Ernest Beutler
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Ernest Beutler (* 30. September 1928 in Berlin; †5. Oktober 2008 in San Diego) war ein deutsch-amerikanischer Mediziner und gilt als Pionier der Hämatologie.
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[Bearbeiten] Leben
Beutler wurde 1928 als zweites von drei Kindern einer deutsch-jüdischen Medizinerfamilie in Berlin geboren. Hier erhielt er auch früh Violinunterricht durch einen Freund der Familie, den bekannten Geiger Szymon Goldberg.[1] Im Alter von sieben Jahren emigrierte Ernest Beutler 1935 zusammen mit seiner Familie in die USA. Er wuchs in Milwaukee auf.
1943 kam Beutler über ein Förderungsprogramm an die Universität Chicago. Hier absolvierte er auch sein Medizinstudium und wurde 1950 im Alter von 21 Jahren promoviert. Während seiner Facharztausbildung arbeitete Beutler auch im Labor von Leon Jacobson, dem Entdecker des Erythropoetins.
Von 1953 bis 1955 war Beutler in der Malariaforschung der US-amerikanischen Streitkräfte tätig, u. a. auch in Fort Detrick. Nach einem kurzen Intermezzo an der medizinischen Fakultät der Universität Chicago wurde er 1959 Leiter der Abteilung für Innere Medizin am »City of Hope«-Krankenhaus, einer bekannten Krebsheilstätte in Duarte.
1979 wechselte er als Leiter der Abteilung für Molekulare und Experimentelle Medizin an das Scripps Research Institute in La Jolla. Beutler hatte diese Funktion bis zum seinem 80. Geburtstag inne. Er verstarb nur weniger Tage später.
[Bearbeiten] Werk
Beutler gilt als ein originärer und produktiver Denker im Fach Hämatologie. Insgesamt hat er mehr als 800 Publikationen, 19 Lehrbücher und über 300 Buchbeiträge verfasst.[1] Beutler war lange Jahre Mitherausgeber des Standardlehrbuchs Williams Hematology.
Er wurde insbesondere durch die Entdeckung des G-6-PD-Mangels[2] sowie durch seine Beiträge zur Knochenmarkstransplantation,[3] zur Rolle des X-Chromosoms bei Frauen[4] oder zur Diagnostik und Behandlung des Morbus Gaucher[5] bekannt. Beutler trug auch wesentlich zur Entwicklung des Zytostatikums Cladribin[6] bei.
Zusammen mit seinem Sohn Earl entwickelte Beutler auch das erste professionelle Literaturverwaltungsprogramm (Reference Manager).[7]
[Bearbeiten] Auszeichnungen
Beutler wurde 1975 mit dem renommierten Gairdner-Preis ausgezeichnet.[8] Dem kanadischen Medizinpreis wird zugeschrieben, dass seine Laureaten später oft den Nobelpreis erhielten.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b Rosse WF. Ernest Beutler: Independent Thinker and Astute Observer. Hematologist. 2008; 5:15.
- ↑ Beutler E, Dern RJ, Alving AS. The hemolytic effect of primiquine. III. A study of primiquine sensitive erythrocytes. J Lab Clin Med. 1954; 44:177-184.
- ↑ Beutler E, Blume K, Bross KJ et al. Bone marrow transplantation as the treatment of choice for 'good risk' adult patients with acute leukemia. Trans Assoc Am Physicians. 1979; 92:189-195. PMID 398617
- ↑ Beutler E, Yeh M, Fairbanks VF. The normal human female as a mosaic of X-chromosome activity: Studies using the gene for G-6-PD deficiency as a marker. Proc Natl Acad Sci USA. 1962; 48:9-16.
- ↑ Beutler E, Kuhl W, Trinidad F, Teplitz R, Nadler H. Beta-glucosidase activity in fibroblasts from homozygotes and heterozygotes for Gaucher's disease. Am J Hum Genet. 1971; 23:62-6. PMID 5581982
- ↑ Piro LD, Carrera CJ, Beutler E, Carson DA. 2-Chlorodeoxyadenosine: an effective new agent for the treatment of chronic lymphocytic leukemia. Blood. 1988; 72:1069-73. PMID 2901280
- ↑ Beutler E. Reference Manager. Science. 1987; 237:824. PMID 17771371
- ↑ Gairdner Foundation. Preisträger 1977-1968. Zugegriffen am 31. Oktober 2008.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Beutler, Ernest |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-amerikanischer Hämatologe |
| GEBURTSDATUM | 30. September 1928 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 5. Oktober 2008 |
| STERBEORT | San Diego |

