Expedition – Wikipedia

Expedition

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Dieser Artikel erläutert die Expedition als Entdeckungs- oder Forschungsreise; zu anderen Bedeutungen siehe Expedition (Begriffsklärung).
Die Routen der Südseexpeditionen von James Cook

Expedition (lat. expeditio „Erledigung, Feldzug“) eine Reise in einer Gruppe in entlegenem, schwierigem und weglosem Gelände (nach Oxford Dictonary) zumeist als eine Entdeckungs- oder Forschungsreise.

Expeditionen wurden oftmals von Geographischen Gesellschaften im Auftrag der jeweiligen Regierungen durchgeführt. Gründe für Expeditionen waren früher häufig die Inbesitznahme neu entdeckter Gebiete als Kolonie oder Protektorat sowie bis in die Neuzeit die Suche nach Bodenschätzen (Exploration) aus wirtschaftlichen Gründen. Seit dem 18. Jahrhundert wurden Expeditionen häufig aus wissenschaftlichen Gründen zur Entdeckung von neuen Pflanzen- bzw. Tierarten unternommen und um herausragende geografische Ziele wie Nord- und Südpol zu erreichen. In der Neuzeit liegen oft sportliche Gründe den Expeditionszielen zugrunde.

Berühmte Expeditionen sind u.a. die Reisen des Christoph Kolumbus, Vasco da Gama, James Cook, Samuel de Champlain USA, Maximilian zu Wied-Neuwied USA, Carsten Niebuhr Arabien, Charles Darwin Südamerika, David Livingstone Afrika, Henry Morton Stanley Afrika, Eduard Schnitzer Geographen Afrika, Heinrich Barth Afrika, Alexander von Humboldt Südamerika, Ernest Shackleton Antarktis, Sven Hedin Arabien, Ladislaus Almásy Magreb Nordafrika, Karl Helbig Südostasien und Südamerika - siehe dazu auch Liste der Entdecker. Heutige Expeditionen mit sportlichen Höchstleistungen wurden unternommen von Reinhold Messner, Arved Fuchs, Rüdiger Nehberg.

Forschungsreisen als Expeditionen werden heute meist von Universitäten im Rahmen von wissenschaftlichen Projekten unternommen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Expeditionsvorbereitung

Bestandteil der Expeditionsvorbereitung ist die Planung - organisierte Reisen werden vor einer Durchführung erkundet und "eingelaufen" - mit dem Festlegen des oder der Ziele, der Beschaffung von Informationen durch Reise- und geographische Beschreibungen und die graphische Planung an Hand von großräumigen Übersichtskarten (Generalstabskarten 1:250.000 und größer) wie TPC-Luftfahrtkarten und die "Feinplanung" mit topographischen Karten 1:100.000 und kleiner. Ein Zeitplan zeigt den Ablauf der Expedition vor deren eigentlichen Beginn, während und danach. Ein Kosten- und Finanzplan legt den wirtschaftlichen Rahmen der Expedition fest. Entsprechend dem Vorhaben ist das Training nach der Trainingslehre - je nach Vorhaben bis zu einem Jahr - nach sportmedizinischer und ggf höhenmedizinischer Beratung durchzuführen.

[Bearbeiten] Ausrüstung

Die angemessene Ausrüstung ist neben der Verpflegung wichtiger Bestandteil der Expeditionsvorbereitung. Fehlende oder mangelhafte Ausrüstung kann schwerwiegende Folgen für die sicherer Durchführung haben und Rettungsmaßnahmen notwendig machen.

Zur Expeditionsausrüstung gehören Trekkingbekleidung, Zelt, Schlafsack und Isomatte, Trekking-Rucksack (bei Expeditionen im Alpinstil nicht unter 100 l) sowie Navigationsmittel wie Globales Navigationssatellitensystem - Global Positioning System oder Galileo (Satellitennavigation) die ein orientieren nach UTM-Koordinatensystem/MGRS ermöglichen sowie Karten und Kompass, Proviant aus Grundnahrungsmitteln als ungekühlter Regalware und Kocher, Erste Hilfe mit Medikamenten, Verbandmaterial und Kenntinisse in der Notfallmedizin wie Herz-Lungen-Wiederbelebung, Hypothermie mit Windchillfaktor sowie weitere medizinische Hilfsmittel. Als Rettungsmittel dienen Kommunikationsmittel wie Satellitenkommunikation, Funkgerät und COSPAS-SARSAT-Notfunksystem.

Zum Antransport und Fortbewegung werden auch Geländewagen oder Überschneefahrzeuge Bandvagn 206 (der auch in Dschungelgebieten eingesetzt wird), Hubschrauber wie Mil Mi-8 und Flugzeug mit STOL-Eigenschaft wie Dornier 228, Zugtiere, Schlittenhunde, Last-Tragtiere oder Träger eingesetzt - (Bezeichnung im Himalaya fälschlicherweise Sherpas) - in Küstengewässern und Feuchtgebieten auch Schlauchboote und Kajak oder Kanadier.

Die Lewis-und-Clark-Expedition

[Bearbeiten] Liste bekannter Expeditionen

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Johannes W. Grüntzig, Heinz Mehlhorn: Expeditionen ins Reich der Seuchen. Medizinische Himmelfahrtskommandos der deutschen Kaiser- und Kolonialzeit, Elsevier-Verlag, München 2005
  • Fergus Fleming, Annabel Merullo: Legendäre Expeditionen: 50 Originalberichte, National Geographic Verlag; 2. Auflage, November 2006
  • Matthias Hake: Expeditionshandbuch. Planung, Ausrüstung, Krisenmanagement. Pietsch Verlag Stuttgart, 1. Auflage 2005, ISBN 3-613-50490-1
  • Owen Beattie, John Geiger: Der eisige Schlaf: Das Schicksal der Franklin-Expedition, Piper Verlag; Mai 1998.
  • Ariane Audouin-Dubreuil: Expedition Seidenstraße: Mit den ersten Geländewagen von Beirut bis Peking National Geographic Verlag, August 2008.
  • Nigel Gifford: Expeditionen. Handbuch für Planung und Praxis: Konzeption, Finanzierung, Anreise, Nahrung, Ausrüstung, Logistik und Führung, ISBN-10: 3613500051
  • Sheppard, Tom: Vehicle-dependent Expedition Guide, ISBN 0-9532324-0-9

[Bearbeiten] Weblinks

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