Europäische Volkspartei – Wikipedia

Europäische Volkspartei

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Die Europäische Volkspartei (EVP) ist eine europäische politische Partei, die sich aus christlich-demokratischen und konservativ-bürgerlichen Mitgliedsparteien aus der gesamten Europäischen Union zusammensetzt. Im Europäischen Parlament ist die EVP Mitglied der Fraktion Europäische Volkspartei - Europäische Demokraten. Die Youth of the European People's Party (YEPP, deutsch: Jugend der Europäischen Volkspartei) ist die Jugendorganisation der Europäischen Volkspartei (EVP).

Die EVP wurde am 8. Juli 1976 in Luxemburg von der CDU und CSU (Deutschland), der PSC und CD&V-N-VA (ursprünglich CVP) (Belgien), des CDS (Frankreich), der FG (Irland), der DC und der SVP (Italien), der CSV (Luxemburg) und der KVP, CHU und ARP (heute im Christen Democratisch Appèl (CDA) vereinigt) aus den Niederlanden gegründet. Der belgische Politiker Leo Tindemans wurde zum ersten Präsidenten der EVP gewählt.

Mittlerweile sind 40 Parteien aus 24 Mitgliedstaaten der EU Mitglieder der EVP, darunter die ÖVP, die französische UMP und der spanische Partido Popular. Parteien aus Bulgarien, Kroatien, Norwegen, Rumänien und der Schweiz sind assoziierte Mitglieder der EVP. Parteien wie die türkische AKP haben den Beobachterstatus. Seit 1990 ist der ehemalige Ministerpräsident Belgiens Wilfried Martens Präsident der EVP.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Generalsekretäre der EVP

Zeitraum Generalsekretär Land
1976 bis 1983 Jean Seitlinger Frankreich
1983 bis 1994 Thomas Jansen Deutschland
1994 bis 1999 Klaus Welle Deutschland
1999 bis 2002 Alejandro Agag Spanien
Seit 2002 Antonio Lopez-Isturiz Spanien

[Bearbeiten] Die Geschichte der Europäischen Volkspartei

Am 8. Juli 1976 wird die Europäische Volkspartei in Luxemburg gegründet und der Belgier Leo Tindemans zum ersten Präsidenten gewählt. 1978 findet der I. Kongress der EVP in Brüssel statt, auf dem das politische Programm verabschiedet wird.

Vor der ersten direkten Wahl zum Europaparlament 1979, wird auf dem II. Kongress die Wahlplattform verabschiedet. Die EVP gewinnt 107 der 419 Sitze im Parlament. Durch den Beitritt Griechenlands zur Europäischen Gemeinschaft 1981 erhöht sich die Zahl der Sitze im Europäischen Parlament auf 434, die Anzahl der Abgeordneten, die zur EVP gehören, auf 117. Im Jahr 1983 werden die Sekretariate der EUCD und der EVP in Brüssel zusammengelegt und der deutsche CDU-Politiker Thomas Jansen zum Generalsekretär der EVP und EUCD gewählt.

Auf dem V. Kongress 1984 in Rom verabschiedet die Partei das Aktionsprogramm für die zweite direkte Wahl zum Europäischen Parlament. Die EVP gewinnt 110 Sitze in der zweiten direkt gewählten Legislaturperiode. Die Niederländer Piet Bukman (Christen Democratisch Appèl) wird 1985 zum Nachfolger von Leo Tindemans gewählt, der das Amt des Präsidenten seit der Gründung der EVP innehatte.

1986 treten Spanien und Portugal der Europäischen Gemeinschaft bei und die Anzahl der Sitze im Europäischen Parlament erhöht sich auf 518. Die portugiesische PSD, die spanische PDP (später in Democracia Cristiana umbenannt), die katalanische UDC und die baskische PNV (baskische Nationalisten) werden Mitglied der EVP. Die EVP-Gruppe im Parlament vergrößert sich dadurch um 9 MEPs auf insgesamt 118 Mitglieder. Im März 1986 tritt ein französischer MEP der Gruppe bei, die somit 119 Mitglieder zählt. Jacques Santer wird 1987 zum Präsidenten der EVP gewählt. Auf dem VII. Kongress der EVP in Luxemburg wird das Arbeitsprogramm "On the People's Side" angenommen.

Nach der dritten direkten Wahl zum Europäischen Parlament im Juni 1989 treten die spanischen Parlamentarier der Partido Popular der EVP-Fraktion bei. Der ehemalige belgische Premierminister Wilfried Martens wird 1990 zum Präsidenten der EVP gewählt. Auf dem VIII. Kongress in Dublin wird das EVP-Programm für die Europäische Union verabschiedet. Der spanische Partido Popular wird 1991 Mitglied der EVP, die Österreichische Volkspartei, die schwedische KDS und die maltesische Partit Nazzjonalista werden als assoziierte Mitglieder der EVP zugelassen.

1992 beschließen konservative MEPs aus Großbritannien und Dänemark zusammen mit einigen Mitgliedern der französischen UDF, der Fraktion der EVP als alliierte Mitglieder beizutreten, wodurch diese auf 162 Mitglieder anwächst. Konservative Parteien aus Skandinavien werden 1993 als ständige Beobachter der EVP eingeladen. Auf dem X. Kongress in Brüssel wird das Aktionsprogramm „Europa 2000 - Einheit und Vielfalt“ für die vierte Legislaturperiode des Europäische Parlament angenommen.

Nach der Gründung des Rats der Regionen im Jahr 1994 als neue Institution der Europäischen Union wird die EVP-Gruppe innerhalb des Rat der Regionen mit 85 Mitgliedern unter dem Vorsitz des Belgiers Jos Chabert formiert. Die Schweizerische Volkspartei und die zypriotische Democratic Rally werden als assoziierte Mitglieder zugelassen. Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament im Juni gewinnt die EVP 125 Sitze. Durch die Integration ähnlich denkender konservativer Parlamentarier aus Großbritannien, Dänemark und französischer Liberaler wächst die EVP-Fraktion auf insgesamt 157 Mitglieder an. Der Deutsche Klaus Welle wird zum Generalsekretär der EVP und EUCD gewählt.

Die finnische Kansallinen Kokoomus, die schwedische Moderata Samlingspartiet and Kristdemokratiska Samhällspartiet, die dänische Konservative Volkspartei, die Österreichische Volkspartei, die beiden italienischen Parteien Centro Cristiano Democratico (CCD) und Cristiani Democratici Uniti (CDU) werden Vollmitglieder und die norwegische Høyre assoziiertes Mitglied der EVP. Die Europäische Union der Senioren (ESU) wird ebenfalls 1995 gegründet. Die SME-Union wird 1996 gegründet. Im Februar werden sieben Parteien aus Mittel- und Osteuropa Kandidaten für den Beobachterstatus.

Auf dem XIII. Kongress 1999 in Brüssel wird das Aktionsprogramm für 1999 bis 2004 mit dem Titel "Auf dem Weg in das 21. Jahrhundert" verabschiedet. Alejandro Agag wird als Nachfolger von Klaus Welle, der zum Generalsekretär der EVP-Fraktion im Parlament ernannt wird, zum Generalsekretär der EVP und EUCD gewählt. Am 10. Oktober 2000 wird Wilfried Martens zum Präsidenten und Alejandro Agag zum Generalsekretär der Internationalen Christdemokraten gewählt. Der Status als assoziiertes Mitglied erhalten in diesem Jahr die lettische Tautas Partija, die slowakische SMK-MKP, die tschechische US und die ungarische FKGP und FIDESZ - MPP. Auf dem XIV. EVP-Kongress im Januar 2001 in Berlin wird das Grundsatzdokument "Eine Union der Werte" verabschiedet. Die ungarische MDF wird assoziiertes Mitglied, die italienische UDEUR und das französische RPR werden Vollmitglieder.

Im März 2002 akzeptiert das politische Büro den Vorschlag Alejandro Agag durch Antonio Lopez-Isturiz als Generalsekretär zu ersetzen, was auch geschieht. Die EVP-Gruppe für der Konvent für eine Verfassung für Europa wird auf Vorschlag von Wilfried Martens gegründet. Der Schweizer Evangelischen Volkspartei und der slowakischen KDH wird der Status als assoziierte Mitglieder gewährt. Die slowakische SDKÚ wird als Beobachter zugelassen. Im Oktober wird auf dem XV. Kongress in Estoril das Kongressdokoment „Die Verfassung für ein starkes Europa“ (Vertrag über eine Verfassung für Europa) angenommen.

[Bearbeiten] Mitglieder, Mitgliedsparteien

(Alphabetisch nach Ländern sortiert)

Kürzel Name der Partei Land
CDH Centre Démocrate Humaniste Belgien (Wallonie)
CD&V Christen Democratisch en Vlaams Belgien (Flandern)
BNZS-NS Balgarski Zemedelski Naroden Sajuz – Naroden Sajuz (Bulgarische Agrarische Volksunion) Bulgarien
DSB Demokraten für ein starkes Bulgarien Bulgarien
DP Demokraticeska Partija Bulgarien
GERB GERB (Bürger für eine europäische Entwicklung Bulgariens) Bulgarien
SDS Union der Demokratischen Kräfte Bulgarien
KD Kristendemokraterne Dänemark
KF Det Konservative Folkeparti Dänemark
CDU Christlich Demokratische Union Deutschland
CSU Christlich-Soziale Union in Bayern Deutschland (Bayern)
RP Ühendus Vabariigi Eest - Res Publica (Union für die Republik - Res Publica) Estland
IL Isamaaliit (Vaterlandsunion) Estland
KOK Kansallinen Kokoomus-Samlingspartiet Finnland
UMP Union pour un mouvement populaire Frankreich
ND Nea Dimokratia Griechenland
FG Fine Gael (Familie der Iren) Irland
UDC Unione dei Democratici Cristiani e Democratici di Centro (UDC) Italien
UDEUR Popolari-Unione Democratici per l'Europa (UDEUR) Italien
FI Forza Italia Italien
SVP Südtiroler Volkspartei Italien (Südtirol)
TP Tautas Partija (Volkspartei) Lettland
JL Jaunais Laiks (Neue Zeit) Lettland
TS-LKD Tėvynės sąjunga - Lietuvos krikščionys demokratai (Vaterlandsunion - Christdemokraten) Litauen
CSV Chrëschtlech Sozial Vollékspartei Luxemburg
PN Partit Nazzjonalista Malta
CDA Christen Democratisch Appèl Niederlande
ÖVP Österreichische Volkspartei Österreich
PO Platforma Obywatelska (Bürgerplattform) Polen
PSL Polskie Stronnictwo Ludowe (Polnische Volkspartei) Polen
PSD Partido Social Democrata Portugal
UDMR Uniunea Democrată a Maghiarilor din România/Romániai Magyar Demokrata Szövetség (Demokratische Union der Ungarn in Rumänien) Rumänien
PD Partidul Democrat Liberal Rumänien
PNŢCD Partidul Naţional Ţărănesc Creştin Democrat Rumänien
KD Kristdemokraterna Schweden
M Moderata samlingspartiet Schweden
SDKÚ-DS Slovenská Demokratická a Kresťanská Únia - Demokratická strana (Slowakische Demokratische und Christliche Union - Demokratische Partei) Slowakei
SMK-MKP Strana Maďarskej Koalície/Magyar Koalíció Pártja (Partei der ungarischen Koalition) Slowakei
KDH Kreťansko-Demokratické Hnutie (Christlich-Demokratische Bewegung) Slowakei
NSI Nova Slovenija - Krščanska Ljudska Stranka Slowenien
SDS Slovenska Demokratska Stranka (Slowenische Demokratische Partei) Slowenien
SLS Slovenska Ljudska Stranka (Slowenische Volkspartei) Slowenien
PP Partido Popular Spanien
UDC Unió Democràtica de Catalunya Spanien (Katalonien)
KDU-ČSL Křesťanská a demokratická unie - Československá strana lidová (Christliche und Demokratische Union - Tschechoslowakische Volkspartei) Tschechien
ODS Občanská demokratická strana (Demokratische Bürgerpartei) Tschechien
MDF Magyar Demokrata Fórum Ungarn
Fidesz-MPSZ Fidesz-Magyar Polgári Szövetség (Fidesz – Ungarischer Bürgerbund) Ungarn
DISY Dimokratikos Synagermos (Demokratische Versammlung) Zypern

[Bearbeiten] Assoziierte Parteien

Kürzel Name der Partei Land
HDZ Hrvatska demokratska zajednica (Kroatische Demokratische Union) Kroatien
Høyre Høyre Norwegen
CVP Christlichdemokratische Volkspartei Schweiz
EVP Evangelische Volkspartei Schweiz

[Bearbeiten] Parteien mit Beobachterstatus

Kürzel Name der Partei Land
PDSH Partia Demokratike e Shqiperise Albanien
PDR Partia Demokrate e Re (Neue Demokratische Partei) Albanien
SDA Stranka Demokratske Akcije Bosnien und Herzegowina
HDZBiH Hrvatska Demokratska Zajednica Bosne i Hercegovine (Kroatische Demokratische Union Bosniens und Herzegowinas) Bosnien und Herzegowina
PDP Partija Demokratskog Progresa Bosnien und Herzegowina
KD Suomen Kristillisdemokraatit Finnland
DC Demokratski centar Kroatien
HSS Hrvatska seljačka stranka (Kroatische Bauernpartei) Kroatien
VMRO-DPMNE Vnatrešna Makedonska Revolucionerna Organizacija-Demokratska Partija na Makedonija za Nacionalno Edinstvo Makedonien
PPCD Partidul Popular Crestin Democrat Moldawien
KRF Kristelig Folkeparti Norwegen
PDCS Partito Democratico Cristiano Sanmarinese San Marino
DSS Demokratska Stranka Srbije Serbien
DHSS Demohrišćanska Stranka Srbije Serbien
G17+ G17 Plus Serbien
AKP Adalet ve Kalkınma Partisi (Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei) Türkei
Ruch Narodnyj Ruch Ukrajiny Ukraine
NU Nascha Ukrajina Ukraine
AHP Abjadnanaja Hramadsjanskaja Partyja Weißrussland
PBNF Partyja BNF (Belaruski Narodny Front "Adradschenje") Weißrussland

[Bearbeiten] Literatur

  • Thomas Jansen: Die Entstehung einer Europäischen Partei. Vorgeschichte, Gründung und Entwicklung der EVP. Europa-Union-Verlag, Bonn 1996, ISBN 3771305268.
  • Hans-Joachim Veen, Urs Altermatt, Thomas Jansen, Klaus Welle: Schweiz, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Europäische Demokratische Union (EDU), Europäische Volkspartei (EVP). Schöningh, Paderborn 2000, ISBN 3506793519 (Christlich-demokratische und konservative Parteien in Westeuropa, Bd. 5).

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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