Erschießung – Wikipedia

Erschießung

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Manet: Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko

Eine Erschießung ist die Hinrichtung eines Gefangenen bzw. Vollstreckung eines Todesurteils durch den Gebrauch von Schusswaffen. Im militärischen Bereich spricht man von Füsilieren (von frz. fusil = Gewehr), in älterem Jargon hieß es an die Wand stellen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Methoden

[Bearbeiten] Erschießung durch Peloton

Meist wird der Todeskandidat an eine Mauer gestellt bzw. an einen Pfahl gebunden. Oft verbindet man ihm auch die Augen, aber mancher lehnt dies auch ab. Offizielle Erschießungen werden von mehreren Schützen durchgeführt (Peloton), die oft auch unfreiwillig diesem Befehl Folge leisten müssen, um nicht zum Befehlsverweigerer zu werden. Teilweise werden als Gewissenshilfe Platzpatronen und scharfe Munition gemischt. So weiß keiner der Schützen, ob wirklich er selbst den tödlichen Schuss abgegeben hat.

Erschießungen in dieser Form gelten nach dem soldatischen Ehrenkodex als „ehrenvoll“, weshalb man sie Kriegsverbrechern, oft auch Spionen, gewöhnlich verweigert. Als Hinrichtungsart für zivil verhängte Todesurteile sind sie selten; sie wurden in der Regel in Kriegszeiten bzw. nach Militärstrafrecht durchgeführt. Eine Ausnahme von dieser Regel stellt die Praxis in Bayern zwischen dem 12. Juli 1919 und dem 1. April 1924 dar. In dieser Periode wurden sämtliche durch die Volksgerichte verhängten Todesurteile – auch solche wegen krimineller Verbrechen – durch Pelotons des Militärs oder der Landespolizei vollstreckt.

[Bearbeiten] Genickschuss

Eine weitere Art des Erschießens ist der Genickschuss, wobei eine Feuerwaffe direkt an das Genick des zu Tötenden gehalten wird. Diese Methode der Erschießung wurde auch in so genannten Genickschussanlagen durchgeführt.

[Bearbeiten] Unerwarteter Nahschuss

Eine Variante ist der unter anderem in der ehemaligen DDR so genannte unerwartete Nahschuss. Direkt nachdem der Verurteilte die Mitteilung „Ihre Hinrichtung steht unmittelbar bevor“ bekommen hat, erschießt ihn der Vollstrecker, der unbemerkt hinter dem Verurteilten steht, durch einen Nahschuss.

[Bearbeiten] Anwendung

[Bearbeiten] USA

Im US-Bundesstaat Utah wurde bis 2004 das Erschießen neben der Giftspritze als eine Methode zur Ausführung der Todesstrafe „angeboten“, zwischen denen der Verurteilte wählen darf. Gary Gilmore, der erste Verurteilte, der nach dem kurzzeitigen Aussetzen der Todesstrafe in den USA 1977 hingerichtet wurde, wurde erschossen. Im Jahr 1996 wählte John Albert Taylor diese Methode. Heute erlauben nur noch Idaho und Oklahoma diese Hinrichtungsart, allerdings nur, falls die Hinrichtung durch die Giftspritze aus irgendwelchen Gründen unmöglich sein sollte. Die Verwendung dieser Hinrichtungsmethode in Utah und dem nördlich angrenzenden Idaho erklärt sich aus einer früheren mormonischen Tradition, nach der auch schwerste Verbrechen als vollständig gesühnt und aus der Welt geschafft galten, wenn der Verbrecher der Vergießung seines eigenen Blutes zustimmte; so konnte er soziale Nachteile für seine Familie vermeiden. Hinrichtungsarten, bei denen kein Blut floss, galten dafür als unzureichend.

[Bearbeiten] DDR

Die Vollstreckungsart des unerwarteten Nahschusses wurde von 1968 bis zur gesetzlichen Abschaffung der Todesstrafe im Jahr 1987 in der DDR angewandt. Die zentrale Hinrichtungsstätte befand sich in der Alfred-Kästner-Straße 48 in Leipzig-Connewitz. Bis 1968 wurde mit einem Fallbeil hingerichtet. Nach Beschwerden der Henker wurden seitdem Exekutionen durch sogenannten „Nahschuss ins Hinterhaupt“ vollzogen. Die Erschießung von Erwin Hagedorn am 9. Mai 1972 war die letzte zivile Hinrichtung in der DDR. Am 26. Juni 1981 wurde gegen den Hauptmann der Staatssicherheit Dr. Werner Teske das letzte Todesurteil in der DDR vollstreckt.

[Bearbeiten] Medizinische Betrachtung

Je nach der Körperregion, in welche die Kugel eindringt, stirbt der Erschossene an einer Vasovagalen Synkope, einer Schocksituation, an Verbluten oder an einer totalen Depolarisation.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Erschießung – Bilder, Videos und Audiodateien
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