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Hannover

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Dieser Artikel beschreibt die niedersächsische Stadt Hannover. Weitere Bedeutungen werden unter Hannover (Begriffsklärung) aufgeführt. Weitere Orte in der englischen Schreibweise werden unter Hanover aufgeführt.
Wappen Geografische Lage
Hannover (Deutschland)
DMS
Hannover
Basisdaten
Land: Niedersachsen
Landkreis: Region Hannover
Geografische Lage: 52° 22′ 28" N 9° 44′ 19" O Koordinaten: 52° 22′ 28" N 9° 44′ 19" O
Höhe: 55 m ü. NN (Kröpcke)
Fläche: 204,14 km²
Einwohner: 518.010 (30. April 2008)
Bevölkerungsdichte: 2.538 Einwohner je km²
Postleitzahl: 30001-30669 (alt: 3000)
Telefonvorwahl: 0511
Kfz-Kennzeichen: H
Gemeindeschlüssel: 03 2 41 001
UN/LOCODE: DE HAJ
Gliederung des
Stadtgebiets:
13 Stadtbezirke, 51 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Trammplatz 2
30159 Hannover
Website: www.hannover.de
Politik
Oberbürgermeister: Stephan Weil (SPD)
Regierende Parteien: Ratskoalition aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen
Rat der Stadt:
(65 Sitze)
SPD: 27 Sitze
CDU: 20 Sitze
Bündnis 90/Die Grünen: 9 Sitze
FDP: 4 Sitze
DIE LINKE. (ehem. DAS LINKSBÜNDNIS): 2 Sitze
Hannoversche Linke: 2 Sitze
Wählerbündnis WfH: 1 Sitz

Hannover [haˈnoːfɐ] ist die Hauptstadt des 1946 gegründeten Landes Niedersachsen. Die an der Leine gelegene Stadt hat rund 520.000 Einwohner. Sie gehört zur Region Hannover, einem Kommunalverband besonderer Art, und ist Teil der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen. Hannover war Hauptstadt des gleichnamigen Landes und ab 1866 Hauptstadt der preußischen Provinz Hannover. Die Stadt ist heute eine weltweit bedeutende Messestadt. Ihre günstige Entwicklung verdankt die Stadt ihrer Lage am Schnittpunkt wichtiger nationaler und europäischer Verkehrswege.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

[Bearbeiten] Lage

Hannover mit Stadtteilen (bebaute Flächen), Verkehrswegen und Gewässern

Hannover liegt im Tal der Leine am Übergang zwischen dem niedersächsischen Bergland und dem norddeutschen Flachland. Im Südwesten der Stadt grenzen die Ausläufer des Weserberglandes mit ackerbaulich fruchtbaren Lössböden, im Norden die sandigen und moorigen Geestlandschaften der Burgdorf-Peiner- und Hannoversche Moorgeest an das Stadtgebiet.

Die Lage mit seinen naturräumlichen und verkehrsgeographischen Voraussetzungen bot Hannover günstige Möglichkeiten zur Entwicklung vom mittelalterlichen Dorf zur Großstadt. Im Mittelalter passierte ein bedeutender Nord-Süd-Handelsweg, der durch das Leinetal führte, die Ortsstelle an einer Flussfurt. Im 19. Jahrhundert folgte die Eisenbahn diesem Verlauf und durch den Bau des Mittellandkanals als Ost-West-Verbindung im 20. Jahrhundert lag Hannover am Kreuzungspunkt dieser wichtigen Verkehrstrassen. Gleiches gilt für den Straßenverkehr durch den Schnittpunkt von A 2 und A 7 nahe Hannover (siehe auch unter Verkehr).

Über 11 Prozent des etwa 200 km² großen Stadtgebietes sind öffentliche Grünflächen, weshalb Hannover auch als Großstadt im Grünen bezeichnet wird. Der zentrumsnahe Stadtwald Eilenriede hat allein eine Größe von 650 Hektar.

Südlich des Stadtzentrums befindet sich der Maschsee, ein circa 78 Hektar großer künstlich angelegter See ohne natürlichen Zu- und Ablauf.

Von Süden her kommend fließt die Leine durch Hannover nordwestlich in Richtung Aller. In Höhe des Maschsees wird über den Schnellen Graben Leinewasser zur Ihme geleitet. Das dortige Wehr dient neben der Regulierung des Wasserstandes auch der Stromerzeugung. Die Ihme ist ein kleiner Bach, der aus dem Calenberger Land kommt. Durch die Zuleitung von Leinewasser wird sie zum Fluss, der sich nach wenigen Kilometern wieder mit der Leine vereinigt. Ab hier ist die Leine schiffbar. In Limmer mündet die Fösse in die Leine.

Benachbarte Großstädte sind Hildesheim, Braunschweig, Wolfsburg, Bielefeld, Paderborn und Bremen. Nord- und Ostseeküste liegen in etwa gleich weit von Hannover entfernt. Hannover ist nach Bremen die zweitgrößte Stadt in Nordwestdeutschland.

Bremerhaven (150 km) Hamburg (135 km) Travemünde (190 km)
Bremen (100 km) Celle (37 km)
Bielefeld (90 km) Braunschweig (55 km) Wolfsburg (75 km)
Paderborn (95 km) Hameln (50 km) Hildesheim (30 km) Goslar (70 km)

* Entfernungsangaben beziehen sich auf die Entfernung (Luftlinie) bis zum Ortszentrum.

Hannover liegt durchschnittlich 55 m ü. NN. Die höchsten natürlichen Erhebungen im Stadtgebiet sind der am Südostrand gelegene Kronsberg mit 118,2 Metern und der 89,0 Meter hohe Lindener Berg, auf dem die Volkssternwarte Hannover untergebracht ist. Die höchste künstliche Erhebung ist der Müllberg (genannt Monte Müllo) mit 121,3 Metern am Nordostrand auf dem Gelände der Mülldeponie Lahe. Der Tiefste Punkt befindet sich im Landschaftsschutzgebiet Klosterforst Marienwerder und liegt 44 m ü. NN.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Die Lage der Stadt Hannover in der Region Hannover

Folgende Städte und Gemeinden der Region Hannover grenzen an die Stadt Hannover: Langenhagen, Isernhagen, Lehrte, Sehnde, Laatzen, Hemmingen, Ronnenberg, Gehrden, Seelze und Garbsen. Dabei ist die Umgebung geprägt durch die Trabantensiedlungen entlang der Verkehrsachsen sowie durch ländlich geprägte Gemeinden in den übrigen Teilen.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Hannovers Stadtgebiet ist in 13 Stadtbezirke und 51 Stadtteile unterteilt. Die Stadtbezirke sind Mitte, Vahrenwald-List, Bothfeld-Vahrenheide, Buchholz-Kleefeld, Misburg-Anderten, Kirchrode-Bemerode-Wülferode, Südstadt-Bult, Döhren-Wülfel, Ricklingen, Linden-Limmer, Ahlem-Badenstedt-Davenstedt, Herrenhausen-Stöcken und Nord.

[Bearbeiten] Klima

Klimadiagramm von Hannover/Langenhagen[1]

Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Hannover 8,7 °C, und es fallen 661 Millimeter Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 22 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

[Bearbeiten] Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Hannover

[Bearbeiten] Gründung und erste Blüte

Ältestes Fachwerkhaus Hannovers von 1566 in der Burgstraße 12

Hannover entstand aus einer mittelalterlichen Siedlung, die an einer hochwassergeschützten Stelle am Leineufer lag. Dieser Standort gab der späteren Stadt Hannover vermutlich ihren Namen (Honovere = Hohes Ufer), was aber umstritten ist (siehe Namensgebung). In der Nähe gab es durch die nur 500 m breite Leineniederung und einen Werder eine Möglichkeit, die Leine an einer seichten Furt zu überqueren. Hier kreuzten sich auch zwei Fernstraßen. Auch heute heißt die Straße, die an dieser Stelle parallel zur Leine verläuft „Am Hohen Ufer“. Hinweise auf eine Marktsiedlung an dieser Stelle gibt es bereits um das Jahr 950. Der Vicus Hanovere (vicus: Marktflecken) wird erstmals um 1150 im Hildesheimer Miracula Sancti Bernwardi erwähnt. 1241 erhielt Hannover das Stadtprivileg; seit dieser Zeit ist auch ein Rat nachweisbar. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts standen zwei Bürgermeister an der Spitze der Stadt. Daneben gab es einen aus 12 Mitgliedern bestehenden, sogenannten sitzenden Rat mit dem regierenden Bürgermeister.

1392 erhielt Hannover das Recht, die Stadt mit einer Landwehr zu befestigen. Daraus entstand die Hannoversche Landwehr mit Wällen, Hecken, Warthäusern und -türmen, wie der Turm auf dem Lindener Berg, der Döhrener Turm, der Pferdeturm, der Lister Turm und weitere. Die Stadt erlebte zu dieser Zeit eine erste wirtschaftliche Blüte und trat der Hanse bei, die Einwohnerzahl stieg auf 4.000.

In der Zeit der Reformation wuchs in der Bevölkerung die Neigung, die evangelische Lehre anzunehmen. Am 26. Juli 1533 schwor eine Versammlung auf dem Marktplatz, zu Luthers Wort zusammenzustehen. Da sich die führenden Kreise der Stadt der Reformation nicht anschlossen, wurde diese durch die Opposition der Bürger, die keine politischen Ämter inne hatten, durchgesetzt. Der Rat der Stadt musste schließlich ins katholische Hildesheim flüchten.

[Bearbeiten] Die Residenzstadt

Hannover 1731

Während des Dreißigjährigen Krieges machte Herzog Georg von Calenberg 1636 die gut befestigte Stadt zu seiner Residenz. Als Residenzstadt erlebte Hannover in den folgenden 80 Jahren eine erneute Blütezeit. Die Bauten dieser Epoche der Geschichte Hannovers setzten nachhaltige Akzente im Stadtbild.

1676 wird Gottfried Wilhelm Leibniz von Herzog Johann Friedrich zum Hofrat und Leiter seiner Bibliothek berufen. Der Universalgelehrte wirkt hier bis zu seinem Tode 1716 und entwickelte die erste funktionstüchtige Rechenmaschine.

Ab 1699 gehörten dem Rat zwei Bürgermeister, ein Syndikus, ein Sekretär, zwei Kämmerer und sechs Senatoren an. Von 1725 bis 1761 war Christian Ulrich Grupen stets einer der Bürgermeister der Stadt.

Von 1710 bis 1712 war der Komponist Georg Friedrich Händel Kapellmeister am Hof vom Kurfürsten Georg Ludwig von Hannover. Während dieser Zeit schrieb Händel unter anderem eine Reihe von Vokalduetten und dirigierte Schloss-Konzerte im Leineschloss.

Nachdem Kurfürst Georg Ludwig als Georg I. 1714 den englischen Thron bestiegen hatte, verlegte er seine Residenz von Hannover nach London. In Hannover festigte sich dadurch in der inneren Verwaltung ein Kreis von Adeligen- und Beamtenfamilien, die zur Regierung zurückgelassen wurden. Die Residenzstadt, die in den Jahren zuvor stark vom Hof abhängig war, verödete dabei immer mehr. Auch Schloss und Garten Herrenhausen wurden bald nicht mehr genutzt. Diesem Umstand ist es letztlich zu verdanken, dass der Garten nicht mehr zeitgenössisch umgebaut wurde und der ursprüngliche Barockzustand erhalten blieb.

Dies änderte sich 1837, als die Personalunion der Königreiche Großbritannien und Hannover zu Ende ging und in Hannover König Ernst August den Thron bestieg. 1843 wurde Hannover an das Eisenbahnnetz angeschlossen, wogegen sich der konservative König zunächst gewehrt hatte.

Im Jahr 1747 wurde die Aegidien-Neustadt eingemeindet, es folgten 1824 die Calenberger Neustadt und 1847 die Ernst-August-Stadt. Mit der Eingemeindung der Vorstadt Hannover im Jahr 1859 (mit den Ortschaften Königsworth, Schloßwende, Nordfeld, Vorort, Fernrode, Bütersworth, Kirchwende, Bult, Heidorn, Tiefenriede, Emmerberg und Kleefeld) wuchs die Stadtfläche von 157 auf 2.354 Hektar und die Einwohnerzahl stieg von 38.000 auf 68.000.

Hannover war eine autonome Stadt innerhalb des Landes Hannover. 1823 wurde sie Sitz der Landdrostei Hannover, aus der später der Regierungsbezirk Hannover hervorging. 1824 wurde sie Sitz des Amtes Hannover, das durch Vereinigung des Gerichtsschulzenamtes Hannover und des Amtes Coldingen gegründet wurde. Ab 1825 gab es in Hannover ein Magistratskollegium, das de facto bis 1935 Bestand hatte. Während dieser Zeit trug das Stadtoberhaupt Hannovers den Titel Stadtdirektor. Ebenfalls 1825 war Hannover die erste Stadt Europas, in der die Straßen mit Gaslaternen beleuchtet wurden.

[Bearbeiten] Die preußische Provinzhauptstadt

Kröpcke um 1895

Als Folge des verlorenen Deutschen Krieges von 1866 wurde das Königreich Hannover von Preußen annektiert und wurde preußische Provinz: Aus der Residenzstadt Hannover wurde die preußische Provinzhauptstadt.

Für die hannoversche Industrie bedeutete der Anschluss an Preußen eine Verbesserung der Rahmenbedingungen. Die Aufhebung des Zunftzwanges und die Einführung der Gewerbefreiheit förderten das Wirtschaftswachstum und führten auch in Hannover zum Aufschwung der Gründerzeit. In der Zeit zwischen 1871 und 1912 wuchs die Bevölkerung Hannovers von 87.600 auf 313.400. Die Grenze zur Großstadt mit 100.000 Einwohnern wurde 1873 überschritten.

1872 wurde die erste Pferdebahn eingeweiht, die ab 1893 zur elektrischen Straßenbahn weiterentwickelt wurde.

1887 erfand Emil Berliner die Schallplatte und das Grammophon.

Der Aufschwung in Hannover fiel in die Ära des Stadtdirektors Heinrich Tramm. Er wurde 1891 in dieses Amt gewählt und versah es 27 Jahre, während der er die dominierende Person in Politik und Verwaltung der Stadt war.

1883 wurde Hannover eine kreisfreie Stadt und Sitz des aus dem Amt Hannover entstandenen Landkreises Hannover sowie des aus der Landdrostei Hannover hervorgegangenen Regierungsbezirks Hannover.

Die Stadt wurde 1869 um die Vorstadt Ohe-Glocksee vergrößert, es folgten 1882 der Königsworther Platz und der Welfengarten, 1891 die Gemeinden Herrenhausen, Hainholz, Vahrenwald und List und 1907 die Gemeinden Stöcken, Gutsbezirk Mecklenheide, Bothfeld, Klein-Buchholz, Groß-Buchholz, Kirchrode, Döhren und Wülfel.

Im Jahre 1902 wurde in Hannover der erste mobile Feuerlöschzug der Welt übergeben. Im selben Jahr installierte Hermann Bahlsen die erste Leuchtreklame Deutschlands.

Der Flugpionier Karl Jatho gründete die Hannoverschen Flugzeugwerke und eine Flugschule. Auf Grund des mangelnden Interesses des Militärs wurde beides 1914 geschlossen. Zu den gebauten Flugzeugmustern zählen der Doppeldeckergleiter Jatho 2 (1907) und die Stahltaube (1911). Angeblich sei Jatho am 18. August 1903 vier Monate vor den Gebrüdern Wright mit seinem selbstgebauten Motorgleiter geflogen.

[Bearbeiten] Weimarer Republik und Nationalsozialismus

Mahnmal in der Nähe der alten Synagoge

1920 wurde der Stadtkreis Linden mit Alt- und Neulinden, Limmer, Davenstedt, Badenstedt, Bornum und Ricklingen nach Hannover eingemeindet. Die Einwohnerzahl wuchs dadurch um etwa 80.000 auf 400.000. 1928 folgten der Schloss- und Gartenbezirk Herrenhausen, der Gutsbezirk Leinhausen und Marienwerder und 1937 Teile von Bemerode und Laatzen.

Seit 1918 heißt das Oberhaupt der Stadt Oberbürgermeister und nicht mehr Stadtdirektor. Erster Oberbürgermeister war der Sozialdemokrat Robert Leinert. Dieser wurde 1925 durch den konservativen Arthur Menge abgelöst, welcher bis 1937 im Amt blieb. In dessen Amtszeit fiel 1936 der mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ermöglichte Bau des Maschsees und die Anlage des Hermann-Löns-Parks.

In kultureller Hinsicht war Hannover in den 1920er Jahren insbesondere wegen Kurt Schwitters ein „Vorort der Moderne“. Der von ihm betriebene Dadaismus, die von ihm herausgegebene Zeitschrift „MERZ“ und die von ihm gegründeten Gruppe „die abstrakten hannover“ hatten Weltruf.

1924 rollte in den Werken der Hanomag mit dem Kommißbrot das erste Fließbandauto Europas vom Band.

[Bearbeiten] Nationalsozialismus

Ab 1937 gehörten die Oberbürgermeister sowie die Staatskommissare der NSDAP an. Wie überall in Deutschland sahen sich auch in Hannover viele Menschen aufgrund ihres jüdischen Glaubens und weiterer ethnischer und anderer Gründe Verfolgungen ausgesetzt. 484 hannoversche Juden polnischer Herkunft wurden im Oktober 1938 nach Polen ausgewiesen, darunter auch die Familie Grünspan. Deren zweitältester Sohn Herschel Grünspan befand sich in Paris. Als er von der Vertreibung seiner Familie erfuhr, fuhr er zur deutschen Botschaft und tötete dort den Legationsrat Ernst Eduard vom Rath. Die Nationalsozialisten nahmen diese Tat als Vorwand für die von ihnen inszenierten deutschlandweiten Novemberpogrome. So wurde in Hannover am 9. November 1938 die von Edwin Oppler 1870 in neuromanischen Formen entworfene Synagoge in der Calenberger Neustadt niedergebrannt. Im September 1941 kam es durch die vom NSDAP-Gauleiter Süd-Hannover-Braunschweig initiierte „Aktion Lauterbacher“ zu einer Ghettoisierung der verbliebenen jüdischen Familien. Noch vor der Wannseekonferenz wurden am 15. Dezember 1941 die ersten Juden aus Hannover nach Riga deportiert.

[Bearbeiten] Deportationen

Neben einem Zwangslager für Sinti und Roma ab 1938, das aufgrund unzureichender Information bisher nur ungenau markiert werden konnte (Quelle: Sparing 1996) und sogenannten „Erziehungslagern“ ab Ende 1941 in Hannover-List (Günther Wagner, Pelikan Werke, Podbielskistraße 141) und Hannover-Hainholz (Günther Wagner, Pelikan-Werke (Verpackungswerke), Hansastraße 10), gab es in Hannover ab Juli 1943 mehrere Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme in Hannover-Langenhagen (Brinker Eisenwerke), Hannover-Limmer (Brinker Eisenwerke, Continental-Gummiwerke AG), Hannover-Misburg (Deutsche Erdölraffinerie AG, Deurag, Nerag, Gemeinde Misburg), Hannover-Mühlenberg (Hanomag und Rheinmetall-Borsig AG), Hannover-Stöcken (Accumulatorenfabrik), Hannover-Stöcken (Continental) und in Hannover-Ahlem (zum Bau eines unterirdischen Stollens für die Verlagerung der Continental-Werke und der Maschinenfabrik Niedersachsen).[2] Hier besteht seit 1987 die Mahn- und Gedenkstätte Ahlem auf dem Gelände der ehemaligen „Israelitischen Gartenbauschule Ahlem“ in der Justus-von-Liebig-Schule. 1993 wurde von der „Hanover Study Group of the German-Israeli Society“ ein Monument mit zwölf Stelen errichtet.[3]

Insgesamt wurden mindestens 2.400 Menschen deportiert (zusammen mit den zum Kriegsende aus der UdSSR, Polen, Frankreich, den Niederlanden, und Belgien hierher verbrachten sind mehr als 6.000 Menschen durch diese Lager gegangen) von denen die wenigsten überlebten. Von den etwa 4.800 Juden, die Hannover 1938 zählte, lebten hier nicht einmal mehr 100 Menschen, als am 10. April 1945 amerikanische Truppen in Hannover einrückten. Verwaltungstechnisch organisiert hatte die Deportationen und die Arisierung von Kunst- und Kulturgütern der Statdbaurat Karl Elkart.[4] Heute erinnert an die Judenverfolgung in Hannover ein Mahnmal am Opernplatz.

[Bearbeiten] Kriegseinwirkungen

Im Zweiten Weltkrieg war Hannover ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und vor allem wegen der hier ansässigen Rüstungsbetriebe ab 1940 immer wieder Ziel alliierter Luftangriffe. Kriegswichtige Betriebe waren AFA in Stöcken, Deurag-Nerag in Misburg, Continental in Vahrenwald und Limmer, Hanomag und NMH in Linden sowie die Vereinigten Leichtmetallwerke (VLW) in Ricklingen und Laatzen. Während des Krieges arbeiteten etwa 60.000 verschleppte und in rund 500 Lagern internierte Zwangsarbeiter in Hannover, vorwiegend in der Rüstungsindustrie. Es existierten 7 Außenlager des KZ Neuengamme mit mehreren Tausend Insassen, die unter menschenunwürdigen Verhältnissen lebten. 4 Tage vor der Befreiung Hannovers wurden rund 150 von ihnen erschossen.

Die Luftangriffe richteten auch gegen die Verkehrsinfrakstruktur (Eisenbahnlinien) und gegen Wohngebiete. Im Kriegsverlauf wurden dadurch etwa 6.700 Menschen getötet. Von rund 150.000 Wohnungen blieben nur etwa 5% unbeschädigt. Nach dem Krieg wurde die Aegidienkirche nicht wieder aufgebaut und ihre Ruine als Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erhalten.

[Bearbeiten] Wiederaufbau und Entwicklung bis zur Gegenwart

1946 führte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten Rat. Dieser wählte aus seiner Mitte den ehrenamtlich tätigen Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt. Langjähriger Oberbürgermeister war von 1972 bis 2006 Herbert Schmalstieg. Daneben gab es einen ebenfalls vom Rat gewählten hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung.

Unter der Leitung des Stadtbaurats Rudolf Hillebrecht erfolgte nach dem Krieg der Wiederaufbau der Stadt. Dabei wurde das Straßennetz völlig neu geordnet und den damals postulierten Anforderungen einer autogerechten Stadt angepasst. Die Innenstadt wurde mit mehrspurigen Straßen (wie die Lavesallee, Hamburger und Berliner Allee) umfahren; die Verknüpfung dieser Straßen wurde durch Kreisverkehre hergestellt.

1947 wurde in Hannover von Rudolf Augstein das Magazin DER SPIEGEL gegründet und ein Jahr später von Henri Nannen die Zeitschrift Stern.

1951 fand in Hannover die erste Bundesgartenschau statt.

1962 entwickelte Walter Bruch bei der Telefunken GmbH das PAL-Farbfernsehsystem.

Am 23. Juni 1965 beschloss der Rat der Stadt, eine U-Bahn zu bauen. Dabei wurden nur im Innenstadtbereich Tunnel errichtet und an die bestehenden Straßenbahnstrecken angeschlossen, wodurch ein modernes Stadtbahnnetz entstand. Baubeginn war am 16. November 1965 am Waterlooplatz. Es folgten jahrzehntelange Bauarbeiten am Tunnelnetz, die erst 1993 mit der Eröffnung der C-Nord Strecke in der Nordstadt ein Ende fanden. In der Innenstadt und in der Lister Meile wurden nach dem Ende der Bauarbeiten Fußgängerzonen eingerichtet, wodurch diese Gebiete eine erhebliche Aufwertung erfuhren.

Nachdem bereits 1967 und 1968 Teile von Wettbergen eingemeindet worden waren, folgte am 1.März 1974 die große niedersächsische Kommunalreform: Die Stadt Misburg sowie die Gemeinden Ahlem, Anderten, Bemerode, Vinnhorst, Wettbergen, Wülferode wurden ebenso eingemeindet wie Teile von Godshorn, Isernhagen (Niederhägener Bauerschaft), Langenhagen, Laatzen und Rethen.

Im Jahre 1980 hatte auf dem Schützenfest Hannover das größte transportable Riesenrad der Welt seine Weltpremiere.

Im Jahr 2000 fand in Hannover mit der Expo 2000 das erste Mal eine Weltausstellung in Deutschland statt. Das Motto lautete „Mensch, Natur, Technik“. Die anfänglichen Erwartungen an die Besucherzahlen wurden zwar nicht erfüllt, mit 155 teilnehmenden Nationen und 18 Millionen Besuchern war die Veranstaltung dennoch ein Erfolg.

Bis zur Abschaffung der vier Bezirksregierungen Niedersachsens am 31. Dezember 2004 war Hannover Sitz der Bezirksregierung Hannover.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahlen von 1190 bis zur Gegenwart sowie aktuelle Informationen zur Einwohnerstatistik der Stadt Hannover sind in dem Artikel Einwohnerentwicklung von Hannover zusammengestellt.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Kommunalverfassung

Am 1. November 2001 wurde aus den Städten und Gemeinden des Landkreises Hannover und der kreisfreien Stadt Hannover die Region Hannover gebildet. Formal ist Hannover seither keine kreisfreie Stadt mehr. Sie ist aber den kreisfreien Städten gleichgestellt, sofern für bestimmte Angelegenheiten nichts anderes bestimmt ist.

1996 wurde in Hannover die bisherige Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es einen hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird direkt vom Volk gewählt. Er ist jedoch nicht mehr Ratsvorsitzender. Dieser wird vom Rat aus seiner Mitte gewählt. Neben dem Oberbürgermeister gibt es drei ehrenamtliche Vertreter für repräsentative Aufgaben. Diese werden vom Rat gewählt und tragen den Titel Bürgermeister.

Oberbürgermeister der Stadt ist seit dem 1. November 2006 Stephan Weil (SPD). Im Rat der Stadt gibt es 65 Sitze. Diese sind wie folgt auf die Parteien verteilt: SPD (27 Sitze), CDU (20 Sitze), Bündnis 90/Die Grünen (9 Sitze), FDP (4 Sitze), DIE LINKE./Das Linksbündnis (2 Sitze), Hannoversche Linke (2 Sitze), Wählerbündnis WfH (1 Sitz). Es besteht eine Ratskoalition aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen.

In der Liste der Stadtoberhäupter von Hannover sind die Stadtdirektoren, Bürgermeister und Oberbürgermeister Hannovers aufgeführt.

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen der Stadt Hannover zeigt eine silberne Mauer mit zwei Zinnentürmen auf rotem Grund; in dem offenen Tor unter schwarzem Fallgatter ein goldenes Schildchen mit einer grünen Marienblume (nicht − wie häufig fälschlicherweise erwähnt − ein Kleeblatt); zwischen den Türmen steht ein goldener Löwe.

Das Wappen ist bereits ab 1266 als Siegel nachweisbar, mit Marienblume (vorher Münzzeichen) ab 1534, wobei der Löwe das Symbol der Welfen beziehungsweise der Herrschaft des Herzogtums Braunschweigs ist, zu dessen Herrschaftsgebiet die Stadt gehörte. Seit 1929 hat das Stadtwappen seine heutige Form. Die alten Stadtfarben Rot, Gelb und Grün wurden 1897 durch Rot-Weiß ersetzt.

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Hannover unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Zwischen 1971 und 1976 bestand eine Städtepartnerschaft mit Utrecht (Niederlande), außerdem besteht zwischen Hannover und Iwanowo (Russland) ein Freundschaftsvertrag. Im Maschpark sind Wege nach den Partnerstädten benannt, weswegen er auch als "Park der Partnerstädte" bezeichnet wird.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Industrie und Dienstleistungen

ehemalige Keksfabrik Bahlsen
Konzernzentrale der TUI AG

In Hannover haben verschiedene weltweit bekannte Industriebetriebe ihren Sitz, die sich aus im 19. Jahrhundert entstandenen Traditionbetrieben entwickelt haben. Bedeutende Industriebetriebe sind unter anderem der Automobilzulieferer Continental AG, die Volkswagen Nutzfahrzeuge, der Fahrzeugsystemhersteller WABCO, der Baumaschinenhersteller Komatsu Hanomag, das Varta-Batteriewerk (heute Johnson Controls) und der Schleifmittelhersteller VSM. Die Firma MTU im Norden Hannovers in Langenhagen ist die weltweit führende Firma auf dem Gebiet der Antriebswartung für kommerzielle Flugzeugantriebe. Mit Pelikan und den seit 1990 dazugehörigen Geha-Werken befinden sich zwei bekannte Hersteller für Schreibwaren sowie Präsentationstechnik in Hannover. Die Lebensmittelindustrie ist auch mit Bahlsen, Harry-Brot und den Brauereien Gilde Brauerei und Herrenhäuser Brauerei vertreten. Die Zementindustrie bei Hannover ist Schwerpunkt der niedersächsischen Produktion für den Baustoff Zement. Das Zentrum der landschaftsprägenden Zementindustrie liegt im Stadtteil Misburg und den benachbarten Orten, wo es sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts bildete.

Zu den hannoverschen Dienstleistungsunternehmen gehören eine Reihe von Banken, Finanzdienstleistern und Versicherungen, zum Beispiel Norddeutsche Landesbank Girozentrale (NORD/LB), ING-DiBa, GE Money Bank (ehemals Allbank AG), Bankhaus Hallbaum, AWD, VHV, KKH, LBS, Hannover Rück, Hannoversche Direktversicherung, Hannoversche Leben, HDI Versicherungen, Talanx. Hinzu kommt der Touristikkonzern TUI (ehemals Preussag AG), sowie die TUI-Töchter TUI Deutschland, 1-2-Fly und Robinson. Die Fluggesellschaft TUIfly ist am Flughafen Hannover ansässig. Die Stadtwerke Hannover versorgen Hannover und Umgebung mit Strom, Gas, Wasser und Fernwärme. Weitere Energiedienstleistungsunternehmen sind BEB, Gasunie Deutschland, E.ON Energie AG und ExxonMobil. Die New Economy ist beispielsweise durch den Internetreifenhändler Delticom vertreten.

Früher waren in Hannover bekannte Unternehmen ansässig, wie der Montankonzern Preussag (2002 in TUI umbenannt), der Fahrzeughersteller Hanomag, der Schokoladenhersteller Sprengel (1979 von Stollwerck übernommen, 2001 geschlossen), die Erdölraffinerie Deurag-Nerag (1986 geschlossen) und die Schallplattenfabrik Deutsche Grammophon Gesellschaft (später Polygram), seit 1990 geschlossen. Die letzte Zentrale des Mineralölunternehmens und Tankstellenbetreibers Gasolin AG befand sich bis 1971 in Hannover.

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

Hannover ist Sitz der Niedersächsischen Landesregierung und des Niedersächsischen Landtages. Außerdem befindet sich hier der Sitz des THW Länderverbandes Bremen und Niedersachsen der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und das Landeskriminalamt Niedersachsen haben auch ihren Sitz in Hannover.

[Bearbeiten] Messen und Kongresse

Die Spitze des Hermesturmes auf dem Messegelände

Hannover ist eine bedeutende Messestadt mit dem größten Messegelände der Welt. Jedes Frühjahr ist Hannover der Schauplatz der weltgrößten Computermesse CeBIT und der weltgrößten Industriemesse Hannover Messe. Im Jahr 2000 fand in Hannover die Weltausstellung Expo 2000 statt. Von den über 60 nationalen und internationalen Messen, die regelmäßig in Hannover stattfinden, veranstaltet die Deutsche Messe AG auf dem Messegelände im Süden der Stadt rund 50. Sie werden insgesamt von rund 1,8 Millionen Menschen besucht. Weitere Messen sind zum Beispiel die Domotex, die Agritechnica, die Ligna +, die CeMAT, die Infa, die EMO, die EuroTier, die Cosmetica und die IAA Nutzfahrzeuge. Das Messegelände verfügt über ein großes Convention Center für Kongresse aller Art.

Im Hannover Congress Centrum werden jährlich über 500 Kongresse und kleinere Messen veranstaltet. Weitere Messeplätze sind der Deutsche Pavillon auf dem ehemaligen EXPO-Gelände, die Galerie und Orangerie in den Herrenhäuser Gärten, der Blumengroßmarkt, der Raschplatz-Pavillon und das Künstlerhaus.

[Bearbeiten] Medien

NDR-Landesfunkhaus Hannover

Hannover ist Sitz des Landesfunkhauses Niedersachsen des Norddeutschen Rundfunks. Der NDR produziert hier unter anderem das Regionalmagazin Niedersachsen 19:30 und die Reisemagazine Nordtour und Nordsee-Report. Die Talk-Show Die Tietjen und Dibaba wird in einem Studio auf dem Messegelände aufgezeichnet. Die Tatort-Kommissarin des NDR Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) ist gemäß der Filmhandlung beim Landeskriminalamt Niedersachsen tätig. Gleichfalls am Maschsee liegt das Landesfunkhaus des ZDF. Die TVN GROUP betreibt vier Fernsehstudios, in denen unter anderem für den NDR die Spielshow Bingo und für Sat.1 das Regionalmagazin 17:30 live produziert werden. RTL Nord und Sat. 1 Norddeutschland betreiben im Anzeiger-Hochhaus Regionalstudios. Die TV+ Fernsehproduktion produziert Fernsehsendungen für den NDR, die AZ Media für RTL und N-TV. Filmförderung wird von der Nordmedia Niedersachsen / Bremen betrieben. Die ARD.ZDF Medienakademie betreibt in Hannover eines ihrer drei deutschen Trainingszentren. Hier ansässige Fernseh-Shoppingsender sind Voyages und RTL Shop. MonA TV ist ein digitaler Fernsehsender. Außerdem gibt es das nichtkommerzielle Bürgerfernsehen h-eins. Die X-City-Medien produzieren das Fahrgastfernsehen in mehreren Deutschen Städten.

Große hannoversche Radiosender sind NDR 1 Niedersachsen, Hit-Radio Antenne und Radio ffn. Daneben gibt es das nichtkommerzielle Lokalradio Radio Flora.

Die in Hannover erscheinenden Tageszeitungen Hannoversche Allgemeine Zeitung und Neue Presse werden von der Verlagsgesellschaft Madsack herausgegeben. Daneben gibt es die Lokal-Ausgabe der Bild-Zeitung. Die Deutsche Presse Agentur (dpa) sowie die Nachrichtenagentur ddp (Deutscher Depeschendienst) betreiben ein Landesdienstbüro in Hannover. Der Heise-Verlag und die Schlütersche Verlagsgesellschaft vertreiben Fachzeitschriften und Telefonbücher. Ebenso ist das T3N Magazin in Hannover beheimatet.

[Bearbeiten] Hochschulen

Hauptgebäude der Universität Hannover im Welfenschloss
Haupteinfahrt zur MHH

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover in der Nordstadt geht zurück auf die 1831 eröffnete Höhere Gewerbeschule, aus der sich die Königlich-Technische Hochschule entwickelte, die 1899 zur Technischen Hochschule erhoben wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Hochschule für Gartenbau und Landeskultur und 1968 die Pädagogische Hochschule Hannover eingegliedert.

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) wurde 1965 gegründet. Die Organisationsstruktur der MHH weicht von der einer klassischen Universität ab und orientiert sich an der Department-Struktur amerikanischer Universitäten. Die einzelnen Abteilungen der MHH wurden Zentren zugeordnet, die wiederum in vier Sektionen (Vorklinische Fächer, Große Klinische Fächer, Kleine Klinische Fächer, Klinisch-Theoretische Fächer) zusammengefasst sind. Die MHH arbeitet mit dem von Professor Madjid Samii gegründeten neurowissenschaftlichen Forschungsinstitut International Neuroscience Institute zusammen. Ebenfalls in der Nachbarschaft befindet sich das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin.

Die Tierärztliche Hochschule Hannover wurde 1778 als Königliche Roß-Arzney-Schule eröffnet und 1887 zur Hochschule erhoben. Sie ist die älteste Hochschule in Hannover.

Die Hochschule für Musik und Theater Hannover geht zurück auf die Landesmusikschule und die private Hannoversche Schauspielschule, welche beide 1978 zusammen den Status einer Künstlerisch-Wissenschaftlichen Hochschule erhielten. Zur Hochschule gehört auch das Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung.

Die Fachhochschule Hannover entstand aus verschiedenen Institutionen, unter anderem der Werkkunstschule, der Ingenieurakademie und der Staatlichen Baugewerkschule Nienburg. 1978 kam der Fachbereich Informations- und Kommunikationswesen hinzu. Die Fachhochschule gliedert sich in fünf Fakultäten: Fakultät I (Elektro- und Informationstechnik), Fakultät II (Maschinenbau und Bioverfahrenstechnik), Fakultät III (Medien, Information und Design), Fakultät IV (Wirtschaft und Informatik) und Fakultät V (Diakonie, Gesundheit und Soziales). Letztere ist aus der Evangelischen Fachhochschule hervorgegangen, welche 2007 in die Fachhochschule eingegliedert wurde.

Wirtschaftsnahe Bildungseinrichtungen sind die Fachhochschule für die Wirtschaft, die GISMA Business School sowie die Leibniz-Akademie an der Expo Plaza.

[Bearbeiten] Bibliotheken und Archive

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek

Die Niedersächsische Landesbibliothek nennt sich seit 2005 auch Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek. Hier befinden sich die historischen Leibniz-Briefe, die seit 2007 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO (Unesco-Programm Memory of the World) gehören.

Die Stadtbibliothek Hannover wurde erstmals 1440 urkundlich erwähnt. Neben der Zentralbibliothek an der Hildesheimer Straße gehören zu ihr 19 Stadtteilbüchereien sowie die Fahrbücherei.

Die Technische Informationsbibliothek/Universitätsbibliothek Hannover gehört zu den größten technisch-naturwissenschaftlichen Bibliotheken der Welt.

Fachbibliotheken befinden sich an der Medizinischen Hochschule, der Tierärztlichen Hochschule sowie beim Landeskirchenamt.

Hannover ist Sitz mehrere Archive, darunter das Niedersächsische Hauptstaatsarchivs, das Stadtarchiv Hannover, das Regionsarchiv Hannover (ehemaliges Kreisarchiv), das Landeskirchliche Archiv der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, das Universitätsarchiv der Universität Hannover, das Leibniz-Archiv in der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek, die Bibliothek und das Archiv der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und das Pressearchiv der Verlagsgruppe Madsack.

[Bearbeiten] Andere Forschungs- und Bildungseinrichtungen

Das Geozentrum Hannover besteht aus der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie und dem Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben.

Das Kriminologische Forschungszentrum Niedersachsen wird geleitet vom früheren niedersächsischen Justizminister Professor Christian Pfeiffer. Das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) betreibt ein Teilinstitut in Hannover.

Das Landesbildungszentrum für Blinde Hannover ist eine soziale Einrichtung des Landes für Sehbehinderte und Blinde. Institutionen für die Allgemeinbildung sind die Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover und der Bildungsverein Soziales Lernen und Kommunikation.

[Bearbeiten] Gesundheitswesen

Außer der Medizinischen Hochschule gibt es in Hannover weitere Krankenhäuser in unterschiedlicher Trägerschaft. Zum Verbund Klinikum Region Hannover gehören das Nordstadtkrankenhaus, das Oststadtkrankenhaus mit Heidehaus, das Krankenhaus Siloah und die Hautklinik Linden. Zu kirchlichen Trägern gehören das Friederikenstift mit Unfallklinik, das Henriettenstift sowie das Vinzenzkrankenhaus. Des Weiteren gibt es noch einige Privatkliniken.

[Bearbeiten] Verkehr

Hannoverscher Hauptbahnhof am Ernst-August-Platz mit dem Reiterstandbild des Welfen-Königs. (Beliebter Treffpunkt der Hannoveraner: „Unterm Schwanz“ des Denkmalpferdes)

[Bearbeiten] Allgemeine Hinweise zum Verkehr

In Hannover kreuzen sich bedeutende Verkehrsachsen der Nord-Süd-Richtung mit denen der Ost-West-Richtung. Die Stadt liegt am Übergang vom norddeutschen Flachland zum niedersächsischen Bergland genau dort, wo das Leinetal aus der Mittelgebirgsschwelle heraustritt. Das ließ schon früh den Ausbau der Nord-Süd-Verkehrswege (Eisenbahn, Straße) zu. Später kamen in Ost-West-Richtung im Flachland der Bau der Eisenbahn, des Mittellandkanals und der Autobahn hinzu. Die Stadt liegt unmittelbar am Kreuzungspunkt dieser Verkehrswege (siehe Lage).

[Bearbeiten] Straßenverkehr

Am Autobahnkreuz Hannover Ost treffen die A 2 (hier zugleich Europastraße 30 und die A 7 (hier zugleich