Fleet Air Arm – Wikipedia

Fleet Air Arm

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Eine Staffel Fairey Swordfish der FAA über der Ark Royal 1939

Die Fleet Air Arm (kurz FAA) ist als Teil der britischen Royal Navy für den Betrieb von Flugzeugen an Bord ihrer Schiffe zuständig. Gegenwärtig hat die Fleet Air Arm Hubschrauber der Typen AgustaWestland Merlin, Westland Sea King and Westland Lynx, sowie den Senkrechtstarter Harrier GR7/GR9 in Betrieb. Seit 1964 wurden Hubschrauber wie der Westland Lynx und der Westland Wasp auf kleineren Schiffen stationiert, um die Rolle der zuvor verwendeten Doppeldecker, wie der Fairey Swordfish zu übernehmen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Die Anfänge

Hauptartikel: Royal Naval Air Service

Im Januar 1914 wurde vom Air Department der britischen Admiralität der Royal Naval Air Service (kurz RNAS) gegründet. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs hatte der RNAS die Kontrolle über eine größere Anzahl von Flugzeugen als das Royal Flying Corps (RFC) der British Army.

Hauptaufgabe des RNAS waren Aufklärungsflüge über See und Patrouillenflüge entlang der Küste gegen feindliche Schiffe und U-Boote, sowie die Verteidigung gegen feindliche Luftangriffe. Im April 1918 verschmolz die RNAS, welche zu diesem Zeitpunkt eine Personalstärke von 67.000 Mann hatte und über 2.949 Flugzeuge, 103 Luftschiffe und 126 Küstenstationen verfügte, mit dem Royal Flying Corps zur Royal Air Force.

[Bearbeiten] Fleet Air Arm

Am 1. April 1924 wurde die Fleet Air Arm of the Royal Air Force gegründet. Sie umfasste all jene Einheiten der RAF, welche auf Flugzeugträgern und Kampfschiffen stationiert waren. [1] Am 14. Mai 1937 ging die Fleet Air Arm wieder unter das Kommando der Admiralität. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bestand die Fleet Air Arm aus 20 Staffeln mit insgesamt nur 232 Flugzeugen. Am Ende des Krieges betrug die Stärke der Fleet Air Arm: 59 Flugzeugträger, 3.700 Flugzeuge, 72.000 Personen und 56 Luftstützpunkte, welche über die ganze Welt verteilt waren. Der Flugzeugträger hatte das Schlachtschiff als Großkampfschiff der Flotte verdrängt und deren Flugzeuge waren jetzt Angriffswaffen unter eigener Regie.

[Bearbeiten] Nachkriegsgeschichte

Nach dem Krieg stand die FAA vor der schwierigen Aufgabe Jets von ihren Trägern aus zu betreiben. Die Düsenflugzeuge jener Zeit waren bei niedrigen Geschwindigkeiten deutlich weniger effektiv als Propellermaschinen, aber Propellerflugzeuge waren nicht in der Lage schnellfliegende Jets zu bekämpfen. Ende der 1940er Jahre erhielt die FAA mit der Sea Vampire ihr erstes Düsenflugzeug. Die Sea Vampire war der erste Jet, welcher auf einem Flugzeugträger startete und auch wieder dort landete. Gleichzeitig verwendete die FAA neben den Jets aber auch noch Leistungsstarke Propellerflugzeuge, mit denen die FAA im Koreakrieg allerdings ihrem Gegner in Strahlflugzeugen klar unterlegen war. Dennoch waren die Jets den Propellerflugzeugen nicht völlig überlegen. Einer Staffel von Hawker Sea Furies gelang es beispielsweise in einem einzigen Angriff eine MiG-15 abzuschießen, und einige weitere zu beschädigen.

Sea Harrier FA.2 auf der HMS Invincible

Als die Jets dann größer, stärker und schneller wurden, brauchten sie auch längere Strecken für Start und Landung. Die US Navy baute deshalb einfach größere Flugzeugträger. Die Royal Navy baute nach dem Krieg ebenfalls einige wenige große Flugzeugträger, aber man suchte nach einer anderen, „natürlicheren“ Lösung. Dies führte zur Einführung der Hawker Siddeley Harrier Senkrechtstarter, die von Schiffen jeder Größe aus effektiv eingesetzt werden konnten. In den 1970er Jahren führten Kosteneinsparungen im Verteidigungsetat der Britischen Streitkräfte zur Streichung sämtlicher bisheriger Flugzeugträger der Royal Navy, welche aber dennoch das Kunststück vollbrachte eine neue Reihe von Trägern im Format von Kreuzern, den Trägern der Invincible-Klasse zu bauen und mit Sea Harrier Flugzeugen auszurüsten. Heute stellt der Harrier das Rückgrat der Starrflügel-Streitkräfte der Royal Navy dar.

Hubschrauber wurden seit den 1960er Jahren ebenfalls zu einem wichtigen Teil der Marineluftwaffe. Zuerst setzte man sie neben den Starrflügel-Flugzeugen auf den Trägern ein, später wurden sie auch auf den meisten kleineren Schiffen stationiert. Heute befindet sich auf jedem Schiff von der Größe einer Fregatte oder größer mindestens ein Hubschrauber. Westland Wasps und Sea Harrier spielten 1982 im Falklandkrieg eine aktive Rolle. 1991 wurden beim Angriff auf Irakische Patrouillenboote im Zweiten Golfkrieg Westland Lynx eingesetzt. Sea Kings leisteten bei der Bekämpfung Aufständischer in Sierra Leone Unterstützung.

Die Fleet Air Arm unterhält bei der Marinebasis „Royal Naval Air Station Yeovilton” in Somerset ein eigenes Museum.

[Bearbeiten] Die FAA heute

Die Fleet Air Arm hat eine Personalstärke von ungefähr 6.200, was mehr als 10% der Gesamtstärke der Royal Navy ausmacht. Sie haben 200 Kampfflugzeuge und 50 Flugzeuge für Schulung und unterstützende Aufgaben im Einsatz. Die Harrier GR.9 Angriffsflugzeuge und die Schulflugzeugvariante Harrier T12 werden gemeinsam mit der Royal Air Force als „Joint Force Harrier“ genutzt. Marineflieger werden in der „Joint Force Harrier Operational Conversion Unit“ der No. 20 Squadron RAF in Rutland für den Harrier ausgebildet.

[Bearbeiten] Staffeln

Die Staffeln (Squadrons) der Fleet Air Arm werden mit "# NAS" benannt, wobei „#“ eine Nummer ist und NAS für „Naval Air Squadron“ (Marine-Luft-Staffel) steht. Nummern aus dem Bereich 700 bis 799 werden für Schulungseinheiten verwendet und Nummern aus dem Bereich 800-899 für Staffeln im operativen Einsatz. Während des zweiten Weltkriegs wurden die 1700er und 1800er Zahlenbereiche ebenfalls für Staffeln im operativen Einsatz verwendet.

Gegenwärtig sind folgende Staffeln der FAA aktiv:

[Bearbeiten] Flugzeuge

Die FAA betreibt sowohl Starrflügel-Flugzeuge als auch Hubschrauber. Die Flugzeuge werden nach dem gleichen System bezeichnet, welches auch die RAF verwendet

Die FAA betreibt zur Zeit drei Starrflügel-Fugzeugtypen, drei für Schulungszwecke und einen im operativen Einsatz.

Die Schulung der Piloten erfolgt mit Grob Tutor und Slingsby Firefly. Beobachter werden in Jetstream T2 geschult.

Das bei weitem bekannteste Flugzeug der FAA war der Sea Harrier FA2. Seine primäre Rolle war die eines Jagdflugzeuges zur Verteidigung der Flotte mit AMRAAM-Raketen. Darüber hinaus wurden aber auch Luftangriffe und SEAD-Missionen mit Bomben geflogen. Er wurde durch den Harrier GR7/GR9 ersetzt, einem ausgesprochenen Boden-Angriffsflugzeug, wodurch eine Lücke im Bezug auch die Luft-Luft Verteidigungsfähigkeit und Angriffsfähigkeit gegen Schiffsziele entstand.

Der vierte Flugzeugtyp ist der Hawk T1, der für die Zieldarstellung in diversen Schulungs-Szenarien, wie zum Beispiel für luftgestützte Frühwarnsysteme, zur Flugleitung der Jagdflieger und für das Luftkampftraining der Harrier-Piloten eingesetzt wird.

Den größeren Part der FAA nehmen heute die Drehflügler ein. Deren Piloten fliegen vier verschiedene Hubschraubertypen, und von diesen Typen werden meist gleich mehrere Varianten für unterschiedliche Rollen eingesetzt.

Westland Sea King HC.4 der HMS Illustrious

Das älteste Fluggerät der Flotte ist der Westland Sea King, der mit einer vielzahl an Varianten die unterschiedlichsten Aufgaben wahrnimmt. Der Sea King HC4 dient den Royal Marines als mittlerer Transporter für Güter und Personal. Das Modell HAS5U wird für Search and Rescue (SAR) Missionen und für Verbindungsflüge eingesetzt, während der Sea King HU5 ausschließlich für Search and Rescue-Missionen vorgesehen ist (dabei ist anzumerken, dass die HAS5U oftmals auch als HU5 bezeichnet werden). Der HAS6C wird für die Schulung von Sturmtruppen verwendet. Der ASaC7 schließlich wird von den britischen Flugzeugträgern als luftgestütztes Frühwarnsystem (AEW – Aerial Early Warning) eingesetzt.

Nicht ganz so alt ist der Lynx. Der Lynx AH7s dient der FAA zur Luftbeobachtung und zur Bekämpfung gepanzerter Fahrzeuge, wird aber hauptsächlich als leichter Transporter verwendet. Zusammen mit den Sea King HC4 sind sie ein Teil der Commando Helicopter Force zur Unterstützung der 3 Commando Brigade der Royal Marines.

Die Schiffsbekämpfungs-Einheiten der Royal Navy setzen vorrangig Lynx HAS3 und HMA8 ein. Diese dienen vorrangig der Bekämpfung von U-Booten und Schiffen. Sie können Sea Skua-Raketen abfeuern, die bei der Bekämpfung der Irakischen Marine im Zweiten Golfkrieg sehr häufig zum Einsatz kam. Darüber hinaus können sie mit Stingray-Torpedos und Wasserbomben zu U-Boot-Bekämpfung, sowie mit einer Maschinenkanone ausgerüstet werden. Ursprünglich war der Lynx nur zur Stationierung auf Kampfschiffen vorgesehen, die für den Sea King zu klein waren. Inzwischen findet man ihn jedoch auf fast allen Schiffen der Royal Navy.

Der neueste Hubschrauber der FAA ist der Merlin HM1 . Dieser hat inzwischen den Sea King HAS6 in dessen Rolle zur U-Boot-Bekämpfung abgelöst und wurde auf Flugzeugträgern und einigen anderen Schiffen der Royal Navy stationiert. Der AgustaWestland EH101 ist auch ein Anwärter für den Ersatz des Sea King ASaC7 in dessen Rolle als luftgestütztes Frühwarnsystem auf den geplanten neuen britischen Flugzeugträgern.

Im Jahre 2000 wurden die Sea Harrier der FAA mit den Harrier GR7 der RAF zur Joint Force Harrier verschmolzen. Mit der Auflösung der 800 Naval Air Squadron hat die FAA 2004 damit begonnen, den Sea Harrier auszumustern. Am 28. März 2006 folgte die 801 Naval Air Squadron. Die 800 Naval Air Squadron wird mit Harrier GR9 neu formiert. Sobald diese ihre Tätigkeit aufgenommen haben wird auch die 801 NAS neu formiert werden.

[Bearbeiten] Zukunftspläne

Die Royal Navy plant ab 2012 ihre Harrier gegen die Lockheed Martin F-35 auszutauschen. Diese neuen Flugzeuge werden auf den ebenfalls neuen Flugzeugträgern der Queen-Elizabeth-Klasse Klasse stationiert werden, welche voraussichtlich drei mal so groß wie die aktuellen Träger sein werden, und jeweils Platz für 48 F-35 bieten.

[Bearbeiten] Erwähnenswerte Mitglieder des Fleet Air Arm

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Literatur

  1. Sea Your History - Interwar: Fleet Air Arm
  • Ray Sturtivant & Theo Ballance, The Squadrons of the Fleet Air Arm, Erstauflage 1994, Air Britain, Kent UK, ISBN 0-85130-223-8.
Commons Commons: Fleet Air Arm – Bilder, Videos und Audiodateien
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