Liste der christlichen Konfessionen – Wikipedia

Liste der christlichen Konfessionen

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Im Verlauf der Entwicklung des Christentums haben sich verschiedene christliche Glaubenstraditionen entwickelt. Die dadurch entstandenen unterschiedlichen Konfessionen werden den folgenden großen Traditionen zugeordnet:

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ostkirchen

Diese Kirchen werden ausführlicher und vollständiger im Artikel Vorreformatorische Kirchen dargestellt.

[Bearbeiten] Orthodoxe Kirchen

Die orthodoxen Kirchen werden auch als Kirche der sieben Konzilien bezeichnet. Es handelt sich um rechtlich selbstständige, aber in voller Kirchengemeinschaft stehende Kirchen mit gemeinsamer, an den sieben ökumenischen Konzilien zwischen dem erstem und dem zweitem Konzil von Nicäa definierter Theologie und im Wesentlichen gemeinsamer Liturgie, aber unterschiedlichen Sprachen:

Durch Abspaltungen haben sich noch weitere orthodoxen Kirchen gebildet, deren Selbständigkeit und Kanonizität aber von den anderen östlich-orthodoxen Kirchen bisher nicht anerkannt wird. Zu diesen Kirchen gehören:

[Bearbeiten] Orientalisch-orthodox

Die Miaphysiten werden auch als Kirchen der drei Konzilien oder als vor- bzw. nicht-chalzedonische Kirchen bezeichnet (da sie das Konzil von Ephesos als letztes Konzil anerkennen, jedoch nicht mehr das Konzil von Chalzedon). Zu ihnen zählen die

[Bearbeiten] Assyrisch

Die Assyrische Kirche des Ostens erkennt nur die beiden ersten Konzilien des Christentums, nämlich das Erste Konzil von Nicäa und das Erste Konzil von Konstantinopel, an und wird deswegen auch Kirche der zwei Konzilien genannt. Sie wird oft auch als Nestorianische Kirche bezeichnet, lehnt jedoch diesen Namen als Selbstbezeichnung heute ab.

[Bearbeiten] Katholische Kirchen

[Bearbeiten] Römisch-Katholische Kirche

Als Gesamtkirche bezeichnet sie sich selbst als „Katholische Kirche“ und besteht aus einer Reihe von Teilkirchen mit jeweils eigenen Traditionen in Gottesdienst, Kirchenordnung, Theologie und Frömmigkeit. Gemeinsames Kennzeichen ist die Anerkennung des Bischofs von Rom, des Papstes, als mit besonderem Vorrang ausgestatteter Vicarius Christi (Jurisdiktionsprimat). Die größte und bedeutendste Teilkirche ist die Lateinische Kirche, also die römisch-katholische Kirche im engeren Sinn, welcher der Papst als Metropolit von Rom auch unmittelbar vorsteht. Für dieser Teilkirche prägend ist der Römische Ritus, der die liturgischen Vollzüge bestimmt. Daneben gibt es die so genannten katholischen Ostkirchen, das sind mit Rom unierte Kirchen, die unter Anerkennung des päpstlichen Primats eine eigene Kirchenordnung und in der Regel eigene Riten besitzen (s. u.). Aber auch innerhalb der Lateinischen Kirche sind verschiedene Regionaltraditionen anzutreffen. Außer dem Römischen Ritus gibt es eine Reihe von historischen Riten, die heute nur noch in sehr begrenztem Rahmen gepflegt werden:

Neueren Datums sind einige regionale Sonderentwicklungen, die ebenfalls einen eigenständigen, innerhalb der Lateinischen Kirche gepflegten liturgischen Ritus umfassen:

[Bearbeiten] Katholische Ostkirchen

Ein Teil der ostkirchlichen Gläubigen erkennt den Jurisdiktionsprimat des Papstes an. Diese bilden die Katholischen Ostkirchen. Sofern sie früher von Rom getrennt waren und erst durch eine Union zur römisch-katholischen Kirche kamen, bezeichnet man sie als Unierte Kirchen. Die katholischen Ostkirchen gehören ihrerseits verschiedenen ostkirchlichen Riten an und haben ein eigenes Kirchenrecht, teils allgemein für alle mit Rom vereinten Ostkirchen (den Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium, Abk. CCEO), teils partikular für einzelne Ostkirchen.

[Bearbeiten] Unabhängige katholische Kirchen

Die Gruppe der unabhängigen katholischen Kirchen bilden die Anglikanischen Kirchen und die Altkatholischen Kirchen, die seit 1931 in der voller Kirchengemeinschaft miteinander stehen.

[Bearbeiten] Anglikanische Kirchen

Zu den anglikanischen Kirchen gehören die Mitglieder der anglikanischen Kirchengemeinschaft. Diese sind unter anderem:

Darüber hinaus gibt es weitere Kirchen anglikanischen Ursprungs, die nicht in Kirchengemeinschaft mit Canterbury stehen, wie z.B. die Anglican Church in America, die Reformierte Episkopalkirche in Deutschland, die Reformed Episcopal Church etc. Anders als Methodisten, die sich nicht länger als Anglikaner bezeichnen, sehen sich die Mitglieder dieser Kirchen weiterhin als Anglikaner.

[Bearbeiten] Altkatholische Kirchen

Die Altkatholischen Kirchen haben sich 1889 in der Utrechter Union zusammengeschlossen:

Ehemalige Mitglieder der Utrechter Union:

  • Polish National Catholic Church (PNCC) in den USA, bis 2003 zur Utrechter Union gehörig
  • Altkatholische Kirche der Slowakei, bis 2001 zur Utrechter Union gehörig
  • Altkatholische Kirche der Mariaviten, bis 1924 zur Utrechter Union gehörig
  • Amerikanisch-Katholische Kirche in den USA, bis 1890 zur Utrechter Union gehörig. Nach dem Abbruch der Beziehungen verlief die weitere Entwicklung der Amerikanisch-Katholischen Kirche unabhängig von der Utrechter Union und führte zu einer starken Zersplitterung der altkatholischen Kirche in Nordamerika.

Heute bestehen freundschaftliche Kontakte zwischen der Utrechter Union und der „Conference of North American Old Catholic Bishops (CNOB)“, der die folgenden Kirchen angehören:

  • American Apostolic Catholic Church in Michigan (Bischof Vince Lavieri)
  • American Old Catholic Church in Colorado (Bischof Dan Gincig)
  • Apostolic Catholic Church in Florida (Bischof Chuck Leigh)
  • Ecumenical Catholic Church in Kalifornien (Bischof Peter Hickman)
  • Ecumenical Catholic Church in New York (Bischof Peter Brennan)
  • Old Catholic Church in Kalifornien (Bischof Robert Fuentes)
  • Old Catholic Church in Louisiana (Bischof Allen Jimenez)

Weitere freie Altkatholische Kirchen, die über den „International Council of Community Churches (ICCC)“ dem Ökumenischen Rat der Kirchen angehören:

  • American Catholic Church in Kalifornien, USA (Bischof Lou Bordisso)
  • Apostolic Catholic Church in Washington, USA (Bischof David Strong)
  • Ecumenical Catholic Church in Connecticut, USA (Bischof Lorraine Bouffard)
  • Emergent Catholic Church in Arizona, USA (Bischof Ken Young)
  • Orthodox Catholic Church in Kalifornien, USA (Bischof Donald Jolly-Gabriel)
  • Orthodox Catholic Church in Massachusetts, USA (Bischof Timothy Baymon)
  • Christ Catholic Church in Quebec, Kanada (Bischof Serge Theriault)
  • Eglise Catholique Gallicane in Frankreich (Bischof Dominique Philippe)
  • Église Sainte Marie in Frankreich (Bischof Maurice Cantor)
  • Old Catholic Church in Großbritannien (Bischof Robert McBride)
  • Open Episcopal Church in Großbritannien (Bischof Jonathan Blake)
  • Biserica Catolica Independenta in Rumänien (Pfarrer Don Demidoff)

Weiterhin existiert auch die Altkatholische Kirchengemeinschaft der Niederlande unter Leitung von Bischof Carolus van Osch sowie die ihm unterstehende orthodoxe katholische Gemeinde Lauterbach/Deutschland und Bregana/Kroatien.

[Bearbeiten] Weitere Gruppen in Katholischer Tradition

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. und andere traditionalistische bzw. sedisvakantistische Gruppen erklärten nach dem 2. Vatikanischen Konzil, dass sich durch dessen Neuerungen alle, die diese unterstützten, in Wahrheit von der katholischen Kirche getrennt hätten (weshalb die päpstliche Kurie und die jeweiligen Ortskirchen polemisch oft auch als „Konzilskirche“ bezeichnet werden), wogegen die authentische Tradition der Römisch-Katholischen Kirche jeweils nur die betreffende Gruppierung weiterführe.

Im Gegensatz zu anderen Gruppierungen, welche auf ihre Konstituierung als selbständige Kirche verzichteten, sondern eher Rechtsformen in der Art von Ordensgemeinschaften wählten, sind Bewegungen wie

bemüht, sich eine vollständige hierarchische Struktur (mit päpstlicher Kurie und örtlichen Diözesen etc.) zu geben, was allerdings nur der Palmarianisch-Katholischen Kirche (und auch nur ansatzweise) gelungen ist.

Zu den Kirchen, die sich in den letzten Jahren von den Anglikanischen Kirchen trennten, gehören:

Unabhängige katholische Kirchen, die weder mit der römisch-katholischen Kirche noch mit den alt-katholischen Kirchen der Utrechter Union in Gemeinschaft stehen:

Armenische Evangelische Kirche (Deutschland)


[Bearbeiten] Evangelische Kirchen

[Bearbeiten] Waldenser

Die älteste evangelische Kirche, gegründet 1176 von Petrus Valdes als eine katholische Laiengemeinschaft. Die Waldenser wurden 1184 auf dem Konzil von Verona aus der katholischen Kirche ausgeschlossen.

[Bearbeiten] Hussiten

[Bearbeiten] Lutheraner

Eine große Zahl lutherischer Kirchen bzw. Kirchen Augsburgischen Bekenntnisses (A.B.) ist organisiert im Lutherischen Weltbund, dem Internationalen Lutherischen Rat oder der Konfessionellen Evangelisch Lutherischen Konferenz. Einige Beispiele sind:

[Bearbeiten] Reformierte

[Bearbeiten] Mennoniten

[Bearbeiten] Baptisten

[Bearbeiten] Quäker

  • Friends General Conference
  • Friends United Meeting
  • Evangelical Friends International

[Bearbeiten] Pietisten

[Bearbeiten] Methodisten

[Bearbeiten] Evangelisch-Unierte

Durch den Zusammenschluss vorwiegend von lutherischen und reformierten Kirchen sind seit Beginn des 18. Jahrhunderts die Evangelisch-Unierten Kirchen entstanden:

[Bearbeiten] Restoration Movement

[Bearbeiten] Adventisten

[Bearbeiten] Brüderbewegung

[Bearbeiten] Pfingstbewegung

siehe auch: Charismatische Bewegung, Neocharismatische Bewegung

[Bearbeiten] Weitere evangelische Konfessionen

[Bearbeiten] Apostolische Kirchen und Religionsgemeinschaften

[Bearbeiten] Neuapostolische Kirche

[Bearbeiten] Vereinigung Apostolischer Gemeinden

[Bearbeiten] katholisch-apostolische Gemeinden

[Bearbeiten] Old Apostolic Church

[Bearbeiten] Hersteld Apostolische Zendingkerk

[Bearbeiten] andere Apostolische Gemeinschaften

[Bearbeiten] Russische einheimische nicht-orthodoxe Gruppen („Ostprotestanten“)

[Bearbeiten] Nichttrinitarier

[Bearbeiten] Liberalprotestanten

Die liberalprotestantischen Kirchen sind im „Internationalen Bund für Freies Christentum“ zusammengeschlossen, der heute dem Internationalen Bund für Religiöse Freiheit (IARF) angehört:

[Bearbeiten] Bibelforscherbewegung

[Bearbeiten] Gemeinden mit Bezug auf das Buch Mormon

[Bearbeiten] Neuoffenbarer

[Bearbeiten] Historische Gruppen

[Bearbeiten] Literatur

  • Hempelmann, Reinhard; Dehn, Ulrich; Fincke, Andreas: Panorama der neuen Religiosität: Sinnsuche und Heilsversprechen zu Beginn des 21. Jahrhunderts, Gütersloh 2005 (Neuauflage), ISBN 3-579-02320-9.
  • Klöckner, Michael und Tworuschka, Udo: Handbuch der Religionen, Olzog Verlag, 2006, ISBN 3-7892-9900-6
  • Horst Reller, Hans Krech, Matthias Kleiminger: Handbuch Religiöse Gemeinschaften, Gütersloher Verlagshaus, 1979, (ISBN 3-579-03585-1), Herausgegeben im Auftrag der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD).
  • Georg Schmid und Georg Otto Schmid (Hrsg): Kirchen, Sekten, Religionen, Zürich: TVZ, 2003, ISBN 3-290-17215-5
  • Sigrid Tröger und Karl-Wolfgang Tröger (Hrsg): Kirchenlexikon. Christliche Kirchen, Freikirchen und Gemeinschaften im Überblick. Berlin: Union Verlag, 1990. ISBN 3-372-00302-0

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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