Mannheim – Wikipedia

Mannheim

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Mannheim (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Mannheim
Markierung
Deutschlandkarte, Position von Mannheim hervorgehoben
49.4836111111118.463055555555697Koordinaten: 49° 29′ N, 8° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Stadtkreis
Höhe: 97 m ü. NN
Fläche: 144,96 km²
Einwohner: 309.795 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 2137 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 68159–68309 (alt: 6800)
Vorwahl: 0621
Kfz-Kennzeichen: MA
Gemeindeschlüssel: 08 2 22 000
Stadtgliederung: 17 Stadtbezirke
Adresse der Stadtverwaltung: E 5
68159 Mannheim
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Peter Kurz (SPD)
Logo der Stadt Mannheim mit angedeutetem Wappen
Mannheimer Wasserturm in der Abenddämmerung
Mannheimer Schloss, Kupferstich von J.A. Baertels 1785
Luftbild der Innenstadt, die zwischen Rhein und Neckar liegt und so den Mittelpunkt des Rhein-Neckar-Dreiecks bildet

Die Universitätsstadt Mannheim (Mannemerisch: Mannem) ist mit etwa 310.000 Einwohnern nach Stuttgart die zweitgrößte Stadt Baden-Württembergs. Die ehemalige Residenzstadt (1720–1778) der historischen Kurpfalz bildet das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar-Dreieck. Von seiner rheinland-pfälzischen Nachbarstadt Ludwigshafen (160.000 Einwohner) ist Mannheim nur durch den Rhein getrennt.

Erstmals urkundlich erwähnt im Lorscher Codex 766, erhielt Mannheim am 24. Januar 1607 die Stadtprivilegien, nachdem Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz den Grundstein zum Bau der Festung Friedrichsburg gelegt hatte. Die damalige Planung eines gitterförmigen Straßennetzes für die mit der Festung verbundene Bürgerstadt Mannheim ist bis heute erhalten geblieben, auf sie ist die Bezeichnung Quadratestadt zurückzuführen.

Seit 1896 Großstadt, ist Mannheim heute bedeutende Handelsstadt und wichtiger Verkehrsknotenpunkt zwischen Frankfurt am Main und Stuttgart, unter anderem mit dem zweitgrößten Rangierbahnhof Deutschlands, dem City-Airport und einem der bedeutendsten Binnenhäfen Europas.

Einige wichtige Erfindungen stammen aus Mannheim: Hier baute Karl Drais 1817 das erste Zweirad, 1886 rollte das erste Automobil von Carl Benz über die Straßen, und 1921 folgte der legendäre Lanz Bulldog. Der Mannheimer Julius Hatry konstruierte 1929 das erste Raketenflugzeug der Welt.

Eine thematische Sammlung der Artikel rund um die Stadt findet sich im Portal Mannheim.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Stadtbezirke

Mannheim liegt im nördlichen Oberrheingebiet am Mündungsdreieck von Rhein und Neckar. Die Stadtteile verteilen sich auf der rechten Rheinseite zu beiden Seiten des Neckars.

Die Stadt liegt in der Europäischen Metropolregion Rhein-Neckar-Dreieck, einem 2,35 Millionen Einwohner zählenden Verdichtungsgebiet, der neben Teilen Südhessens und der rheinland-pfälzischen Vorderpfalz in Baden-Württemberg die beiden Stadtkreise Mannheim und Heidelberg sowie die westlichen und südlichen Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises umfasst.

Innerhalb der Region Rhein-Neckar bildet Mannheim neben Heidelberg ein Oberzentrum, von denen für ganz Baden-Württemberg nach dem Landesentwicklungsplan 2002 insgesamt 14 ausgewiesen sind. Das Oberzentrum Mannheim übernimmt für die Gemeinden Edingen-Neckarhausen, Heddesheim, Ilvesheim und Ladenburg die Funktion eines Mittelbereichs. Ferner gibt es Verflechtungen mit Gemeinden in Hessen und Rheinland-Pfalz und den dortigen Mittelbereichen.

Nächstgrößere Städte sind Frankfurt am Main, etwa 70 km nördlich, und Stuttgart, etwa 95 km südöstlich.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Das Stadtgebiet von Mannheim ist in sechs innere und elf äußere Stadtbezirke gegliedert:

Innenstadt/Jungbusch, Lindenhof, Neckarstadt-Ost/Wohlgelegen, Neckarstadt-West, Neuostheim/Neuhermsheim, Schwetzingerstadt/Oststadt sowie Feudenheim, Friedrichsfeld, Käfertal, Neckarau, Rheinau, Sandhofen, Seckenheim, Schönau, Vogelstang, Waldhof und Wallstadt

In jedem der 17 Stadtbezirke gibt es einen Bezirksbeirat, der aus 12 im Stadtbezirk wohnenden Bürgern besteht. Die Bezirksbeiräte sind zu wichtigen, den Stadtbezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören. Die endgültige Entscheidung über eine Maßnahme trifft dann jedoch der Rat der Stadt Mannheim.

Die 17 Stadtbezirke sind in Stadtteile beziehungsweise statistische Bezirke untergliedert. Siehe hierzu Liste der Stadtbezirke und Stadtteile von Mannheim.

Innenstadtschema
Straßenschild in den Mannheimer Quadraten

[Bearbeiten] Innenstadt: Die „Quadrate“

Siehe auch den separaten Artikel: Mannheimer Quadrate

Grundrissplan von 1799, obere Hälfte

Die hufeisenförmige Innenstadt Mannheims zwischen Rhein und Neckar ist gitterförmig in rechtwinkligen Häuserblöcken angelegt, man nennt dies die „Mannheimer Quadrate“. Die Bismarckstraße verläuft vor der Front des Schlosses und verbindet die Enden der Ringstraßenabschnitte miteinander. Dazwischen liegen rechtwinklig angelegte Straßenzüge. Die Planung dieses Netzes geht auf Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz um 1600 zurück, sie ist bis heute erhalten geblieben.

Die Innenstadt wird von zwei Hauptachsen durchzogen. Die auch als „Breite Straße“ bekannte Kurpfalzstraße verläuft vom Schloss bis zum Neckartor. Sie trifft am Paradeplatz auf die Haupteinkaufsstraße, die „Planken“. Die Parallelstraßen der beiden Hauptachsen tragen in aller Regel keinen Namen, statt dessen werden die dazwischenliegenden Quadrate aus einer Kombination von Buchstabe und Zahl benannt. Diese erhalten gebliebene „künstlich“ wirkende und in der Umgangssprache auch genutzte Benennung ist einzigartig.

Architekturhistorisch wird die mittels der Straßenanordnung erzeugte städtebauliche Dominanz der Residenz als Abbild der absolutistischen Regierungsform interpretiert. Die Mannheimer Quadrate und besonders die sogenannte Breite Straße betonen das „neue“ Schloss.

Die Prinzipien einer Idealstadt wurden in verschiedenen Residenzstädten des absolutistischen Barock wie Erlangen, Glückstadt oder Karlsruhe umgesetzt. Aber auch neuere Zeiten versuchen Ideale und Architektur in Verbindung zu setzen (Planstadt, Planhauptstadt).

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Mannheim. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:

Lampertheim und Viernheim (beide Kreis Bergstraße in Hessen), Heddesheim, Ilvesheim, Edingen-Neckarhausen, Heidelberg, Plankstadt, Schwetzingen, Brühl (Baden) (alle mit Ausnahme der kreisfreien Stadt Heidelberg im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg) sowie Altrip, Ludwigshafen, Frankenthal (Pfalz) und Bobenheim-Roxheim (alle mit Ausnahme der kreisfreien Städte Ludwigshafen und Frankenthal im Rhein-Pfalz-Kreis in Rheinland-Pfalz).

[Bearbeiten] Klima

Klimadiagramm Mannheim

Aufgrund der durch Pfälzerwald und Odenwald geschützten Lage im Oberrheingraben herrscht in Mannheim ein sehr mildes Klima vor. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 19,9 °C, der kälteste der Januar mit 1,8 °C. Temperaturen über 30 °C sind im Hochsommer keine Seltenheit. Der Spitzenwert wurde am 8. August 2003 mit 39,0 °C gemessen (DWD, eine private Wetterstation in Mannheim-Seckenheim kam am gleichen Tag auf 40,1 °C[2]). Auffällig ist die geringe Niederschlagsmenge in Mannheim. Im Laufe eines Jahres fallen durchschnittlich nur 668 mm Niederschlag. Der Spitzenmonat ist wiederum der Juli. Begünstigt von Rhein und Neckar kann es insbesondere im Herbst zu Nebelbänken kommen. Die beiden Flüsse sorgen auch für eine überdurchschnittliche Luftfeuchtigkeit, die besonders im Hochsommer zu drückender Schwüle führen kann. Mannheim ist mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 10,2 °C eine der wärmsten Städte Deutschlands.

[Bearbeiten] Geschichte

Eine ausführlichere Darstellung findet sich unter Geschichte Mannheims.

[Bearbeiten] Die Anfänge

Rheinschanze und Zitadelle Mannheim im Jahr 1620

Das Dorf Mannenheim (= Heim des Manno) wurde im Jahre 766 erstmals im Lorscher Codex urkundlich erwähnt. Lange Jahre ein kleines, unbedeutendes Fischerdorf, fiel Mannheim 1284 an den Pfalzgrafen bei Rhein aus dem Hause Wittelsbach. Regionale Bedeutung erlangte die 1349 auf dem heutigen Lindenhof errichtete Zollburg Eichelsheim, die den Rheinschiffern einen Obolus abverlangte. 1415 wurde in ihr der abgesetzte Papst Johannes XXIII. im Auftrag des Kaisers Sigismund gefangengehalten. Durch den Sieg in der Schlacht bei Seckenheim 1462 über das Heer seiner verbündeten Gegner, des Grafen von Württemberg, des Markgrafen von Baden und des Bischofs von Metz, begründete Kurfürst Friedrich von der Pfalz „der Siegreiche“ die pfälzische Vormachtstellung am mittleren Oberrhein. 1566 zählte Mannheim mit etwa 700 Einwohnern zu den größten Dörfern des Oberamts Heidelberg.

[Bearbeiten] Entstehung einer Stadt

Am 24. Januar 1607 erhielt Mannheim die Stadtprivilegien, nachdem Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz am 17. März 1606 den Grundstein zum Bau der Festung Friedrichsburg gelegt hatte. Die damalige Planung eines gitterförmigen Straßennetzes für die mit der Festung verbundene Bürgerstadt Mannheim ist bis heute erhalten geblieben. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648), in dem Mannheim auf Seiten der Protestantischen Union kämpfte, wurde es erstmals 1622 durch Truppen zerstört. Infolge von Krieg und Seuchen kam es in Mannheim, das 1618 etwa 1200 Einwohner zählte, zu gravierenden Bevölkerungsverlusten. Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz fand 1649 bei seiner Rückkehr in die Kurpfalz ein durch die Kriegszerstörungen weitgehend entvölkertes und wirtschaftlich ruiniertes Land vor. Der neue Regent setzte sich entschieden für den Wiederaufbau Mannheims ein, das wegen seiner günstigen Lage an der Mündung des Neckars in den Rhein als Mittelpunkt der Gewerbetätigkeit und des Handels in der Kurpfalz ausersehen war. Im Pfälzisch-Orleanschen Erbfolgekrieg erlitt Mannheim 1689 durch starken französischen Artilleriebeschuss und die nachfolgende Besetzung enorme Schäden. Nach der Zerstörung der Stadt war Kurfürst Johann Wilhelm (Pfalz) maßgeblich für den erneuten Wiederaufbau verantwortlich. Noch vor Abschluss des Friedensvertrages verfasste der Kurfürst 1697 eine Proklamation, in welcher er die Flüchtlinge und Auswanderer zur Rückkehr aufforderte. Nach dem Beginn der Wiederaufbauarbeiten stieg die Bevölkerungszahl recht schnell wieder an.

[Bearbeiten] Kultureller und politischer Aufstieg der Stadt

Historische Karte von Mannheim (1888)
Rathaus Stadt Mannheim

1720 verlegte Kurfürst Karl Philipp seinen Hof von Heidelberg nach Mannheim und begann den Bau des Mannheimer Schlosses (1760 gemeinsam mit der Jesuitenkirche vollendet). Mannheim wurde Residenzstadt der Kurpfalz, und es begann eine kurze, aber glanzvolle Prachtzeit der mittlerweile 25.000 Einwohner zählenden Stadt. Der kurpfälzische Hof förderte Kunst und Musik, Wissenschaft und Handel. Goethe, Schiller und Lessing weilten in Mannheim ebenso wie Mozart.

In diese Zeit fällt auch die erste freimaurerische Tätigkeit in Mannheim. Wurzeln lassen sich bis 1727 zurückverfolgen. Die Freimaurerloge Carl zur Eintracht, welche 1756 gegründet wurde, geht auf diese Zeit zurück und existiert bis heute fort.

Um seine bayerische Erbschaft antreten zu können, musste Karl Theodor 1778 die Residenz nach München verlegen. Damit setzte ein wirtschaftlicher und kultureller Aderlass ein. 1795 erneut von den Franzosen besetzt und daraufhin von österreichischen Truppen zurückerobert, verlor Mannheim 1803 endgültig seine politische Stellung: Die Kurpfalz wurde im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses aufgelöst, und Mannheim fiel an Baden, in dem es – geografisch an den nordwestlichen Rand gedrängt – den Status einer Grenzstadt einnahm.

[Bearbeiten] Der erneute wirtschaftliche Aufschwung

Geprägt vom wirtschaftlichen Aufstieg des Bürgertums, begann eine weitere Blütezeit Mannheims. In der Klimakatastrophe 1816/17 mit Hungersnot und Pferdesterben erfand Karl Drais das Zweirad und damit den mechanisierten und 70 Jahre später motorisierten Individualverkehr. 1828 wurde der Rheinhafen, 1840 die erste badische Eisenbahnlinie von Mannheim nach Heidelberg eröffnet. Mannheim war ein Mittelpunkt der politischen und revolutionären Bewegung in der Märzrevolution von 1848. 1865 gründete Friedrich Engelhorn die Badische Anilin- und Soda-Fabrik (BASF), die dann allerdings später nach Ludwigshafen verlegt wurde. Aus der Farbenfabrik wurde das bis heute größte Chemieunternehmen der Welt. 1886 ließ Carl Benz sein „Veloziped mit Gasmotorenbetrieb“ patentieren. 1909 gründeten Karl Lanz und Johann Schütte die Firma Schütte-Lanz, die insgesamt 22 Luftschiffe baute. Die Firma war Hauptkonkurrent der Zeppelin Werke. Nach dem Ersten Weltkrieg stellte die Heinrich Lanz AG mit dem „Bulldog“ den erfolgreichsten Schweröl-Traktor vor. Der von Prosper L'Orange bei den Motorenwerken Mannheim erfundene Vorkammer-Dieselmotor wurde bei Benz & Cie zum 1923 weltersten kompakten Fahrzeug-Dieselmotor weiterentwickelt. 1922 wurde das Großkraftwerk Mannheim in Betrieb genommen. Die Stadt zählte um 1930 gemeinsam mit der Schwesterstadt Ludwigshafen, die sich aus der alten Mannheimer Rheinschanze entwickelte, 385.000 Einwohner.

[Bearbeiten] Vom Dritten Reich bis heute

Während des Dritten Reichs wurden fast 2.000 Mannheimer jüdischen Glaubens deportiert, die Stadt im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe fast völlig zerstört und 1945 von US-Truppen besetzt. Nur mühsam setzte der Wiederaufbau der Stadt ein. Schloss und Wasserturm wurden wiederaufgebaut, das Nationaltheater an neuer Stelle errichtet. An alter Stelle steht ein Schiller-Denkmal und das Lokal „Zum Zwischen-Akt“. Die Wohnungsnot führte zur Erschließung zahlreicher neuer Wohngebiete.

1964 wurde das „Städtische Krankenhaus“ am Neckar Fakultät der Universität Heidelberg für Klinische Medizin Mannheim. 1967 wurde Mannheim Universitätsstadt.

1975 bildete die Bundesgartenschau einen Glanzpunkt in Luisen- und Herzogenriedpark. Eine Reihe baulicher Maßnahmen wurde umgesetzt: der Fernmeldeturm und eine zweite Rheinbrücke wurden gebaut, die Planken wurden zur Fußgängerzone, der neue Rosengarten wurde eingeweiht und der Aerobus schwebte durch Mannheim. Auch in den 1980er und 1990er Jahren wurden eine Reihe von Großprojekten verwirklicht: Planetarium, Kunsthallenerweiterung, neues Reiß-Museum, Stadthaus, neues Maimarktgelände, Synagoge, Moschee, Landesmuseum für Technik und Arbeit, Carl-Benz-Stadion und Fahrlachtunnel wurden eröffnet.

Wirtschaftlich prägten in der jüngeren Vergangenheit die Abnahme der industriellen Arbeitsplätze Mannheim. Die Stadt versuchte mit der Ausweisung von Gewerbegebieten und der Ansiedlung von Dienstleistungsunternehmen entgegenzuwirken. Paradebeispiel ist der Bau des Victoria-Hochhauses 2001, eines der höchsten Gebäude der Stadt, am Bahngelände.

Logo anlässlich des 400. Stadtgeburtstages 2007

Im Hinblick auf das 400. Stadtjubiläum 2007 wurden seit 2000 einige städtebauliche Aktivitäten umgesetzt: SAP-Arena mit Anschluss an den neuen Stadtbahnring Ost, Sanierung der Fußgängerzone Breite Straße, komplette Umgestaltung des Alten Messplatzes und die Stadtbahnneubaustrecke Schafweide.

Blick über den Neckar, links: Collini-Center, rechts: Stadtteil Neckarstadt-Ost

[Bearbeiten] Eingemeindungen

Zwischen 1895 und 1944 wurden mehrere umliegende Ortschaften zu Mannheim eingemeindet, darunter mit Neckarau das damals größte badische Dorf. Bei der großen Gemeindereform in den 1970ern gab es Pläne Brühl, Ilvesheim, Edingen-Neckarhausen und Ladenburg einzugemeinden. Wegen der großen Proteste nahm man aber davon Abstand und Mannheim war eine der wenigen Städte Baden-Württembergs, die keinen Flächenzuwachs erhielten. Vor der ersten Eingemeindung umfasste das Stadtgebiet 2.384 Hektar:

Jahr Orte Zuwachs in ha
1895 Friesenheimer Insel 717
1897 Käfertal 1.776
1899 Neckarau 1.575
1910 Feudenheim 781
1913 Sandhofen 2.437
1913 Rheinau 959
1929 Wallstadt 674
1930 Seckenheim 1.687
1930 Friedrichsfeld 225
1930 Kirschgartshausen 483
1930 Sandtorf 264
1930 Straßenheim 406
1944 Gemarkung Rohrhof (zum Teil) 233

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Siehe auch: Einwohnerentwicklung von Mannheim

Mannheimer Innenstadt: "Breite Strasse"
Mannheimer Innenstadt: "die Planken"

Die Einwohnerzahl der Stadt Mannheim überschritt 1896 die Grenze von 100.000 und machte sie damit zur Großstadt. 1905 hatte die Stadt über 160.000 Einwohner, bis 1961 verdoppelte sich diese Zahl. 1970 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 333.000 ihren historischen Höchststand. Am 31. Dezember 2005 betrug die amtliche Einwohnerzahl für Mannheim nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg 307.900 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Der Anteil von Einwohnern anderer Nationalitäten lag bei 22,5 Prozent. Die größten Gruppen waren nach Angaben der Stadtverwaltung am 31. Dezember 2005: Türken (19.831), Italiener (8.324), Serben (3.550), Polen (3.389), Kroaten (2.780) und Griechen (2.777).

Aus einer im Mai 2007 vorgelegten Auswertung des Mannheimer Ausländerbeauftragten (Stand 31. Dezember 2006) ergibt sich ein Ausländeranteil von 19,3 Prozent (ohne deutschen Pass), insgesamt 62.727 Menschen aus 161 Nationen, davon 21.171 aus EU-Ländern. Unter Berücksichtigung eingebürgerter Personen und Spätaussiedlern muss von rund 96.000 Einwohnern mit Migrationshintergrund ausgegangen werden. Im Einzelnen sind dies größtenteils Türken (19.609), Italiener (8.205), Polen (3.906), Serben (3.279), Griechen (2.751), Kroaten (2.724), Spanier (1.331) und Bosnier (1.326).

Dabei wurde die besondere Verteilung der Stadtbezirke und Stadtteile herausgearbeitet: Innenstadt/Jungbusch 37,7 Prozent (davon 50,7 % im Jungbusch), Neckarstadt-West 42,0 Prozent, Neckarstadt-Ost/Wohlgelegen 24,4 Prozent (hier mit 34.777 Einzelpersonen die höchste Anzahl aller Bezirke), Schwetzingerstadt/Oststadt 18,0 Prozent, Lindenhof 11,8 Prozent, Neuostheim/Neuhermsheim 10,7 Prozent, Sandhofen 13,0 Prozent (davon 20,8 % im Ostteil), Schönau 21,4 Prozent (davon 26,6 % im Nordteil), Waldhof 15,1 Prozent (davon 40,2 % in Luzenberg), Käfertal 13,5 Prozent, Vogelstang 9,7 Prozent, Wallstadt 5,5 Prozent, Feudenheim 6,5 Prozent, Seckenheim 14,8 Prozent, Friedrichsfeld 13,1 Prozent, Neckarau 15,5 Prozent und Rheinau 17,4 Prozent.

[Bearbeiten] Religionen

Die ersten Kirchen lassen sich im 8. Jahrhundert in den Vororten Scharhof, Wallstadt und Feudenheim nachweisen. Eine Pfarrei in Mannheim selbst wird erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt. Sie gehörte zur Diözese Worms und war dem hl. Sebastian geweiht.

[Bearbeiten] Protestanten

Kurfürst Ottheinrich führte mit Mandat vom 4. April 1556 die Reformation lutherischen Bekenntnisses in der Kurpfalz ein, nachdem bereits sein Vorgänger Friedrich II. zehn Jahre zuvor ernsthafte Anstrengungen in dieser Richtung unternommen hatte (erste lutherische Abendmahlsfeier in der Heidelberger Heiliggeistkirche am 18. April 1546). Unter Ottheinrichs Nachfolger Friedrich III. wechselte die Kurpfalz ab 1561 zum reformierten Bekenntnis calvinistischer Prägung (Heidelberger Katechismus 1563). Die Zeit der Mannheimer Stadtgründung fiel somit in die Phase des kurpfälzischen Reformiertentums, welches der Stadt für lange Zeit eine reformiert-protestantische Prägung verlieh.

1821 wurde im Großherzogtum Baden die Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden durchgeführt. Mit der Eingliederung der zuvor eigenständigen Evangelischen Kirchengemeinde Mannheim-Friedrichsfeld zum 1. Januar 2008 gehören alle protestantischen Gemeinden, sofern sie nicht zu einer Freikirche gehören, zum Kirchenbezirk Mannheim innerhalb des Kirchenkreises Nordbaden der Evangelischen Landeskirche in Baden. Der Kirchenkreis Nordbaden hat seinen Sitz in Mannheim. 2005 wurde im Stadtteil Waldhof die erste Jugendkirche der evangelischen Landeskirche Baden eröffnet.

[Bearbeiten] Katholiken

Nach Gründung der Stadt Mannheim zogen auch katholische Gemeindemitglieder zu. Die älteste katholische Kirche ist die Pfarrkirche St. Sebastian am Marktplatz, die 1723 fertiggestellt wurde. 1729 stiftete Kurfürst Karl Philipp 100.000 Gulden für den Bau der Jesuitenkirche, die als Hofkirche dienen sollte. Zusammen mit der Liebfrauenkirche gehören sie seit 2005 zu einer gemeinsamen Pfarrgemeinde St. Sebastian. Die übrigen 28 römisch-katholischen Gemeinden sind zu 10 Seelsorgeeinheiten zusammengefasst und gehören zum Stadtdekanat Mannheim der Erzdiözese Freiburg.

[Bearbeiten] Sonstige Kirchen

Daneben gibt es heute in Mannheim weitere christliche Glaubensgemeinschaften, u. a. die Neuapostolische Kirche und eine Freireligiöse Gemeinde, die während der badischen Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts entstand. Die Gemeinde der Alt-Katholischen Kirche ist in der Schlosskirche zu Hause. Außerdem gibt es mehrere orthodoxe Kirchengemeinden, unter anderen die russisch-orthodoxe Kirche St. Alexander Nevskij und die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde „Kreuzerhöhung“.

[Bearbeiten] Juden

Die erste Synagoge gab es in Mannheim 1660. Die Kurfürsten förderten insbesondere nach den Stadtzerstörungen im 17. Jahrhundert gezielt die Ansiedlung von Juden mit Steuererleichterungen und dem Privileg der Gewerbefreiheit, um Handel und Handwerk zum Aufschwung zu verhelfen. 1719 waren 10,6 % der Bevölkerung jüdisch. Bis 1895 vergrößerte sich die jüdische Gemeinde auf 4.768 Mitglieder. Der übrige Bevölkerungszuwachs war allerdings noch rasanter, so dass nach 1900 der jüdische Anteil nur noch um 3 % lag. 1933 lebten in Mannheim 6.402 Juden, die die größte Gemeinde in Baden bildeten.

Durch die Repressalien nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten gerieten viele Juden bereits früh in Not. Schon 1933 verbot der damalige Oberbürgermeister Carl Renninger der NSDAP die Auftragsvergabe an jüdische Firmen; jüdische Dozenten der ansässigen Handelshochschule wurden beurlaubt; das Mannheimer Nationaltheater entließ jüdische Schauspieler; und jüdischen Ärzten wurde die Kassenzulassung entzogen. Viele Familien emigrierten ins Ausland, insbesondere in die USA. Nach der Verwüstung der drei Mannheimer Synagogen 1939 wurden 1940 fast 2.000 und damit fast alle verbliebenen Juden nach Gurs deportiert. Die meisten wurden von dort in die deutschen Konzentrationslager im besetzten Polen verschleppt und ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten nur wenige Emigranten nach Mannheim zurück. Die Wiedergründung der jüdischen Gemeinde nach der nationalsozialistischen Verfolgung erfolgte mit nur 120 Mitgliedern. Die neue Synagoge der jüdischen Gemeinde wurde erst 1987 eröffnet. 2005 leben etwa 600 Juden in Mannheim.

(Zur Geschichte siehe auch: Jüdisches Leben in Mannheim)

[Bearbeiten] Muslime

Yavuz-Sultan-Selim-Moschee im Stadtteil Jungbusch
Innenraum der Yavus-Sultan-Selim-Moschee

Mit der zweiten Gastarbeiter-Welle Mitte der 1960er kamen viele Türken und damit erstmals eine nennenswerte Anzahl von Muslimen nach Mannheim. Ihre Zahl stieg bis 2004 auf 20.827 und damit 7 Prozent der Mannheimer Bevölkerung. 1995 wurde daher die Yavuz-Sultan-Selim-Moschee, die bis dahin größte Moschee Deutschlands, gebaut, die 2.500 Gebetsplätze bietet. 2005 wurde das bereits baufällig gewordene Minarett schlanker und höher neu errichtet.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Gemeinderat 2004

Der Gemeinderat hat 48 Sitze und wird in direkter Wahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Nach dem baden-württembergischen Kommunalwahlrecht hat der Wähler die Möglichkeit des Kumulierens und Panaschierens. Nachdem seit dem Zweiten Weltkrieg die SPD immer die meisten Stimmen erhielt, stellt die CDU seit 1999 die stärkste Fraktion. Die nächste Gemeinderatswahl findet turnusgemäß 2009 statt.

Bei der letzten Kommunalwahl am 13. Juni 2004 ergaben sich folgende Verhältnisse:

Gemeinderat 2004
CDU
37,4 %
–7,4
19 Sitze
–4
SPD
32,1 %
–1,8
16 Sitze
–1
Bündnis 90/Die Grünen
11,7 %
+4,2
5 Sitze
+2
Mannheimer Liste
9,1 %
+3,4
4 Sitze
+1
FDP
4,2 %
+1,7
2 Sitze
+1
Bunte Liste Mannheim
2,3 %
+2,3
1 Sitz
+1
Linke Liste Mannheim
2,3 %
+2,3
1 Sitz
+1
Sonstige
1,0 %
–4,6
0 Sitze
–1
Wahlbeteiligung 41,4 %

[Bearbeiten] Bürgermeister

Spitze der Stadtverwaltung und gleichzeitig Vorsitzender des Gemeinderats ist der Oberbürgermeister. Er wird in direkter Wahl für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. Amtierender Oberbürgermeister ist Dr. Peter Kurz (SPD), der bei der Oberbürgermeisterwahl am 17. Juni 2007 mit 50,53 Prozent gewählt wurde. Die Wahlbeteiligung war niedriger als sonst und lag bei nur 36,64 Prozent. Dr. Peter Kurz trat sein Amt am 4. August 2007 an.

Ihm zur Seite gestellt sind ein Erster Bürgermeister (zugleich stellvertretender Oberbürgermeister) und vier weitere Bürgermeister. Sie werden vom Gemeinderat für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt und spiegeln daher parteipolitisch die jeweiligen Mehrheitsverhältnisse zum Zeitpunkt der Wahl wieder. Jeder Bürgermeister führt in der Stadtverwaltung ein Dezernat (zum Beispiel Finanzen, Soziales, Kultur).

2008 kam es zu einer Reduzierung auf vier Bürgermeisterposten neben bzw. unter dem Oberbürgermeister. Damit soll unter anderem die Verwaltung gestrafft und effektiver gestaltet werden. Die Mitarbeiterzahl der Stadtverwaltung beträgt insgesamt ca. 6.000 Personen.

Michael Grötsch leitet ein sehr großes Dezernat aus Wirtschaft, Arbeit, Sozialem und Kultur. Dazu gehören auch die Wirtschaftsförderung und Senioren. Lothar Quast ist Umwelt- und Baubürgermeister mit den Bereichen Stadtentwicklung und Verkehr. Christian Specht ist als Erster Bürgermeister Stellvertreter des Oberbürgermeisters und für Sicherheit, Ordnung und Finanzen der Kommune zuständig. Er hat die Kontrolle über die städtischen Beteiligungsgesellschaften wie MVV Energie AG und Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft. Bürgermeisterin Gabriele Warminski-Leitheußer verantwortet die Verwaltungsbereiche Bildung, Familie, Gesundheitsförderung.

Die Stadtoberhäupter seit 1810:

  • 1810–1820: Johann Wilhelm Reinhardt
  • 1820–1832: Valentin Möhl
  • 1833–1835: Heinrich Andriano
  • 1836–1849: Ludwig Jolly
  • 1849–1852: Friedrich Reiss
  • 1852–1861: Hans Christian Diffené
  • 1861–1870: Ludwig Achenbach

[Bearbeiten] Wappen

Wappen der Stadt Mannheim

Die Blasonierung des Wappens lautet: In gespaltenem Schild vorn in Gold ein aufrechter roter Doppelhaken (Wolfsangel), hinten in Schwarz der rot bewehrte, rot bezungte und rot gekrönte doppelschwänzige goldene kurpfälzische Löwe.

Das Wappen wurde 1896 vom Stadtrat festgelegt und vom badischen Großherzog bestätigt. Die Wolfsangel ist seit dem 17. Jahrhundert auf einem Gemarkungsgrenzstein nachweisbar. Es handelt sich wohl um ein Fleckenzeichen. Der Löwe ist das Wappentier der Kurfürsten von der Pfalz, deren Residenzstadt Mannheim ab 1720 war. Beide Wappenbilder tauchen seit dem 18. Jahrhundert in den Siegeln der Stadt auf. Die Stadt führt häufig ein stilisiertes, modernes Wappen, welches jedoch nicht genehmigt ist.

Die Stadtfarben Blau-Weiß-Rot sind erst seit dem 19. Jahrhundert gebräuchlich und deuten auf eine Siegelschnur aus dem Jahr 1613 hin. Die Stadtfarben sind nicht von den Wappenfarben abgeleitet, was völlig unüblich ist.

Anfang 2003 hat sich die Stadtverwaltung zur Außenwerbung ein neues Logo zugelegt: Mannheim im Quadrat. Es zeigt ein rotes Quadrat mit innenliegender Ziffer Zwei in weiß in einer serifenlosen halbfetten Schrift und soll die Quadratur der Straßen der Innenstadt symbolisieren. Dies hatte das Ziel, Mannheim als Markenzeichen zu etablieren.

Das alte Logo entsprach nicht mehr der neu ausgerichteten Marketingstrategie. Der Entwurf eines geeigneten Markenzeichens wurde öffentlich ausgeschrieben, unter der Bedingung, es sollte einfach zu lernen sein und sich problemlos mit der neuen Vision identifizieren. Entworfen wurde das derzeitige Logo von der Agentur ECC Klothes. Mannheim sieht sich als Stadt, die sich ihrer Herkunft und sich seiner Bekanntheit als Quadratestadt bewusst ist. Dies war ein maßgeblicher Faktor bei der Erstellung des neuen Logos.

„Mannheim hoch 2“ soll Leben im Quadrat darstellen. Aber ebenso soll die hochgestellte 2 auch für das Potenzial der Stadt stehen, „Kultur hoch zwei“, „Wissenschaft hoch zwei“ und „Mannheim ist Leben hoch zwei“.

Die gesamte Erscheinung sollte eine Einheit bilden, um der Stadt Mannheim einen geschlossen Auftritt und zu einem klaren sowie wiedererkennbaren Erscheinungsbild zu verhelfen. „Mannheim hoch 2“ soll eine Dachmarke sein, unter der sich die verschiedenen Einrichtungen der Stadt gegenüber den unterschiedlichen Zielgruppen präsentieren.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Mannheim unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:[3]

  • Kischinau (mold. Chişinău), Moldawien (seit 1989)
  • Bydgoszcz (dt. Bromberg), hist. Provinz Posen, Polen (seit 1991)
  • Klaipėda (bis 1923: dt. Memel), Litauen (seit 2002, Patenschaft mit Memel bestand seit 1915)
  • Zhenjiang, Volksrepublik China (seit 2004)

Mit Haifa (Israel) wurde 2005 ein Freundschaftsvertrag geschlossen.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Theater

Nationaltheater Mannheim

Das Nationaltheater Mannheim besteht seit 1779 und ist damit die älteste kommunale Bühne in Deutschland. 1782 wurden hier Friedrich Schillers Die Räuber uraufgeführt. Heute hat das Vierspartentheater eigene Ensembles für Musiktheater (Oper, Operette, Musical), Schauspiel, Ballett und das Kinder- und Jugendtheater Schnawwl.

Hinzu kommen mehrere kleinere Bühnen, darunter das Oststadt-Theater, das TIG7 (Theater im Quadrat G7), das Theater Oliv, die Freilichtbühne, das Theater31, das Theater ImPuls, die Mannheimer Puppenspiele, die Kleinkunstbühne Klapsmühl' und ZeitraumExit Performance, Theater, Kunst in der Hafenstraße.

[Bearbeiten] Museen

Kunsthalle

Die Kunsthalle Mannheim wurde zum 300. Mannheimer Stadtjubiläum 1907 begründet. Ein traditioneller Schwerpunkt der Sammlung ist die deutsche und französische Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts sowie die internationalen Skulpturen des 20. Jahrhunderts. Hinzu kommt ein umfangreiches Kupferstichkabinett, eine graphische Sammlung, Plakate, Werkkunst und aus der neueren Zeit Fotografien und Videoinstallationen.

Das Landesmuseum für Technik und Arbeit Baden-Württemberg – 1990 eröffnet – bietet Anschauungsmaterial zur Industrialisierung des deutschen Südwestens. Dazu kommen wechselnde Ausstellungen, so waren die Körperwelten von Gunther von Hagens 1997 erstmals in Europa in Mannheim zu sehen.

Reiss- Engelhorn- Museum D5

Die Reiss-Engelhorn-Museen gehen zurück auf die 1763 gegründete Kurfürstliche Akademie der Wissenschaften. Heute sind unter einem Dach mehrere Museen und Institutionen vereinigt:

  • Museum D5 für Archäologie und Kulturen der Welt
  • Museum Zeughaus für Kunst-, Stadt- und Theatergeschichte
  • Museum Schillerhaus
  • Institut für internationale Kunst- und Kulturgeschichte
  • Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie (An-Institut der Universität Tübingen)
  • Zephyr (im Quadrat C4), ein Ausstellungsraum für zeitgenössische Fotografie

Des Weiteren finden im Museum D5 wechselnde Sonderausstellungen statt. Themen vergangener Ausstellungen waren beispielsweise die Maya, Pompeji, Frühgeschichte Japans und die Germanen.

Museum Zeughaus in C5
Landesmuseum für Technik und Arbeit am Europaplatz

Der Mannheimer Kunstverein, der aktuelle und neue Kunst zeigt, besteht seit 1833 und ist einer der ältesten und größten Kunstvereine.

Die alljährliche Lange Nacht der Museen (gemeinsam mit Heidelberg und Ludwigshafen) gilt nach Berlin als zweitgrößte Veranstaltung dieser Art in Deutschland.

Im Stadtteil Mannheim-Sandhofen gibt es eine Dokumentationsstätte zur Außenstelle des KZ Natzweiler-Struthof.[4]

[Bearbeiten] Musik

Die Mannheimer Schule war – um 1750 von Johann Stamitz begründet – zunächst ein Musikerkreis am kurpfälzischen Hof. Später verstand man darunter eine ganze Kompositionsschule, die sich vom bis dahin die europäische Tradition prägenden generalbass-dominierten Orchestersatz und dem spätbarocken Pathos abwandte und einen neuen, anmutigeren Stil entwickelte, dessen Harmonik dem Melodieverlauf folgte. Sie leistete damit wesentliche Vorarbeiten zur Entwicklung der Wiener Klassik.

Popakademie Baden-Württemberg im Stadtteil Jungbusch
Musikpark Mannheim im Stadtteil Jungbusch
Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in N7,18

Das Kurpfälzische Kammerorchester wurde 1952 gegründet. Es pflegt die Tradition der Mannheimer Schule, aber auch die Musik der Wiener Schule und der Wiener Klassik.

Aus Mannheim kommt auch die Opernsängerin Anneliese Rothenberger. Sie hatte eine der glanzvollsten internationalen Karrieren einer deutschen Sängerin der Nachkriegszeit.

Die Mannheimer Bläserphilharmonie geht zurück auf das 1987 von Stefan Fritzen gegründete Sinfonische Jugendblasorchester Mannheim.

Die ehemals zahlreich vertretenen Gesangsvereine leiden in jüngster Vergangenheit sehr unter Nachwuchsproblemen. Dafür haben sich viele Gospel-Chöre entwickelt, wie der Celebration Gospel Choir, die Preacherman's Friends, die Rainbow-Gospel-&-Soul-Connection und die Joyful Voices.

In den letzten Jahren hat sich Mannheim aber auch in der Populärmusik einen Namen gemacht. Die Popakademie Baden-Württemberg ist die erste derartige Einrichtung in Deutschland. Erfolgreiche Mannheimer Musiker sind unter anderen Joy Fleming, die Ludwigshafenerin Julia Neigel, Xavier Naidoo und die Söhne Mannheims, Laith Al-Deen, Wallis Bird, die Band Blaues Wunder, die Krautrock Band King Ping Meh, Johanna Zeul, Danny Fresh, Johnny D und Get Well Soon.

Mannheim gilt auch als die Wiege des Musikstils Drum ’n’ Bass in Deutschland: Der Mannheimer Milk!-Club war der erste Club in Deutschland, der nur dieser Musik gewidmet war. Größen der britischen Szene kamen zuerst hier her. Bassface Sascha, neben „Groover Klein“ einer der dort residierenden DJs, gründete später die ersten größeren deutschen Drum-’n’-Bass-Labels und stellte auch die ersten weit verbreiteten Sampler, wie etwa Jungle Fever und Hardstep Upfront, zusammen. Das Milk! wurde 1992 vom Groove-Magazine zum Club des Jahres gewählt, als Love-Pirates präsentierte sich das Milk! und die Milk!-Posse auch auf der Loveparade in Berlin und steckte somit auch Berlin mit dem Jungle-Fieber an.

Außerdem hat Mannheim eine lebendige Kabarettszene mit den Kabarett und Kleinkunstbühnen Klapsmühl am Rathaus und dem