraßen nur für Anwohner freigegeben oder komplett gesperrt.
Der Neumarkt ist ein zentraler Verkehrsknotenpunkt, da hier die Fußgängerzone den Neuen Graben beziehungsweise die Wittekindstraße kreuzt und der Neumarkt tagsüber der ZOB Osnabrücks ist. 1965 wurde eine Fußgängerunterführung mit Einkaufspassage unter dem Neumarkt gebaut. 40 Jahre später wurde die Unterführung teilweise zurückgebaut. Einige Eingänge wurden geschlossen, die Hälfte des Tunnels abgetrennt, der Rest umgebaut und wieder ein Fußgängerüberweg mit Ampelanlage eingerichtet.
[Bearbeiten] Wasserstraßen und Häfen
Über einen Stichkanal ist der Osnabrücker Binnenhafen an den Mittellandkanal angebunden.
[Bearbeiten] Bahnverkehr
Osnabrück ist Eisenbahnknotenpunkt mit einem Personenbahnhof in der seltenen Bauform eines Turmbahnhofes und einem Rangierbahnhof. Im Hauptbahnhof kreuzen sich die Bahnstrecken Hamburg – Bremen – Ruhrgebiet und Amsterdam – Hannover – Berlin. Außerdem zweigen hier zwei Strecken ab. Die eine in Richtung Südosten nach Bielefeld (Haller Willem), die andere in Richtung Norden. Diese gabelt sich in Hesepe in zwei Strecken: einerseits die Strecke nach Wilhelmshaven über Cloppenburg – Oldenburg (Oldb), andererseits die Strecke nach Delmenhorst über Vechta.
Für die Zugverbindungen im Fern- und Nahverkehr siehe Hauptartikel Osnabrück Hauptbahnhof
Der Osnabrücker Hauptbahnhof ist seit 2000 Heimatbahnhof der NordWestBahn. Weitere Personenbahnhöfe im Stadtgebiet sind Osnabrück Hasetor (Richtungen Bramsche, Oldenburg, Wilhelmshaven, Vechta, Bremen, Rheine, Bad Bentheim, Bünde, Bielefeld, Hannover und Braunschweig) sowie Osnabrück-Sutthausen (Richtung Halle (Westf) – Bielefeld). Die Bahnhöfe Osnabrück-Eversburg, Osnabrück-Lüstringen und Osnabrück-West (Hann. Bf.) werden nicht mehr bedient.
[Bearbeiten] Busverkehr
Den Straßenpersonennahverkehr im Stadtbereich bedienen neun Stadtbus-Grundlinien der Stadtwerke Osnabrück AG und (eng damit verknüpft) Regionalbusse der Weser-Ems Bus GmbH und von weiteren Unternehmen. ZOB ist der Neumarkt.
Es gibt bisher keinen Verkehrsverbund; mit Busfahrscheinen der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) können daher keine Züge benutzt werden. Ausnahme ist die Bahnstrecke Osnabrück–Bielefeld, hier gilt ein besonderer VOS-Plus-Tarif. In Richtung Münsterland wird der Münsterland-Tarif angewendet – diese Bahnfahrkarten sind auch im Stadtbusnetz Osnabrück gültig.
Siehe auch Nahverkehr in Osnabrück.
[Bearbeiten] Verkehrsgeschichte
Von 1906 bis 1960 verkehrten in Osnabrück Straßenbahnen. 1949 wurde die erste Obuslinie in Betrieb genommen. Bis 1968 ersetzte ein Obusnetz die stillgelegte Straßenbahn. Anschließend wurden die Obuslinien auf Dieselbetrieb umgestellt.
- Siehe Hauptartikel: Nahverkehr in Osnabrück
[Bearbeiten] Museumseisenbahn
Von den Dampflokfreunden gibt es Museumsbahnfahrten auf der Strecke Osnabrück-Hauptbahnhof–Osnabrück-Hasetor–Osnabrück-Piesberg. Des weiteren besteht noch die Strecke der Tecklenburger Nordbahn von Osnabrück über Westerkappeln, Mettingen nach Recke, welche zur Zeit aber nur für Museumsfahrten und für den Güterverkehr genutzt wird.
[Bearbeiten] Infrastruktur und Wirtschaft
Bereits seit Mitte des 15. Jahrhunderts wurde am Piesberg Steinkohle abgebaut. Die Zeche wurde 1898 stillgelegt und nur Restpfeiler nach Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1951 abgebaut.
Osnabrück ist Oberzentrum für das südwestliche Niedersachsen und Teile des angrenzenden Westfalen. Viele Menschen aus den Umlandgemeinden arbeiten in der Stadt und nutzen sie als Einkaufs- und Erlebniszentrum. Osnabrück mit seiner industriellen Prägung ist ein wichtiger Standort für die Metall- und Logistikbranche. Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt ist durch den Abzug der britischen Truppen im Jahr 2009 gefährdet, da diese einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor darstellen. Gleichzeitig werden diverse Kasernenflächen frei, welche lukrative Entwicklungsmöglichkeiten versprechen. Zum Beispiel sollen die meist sehr zentral gelegenen Flächen als stadtnahe Wohn- oder Gewerbegebiete und vor allem als Wissenschaftsparks genutzt werden.
Der Osnabrücker Arbeitsmarkt entwickelt sich im Jahr 2007 mit dem Bundestrend positiv (im Dezember 2007 Arbeitslosenquote von 7,1 % im Stadtgebiet). Damit sind Stadt und Kreis Osnabrück der Motor im westlichen Niedersachsen.
[Bearbeiten] Unternehmen
Zu den bedeutendsten Unternehmen mit ihren Hauptsitzen in Osnabrück zählen:
- Conditorei Coppenrath & Wiese GmbH & Co. KG, etwa 1.400 Beschäftigte
- Felix Schoeller Gruppe GmbH & Co KG, weltweit etwa 2.400 Beschäftigte
- Hellmann Worldwide Logistics GmbH & Co. KG, etwa 8.500 Beschäftigte
- HR Group Hamm-Reno-Group GmbH & Co. KG, Schuhhandelsunternehmen, europaweit etwa 6.000 Beschäftigte
- Ihr Platz GmbH & Co. KG, bundesweit mehr als 8.000 Beschäftigte
- Wilhelm Karmann GmbH, etwa 7.000 Beschäftigte (2006)
- Kinderhospital Osnabrück, Kinderklinik mit den Abteilungen Kinderheilkunde und Kinder- und Jugendpsychiatrie
- Klinikum Osnabrück GmbH
- KM Europa Metal, etwa 2.700 Beschäftigte
- Koch International, Internationale Spedition GmbH & Co. KG
- Köster AG, etwa 1.000 Beschäftigte
- Lengermann und Trieschmann, Modehaus
- Marienhospital Osnabrück GmbH, etwa 1.500 Beschäftigte
- Meyer & Meyer Internationale Spediteure GmbH & Co. KG, etwa 2.200 (2008) Beschäftigte in Europa und Nordafrika
- NordWestBahn GmbH, etwa 300 Beschäftigte
- Paracelsus-Kliniken Deutschland GmbH, etwa 5.200 Beschäftigte
- Piepenbrock Service GmbH & Co. KG, bundesweit etwa 23.000 Beschäftigte (2005)
- Q1 Tankstellenvertrieb GmbH & Co. KG, bundesweit etwa 117 Tankstellen, Mineralölhandel
- R&R Ice Cream Deutschland GmbH, etwa 1.400 Beschäftigte in Europa, mit Werken in Frankreich und Polen
- Spedition Sostmeier Internationale Spedition GmbH & Co. KG, etwa 1000 (2008) Beschäftigte in Europa
- Titgemeyer (GTO) Produktion, Großhandel für den gesamten Bereich der Nutzfahrzeuge, etwa 500 Beschäftigte.
- WESSELS + MÜLLER AG Fahrzeugteile
[Bearbeiten] Medien
- Tageszeitungen
In Osnabrück erscheint die Neue Osnabrücker Zeitung.
- Wochen- und Monatspresse
Wöchentlich erscheinen die Anzeigenblätter Osnabrücker Sonntagszeitung und Osnabrücker Nachrichten. Monatlich erscheinen der INSIDER Osnabrück sowie der Eulenspiegel, die Straßenzeitung Abseits!? sowie die Stadtillustrierte Stadtblatt.
- Rundfunk
Die Stadt ist Sitz eines Regionalstudios des NDR, das Beiträge für die Hörfunkwellen und das Fernsehprogramm produziert. Ausgestraht werden diese Sendungen vom Rundfunksender Schleptruper Egge in Bramsche. Darüber hinaus gibt es regionale Studios der Radiosender ffn und Hitradio Antenne.
Der Sender os-radio 104,8 [6] ist ein Bürgerhörfunk, in dem jeder Sendungen veröffentlichen kann.
- Anderes
Das European Media Art Festival findet jährlich in Osnabrück statt.
[Bearbeiten] Telekommunikation
Der einzige Fernmeldeturm in Osnabrück ist der Schinkelturm, ein 1977 fertiggestellter Fernmeldeturm der DFMG, auf dem sich diverse Sender befinden. Etwa 5 Kilometer nördlich von Osnabrück befindet sich der Rundfunksender Schleptruper Egge des Norddeutschen Rundfunks auf dem Gebiet der Stadt Bramsche.
[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen
In Osnabrück haben folgende Einrichtungen und Institutionen beziehungsweise Körperschaften des öffentlichen Rechts ihren Sitz:
- Deutsche Bundesstiftung Umwelt
- Deutsche Stiftung Friedensforschung
- terre des hommes Deutschland
- Bundesverband der Dienstleistungsunternehmen[7]
- Bundesverband WindEnergie e.V.[8]
- Handwerkskammer Osnabrück-Emsland – Kammerbezirk: Kreisfreie Stadt Osnabrück sowie Landkreise Emsland, Grafschaft Bentheim und Osnabrück
- Hauptzollamt Osnabrück
- Industrie- und Handelskammer (IHK) Osnabrück-Emsland – Kammerbezirk: Kreisfreie Stadt Osnabrück sowie Landkreise Osnabrück, Grafschaft Bentheim und Emsland mit Ausnahme der Stadt Papenburg
- Landgericht Osnabrück
[Bearbeiten] Bildungswesen
Die Universität Osnabrück mit Sitz im Osnabrücker Schloss wurde 1974 gegründet. Sie ging aus einer seit 1953 in Osnabrück bestehenden Pädagogischen Hochschule hervor.
Die Fachhochschule Osnabrück, gegründet 1971, entstand durch die Zusammenlegung mehrerer Einrichtungen. Zu ihnen gehörten die Höhere Landbauschule, die Höhere Gartenbauschule und die Staatliche Ingenieurschule. 2005 ging die ebenfalls 1971 aus einer Höheren Fachschule für Sozialpädagogik gegründete Katholische Fachhochschule Norddeutschland Osnabrück und Vechta in der Fachhochschule Osnabrück auf, als sich Bistümer aus der Trägerstiftung zurückgezogen haben.
In Osnabrück gibt es das vollständige Angebot allgemeinbildender und beruflicher Schulen. Das Gymnasium Carolinum wurde angeblich im Jahre 804 von Karl dem Großen gegründet. Es ist eine der am längsten bestehenden Schulen Deutschlands. In direkter Nachbarschaft befindet sich die Ursulaschule, die wie die Angelaschule früher ein von Ursulinen geleitetes Mädchengymnasium war. Heute sind beide Schulen vom Bistum geführte staatlich anerkannte koedukative Gymnasien. Das 1595 eingeweihte staatliche Ratsgymnasium Osnabrück ist die älteste nicht geistliche Schule der Stadt. Das Gymnasium „In der Wüste“ war im Jahr 2000 Expo-Schule. Das 1965 zunächst als 4. Jungengymnasium gegründete Graf-Stauffenberg-Gymnasium liegt am Kalkhügel. Es bietet bilingualen Unterricht. Die