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Island

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Island (Begriffsklärung) aufgeführt.
Lýðveldið Ísland

Republik Island

Flagge Islands
Wappen Islands
Flagge Wappen
Amtssprache Isländisch
Hauptstadt Reykjavík
Staatsform Parlamentarische Republik
Staatsoberhaupt Ólafur Ragnar Grímsson
Regierungschef Geir Hilmar Haarde
Fläche 103.125 km²
Einwohnerzahl 316.252 (1. April 2008)
Bevölkerungsdichte 3,1 Einwohner pro km²
BIP nominal (2007)[1] 20.003 Mio. US$ (93.)
BIP/Einwohner 63.830 US$ (4.)
HDI (1.) 0,968 [2]
Währung Isländische Krone
Nationalhymne Lofsöngur
Zeitzone UTC +0
Kfz-Kennzeichen IS
Internet-TLD .is
Telefonvorwahl +354
Lage Islands zu Europa
Lage Islands zu Europa
Lage Islands im Nordatlantik
Lage Islands im Nordatlantik

Island (amtlich Republik Island, isl. Lýðveldið Ísland; vgl. mhd. îs und isl. ís – Eis) ist mit rund 103.000 km² (Landfläche: 100.250 km², Wasserfläche: 2750 km², mit Fischereizone 758.000 km²) nach dem Vereinigten Königreich der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas und die größte Vulkaninsel der Welt. Sie liegt im Nordatlantik, knapp südlich des nördlichen Polarkreises.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Hauptartikel: Geographie Islands

Geologie

Island liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken und damit sowohl auf der Nordamerikanischen als auch auf der Eurasischen Platte, wobei sich die Plattengrenzen von Südwesten nach Nordosten in etwa diagonal über die Insel ziehen. Die Platten entfernen sich jährlich etwa 2 cm voneinander. Ein Mantelplume unter der Insel, der sogenannte Island-Plume, sorgt jedoch mittels Vulkanismus für ständigen Nachschub von geschmolzenem Gesteinsmaterial aus dem Erdinneren, so dass die Insel nicht auseinanderbricht. Etwa 130 aktive Vulkane befinden sich derzeit auf Island, die man etwa 30 Vulkansystemen zuordnen kann.

Island war in den Eiszeiten fast vollständig vergletschert. Noch heute bedecken Gletscher 11,1 % der Landesoberfläche. Der Gletscher mit Europas größtem Eisvolumen ist der Vatnajökull. Seine Eiskappe ist bis zu 900 m dick.

Landschaftsbild

Island im Juli; deutlich sichtbar die Gletschergebiete, Satellitenbild der NASA
Island im Winter, aufgenommen vom NASA-Satelliten Aqua am 28. Januar 2004
Klimadiagramm von Reykjavik

Die Landschaft ist einerseits durch Vulkanismus geprägt, andererseits auch durch den Wasserreichtum, die zahlreichen Wasserfälle Islands, darunter mit dem Dettifoss der energiereichste (Wasservolumen pro Sekunde × Fallhöhe) Europas, Flüsse und Seen. Das Isländische Hochland im Zentrum der Insel bildet eine Periglazial-Wüste und ist nahezu unbewohnt.

Die Küstenlinie, deren Länge 4970 km beträgt, ist im Bereich der Fjorde stark zerfurcht. Island ist relativ dünn besiedelt: Auf 40 km² befinden sich im Schnitt zwei bis vier Häuser. Die höchste Erhebung der Insel ist der Hvannadalshnúkur mit 2118 m.

Siehe auch: Fjorde Islands, Gletscher Islands, Liste isländischer Inseln, Vulkane Islands, Wasserfälle Islands, Liste der Hochebenen und Bergpässe in Island, Flüsse.

Klima

Das Klima ist ozeanisch kühl, geprägt vom relativ warmen Irmingerstrom (5 °C) an der Südküste und vom kalten Grönlandstrom an der Nordost- und Südwestküste. Die Niederschläge betragen bis zu 2000 mm im Jahr.

Aufgrund des warmen Golfstroms ist das Klima in Island milder als in anderen Regionen dieser Breitengrade. Die Winter sind vergleichsweise mild und die Sommer eher kühl. In den letzten Jahrzehnten macht sich die Klimaerwärmung durch einen leichten Anstieg der Durchschnittstemperaturen bemerkbar, was am Rückzug einzelner Gletscherzungen bis hin zum völligen Abschmelzen kleinerer Gletscher (z. B. der heute verschwundene Ok-Gletscher) drastisch beobachtbar ist. Am wärmsten ist es in Island in der Zeit von Mitte Juni bis Ende August/Mitte September.

Die Tagestemperaturen schwanken zwischen 0 und 3 °C im Winter und zwischen 12 und 15 °C im Sommer, wobei es im Landesinneren teils deutlich kühler sein kann. Aber auch wesentlich höhere Temperaturen treten im Sommer (über 20 °C bis Mitte/Ende September) in einigen privilegierten Lagen auf. Vor allem wegen des Golfstroms fällt im Süden der Insel vergleichsweise selten Schnee.

Die geringsten Niederschläge fallen in Island in den frühen Sommermonaten, wobei es hier signifikante lokale Unterschiede gibt. Im Nordosten ist es tendenziell trockener, da sich die von Süden kommenden Wolken häufig über dem 8100 km² großen Gletscher Vatnajökull ausregnen. Auch die Sonnenscheindauer ist daher etwa im Gebiet des Sees Mývatn höher als in anderen Regionen des Landes. Bei Nordwind ist der Effekt umgekehrt: Im Norden regnen sich die Wolken ab, während es in den südlichen Regionen sonnig und warm ist (siehe auch Föhn).

Uhrzeit

In Island ist die amtliche Zeit UTC, also die Greenwich-Zeit, obwohl es geografisch gesehen UTC-2 beziehungsweise UTC-1 Stunde sein müsste, vgl. Zeitzonen. Aus diesem Grund ist in den Sommermonaten im Norden Islands eine „unechte Mitternachtssonne“ zu sehen, da der Sonnenuntergang nach Mitternacht liegt.

Eine echte Mitternachtssonne ist lediglich auf der Insel Grímsey zu erleben, da diese sich genau auf 66° 30' nördlicher Breite (nördlicher Polarkreis) befindet.

Tier- und Pflanzenwelt

Die Tier- und Pflanzenwelt hat sich dem arktischen Klima anpassen müssen und ist daher im Vergleich etwa zu Mittel- und Südeuropa wenig artenreich.

Fauna

Säugetiere

Isländische Schafe

Der Polarfuchs ist das einzige Landsäugetier Islands, das schon vor der Ankunft des Menschen hier lebte. Der aus Pelztierfarmen entwichene Mink stellt eine Gefahr für die Vogelwelt dar. An den Küsten, insbesondere im Norden der Insel, kann man Seehunde beobachten. Aber auch Mäuse und Ratten wurden auf Schiffen eingeschleppt.

1771 wurden 13 Rentiere aus Norwegen eingeführt, die sich vermehren sollten, um vom Menschen gejagt werden zu können und dann aus der Haltung Gewinne zu erwirtschaften. Heute leben etwa 3000 Tiere dieser Art im östlichen Hochland der Insel. Sie haben jedoch nie die gewünschte wirtschaftliche Bedeutung erlangt und leben heute wild.

Rentiere auf dem Miðheiðarháls

Schafe, wie auch alle anderen Nutztiere, wurden von den nordischen Siedlern bei der Landnahme eingeführt. Die Rodung der ursprünglichen Birkenwälder und anschließende extensive Beweidung, aber auch Klimaveränderungen, haben das Landschaftsbild Islands nachhaltig verändert. Dabei werden die gut markierten Schafe bis heute den kurzen Sommer über in Freiheit entlassen und können sich innerhalb definierter Landwirtschaftsbezirke frei bewegen, sollten sie dennoch die entsprechenden Zäune oder erfahrungsgemäß unüberwindlichen Naturgrenzen (Flüsse, Wüsten, Berge) passieren, müssen sie zur Verhinderung möglicher Epidemien sofort getötet werden. Erst im Herbst werden sie beim Viehabtrieb (Réttir) wieder eingefangen. Die Schafhaltung ist quotiert, um Überweidung zu verhindern. Anfang des 20. Jahrhunderts versuchte man auch, den Moschusochsen anzusiedeln – jedoch ohne größeren Erfolg.

Ein besonderes Nutztier ist das Islandpferd. Es beherrscht als eine von wenigen Pferderassen den Tölt, eine schnelle und/oder langsame, trittsichere und bequem zu sitzende Gangart, bei der das Pferd immer ein Bein am Boden hat, da es keine Sprungphase gibt. Eine fünfte Gangart, die vor allem bei Zuchtrennen als Königsdisziplin besonderes Interesse genießt, ist der Passgang oder auch einfach Pass beziehungsweise Rennpass genannt. Islandpferde, wie alle lebenden Nutztiere, dürfen ausgeführt, aber nicht wieder eingeführt werden. Man will dadurch das Einschleppen von Krankheiten verhindern. Vor allem will man aber verhindern, dass nicht reinrassige Islandpferde fremdes Erbgut mitbringen (z. B. tragende Stuten) und so die Ursprünglichkeit der Rasse gefährden würden.

Vogelwelt

Island ist berühmt für seine Vogelwelt, besonders die zahlreichen Vogelfelsen sind ein Magnet für Vogelbeobachter aus aller Welt. Unter den Vögeln verdient der Papageitaucher besondere Erwähnung, der als inoffizielles Wappentier der Insel gilt. An den Vogelfelsen sind unter anderem Trottellummen, Dickschnabellummen, Eissturmvogel, Gryllteisten und auch der Basstölpel anzutreffen.

Im Landesinneren trifft man auf den Goldregenpfeifer, das Odinshühnchen, das Thorshühnchen, und auch der Sterntaucher ist an Gletscherseen zu beobachten. Auf den Sandern kann man häufig Skuas und Küstenseeschwalben beobachten, vor deren Angriffen man sich in Acht nehmen muss.

Weiterhin kommen in größerem Umfang Singschwan, Zwergschwan und als einziger europäischer Brutstandort der eigentlich in Nordamerika beheimatete Trompeterschwan vor.

Der See Mývatn ist ein Ort ungewöhnlichen Artenreichtums an Wasservögeln, zum Beispiel Bergente und Spatelente. Überhaupt findet sich an diesem See in den Frühjahrs-, Sommer- und frühen Herbstmonaten die weltweit größte Vielfalt an Entenarten. Etwa ein Drittel der Enten- und Sägerarten überwintert auch am See. Auch die Greifvogelwelt Islands ist beachtlich, so kommen Gerfalke und Wanderfalke relativ häufig vor.

Meer und Binnengewässer

Die Gewässer um Island sind besonders fischreich, da der warme Irmingerstrom (Golfstrom) und der kalte Ostgrönlandstrom vor der Küste aufeinandertreffen. Zudem ist das Wasser kaum mit Giftstoffen belastet. Pflanzen wachsen bis zu einer Tiefe von 40 m, und in den Gewässern um Island leben rund 270 Fischarten.

Benannt nach Island ist die Islandmuschel, die ein Alter von über 400 Jahren erreichen kann.

Blauwal mit Kalb

In den isländischen Gewässern leben zahlreiche Walarten, wie zum Beispiel Nördlicher Zwergwal (Balaenoptera acutorostrata), Blauwal (Balaenoptera musculus), Finnwal (Balaenoptera physalus), Seiwal (Balaenoptera borealis), Buckelwal (Megaptera novaeangliae), Schweinswal (Phocoena phocoena), Weißschnauzendelfin (Lagenorhynchus albirostris), Weißseitendelfin (Lagenorhynchus acutus), Grindwal (Globicephala melas), Schwertwal (Orcinus orca), Nördlicher Entenwal (Hyperoodon ampullatus) und der Pottwal (Physeter macrocephalus). Aktuellen Bestandszählungen zufolge gibt es in den Gewässern um Island derzeit circa 50.000 Zwergwale und 17.000 Finnwale. Die Gesamtzahl der Wale wird auf rund 230.000 geschätzt.

Island hat 2003, nach knapp 20 Jahren erzwungener Pause und trotz internationaler Proteste, wieder ein als wissenschaftlich eingestuftes Walfangprogramm aufgenommen, das über den Zeitraum von drei Jahren bis zu 250 Zwergwale und etwa 40 Finnwale umfassen sollte. In Island selbst wird über die Einstellung des Walfangs diskutiert, da die Anbieter von Walbeobachtungstouren einen Einbruch der Besucherzahlen befürchten, was aber nach Umfragen unter Touristen vor Ort kaum oder nicht zu befürchten ist. Die überwiegende Meinung der Bevölkerung ist dem Walfang gegenüber wohlgesinnt, wenn auch das Interesse an Walfleisch trotz intensiver Vermarktung stark nachgelassen hat. Letztendlich muss die Auseinandersetzung um den Walfang, allen Argumenten zum Trotz, jedoch unter dem Aspekt gesehen werden, dass man sich als kleine Nation als von den großen Nationen und internationalen Organisationen bevormundet empfindet. Der Walfang ist damit auch als Instrument zur Demonstration der Selbstbestimmung zu verstehen.

2006 hat Island dann beschlossen, zusätzlich zum wissenschaftlich eingestuften, auch den kommerziellen Walfang wieder zuzulassen. 30 Zwergwale und neun Finnwale, die zu den bedrohten Arten zählen, dürfen vor den Küsten getötet werden – allen weltweiten Protesten zum Trotz. Inzwischen wurden die ersten Wale erlegt – am 22. Oktober 2006 wurde der erste getötete Finnwal an Land geschleppt.

In Islands Gewässern ist die Vielfalt an Fischen nicht so artenreich wie vor der Küste. In den Flüssen und Seen leben Aale, Forellen, Lachse, Stichlinge und Saiblinge, also fast ausschließlich Lachsartige (Salmonidae), die teilweise für Wochen und Monate ins Meer wandern.

Flora

Das Aufgeblasene Leimkraut, eine typisch isländische Lavawüstenpflanze
Die berühmten Bananenpflanzen in Hveragerði

Die Flora Islands weist einige endemische Arten auf. Besonders häufig trifft man unterschiedliche, in verschiedenen Farben wachsende Flechten und Moose an.

Mit den Eiszeiten sind die meisten der ehedem gemäßigten und subtropischen Zonen angehörenden Pflanzenarten von der Insel verschwunden, darunter auch der Mammutbaum und Ahorn.

Die restlichen Pflanzenarten waren und sind dem rauen Klima angepasst. Man findet z. B. zahlreiche Steinbrecharten und auch diverse Unterarten des Leimkrauts, z. B. ist das Aufgeblasene Leimkraut eine der ersten Pflanzenarten, die Lavafelder besiedeln und daher viel im Hochland zu finden. Auch die Doldengewächse sind an feuchten Bachrändern und Seeufern verbreitet, besonders beliebt ist die Engelwurz, die man traditionell auch zur Teeherstellung und als Heilkraut kennt. Auf den Hofwiesen blüht viel Löwenzahn und in den Bergen das Alpenröschen.

Die im Juni in großer Menge violett blühenden Lupinen wurden allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt. Sie fixieren mit ihrem dichten Wurzelwerk den tonarmen und dadurch stark der Windverwehung ausgesetzten Mutter- und Wüstenboden und dienen damit der Stickstoffanreicherung und dem Kampf gegen die Erosion. Außerdem wurden Dünengräser, v. a. Strandhafer, gesät, um der Winderosion zu begegnen.

Auffallend für den Mitteleuropäer ist der Mangel an Wäldern. Zur Zeit der Landnahme war dies anders, etwa 20 Prozent des Landes waren bewaldet, die alten Chroniken Isländerbuch und Landnahmebuch berichten gar, das Land sei „…von der Küste bis in die Berge“ bewaldet gewesen. Vor allem traf man ausgedehnte Birkenwälder an, wie Forschungen erwiesen haben. Durch Rodung zur Gewinnung von Weiden, Feuerholz und Holzkohle und die anschließende Beweidung, die Sprösslinge nicht mehr aufkommen ließ, verschwanden diese Wälder jedoch bereits in den ersten Jahrhunderten der Besiedlung. Nur spärliche Reste der niedrigwachsenden Birkenwälder überlebten. Lediglich an einigen, oft abgelegenen Stellen, aber vor allem am See Lögurinn/Lagarfljót in Ostisland, dem Vaglaskogur, in Nordost-Island (südlich von Akureyri) sowie in den Westfjorden findet man noch ausgedehnte Waldflächen, bestehend aus Birken, Ebereschen und Wollweide. Bauholz wurde aus Norwegen eingeführt, beziehungsweise wurden geeignete Stücke des Treibholzes zu allerlei Zimmer- und Tischlerarbeiten benutzt. Heute bemüht man sich um Wiederaufforstung des Landes.

Vor allem im Norden und Osten, aber auch zum Beispiel am Skorradalsvatn oder im Urstromtal Þórsmörk im Süden des Landes hat man hierbei schon Erfolge erzielt. Der größte zusammenhängende Wald aus alter Zeit steht am Lagarfljót in Ostisland (ebenfalls hauptsächlich Birkenwald).

An warmen Quellen und Bächen stößt man häufig auf eine üppige Vegetation, vorausgesetzt die Beschaffenheit des Bodens lässt diese zu. Die Erdwärme und das auf natürliche Weise aufgeheizte Wasser nutzt man in Island auch für Gewächshäuser. Aus diesem Grund wachsen sogar knapp unterhalb des Polarkreises Bananen – die nördlichsten der Welt –, aber auch verschiedene Schnittblumen und auch Weinreben werden hier gezüchtet. Besonders gut lassen sich die genannten Pflanzen- und (teilweise auch) Tierarten in den drei Nationalparks Islands beobachten.

Bevölkerung

Bevölkerungswachstum

Im Gegensatz zu vielen anderen westlichen Staaten hat sich die Bevölkerungszahl auf Island in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht, und in den letzten fünf Jahren beschleunigte sich diese Entwicklung sogar noch. Unterstützt wird dieser Trend auch durch einen Anstieg des Ausländeranteils, der sich von durchschnittlich circa 1,5 % in den Jahren 1950–1990 auf 3,5 % im Jahr 2003 erhöhte. Unter den Ausländern haben Polen (18,2 %) den größten Anteil, gefolgt von Dänen (8,6 %), Philippiner (6,0 %) und Deutschen (5,4 %).

Nach offiziellen Berechnungen der statistischen Landesämter wird die Bevölkerungszahl Islands in den nächsten Jahren kontinuierlich weiter ansteigen. Am 9. Januar 2006 wurde die 300.000-Marke überschritten. Am Stichtag 1. April 2008 gibt das statistische Landesamt 316.252 Einwohner an. Setzt sich diese Entwicklung fort, werden für das Jahr 2012 oder 2013 über 350.000 Einwohner erwartet. Ursprünglich war diese Einwohnerzahl für den Zeitraum von etwa 2038 bis 2040 erwartet worden. Für diesen Zeitraum werden jetzt 438.000 (niedrige Variante) bis 453.000 (hohe Variante) Einwohner prognostiziert. Allerdings könnte die schwere Wirtschaftskrise des Jahres 2008 zu einer erhöhten Abwanderung ins Ausland führen[3], sodass die prognostizierten Werte nicht erreicht werden.

Religion

Die evangelisch-lutherische Isländische Staatskirche wird vom Staat unterstützt und geschützt (Art. 62 der Verfassung). 82,09 % der Einwohner gehören der Staatskirche an; es bestehen unter anderem folgende Minderheiten: verschiedene evangelische Freikirchen insgesamt mehr als 5 %; Katholiken 2,39 %, Pfingstkirche 0,61 %, Ásatrúgemeinde (seit 1972 anerkannte Religion) 0,34 %, Siebenten-Tags-Adventisten 0,25 %, Zeugen Jehovas 0,22 %, Buddhisten 0,21 %, Bahai 0,13 %, Muslime 0,11 %. 2,60 % der Bevölkerung gehören keiner Religionsgemeinschaft an. [4]

Sprache

Auf Island wird die isländische Sprache gesprochen. Sie ist de facto Amtssprache, wurde allerdings mangels Bedarfs nie offiziell dazu erklärt. Entwickelt hat sie sich aus dem Altnordischen. Bis heute hat sie viele historische Eigenschaften bewahrt. Der isländische Sprachpurismus sorgt dafür, dass Fremdwörter durch isländische Wortschöpfungen ersetzt werden. Über die Reinhaltung der Sprache wachen die Isländer so sehr, dass es oftmals sowohl die isländischen Begriffe als auch deren fremdsprachlichen Varianten in der jeweiligen Fachsprache gibt, obwohl dieses in der Zeit, da die Informatik die Welt mit neuen Wörtern überflutet, nicht hundertprozentig durchgesetzt werden kann. Isländer können noch heute die Texte aus den ersten Jahrhunderten nach der Besiedlung relativ problemlos lesen. Hat die deutsche Sprache schon eine umfangreiche Satzbauregelung und Flexion, so wird diese im Isländischen noch umfangreicher. Die Buchstaben Ð und ð beziehungsweise Þ und þ werden ähnlich wie das englische th ausgesprochen, für die Aussprache dieser Buchstaben biegt man jedoch die Zunge nach unten. Die nächste verwandte Sprache ist Färöisch. Isländer und Färinger haben dennoch Verständigungsprobleme, wenn sie in ihren Sprachen miteinander kommunizieren wollen, noch schlechter sieht dies für Norweger, Dänen und Schweden aus. Isländisch gehört zusammen mit Färöisch und dem norwegischen Nynorsk (alt: landsmål) zum westlichen Zweig der skandinavischen Sprachen. Alles in allem sind die Isländer stolz auf ihre Sprache, die der (Schrift-)Sprache der Einwanderer vor über 1100 Jahren entspricht, was auch an der isolierten Lage der Insel im Nordatlantik liegt. Die Aussprache hat sich jedoch in dieser Zeit durchaus drastisch gewandelt.

Geschichte

Karte von Island um 1888
Druckausgabe der Snorra-Edda von 1666

Hauptartikel: Geschichte Islands

Als Entdecker Islands gilt der schwedische Wikinger Garðar Svavarsson, der um 870 in Húsavík in Nordisland überwinterte und die Insel kurzerhand nach sich selbst Garðarsholmur (Gardarsholm) benannte.

Der Entdecker Flóki Vilgerðarson fuhr aus, um Garðarsholmur (Island) zu finden. Dazu bediente er sich eines ausgefallenen Navigationsinstruments, nämlich dreier Raben. Der Bericht darüber befindet sich im Landnámabók.

Den schriftlichen Quellen nach wurde Island im späten 9. und frühen 10. Jahrhundert durch Wikinger aus Norwegen und anderen skandinavischen Ländern sowie durch keltische Siedler bevölkert. Während in Zentraleuropa die Königtümer um die Kaiserwürde wetteiferten, steht am Anfang der isländischen Geschichte die einzigartige Entwicklung eines oligarchischen Gesellschaftssystems. Das Althing als Versammlung gleichgestellter Goden ist damit zusammen mit dem färöischen Løgting eines der ersten parlamentarischen Systeme in Europa überhaupt (nach der Demokratie im Griechenland des Altertums). Die sowohl gesetzgebende als auch rechtsprechende Versammlung trat alljährlich in der Almannagjá in Þingvellir zusammen. Entscheidungsträger waren alle freien Männer. Zu bedenken ist jedoch, dass der Großteil der Bevölkerung damals entweder unfrei oder nicht männlich war.

Nach häufiger Darstellung entdeckte Erik der Rote 982 n. Chr. von Island aus Grönland. In Wirklichkeit war der erste Seefahrer, der nach Ostgrönland segelte Gunnbjörn Úlfsson, kurz danach Snæbjörn Galti, der dort sein Winterquartier aufschlug. Erik der Rote umrundete aber die Südspitze und kam an die Westküste.

Das Godentum, welches sich im Anschluss an die Landnahme durch 400 norwegische Häuptlingsfamilien entwickelt hatte, überdauerte fast 300 Jahre, ehe es mit der Unterwerfung unter die Norweger im Jahre 1262 endete. Eine der wichtigsten Persönlichkeiten in diesem Zusammenhang war der zuletzt in Reykholt beheimatete Snorri Sturluson.

Im Jahre 1000 landete der Isländer Leifur Eiríksson an der Nordspitze von Neufundland und gründete dort eine - freilich nicht dauerhafte - Ansiedlung: L'Anse aux Meadows. Entdeckt hatte den neuen Kontinent schon etwas früher Bjarni Herjólfsson, der sich verirrt hatte, die amerikanische Küste sah, aber nicht landete, sondern umkehrte und nach Grönland fuhr. Im selben Jahr beschlossen die Isländer durch das Althing in Þingvellir die Annahme des Christentums. 1262 kam Island unter norwegische Herrschaft. 1380 kam Norwegen unter dänische Herrschaft; 1397 entstand die Kalmarer Union und Island wurde mit Norwegen unter dänischer Krone regiert.

Im Jahre 1552 wurde der isländischen Bevölkerung auf Befehl des dänischen Königtums die Reformation aufgezwungen. Auch heute noch sind die meisten Isländer evangelisch. Handelsmonopole, erst durch die Norweger, später durch die Dänen, blockierten über lange Zeit die Entwicklung Islands. Der Frieden von Kiel 1814 besiegelte noch einmal die dänische Oberhoheit, während das alte Mutterland Norwegen zwar an Schweden fiel, sich aber auf den Weg in die Unabhängigkeit machen konnte. Mit einer Rückbesinnung auf die alten Traditionen, dem Wiederaufleben des Althings und dem Durchbrechen der Handelsbeschränkungen beging Island 1874 mit einer Verfassung und der Finanzautonomie, zur Tausendjahrfeier der Landnahme, 1904 gewährte Dänemark den Isländern die Autonomie (Hjemmestyre nach dem Vorbild der irischen Home Rule). Am 1. Dezember 1918 erlangte Island die Souveränität. Der dänische König Christian X. blieb aber bis zur Gründung der Republik, am 17. Juni 1944, das isländische Staatsoberhaupt.

1911 wurde die isländische Universität gegründet. 1915 wurde das Frauenwahlrecht eingeführt, 1917 kam es zur ersten isländischen Regierungsbildung. 1940 besetzten britische Truppen Island unter Verletzung seiner Neutralität, um einer möglichen Invasion durch Deutschland zu begegnen, 1941 wurden sie von US-amerikanischen Truppen verstärkt und größtenteils ersetzt. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges wurde am 17. Juni 1944 die demokratische Republik Island ausgerufen, die seither erfolgreich für ihre Unabhängigkeit einsteht. Seit 1946 ist Island Mitglied der Vereinten Nationen und war 1949 ein Gründungsmitglied der NATO.

Seit 1994 ist Island Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). 2001 trat Island dem Schengener Abkommen bei.

In der isländischen Politik herrscht derzeit keine klare Position zu einem EU-Beitritt. Während in der Koalition zwischen der Allianz und der Unabhängigkeitspartei erstere einen Beitritt favorisiert, ist dieser für Ministerpräsident Haarde von der Unabhängigkeitspartei derzeit kein Thema, allerdings möchte er ihn für die Zukunft auch nicht ausschließen.[5]

Politik

Hauptartikel: Politisches System Islands

Staatsaufbau

Das Haus des isländischen Parlaments Althing

Island ist seit dem 17. Juni 1944 eine unabhängige parlamentarisch-demokratische Republik. Staatsoberhaupt ist der isländische Präsident, seit 1996 Ólafur Ragnar Grímsson. Die eigentlichen Regierungsgeschäfte führt der isländische Premierminister Geir Haarde, der seit 2006 im Amt ist. Seit der Parlamentswahl 2007 wird das Land von einer Koalition von Unabhängigkeitspartei (Sjálfstæðisflokkurinn; SF) und der sozialdemokratischen Allianz (Samfylkingin) geführt.

Gesetzgebung findet im isländischen Parlament, dem Althing statt, das aus 63 Abgeordneten besteht.

Die Judikative ist in Island zweistufig ausgebildet. Die untere Ebene bilden die Bezirksgerichte, die obere Ebene das Obergericht Hæstiréttur, der oberste Gerichtshof, das auch als Verfassungsgericht fungiert.

Island erreicht auf dem Demokratieindex der Zeitschrift The Economist den 2. Platz.

Parteien

Siehe auch: Liste der politischen Parteien in Island

Seit Mitte der 1970er Jahre wurde das in Island vorherrschende traditionelle Vier-Parteien-System aufgebrochen. Diese vier bedeutenden Parteien waren die Unabhängigkeitspartei (Sjálfstæðisflokkur, SF, konservativ), die Fortschrittspartei (Framsóknarflokkur, FF, liberal), die Sozialdemokratische Volkspartei (Alþýðuflokkurinn, AF, sozialdemokratisch) sowie die Volksallianz (Alþýðubandalagið, AL, sozialistisch).

Der Versuch der Vereinigung aller linken Parteien führte zu der Herausbildung zweier neuer Parteien, der sozialdemokratischen und europafreundlichen Allianz (Samfylkingin; Sf) und der links-grün-patriotisch orientierten Links-Grünen-Bewegung (Vinstri hreyfing-Grænt framboð; VG). In die Allianz ging auch die Frauenallianz auf, die als erste Frauenpartei der Welt in ein nationales Parlament einzog und dort bis zur Fusion durchgängig vertreten war.

Gewerkschaften

Es gibt in Island verschiedene Branchengewerkschaften und einen Gewerkschaftsbund (ASÍ); mehr als 90 % der abhängig Beschäftigten sind darin organisiert. Das Genossenschaftswesen spielt, wenn auch tendenziell abnehmend, eine weltweit fast einmalig starke Rolle. Nahezu alle wichtigen Lebensbereiche (Renten, Urlaubssonderzahlungen, Gesundheitswesen, der Schule nachgeordnete Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, viele Kulturveranstaltungen, Fischereifahrzeug-poole und deren Ertragsverteilung uvm.) sind teilweise oder vollständig genossenschaftlich geregelt.

Mitgliedschaften in internationalen Organisationen

Island ist Mitglied bei folgenden Organisationen: FAO (seit 1945), Vereinte Nationen (seit 1946), NATO (seit 1949), Europarat (seit 1949), Nordischer Rat (seit 1952), EFTA (seit 1960), OECD (seit 1961), UNESCO (seit 1964), OSZE (seit 1975/1992), Westnordischer Rat (seit 1985/1997), Barentssee-Rat (seit 1993), EWR (seit 1994), WTO (seit 1995), Ostseerat (1995), Arktischer Rat (seit 1996), seit Oktober 2002 wieder Mitglied in der Internationalen Walfangkommission, neben diesen Mitgliedschaften ist für Island das Verteidigungsabkommen mit den USA (seit 1951) besonders wichtig.

Einteilung Islands in Syssel

Verwaltungsgliederung

Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Islands

Politisch ist Island in acht Regionen unterteilt: Höfuðborgarsvæðið, Suðurnes, Vesturland, Vestfirðir, Norðurland vestra, Norðurland eystra, Austurland und Suðurland.

Die acht Regionen werden (traditionell, aber nicht administrativ) in 22 sýslur (Syssel, etwa Landkreise) und 20 kreisfreie Gemeinden (acht kaupstaðir, sieben bæir, ein borg und vier weitere) gegliedert.

Auf der untersten Verwaltungsebene gibt es 79 Sveitarfélög (Gemeinden) (Stand 2007), einschließlich der acht kaupstaðir (Stand 2005).

Militär

Siehe auch: Militärische Situation Islands

Bewaffnete Kräfte Islands

Island besitzt offiziell kein eigenes Militär; den Küstenschutz übernimmt die circa 120 Mann starke Isländische Küstenwache, die ihren Stützpunkt in Reykjavík hat. Diese ist mit drei Patrouillenbooten, einem Überwachungsflugzeug und mehreren Hubschraubern ausgerüstet. Letztere übernehmen auch SAR-Aufgaben und Rettungsflüge für die Bevölkerung bei Unwettern oder Unfällen. Daneben bestehen sogenannte Krisenreaktionskräfte (Íslenska friðargæslan) aus Kräften der Polizei und des Küstenschutzes. Allerdings ist Island Mitglied der NATO seit deren Gründung im Jahre 1949. Im Bündnisfall hat es sich zu medizinischer Hilfsleistung bereit erklärt.

US-amerikanische Truppenpräsenz

Die USA hatten im Rahmen der NATO (Kommando: ISCOMICE) die so genannte Iceland Defense Force in Keflavík mit circa 1650 Soldaten, davon 960 von US Navy, 600 US Air Force und 80 vom US Marine Corps, stationiert. Die amerikanischen Einheiten waren bereits seit 1941 auf Island stationiert. Die Soldaten dienten zur Sicherung der strategisch gelegenen Insel, die wichtig zur Sicherung von Nachschubrouten im Zweiten Weltkrieg war, und später – im Kalten Krieg – als Stützpunkt zur Bekämpfung von U-Booten im Falle eines Konfliktes mit der Sowjetunion.

Die USA haben sich 1951 in einem bilateralen Verteidigungsabkommen zur Verteidigung Islands verpflichtet. Dabei spielte vor allem die Unterstützung der isländischen Küstenwache durch die fünf stationierten Hubschrauber und die Patrouillen im isländischen Luftraum durch vier F-15 Kampfflugzeuge eine Rolle. Die Stationierung kostete die Vereinigten Staaten zuletzt etwa 260 Millionen US-Dollar pro Jahr.

Am 19. März 2006 beschlossen die USA einseitig und für Island überraschend, ihre Streitkräfte abzuziehen. Am 30. September 2006 verließen die letzten auf Island stationierten US-Soldaten das Land. Davon waren auch etwa 600 Isländer betroffen, die ihre Arbeit in der Militärbasis verloren. Die Vereinigten Staaten garantieren der isländischen Regierung aber weiterhin militärischen Schutz. In der Presse wird seitdem über eine stärkere Annäherung an Europa und Anfragen an nordische (NATO-)Staaten spekuliert. Es bestehen Bemühungen, die durch den Abzug der US-Kräfte entstandene Lücke durch die Küstenwache und die Krisenreaktionskräfte Íslenska friðargæslan zu füllen, die damit faktisch die Rolle von Streitkräften übernehmen, auch wenn sich Island offiziell als Staat ohne eigenes Militär sieht.

Wie die Osloer Zeitung Aftenposten berichtete, haben sich die Regierungen in Oslo und Reykjavik auf die Übernahme von Sicherheits-, Überwachungs- und Rettungsaufgaben durch die norwegische Luftwaffe geeinigt. Zur Überwachung der isländischen Küste hat Reykjavik eine Zusammenarbeit mit der dänischen Marine vereinbart.

Obwohl Island nicht über eigene Streitkräfte verfügt, war es in der Koalition der Willigen vertreten.

Städte

Siehe auch: Liste der Städte in Island

Blick über Reykjavík

Rund 93 % der isländischen Bevölkerung leben in Städten. Die meisten Menschen leben in Reykjavík und Umgebung, derzeit etwa 196.000 von insgesamt 316.252 Einwohnern des Landes (Stand 1.April 2008). Ein Problem stellt nach wie vor die Landflucht dar. Allerdings ist in der Mehrzahl der Kommunen außerhalb des Hauptstadtgebietes inzwischen auch wieder ein Bevölkerungswachstum zu verzeichnen (in 46 der 79). Von den acht Regionen Islands haben inzwischen fünf ein stabil positives Bevölkerungswachstum und die Region der Westfjorde, v. a. die größeren Kommunen, eine tendenziell positive Bevölkerungsbewegung. Nur die Mehrzahl der Kommunen der Region Nordwestisland verlieren nach wie vor kontinuierlich Einwohner.

Größte Kommunen

Gemeinde Einwohner
(1. Dezember 2007)
Reykjavík ¹ 117.721
Kópavogur ¹ 28.561
Hafnarfjörður ¹ 24.839
Akureyri 17.253
Reykjanesbær 13.256
Garðabær ¹ 9913
Mosfellsbær ¹ 8147
Árborg 7565
Akranes 6345
Gemeinde Einwohner
(1. Dezember 2007)
Fjarðabyggð 5111
Seltjarnarnes ¹ 4428
Fljótsdalshérað 4073
Vestmannaeyjar 4040
Skagafjörður 4027
Ísafjarðarbær 3963
Borgarbyggð 3742
Norðurþing 2970

¹ Ballungsraum Reykjavík

Infrastruktur

Verkehr

Typisches isländisches Verkehrsschild, das den Weg zu vielen Farmen weist

In Island gibt es 13.004 km Straßen, von denen 4331 km asphaltiert sind. Die Ringstraße Nr. 1 ist Islands längste Straße und verläuft meist entlang der Küste. Sie ist derzeit 1336 km lang und konnte erst 1974 fertiggestellt werden, nachdem die letzten Brücken im Gebiet von Skaftafell gebaut wurden. Heute ist sie bis auf einige wenige Teilstücke, bei Hvalnes, Djúpivogur und über die Berge nach Egilsstaðir asphaltiert, vor einigen Jahren war das nur in der Nähe von Reykjavík der Fall. Die Ringstraße (isländisch Hringvegur) heißt je nach Landesteil Suðurlandsvegur, Vesturlandsvegur, Norðurlandsvegur und Austurlandsvegur gemäß dem Brauch, dass alle Straßen im Land Namen haben und eigentlich nicht mit der Straßennummer bezeichnet werden. Es wird aber auch die Bezeichnung Þjóðvegur Nr 1 (wörtlich: Volksweg Nr. 1) verwendet. Bis 1968 gab es in Island Linksverkehr.

Es gibt in Island praktisch keine Autobahnen und keinen Schienenverkehr, allerdings wird die Straße zwischen Keflavík und dem Hafnarfjörður auf vier Spuren ausgebaut, wovon bereits ein Teilstück für den Verkehr freigegeben wurde. Die Hauptstadt verfügt inzwischen über einige bis zu sechsspurige Stadtautobahnen.

Der größte internationale Flughafen, der Flughafen Leifur Eiríksson, liegt bei Keflavík, etwa 60 km südwestlich von Reykjavík. Außerdem gibt es einen Ausweichflughafen in Egilsstaðir im Osten Islands und drei weitere Flughäfen in Akureyri, Ísafjörður und Höfn. Insgesamt gibt es 98 Flugplätze im Land.

Bedeutende Häfen des Landes sind Grundartangi, Hafnarfjörður, Hornafjörður, Reykjavík, Seyðisfjörður. Letzterer bietet mit der Fähre Norröna die einzige Autofährverbindung zwischen Island und dem europäischen Kontinent (Häfen in Dänemark, Norwegen und Schottland). Es gibt in Island keine schiffbaren Flüsse.

Telekommunikation

In Island gibt es 190.500 Telefonanschlüsse und 290.100 Mobiltelefone (Stand 2004). Per Telefon ist die Direktdurchwahl innerhalb Islands überall möglich. Die Vorwahl für Island bei Ferngesprächen aus dem Ausland lautet +354, gefolgt von der siebenstelligen Anschlussnummer. Auslandsgespräche nach Europa und den USA: Vorwahl 00 und entsprechende Landesvorwahlnummer, dann Ortsvorwahl und Teilnehmernummer des gewünschten Gesprächspartners.

Es gibt in Island zwei GSM-Netzbetreiber: Síminn und Vodafone Iceland. Zusammen decken sie den größten Teil der Insel einschließlich aller Gemeinden über 200 Einwohner ab. Diese und weitere Anbieter verkaufen vorausbezahlte GSM-Telefonkarten und bieten GSM/GPRS-Service an. Telefonkarten sind an allen Tankstellen erhältlich. Síminn unterhält außerdem ein Netz für NMT-Mobiltelefone (Nordic Mobile Telephone), das fast ganz Island einschließlich des Hochlandes abdeckt. NMT-Mobiltelefone eignen sich insbesondere für den ländlichen Raum. Miettelefone gibt es bei Síminn, Ármúli 27, Reykjavík. Das NMT-Netz sollte laut Aussage von Síminn eigentlich zum Ende 2007 abgeschaltet und auf digitale Technik im Tetra Netz (Terrestrial Trunked Radio) umgestellt werden.

Internet

Es gibt in Island 190.140 Internetanschlüsse (Stand 2004) und 225.000 Internetnutzer (Stand 2005). Da Island nur über zwei Seekabel (Cantat-3 und Farice-1) angebunden ist, kommt es durch Kabelbrüche oder sonstige Beschädigungen vergleichsweise oft zu Ausfällen von Internet und teilweise auch Telekommunikation.

Post

Postämter der Íslandspóstur gibt es in jeder größeren Gemeinde Islands. Postämter in Island sind normalerweise montags bis freitags von 8.30 bis 16.30 Uhr geöffnet.

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft Islands

Währung

Die Währung Islands ist die Isländische Krone (ISK), 100 ISK haben den Gegenwert von 0,41667 €, entsprechend 1 € = 240 ISK (Stand: 19. November 2008). Die Krone ist in 100 Aurar unterteilt, wobei die Aurarmünzen nicht mehr im Umlauf sind. Im Umlauf befinden sich 1-, 5-, 10-, 50- und 100-Kronen-Münzen und 500-, 1000-, 2000- und 5000-Kronen-Scheine.

Basisdaten

Die Wirtschaftslage Islands ist seit Mitte der neunziger Jahre stabil. Nach sechs Jahren eines starken Wirtschaftsaufschwungs kam es ab 2001 zu Überhitzungserscheinungen. Im Jahre 2002 sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,6 %. 2003 lag das Wachstum bei fast 4 %. Gleichzeitig konnte die Inflation zurückgeführt und ein hohes Leistungsbilanzdefizit ausgeglichen werden.

Für die kommenden Jahre wurde ein robustes Wirtschaftswachstum erwartet. Allerdings hat sich wieder ein zweistelliges Außenhandelsdefizit eingestellt. Banken verzeichnen eine hohe Auslandsverschuldung. Im Laufe des Jahres 2008 wurde die isländische Krone aufgrund der Turbulenzen auf den internationalen Kapitalmärkten massiv abgewertet. So stieg der Kurs des Euro gegenüber der ISK im Zeitraum Oktober 2007 bis Oktober 2008 um mehr als 208% an.[6] Durch die Währungsabwertung stieg die Inflation von September 2007 bis September 2008 von knapp unter 4% auf 14%.[7] Der isländische Leitzins wurde in Folge der Finanzkrise auf 18% erhöht (Oktober 2008).

In Island herrscht ein sehr hoher Lebensstandard: Das Einkommen pro Kopf liegt an der Weltspitze und die Lebenserwartung ebenfalls. Dies gilt allerdings aufgrund der hohen Steuern und Lebenshaltungskosten auch für die Ausgaben. In der Liste des menschlichen Entwicklungsstandes, dem Human Development Index (HDI), liegt Island weltweit seit November 2007 erstmals auf Platz eins, knapp vor Norwegen, das seit sechs Jahren an der Spitze des Indexes stand. Im Vergleich mit dem durchschnittlichen BIP pro Kopf der EU (EU27=100) erreicht Island 2005 einen Index von 129.[8] Die Arbeitslosenquote pendelt derzeit um 1 % (Mai 2006).

10 % der Isländer sind Fischer, und mehr als die Hälfte führen Dienstleistungen aus. Exportiert werden Fisch und Maschinen. Die Landwirtschaft besteht hauptsächlich aus der Haltung von Schafen, Islandpferden und Rindern.

Export / Import

Wirtschaftsgeschichte

Island war bis in das 20. Jahrhundert ein landwirtschaftlich geprägtes Land. Bei einer Volkszählung im Jahr 1703 waren 69 % der Bevölkerung ausschließlich in der Landwirtschaft tätig, 30 % betrieben neben der Landwirtschaft noch Fischerei. Zu dieser Zeit waren also rund 99 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte dann der Übergang zur Hochseefischerei. Die Landbevölkerung fand hier neue Arbeitsplätze und so war 1901 nur noch die Hälfte der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Der Trend hat bis heute angehalten; zur Zeit arbeiten nur noch etwa 10 % der isländischen Bevölkerung in der Landwirtschaft (inklusive Fischfang). In der Industrie arbeiten etwa 18 %, im Dienstleistungsbereich 72 % der Beschäftigten (Stand: 2003).

Island ist besonders betroffen durch die seit 2007 andauernde Finanzkrise. Die drei größten Banken des Landes haben sich durch starke internationale Verflechtungen als besonders krisenanfällig erwiesen, weshalb die isländische Regierung Anfang Oktober 2008 die Verstaatlichung des gesamten Bankensektors beschlossen hatte. Neben der Abwendung eines drohenden Staatsbankrotts soll durch diese Notmaßnahme auch eine weitere Abwertung der isländischen Krone, die zwischen Oktober 2007 und Oktober 2008 mehr als 70 % ihres Wertes gegenüber dem Euro verloren hatte, verhindert werden.[9] Am 16.10.2008 gab die Regierung Islands an, eine fällige Anleihe der verstaatlichten Glitnir-Bank in Höhe von 750 Millionen US-Dollar nicht zurückzuzahlen, womit Island de facto zahlungsunfähig ist.[10]

Landwirtschaft

Abtrieb der Schafe im Þjórsádalur nahe der Hekla

Ein großer Teil der Insel besteht aus Lavawüsten, die weder bewohnbar noch landwirtschaftlich nutzbar sind. Dies betrifft fast das ganze Inland (Isländisches Hochland). 11 % des Landes sind von Gletschern bedeckt.

Die bewohnten Gebiete befinden sich hauptsächlich entlang der Küste. 20 % des fruchtbaren Landesteils werden für die Viehzucht (vor allem Schafe und Pferde) genutzt, nur 1 % für den Anbau von Getreide oder anderen Feldfrüchten. Dies liegt an den relativ kühlen Sommertemperaturen, während im Winter der Golfstrom besonders im Südwesten für ein verhältnismäßig mildes Klima sorgt. Die Durchschnittstemperaturen betragen 11 °C im Juli und −1 °C im Januar.

Die Schafe und Pferde befinden sich im Sommer auf den Hochweiden im Hochland. Die Mutterschafe mit den Lämmern werden im Juni auf die Hochweiden getrieben oder im Lastwagen dorthin gebracht und laufen in einem großen Gebiet, das jeweils zu bestimmten Gemeinden gehört, frei umher. Sie folgen beim Weiden immer dem frischesten Pflanzenwuchs nach oben. Daher ist das Lammfleisch in Island besonders gut und von Natur aus gewürzt. Im Herbst, d. h. im September/Oktober, treibt man die Tiere zusammen und holt sie wieder herunter, wo sie den Winter auf den Weiden im bewohnten Gebiet bzw. im Stall verbringen. Der Abtrieb ist immer eine festliche Angelegenheit. Schulkinder fahren mit Bussen zu den jeweiligen Sammelstellen, großen Pferchen, sog. Réttir. Sie schauen bei der letzten Phase zu oder helfen auch mit. Abends gibt es immer einen großen Ball für die Erwachsenen.

Inzwischen nutzt man auch in zahlreichen Gewächshäusern die Geothermische Energie für den Anbau von Gemüse und Obst, so etwa in Hveragerði. Zudem werden immer mehr Wälder gepflanzt, etwa im Gebiet um die Hauptstadt Reykjavík oder rund um den Skorradalsvatn in Westisland.

Fischerei

Traditionelles Fischerboot, Achtruderer

Island ist deutlich vom Fischfang abhängig (Fischprodukte machen 76 % der Exporte aus). Zum Schutz der Fischgründe wurde 1631 erstmals eine Schutzzone von 32 Seemeilen festgelegt. Sie wurde jedoch wieder aufgehoben, und erst im Jahr 1901 wurde eine neue Schutzzone von drei Seemeilen festgelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte der Einsatz der modernen Fangflotte innerhalb weniger Jahre zur Überfischung der isländischen Gewässer. Deshalb wurde die Schutzzone 1952 auf vier Seemeilen ausgedehnt. Wegen erneuter Überfischung wurde die Zone 1959 dann auf zwölf Seemeilen erweitert. Anfang der 70er Jahre brachen die Bestände wirtschaftlich genutzter Fischarten wieder zusammen. Island erweiterte die Schutzzone auf 50 Seemeilen. Es kam zum Streit zwischen Island und Großbritannien, denn die Briten waren nicht bereit, die erweiterte Schutzzone zu akzeptieren. Der Streit eskalierte und britische Trawler wurden von Kriegsschiffen begleitet. Dieser erste Kabeljaukrieg wurde schließlich auf dem Verhandlungsweg beigelegt. Da die Erweiterung der Schutzzone auf 50 Seemeilen nicht die erhoffte Wirkung zeigte, wurde die Schutzzone 1975 auf 200 Seemeilen erweitert. Es kam erneut zum Streit zwischen Island und Großbritannien, aber auch der zweite „Kabeljaukrieg“ wurde auf dem Verhandlungsweg beigelegt. Die 200-Meilen-Zone ist heute internationaler Standard und völkerrechtlich anerkannt. Seit 1991 können isländische Fischereiprodukte in die Europäische Union zollfrei eingeführt werden.

Interessant ist die Tatsache, dass trotz der Bedeutung der Fischerei nur etwa 5,2 % der Arbeitnehmer direkt auf Booten und weitere 6,7 % in der