Ferro-Meridian
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (Literatur, Webseiten oder Einzelnachweisen) versehen. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst gelöscht. Hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung. |
Der Ferro-Meridian war der neben dem Pariser Meridian bis 1884 am weitesten verbreitete Nullmeridian.
Er wurde erstmals im Jahre 150 von Claudius Ptolemäus verwendet. Der führende Astronom wählte das westliche Ende der damals bekannten Welt als Referenzpunkt, nämlich die Kanarische Insel Ferro (heutiger Name: El Hierro), und nannte sie „Isla del Meridiano“.
Als später westlichere Landpunkte entdeckt wurden, etwa 1432 die Azoren und 1492 Amerika, wurde immer wieder versucht, entsprechend neue Nullmeridiane festzulegen. Die Bemühungen blieben letztlich erfolglos, denn im April 1634 wurde von einem Gelehrtenkongress aller seefahrenden Nationen Ferro als Nullmeridian bestätigt. Dies geschah auch auf Druck Frankreichs, da der Ferro-Meridian im Rahmen der damaligen Messgenauigkeit so definiert werden konnte, dass er exakt 20°00' vom Pariser Meridian entfernt war. Dieser runde Wert erleichterte die Umrechnung in das französische System; ein weiterer Vorteil dieser Längenzählung waren „positive“ Werte für ganz Europa. Erst 1884 wurde Greenwich als Bezugspunkt international festgelegt.
Nach dem Ferro-Meridian sind zahlreiche Navigations- und Landkarten vom 17. bis ins 19. Jahrhundert ausgerichtet und auch die Landesvermessung (Gauß-Krüger-Meridianstreifen) von Österreich-Ungarn und Deutschland sowie weiterer Länder bis etwa 1990. Die Umrechnung zu Greenwich-Längen erfolgt mit dem
- international genormten Wert von 17° 40' 00" (siehe auch Hermannskogel und Rauenberg),
- während sich der ältere Wert von 17° 39' 46.02" aus der Europäischen Längenausgleichung von Theodor Albrecht (um 1890) ergeben hatte. Wegen einer absoluten Lotabweichung von 13–14" bei Wien und bei Berlin wurde aber letztlich der runde Wert festgelegt.

