Essen-Altendorf
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Altendorf |
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| Koordinaten | 51° 27′ 39″ N, 6° 58′ 37″ O51.4608333333336.976944444444562Koordinaten: 51° 27′ 39″ N, 6° 58′ 37″ O | |
| Höhe | 62 m ü. NN | |
| Fläche | 2,49 km² | |
| Einwohner | 20.348 (30. Sep. 2008) | |
| Bevölkerungsdichte | 8172 Einwohner/km² | |
| Eingemeindung | 1. Aug. 1901 | |
| Stadtteilnummer | 07 | |
| Bezirk | Stadtbezirk III Essen-West | |
| Quelle: Statistik der Stadt Essen | ||
Essen-Altendorf ist ein Stadtteil im Westen der Stadt Essen. Als selbstständige Bürgermeisterei trug Altendorf die Bezeichnung Altendorf (Rheinland).
Die gleichnamige im Essener Süden an der Ruhr gelegene Gemeinde Altendorf (Ruhr) erhielt nach der Eingemeindung nach Essen die Bezeichnung Essen-Burgaltendorf.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Frühe Geschichte
Der Name Altendorf stammt von der Bezeichnung „Altes Dorf“, welches aus Oberdorf und Unterdorf bestand. Im Unterdorf befand sich der fränkische Oberhof Ehrenzell, der um 800 am Hellweg gegründet und erstmals 966 in einer Schenkungsurkunde Kaiser Ottos I. erwähnt wurde. Der Hof gehörte seitdem zum Damenstift Essen. Dem Oberhof Ehrenzell waren im heutigen Gebiet von Essen, Mülheim, Oberhausen 56 Höfe wie beispielsweise der Lepkeshof in Oberhausen unterstellt und abgabenpflichtig.
1220 wurde Altendorf in der Vogteirolle des Grafen Isenberg als Altendorpe erwähnt. Die Bauernschaft Altendorf wurde gemeinsam mit Frohnhausen und Holsterhausen auch als Dreibauernschaftsquartier bezeichnet.
Nach der Säkularisation und der Schaffung einer neuen Verwaltungsstruktur gehörte Altendorf ab 1857 zur Munizipalität Borbeck.
[Bearbeiten] Industrialisierung
Bereits 1575 wurde die erste Zeche erwähnt, die Zeche Vereinigte Hagenbeck. Mit dem Beginn der Industrialisierung wurde Altendorf durch Zechen und die Fabriken der Firma Krupp im angrenzenden Westviertel geprägt. Auf dem Gebiet von Altendorf befanden sich unter anderen die Zeche Schölerpad, die bereits 1678 zunächst Stollenbergbau betrieb, die Zeche Helene-Amalie und die Zeche Vereinigte Sälzer & Neuack. Zeche Helene-Amalie, benannt nach Helene Amalie Krupp, gilt als eine der frühesten Mergelzechen des Ruhrgebietes, Sälzer & Neuack als erste Tiefbauzeche.
Bedingt durch die Entwicklung der Krupp-Fabriken im 19. Jahrhundert stieg die Bevölkerung Altendorfs explosionsartig an. Bei Gründung der Gemeinde Altendorf war sie die größte Landgemeinde Preußens. Im Osten der Gemeinde erbaute die Firma Krupp ab 1871 die Arbeiterkolonie Kronenberg, eine der ersten Krupp´schen Arbeitersiedlungen. Die Siedlung bestand aus rund 1.500 Wohneinheiten. Ihre Lage erstreckte sich von der Altendorfer Straße bis Bahnhof Altendorf-Süd (heute Essen-West).
Am 1. Januar 1874 wurde aus den Orten Altendorf, Frohnhausen und Holsterhausen die Gemeinde Altendorf mit eigenem Bürgermeisteramt. Erster und einziger Bürgermeister von Altendorf war Wilhelm Kerckhoff aus Kleve. Die Verwaltung zog zunächst in ein angemietetes Haus in der Margarethenstraße in Frohnhausen. Es wurde aber bereits ein Grundstück gekauft, um ein eigenes Rathaus zu errichten, welches am 1. Juli 1876 bezogen wurde. Heute erinnert der Straßenzug Altendorfplatz in Frohnhausen an den Standort des Rathauses. Am 23. August 1893 fuhr erstmals eine elektrisch betriebene Straßenbahn auf der Strecke Borbeck-Essen durch Altendorf.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Altendorf durch die unmittelbare Lage an den Krupp-Fabriken, die sehr stark an der Rüstungsindustrie beteiligt waren, durch alliierte Bombenangriffe weitestgehend zerstört. Eine Momentaufnahme zeigt der September 1943, wo am ehemaligen Krämerplatz, heute an der Haedenkampstraße, eines von mehreren über die Stadt verstreuten Arbeiterlagern der Firma Krupp war. Mehr als 13.000 Kriegsgefangene aus Russland, Weißrussland und der Ukraine beschäftigte die Firma Krupp in dieser Zeit in ihren Betrieben. Sie lebten auch hier am Krämerplatz in menschenunwürdigen Verhältnissen.
[Bearbeiten] Kirchen
1892 wurde die katholische Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt (Altendorfer Dom) eingeweiht. Am 26. Juli 1903 folgte die Evangelische Christuskirche. 1907 wurde die Kirche St. Anna und, als letzte Kirche im Stadtteil, 1958 die Kirche St. Clemens Maria Hofbauer erbaut. Alle drei katholischen Kirchen wurden 2008 mit anderen Gemeinden aus Frohnhausen, Holsterhausen und der Margarethenhöhe zur neuen Großgemeinde St. Antonius Essen-Altendorf zusammengeschlossen.
[Bearbeiten] Straßennamen
An die Geschichte des Stadtteils sowie die ursprünglichen Höfe und ihre Familien erinnern in Altendorf zahlreiche Straßennamen: Drügeshofstraße, Ehrenzeller Straße, Grieperstraße, Haskenstraße, Hüttmannstraße, Husmannshofstraße, Oberdorfstraße, Rüselstraße, Rullichstraße, Sursstraße, Tholstraße, Unterdorfstraße, Weuenstraße.[1]
Aufgrund einer im Jahre 1872 vom Düsseldorfer Regierungspräsidenten angeordneten Reform, wurden in der Gemeinde Altendorf erst 1897 alle Straßen mit Namen und Hausnummern versehen.
[Bearbeiten] Charakter
Altendorf, als einer der bevölkerungsreichsten Stadtteile Essens, ist geprägt von dichter Wohnbebauung und einigen Gewerbegebieten. Er ist stark durch den Verkehr auf den den Stadtteil durchschneidenden Hauptverkehrsadern Altendorfer Straße und Helenenstraße/Oberdorfstraße belastet.
Interessant ist die im südlichen Teil Altendorfs gelegene Hirtsiefer Wohnsiedlung, welche nach dem Zentrumspolitiker Heinrich Hirtsiefer benannt wurde. Der nördliche Bereich ist geprägt durch Arbeitersiedlungen und Schrebergartenkolonien. Bedingt durch den Strukturwandel im Ruhrgebiet ist Essen-Altendorf seit 1998 ein Stadtteil mit besonderem Erneuerungsbedarf. Knapp 20 Prozent der Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund[2].
Im Jahre 2005 entstand das City-Center Altendorf, welches im Rahmen der Umstrukturierung des Krupp-Gürtels auf dem Gelände an der Altendorfer Straße/Ecke Haedenkampstraße, direkt gegenüber dem Real-Markt, erbaut wurde. Dort finden sich neben Geschäften des täglichen Bedarfs auch verschiedene Dienstleister und Gastronomiebetriebe.
Im Stadtteil gibt es drei Grundschulen, wobei die beiden Grundschulen Hüttmannstraße und Markscheide ab dem Schuljahr 2008/2009 zu einer Grundschule Altendorf zusammengelegt werden. Als weiterführende Schulen hat Altendorf die 1972 eröffnete Gesamtschule Bockmühle und eine kaufmännische Berufsschule, das Erich-Brost-Berufskolleg.
[Bearbeiten] Verkehr
[Bearbeiten] Straßenverkehr
Durch Altendorf verlaufen zwei stark von Durchgangsverkehr befahrene Hauptstraßen:
- Altendorfer Straße: Die Altendorfer Straße, die ein Teil der Bundesstraße 231 ist, durchquert den Stadtteil in West-Ost-Richtung. Sie ist bedeutende Verkehrsader zwischen der Essener Innenstadt, dem Stadtbezirk Borbeck sowie der westlichen Nachbarstadt Oberhausen.
- Helenenstraße/Oberdorfstraße: Der Straßenzug verläuft in Nord-Süd-Richtung in der östlichen Hälfte des Stadtteils. Er verbindet Bergeborbeck mit Holsterhausen und Frohnhausen.
Die Kreuzung beider Straßenzüge befindet sich in der östlichen Stadtteilhälfte und wird nach dem dort befindlichen Umsteigeknoten im Straßenbahnnetz meist als Kreuzung Helenenstraße bezeichnet.
[Bearbeiten] Öffentlicher Personennahverkehr
Im öffentlichen Personennahverkehr wird Altendorf durch die Essener Verkehrs-AG von fünf Straßenbahnlinien, drei tagsüber verkehrenden Buslinien sowie drei Nachtbuslinien bedient. Alle Straßenbahnlinien und Nachtbuslinien bedienen die Haltestelle Helenenstraße, die als wichtiger Umsteigeknoten dient. An ihr befindet sich auch die am stärksten befahrene höhengleiche Kreuzung der Stadtbahn- und Straßenbahnnetze im Ruhrgebiet. Im Einzelnen verkehren in Altendorf folgende Linien des öffentlichen Personennahverkehrs (Stand: April 2008):
| Linie | Verkehrsträger | Linienweg | Linienweg in Altendorf |
|---|---|---|---|
| 101 | Straßenbahn | Borbeck – Bergeborbeck – Altendorf – Innenstadt – Hauptbahnhof (– Rüttenscheid – Bredeney) | Jahnplatz – Helenenstraße |
| 103 | Straßenbahn | Dellwig – Borbeck – Bochold – Altendorf – Innenstadt (– Hauptbahnhof / Huttrop – Steele) | Bockmühle – Helenenstraße |
| 105 | Straßenbahn | Frintrop – Bochold – Altendorf – Innenstadt – Hauptbahnhof – Bergerhausen – Rellinghausen | Bockmühle – Helenenstraße |
| 106 | Straßenbahn | (Bergeborbeck –) Altendorf – Holsterhausen – Rüttenscheid – Südostviertel – Hauptbahnhof – Innenstadt – Altenessen | (Jahnplatz –) Helenenstraße – Westbahnhof |
| 109 | Straßenbahn | Frohnhausen – Altendorf – Innenstadt – Huttrop – Steele | Westbahnhof – Helenenstraße |
| 160 | Bus | Borbeck – Bochold – Altendorf – Frohnhausen – Holsterhausen – Rüttenscheid – Huttrop – Frillendorf – Stoppenberg | Schölerpad – Bockmühle |
| 161 | Bus | Altendorf – Frohnhausen – Holsterhausen – Rüttenscheid – Huttrop – Frillendorf – Stoppenberg | Schölerpad – Bockmühle |
| 186 | Bus | Bottrop – Dellwig – Borbeck – Schönebeck – Bochold – Altendorf | Schölerpad |
| NE11 | Nachtbus | Hauptbahnhof – Innenstadt – Altendorf – Bochold – Frintrop – Oberhausen | Helenenstraße – Bockmühle |
| NE12 | Nachtbus | Hauptbahnhof – Innenstadt – Altendorf – Bergeborbeck – Borbeck – Dellwig – Borbeck | Helenenstraße – Jahnplatz |
| NE14 | Nachtbus | Bergeborbeck – Altendorf – Frohnhausen – Holsterhausen – Rüttenscheid – Huttrop – Steele – Kray | Jahnplatz – Helenenstraße – Bockmühle |
[Bearbeiten] Literatur
- H. Westphalen: Bilder und Erinnerungen aus Essen-Altendorf; Klartext Verlag, Essen 2006.
[Bearbeiten] Weblinks
- Stadtteilportrait auf der Homepage der Stadt Essen
- Essener Landmatrikel von 1668
- Soziale Stadt NRW: Stadtteil-Profil Essen-Altendorf
[Bearbeiten] Quellen
- ↑ Dickhoff, Erwin: Essener Straßen, Stadtgeschichte im Spiegel der Straßennamen. Essen ²1986
- ↑ Broschüre der Stadt Essen: Essen im Westen
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