Erkrath
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| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Düsseldorf | ||||
| Kreis: | Mettmann | ||||
| Höhe: | 45 - 162 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 26,9 km² | ||||
| Einwohner: | 46.957 (31. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 1746 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 40699 | ||||
| Vorwahlen: | 0211, 02104, 02129, 02103 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | ME | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 1 58 004
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| Stadtgliederung: | 3 Ortsteile | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Bahnstraße 16 40699 Erkrath |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Arno Werner (CDU) | ||||
| Lage der Stadt Erkrath im Kreis Mettmann | |||||
Erkrath ist eine im Kreis Mettmann gelegene niederbergische Stadt in Nordrhein-Westfalen, unmittelbar östlich von Düsseldorf und gilt als Mittelzentrum. Von der Rheinebene aus betrachtet hat die Stadt bereits hügeligen Charakter. Durch Erkrath fließt die Düssel. Zur Stadt gehört auch die Fundstelle des Neandertalers und der größte Teil des eiszeitlichen Wildgeheges im weltberühmten Naturschutzgebiet Neandertal.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Erkrath liegt an den westlichen Ausläufern des Niederbergischen Landes in der Niederrheinischen Bucht.
Während die westliche Stadtgrenze zu Düsseldorf 46 Meter über NN liegt, erhebt sich der höchste Punkt der Stadt, an den Willbecker Höhen Richtung Haan-Gruiten, auf 168 Meter.
[Bearbeiten] Nachbarstädte
Erkrath grenzt an die Städte Hilden, Haan und Mettmann (allesamt Kreis Mettmann), sowie im Westen an die Landeshauptstadt Düsseldorf. Es ist die fünftgrößte Stadt des Kreises.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Erkrath war oftmals von Korrekturen der Stadtgrenzen betroffen. So wurden bei der Einrichtung der ersten eigenen Landbürgermeisterei 1898, der Gebietsreform der Rheinprovinz 1929 und der kommunalen Neugliederung des Landes Nordrhein-Westfalen 1975 diverse Honschaften oder Stadtteile ein-, beziehungsweise ausgegliedert. Die heutige Stadt Erkrath besteht seit 1975 aus den drei Ortsteilen (Alt)-Erkrath, Hochdahl und Unterfeldhaus. Daneben werden die Namen der ehemaligen Ortsteile Hochdahls, nämlich (Alt)-Hochdahl, Trills, Millrath, Willbeck, Kempen, Kemperdiek und Sandheide sowohl in amtlicher als auch in Umgangssprache, bei Presse und Beschilderung als Gliederungsbeschreibung der Stadt benutzt.
[Bearbeiten] Geschichte
Erkrath ist als Stadt noch sehr jung, es erhielt erst am 15. März 1966 von der Landesregierung NRW aus der Hand des damaligen Innenministers Willi Weyer die Stadterhebungsurkunde und ist damit die jüngste Gemeinde im Kreis Mettmann mit Stadtrechten.
[Bearbeiten] Vorzeit
Belege für eine Besiedelung durch Vertreter der Gattung Homo gibt es in dieser Region schon seit mehreren hunderttausend Jahren, beginnend beim Neandertaler (Homo neanderthalensis), dessen fossile Überreste unweit des Ortes in dem alten Gesteins, dem heutigen Neandertal, entdeckt wurden.[2] Auch die nachfolgenden „modernen“ Cro-Magnon-Menschen (Homo sapiens), von denen Steingeräte an selbiger Stelle aufgefunden wurden [3], lassen sich nachweisen.
[Bearbeiten] Zeitenwende
Römische Münzen fanden sich sowohl in Alt-Erkrath, als auch in Hochdahl.[4] Die Strata Coloniensis, eine wichtige Heer- und Handelsstraße führte von Köln kommend über Hilden nach Mettmann und Werden quer durch Hochdahl.[5] Auch der historische Fernhandelsweg Mauspfad, der von Genua über den Kleinen St. Bernhard, Basel, Mainz, Siegburg, (und dann vermutlich über Hilden, Knittkuhl, Ratingen, Duisburg) bis nach Holland oberhalb der von Überschwemmungen bedrohten Flusslandschaften des Rheins verlief, wird in dieser Gegend vermutet, da eine alte Wegbezeichnung Mauspfad existiert.
[Bearbeiten] Mittelalter
Der Ort Erkrath ist wesentlich älter als es die späte Stadtwerdung vermuten lässt. Der Name Erkrath wird erstmalig 1148 in zwei Urkunden des Stiftes Werden genannt. Bernherus de Everkrothe, ein liberos scabinos (Freischöffe), und Siegebertus de Everekrothe sind dort erwähnt.[6] Der Zeitpunkt der ersten Besiedlung des Ortes ist nicht feststellbar. Auch die Herkunft des Namens Erkrath (mundartlich Erkrot) ist nicht eindeutig zu bestimmen. Während die im Rheinland häufig vorkommende Endung -rath oder -rot/-rode auf eine Rodung hinweist (hier vermutlich auf die Jüngere Rodeperiode 800–1200), bezieht sich die erste Silbe oft auf den Namen beispielsweise eines Erstsiedlers. Ein Daniel de Erkerode wurde in den Jahren 1189, 1211, 1218 und 1237 viermal erwähnt. Im Jahre 1218 fand er sich als Miles (Ritter) beurkundet, der als Ritter im Gefolge des Grafen Adolf III. von Berg Kreuzzugsteilnehmer war und der Legende nach seinem sterbenden Herrn vor Damiette in Ägypten in letzter Stunde beigestanden hat. Dessen Stammsitz war vermutlich das Haus Bavier, im Spätmittelalter auch Schletzgut genannt, welches als Keimzelle des Ortes angesehen wird. Auch bei dem in einer Eheabrede von 1368 genannten Hof Erkenroide bei Geirensheim (gemeint ist das benachbarte Gerresheim, heute ein Stadtteil von Düsseldorf) wird es sich sehr wahrscheinlich um das Haus Bavier gehandelt haben.[7] Die Herren von Erkenrode waren vermutlich auch die Bauherren und ersten Patronatsherren der katholischen Pfarrkirche.
Bereits 1144 wird in einer Urkunde das Herrengut Haus Morp genannt. Der dort genannte Name Morafa bedeutet in etwa Moor oder fließendes Wasser. Die keltische Endung afa/apa steht für Gewässer, ehemals war Haus Morp also eine Wasserburg.
Zwischen 1148 und 1241 wurden neben den drei erwähnten Personen noch drei weitere Namensträger de Erkenrode/Erkenrodhe genannt, ohne dass jedoch feststellbar ist, in welchem Verwandtschaftsverhältnis sie zueinander standen oder ob sie jemals im Ort gelebt haben. Ursprünglich handelte es sich bei der Ansiedlung offenbar nur um den Hof Bavier, in einer Urkunde von 1377 wird Erkrath jedoch bereits ausdrücklich als Dorf bezeichnet.[8]
Im benachbarten Unterbach (seit dem Mittelalter Teil von Erkrath und erst seit 1975 ein Stadtteil von Düsseldorf) wird in einer Urkunde 1169 Heriman de Unterbeke erwähnt. Zugleich ist dies die erste Quelle für das Haus Unterbach, welches für die Stadtgeschichte von Bedeutung ist.[9] Das Patronatsrecht über die Kirchengemeinde hatten spätestens ab der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts die Herren des Hauses Unterbach inne, was einige Beurkundungen ab circa 1400 belegen. Das Haus Unterbach war ab dieser Zeit zudem der Fronhof der verschiedenen Güter der Umgebung. Für das Jahr 1484 ist die Gründung einer Schützenbruderschaft belegt.[10]
[Bearbeiten] Frühe Neuzeit/Dreißigjähriger Krieg
In der Zeit zwischen 1500 und 1800 blieb Erkrath ein unbedeutendes, von Landwirtschaft geprägtes Dorf. Lediglich die Besitzerwechsel des Hauses Unterbach und des Hofes Bavier, sowie Patronatsurkunden der Unterbacher Herren bezüglich der Kirchengemeinde legen Zeugnis über das Geschehen dieser Zeit ab. Über das Schicksal der Ortschaft während des Dreißigjährigen Krieges ist nichts bekannt. Da in der Umgebung Ratingen nahezu vollständig zerstört wurde und das nahe Gerresheim zweimal durch Söldnertruppen überrannt und gebrandschatzt wurde, wird Ähnliches für Erkrath nicht auszuschließen sein.[11] In den Karten über das Großherzogtum Berg aus der Zeit zwischen 1600 und 1750 ist die Ortschaft unter den Schreibweisen Erkrad, Erckraidt, oder Erckrat(h) als Kirchdorf an der Düssel zwischen den Nachbarorten Grutten (Gruiten), Schuyler (Schöller), Medman/Metman (Mettmann) und Gerissheim (Gerresheim) aufgeführt.
Auch in der ersten Landesaufnahme und geografischen Beschreibung des Großherzogtums Berg, der Topographia Ducatus Montani von Erich Philipp Ploennies, erschienen 1715, findet Erkrath namentliche Erwähnung:
„Von dem Ambt Metman: Es wird solches in das Ober und unterAmbt getheilet, das OberAmbdt hat 2 grose Kirchspiel, nemlich (1.) Metman und 2. Wülfrath: Das unterambt bestehet aus 4 Kirchspielen (1.) Gerresheim, 2. Erckrath, 3. Ellert, 4. Hubelrath. Die zwey erstgedachte Kirchspiel des OberAbts sind reformiert, die übrigen Catholisch. Das landt belangendt, ist solches über die maßen schön und gut, und wird dießes Ambt Vor eines Von den besten im ganzen Herzogthumb, gerechnet, weilen darinnen schöner frucht-wachs, Viehzucht, auch fischereyen zu finden; [...]“
– Topographia Ducatus Montani 1715 [12]
Auch die Häuser Unterbach und Morp sind als Adelichhaus oder Freye=höf in den Karten verzeichnet, das als Gesteins bezeichnete Neandertal wird kurz beschrieben.
[Bearbeiten] Vom Großherzogtum Berg zu Preußen
Nachdem die Ortschaft nahezu sieben Jahrhunderte zum Großherzogtum Berg gehört hatte, fiel Erkrath 1815 nach dem Wiener Kongress an das Königreich Preußen und wurde Bestandteil der Rheinprovinz. Im 19. Jahrhundert wurde der bisher bäuerliche Ort zunehmend durch die Industrialisierung geprägt, es gründeten sich Papierfabriken, Webereien, Bergbau-, Maschinen-, Eisen- und Stahlindustrien. Um 1830 wurde Erkrath das bergische Nizza oder die Lunge Düsseldorfs genannt, denn durch die Erschließung einer Heilquelle wurde es vorübergehend ein gut besuchter und weithin bekannter Kurort. Das große Kurhaus aus der damaligen Zeit ist erhalten geblieben, im Kurpark befinden sich noch die Liegehallen, Badehäuschen und einige Badeteiche. Als jedoch die Heilquelle um 1870 versiegte, war es mit dem Kurort, der von vielen Gicht- und Rheumakranken besucht worden war, endgültig vorbei. Es ist heute nicht mehr eindeutig zu klären, ob die Quelle schwefelhaltiges Heilwasser lieferte, es wird eher von einer Nutzung als Kaltwasser-Badeanstalt ausgegangen. Im Jahr 1842 wurde die erste Postanstalt errichtet.[13]
Ursprünglich verwaltungsrechtlich Bestandteil der Landbürgermeisterei Gerresheim, wurde Erkrath am 1. April 1898 zusammen mit den Ortschaften Unterbach, Hochdahl, Bruchhausen und Millrath eine selbstständige Landbürgermeisterei (ab 1927 als Amt Erkrath bezeichnet).[14] Zu dieser Zeit stieg die Einwohnerzahl, bedingt durch den Zuzug von Arbeitskräften der neuen Industrie in und vor allem um Erkrath (Kalkwerk Neandertal, Eisenhütte Hochdahl, Gerresheimer Glashütte) stark an.
Im Jahre 1929 brachte die Neuordnung des Landkreises Düsseldorf-Mettmann wesentliche Veränderungen mit sich. Teile von Morp und Ludenberg kamen hinzu, Hochdahl und Bruchhausen wurden ausgegliedert.
[Bearbeiten] Drittes Reich
Die Nationalsozialisten hatten bei der „Machtergreifung“ 1933 Schwierigkeiten, in Erkrath Fuß zu fassen. Dies war vor allem auf die Bevölkerungsstruktur und die Gegenwehr von Bürgermeister Hallauer zurückzuführen.
Die Erkrather Bevölkerung bestand zu einem Teil aus konservativ-katholischer Bauernschaft, die zumeist Zentrum wählte, zum anderen Teil aus SPD und vor allem KPD nahestehenden Arbeitern der regionalen Industrie [15]. Schon in den Jahren vor der Machtergreifung kam es zwischen KPD-Mitgliedern und SA-Truppen zu Schlägereien. Hervorzuheben ist die Ermordung des SS-Scharführers Kurt Hilmer durch Gerresheimer Kommunisten vor dem Gebäude der Erkrather NSDAP-Geschäftsstelle am 20. Juni 1932.[16][17] Hilmer wurde zu einem Märtyrer der Nazis, die Beschuldigten, auch unbeteiligte Erkrather Kommunisten, wurden hingerichtet.[18][19] Bürgermeister Werner Hallauer, der seitens der Ortsgruppenleitung scharf angegangen und ständig diskreditiert wurde [20][21], gegen diese agierte und diese sogar aufgrund einer nachgewiesenen Wahlmanipulation bei der Aufsichtsbehörde, dem Landkreis Düsseldorf-Mettmann, anzeigte, wurde 1935 zum Bürgermeister der Stadt Burscheid ernannt und somit „weggelobt“.[22] Die zwei Jahre vorher waren gekennzeichnet von ständigen Streitereien zwischen der Verwaltung unter Hallauer und dem Ortsgruppenleiter Tillmann.[23]
Die NSDAP setzte mit Heinrich Rasche am 17. Juni 1935 ein etabliertes Parteimitglied in dieses Amt ein.[24][25]
Während des Zweiten Weltkriegs kam es zwischen 1942 und 1945 zu Bombenabwürfen über der Stadt, die eigentlich dem nahegelegenen Düsseldorf gelten sollten, mit Sachschäden und einigen Dutzend Todesfällen.[26][27] Auch Zwangsarbeiter wurden in Erkrath eingesetzt, vor allem zur Unterstützung in der Landwirtschaft, der Beseitigung von Bombenschäden und zur Aushebung von Schützengräben, Panzersperren und ähnlichem.[28] Am 17. April 1945 marschierten amerikanische Truppen, von Unterbach kommend, in die Stadt ein, besetzten diese und befreiten sie von der nationalsozialistischen Herrschaft.[29] Letzte Versuche der Wehrmacht den Vormarsch aufzuhalten, unter anderem durch Sprengung eines Teiles der Autobahnbrücke, scheiterten.[30]
Am 14. Mai 1945 starben nördlich des Nord-Bahnhofes sieben Kinder, als diese unbeaufsichtigt mit liegengelassenen Granaten spielten, bei einer Blindgängerexplosion.[31] Der Heimatverein Ercroder Jonges regte die Aufstellung eines Denkmales an der Stelle des Geschehens zum Gedächtnis an.
Von einer am 21. November 1944 über Hochdahl-Trills abgeschossenen britischen Halifax-Maschine befand sich der Motor über Jahrzehnte auf dem Gelände eines Bauernhofes. Aufsehen erregte vor wenigen Jahren die Recherche Geschichtsinteressierter mit dem Auffinden eines der wenigen Überlebenden dieses Abschusses, eines ehemaligen kanadischen Soldaten, der nach über 60 Jahren erstmals wieder deutschen Boden betrat und Erkrath und die Absturzstelle besuchte.[32]
[Bearbeiten] Von 1945 bis heute
In der Nachkriegszeit stieg die Einwohnerzahl Erkraths, bedingt durch den Zuzug von Flüchtlingsfamilien, stark an. Nach und nach wurden rund um den Dorfkern weitere Wohngebiete erschlossen, was bis in die späten 1970er Jahre anhielt. Im Jahr 1955 wurde die 10.000-Einwohner-Grenze überschritten.[33] 1966 wurde Erkrath zur Stadt erhoben. Eine erhebliche Änderung erfuhren die Stadtgrenzen 1975 durch die Kommunale Neugliederung des Landes Nordrhein-Westfalen. Durch die Neubaugebiete in Hochdahl und Unterfeldhaus stiegen die Einwohnerzahlen bis an die 50.000-Einwohner-Grenze, ohne diese jedoch zu erreichen.
Jeder Ortsteil hat viele historisch gewachsene, oftmals früher selbständige Wohnplätze, Weiler, Höfe, Rittergüter und Kirchbezirke.
[Bearbeiten] Gebietsneugliederung
Im Jahre 1898 wurde Erkrath aus der Samtgemeinde Gerresheim ausgegliedert und somit selbstständig. Am 1. Januar 1975 wurde im Rahmen des vom NRW-Landtag beschlossenen Düsseldorf-Gesetz die Gemeinde Hochdahl wieder eingegliedert und der frühere Ortsteil Unterbach mitsamt der Naherholungsstätte Unterbacher See in die Stadt Düsseldorf eingemeindet,[34] so dass Erkrath heute aus den drei Ortsteilen (Alt-)Erkrath, Hochdahl und Unterfeldhaus besteht
[Bearbeiten] Alt-Erkrath
Alt-Erkrath ist keine amtliche Bezeichnung, sondern ein örtlich verbreiteter Begriff, um den Stadtteil der alten Kernstadt Erkrath von der Gesamtstadt mit allen Stadtteilen zu unterscheiden.
Durch Alt-Erkrath fließt die Düssel. Sehenswert sind die Güter und ehemaligen Wasserburgen Haus Morp (erwähnt 1144) und Haus Brück (erstmalige Erwähnung 1640, Brück gilt allerdings als um einiges älter),[35] sowie das Heiligenhäuschen am Römerweg, eine kleine Kapelle unbekannten Alters, die vermutlich in das späte 15. Jahrhundert datiert werden kann. Auch die Dammermühle, direkt an der Stadtgrenze zu Düsseldorf gelegen, ist mit der Ersterwähnung 1324 sehr alt.[36]
Das älteste Gebäude der Stadt, die katholische Kirche St. Johannes der Täufer, entstand als dreischiffige Pfeiler-Basilika vermutlich im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts.[37] Genaue Bau- und Fertigstellungsdaten, sowie die Bauherren sind heute nicht mehr feststellbar. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts wird in einer Urkunde ein Kaiserswerther Kanoniker Lodewicus, Pastor der Kirche zu Erkerode als Zeuge erwähnt, woraus man ableiten kann, dass der zu diesem Zeitpunkt noch sehr kleine Ort bereits eine Pfarrkirche hatte. Teile der ältesten Bausubstanz sind romanisch. Hermann von Alffter, im 15. Jahrhundert Glockengießer aus Alfter bei Bonn, schuf 1454 für die Pfarrkirche eine Glocke.[38] Die heute vorhandene barocke Schweifhaube des Turmes ist 1785 datiert. Sie wurde nach einem Blitzschlag 1855 teilerneuert.[39] Die Sakristei sowie die beiden kleinen Osttürme entstanden bei einer dringend notwendigen Erweiterung und Renovierung an der Wende zum 20. Jahrhundert. Über die Stauferzeit, die ersten 200 Jahre nach Fertigstellung, ist nichts bekannt, auch die Patronatsherren (vermutet werden die Besitzer des Hauses Bavier) sind nicht nachweisbar. Erst gegen 1400 werden die Herren des Hauses Unterbach als solche erwähnt, die sich nun zum Schutz und zur Instandhaltung der Kirche verpflichteten, die Pfarrer auswählten und einsetzten und das Recht hatten, in einer kleinen Seitenkapelle der Kirche (die 1901 durch den Anbau ersetzt wurde) bestattet zu werden.[40]
Eine evangelische Gemeinde existiert in Erkrath seit 1677.[41] Im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden der Umgebung blieb Erkrath überwiegend katholisch, da der Herr des Hauses Unterbach reformatorische Tendenzen bekämpfte. Die Besitzerin des Hauses Bavier gestattete den Protestanten jedoch, Gottesdienste im Gutshof abzuhalten, später schenkte sie der Gemeinde Grund, um dort eine erste kleine Fachwerkkirche zu errichten. Der erste Gottesdienst wurde dort am 1. November 1685 abgehalten. Ein Turm mit zwei Glocken wurde 1737 gebaut.[42] Da dieses Gebäude gegen Ende des 18. Jahrhunderts aus Platzgründen und wegen baulicher Mängel abgetragen werden musste, wurde zwischen 1828 und 1831 circa 200 Meter westlich der katholischen Kirche an der Bahnstraße der heutige Kirchenbau im Stil einer rheinischen Pfarrkirche erbaut.[43] [44] Das zunächst flache Dach des Turmes wurde 1885/86 nach der Anschaffung von drei Glocken durch die heutige Spitzhaube ersetzt.[45]
In Alt-Erkrath selbst leben heute etwa 13.000 der insgesamt rund 46.800 Einwohner der Stadt.
[Bearbeiten] Hochdahl
→ Hauptartikel: Hochdahl
Hochdahl ist der größte und östliche Stadtteil von Erkrath. Durch den Ort fließt der Sedentaler Bach. Die Größe Hochdahls beträgt circa 1.300 ha bei ungefähr 30.000 Einwohnern.
Der Name des Ortsteiles geht aus einem 1392 erstmalig erwähnten Hof namens Ym Dale und einem 1416 genannten Hof mit dem Namen Uf dem Dahl hervor, die sehr wahrscheinlich identisch waren.[46] Der Name Hochdahl als offizielle Ortschaftsbezeichnung wurde aber erst 1938 eingeführt, vorher wurde der Name nur als Bezeichnung für die Bahnstation der Düsseldorf-Elberfelder Bahn genutzt, da der (im Jahr 1969 abgetragene) Hochdahler Hof dem Bahnhof am nächsten war. Die Siedlungen der damaligen Zeit wurden unter der Ortsbezeichnung Millrath geführt und waren anfangs Teil des Amtes Mettmann (bis 1806), der Bürgermeisterei Haan (bis 1894) und danach der Bürgermeisterei, später Amt Gruiten.[47] Der Ortsteil Millrath ist wesentlich älter als Hochdahl. Eine erste Erwähnung Milroyde, hieraus lässt sich eine Rodung eines Siedlers namens Milo ableiten (die Vermutung, dass der Ortsname auf die Existenz einer Mühle schließen lässt, gilt als unwahrscheinlich), fand 1218 statt. Ab 1658 ist die Ortschaft unter der Bezeichnung Mulrad auf den Karten der damaligen Zeit verzeichnet.[48]
Hochdahl war, im Gegensatz zu Erkrath, kein Kerndorf, sondern lediglich eine Ansammlung weniger Höfe.[49] Neben dem Hochdahler Hof bestanden seit dem Mittelalter auch die Höfe Schlickum (erwähnt 1050 [50], der Hof reicht möglicherweise bis in das 9. Jahrhundert zurück), Eickenberg (1189) und Karschhaus (vor 1498). Auch die Höfe Stolls, Falkenberg, Thekhaus, Kleff und andere sind sehr alt.[51] Die meisten Gebäude und Gutsanlagen existieren jedoch nicht mehr, heute erinnern überwiegend die Hochdahler Straßennamen an die früher dort ansässigen Höfe. Zudem befanden sich in Hochdahl Schmieden, mehrere Kalkbrennereien, später Ziegeleien und Webereien. Von 1848 bis 1912 bestand an der Bahnlinie das Hüttenwerk Eintracht, wo Eisenerze verarbeitet wurden. Der Direktor war Julius Schimmelbusch, Hüttenarzt war Professor Karl Sudhoff, zeitweilig auch Gemeinderatsmitglied von Millrath, der später als Begründer der Medizingeschichte als wissenschaftliche Disziplin berühmt wurde.[52][53] Eine erste größere Siedlungsdichte, vor allem durch das Gewerbe und dem Hüttenwerk bedingt, führte zu Kirchenbauten in Hochdahl. So wurden 1876 die katholische Kirche St. Franziskus in Trills und 1905 die evangelische Neanderkirche auf der Neanderhöhe eingeweiht. [54]
Das heutige Hochdahl entstand ab Anfang der 1960er Jahre unter der Bezeichnung Neue Stadt Hochdahl als sogenannte New Town, eine Entlastungsstadt, für Düsseldorf. Dafür wurde im Dezember 1960 die Entwicklungsgesellschaft Hochdahl (EGH) gegründet. Die EGH kaufte Grund und Boden auf, ließ vielfach alte Gebäude abreissen und im Laufe von vier Jahrzehnten eine gänzlich neue Stadt entstehen. In der ersten Planung umschlossen mehrgeschossige Wohnungen, die die Topographie des Geländes nachzeichneten, Einfamilienhäuser in einem Verhältnis von eins zu eins. Die Pläne wurden im Verlauf der 1960er Jahre geändert, aufgrund der hohen Nachfrage der zumeist jungen Familien nach billigem Wohnraum und des Drucks der Bauwirtschaft wuchs der Anteil der mehrgeschossigen Wohnungen aber auf 80 %. Hochhäuser wurden errichtet. Mehrere mehrspurige Straßen, die alte Siedlungskerne kreuzten und ein 20.000 qm großes Einkaufszentrum wurden geplant. Große Naturschutzareale (Bruchhauser Feuchtwiesen, Tongrube Majewski) sollten aufgegeben werden, insgesamt sollte die Neue Stadt Hochdahl bis zu 50.000 Einwohner zählen. Proteste aus der Bürgerschaft verhinderten dies. Ab Mitte der 1970er Jahre wurden die Pläne insoweit geändert, dass alte Substanz erhalten werden sollte. Übermäßiger Wohnungs- und Gewerbebau wurde zurückgedrängt, es wurde mehr Wert gelegt auf Erhaltung des natürlichen Wohnumfeldes.[55] 1977 wurde der wesentlich kleinere Hochdahler Markt als dörflich-kleinstädtisches Zentrum errichtet und in den folgenden Jahrzehnten um verschiedene Bauabschnitte (Karschhauser Straße, Bast-Zeile, Arkaden) erweitert.[56]
Die Nachbarschaften, kleine Ansiedlungen und Höfe, wurden in der Zeit nach 1972 miteinander verbunden. Hochdahl wurde so zu einer Vorstadt und besteht nun als Zusammenschluss der alten Siedlungen (Alt)-Hochdahl, Trills, Millrath, Willbeck, Kempen und Sandheide.
Der an der Bahnlinie gelegene Teil Hochdahls war bereits 1898 Bestandteil der neugegründeten Landbürgermeisterei Erkrath. Bei einer Neuordnung der Landkreise der Rheinprovinz 1929 wurde Hochdahl wieder aus der Bürgermeisterei ausgegliedert und zusammen mit den restlichen Millrather Gebieten zusammengefasst. Bis 1974 war Hochdahl mit den wesentlich kleineren Ortschaften Gruiten (heute ein Stadtteil von Haan) und Schöller (heute ein Stadtteil von Wuppertal) Bestandteil der Amtsverwaltung Gruiten.
Im Zuge der kommunalen Neugliederung des Landes Nordrhein-Westfalen im Jahr 1975, bei der die Amtsverwaltungen abgeschafft wurden und viele Gemeinden ihre Selbstständigkeit verloren, wurde Hochdahl wieder nach Erkrath eingemeindet. Hochdahl sollte nach dem Willen der Landeshauptstadt Düsseldorf nach dorthin eingemeindet werden. Die Gemeinde wehrte sich wehement, verschiedene Denkmodelle wurden in der politischen Landschaft erdacht und verworfen. Es zeichnete sich jedoch ab, dass eine Selbständigkeit nicht zu erhalten war. Ein Gesetzentwurf des nordrhein-westfälischen Innenministers vom Dezember 1973 sah schließlich vor Hochdahl nach Erkrath einzugemeinden, im Gegenzug sollte der Erkrather Stadtteil Unterbach nach Düsseldorf eingemeindet werden. Die ursprünglich Haaner Eickert wurde Hochdahl zugesprochen. Die Hochdahler Parteien griffen diese Chance sofort auf. Es entstand sogar die Idee, die beiden Gemeinden zur Stadt Neandertal zusammenzuschließen, was jedoch wegen der Weigerung Erkraths nicht verwirklicht werden konnte. Somit wurde Hochdahl am 1. Januar 1975 Stadtteil Erkraths. Obwohl Erkrath weit weniger Einwohner hat als das durch die großen Bauprojekte stark gewachsene Hochdahl, blieb es Namensgeber des Ortes, da Erkrath im Gegensatz zu Hochdahl Stadtrechte besitzt. Der Stadt Düsseldorf, die weiterhin großes Interesse an der Eingemeindung hatte, gelang es den nordrheinisch-westfälischen Innenminister Hirsch dazu zu bewegen, einen neuen Gesetzentwurf vorzulegen, der die Eingemeindung Erkraths mit Hochahl nach Düsseldorf zum Plan hatte. Die Chancen auf Erhalt der Selbständigkeit waren schlecht, viele Landtagsabgeordnete wollten das Thema nach langen Jahren endlich beenden. Bei einer Anhörung des Innenministers 1976 in Erkrath wurde massiver Protest aller Parteien und Institutionen laut. Große Unterstützung bekam Erkrath durch den Kreis Mettmann, der bei einer Abspaltung Erkraths um seine eigene Existenz bangen musste. Im April 1976 endlich sprach sich der Landtag mit zwei Stimmen Mehrheit für eine Selbständigkeit Erkraths aus und beendete damit die Diskussion. Durch die 19.104 Einwohner Hochdahls wuchs die Stadt nun auf 36.283 Bürger. Im Oktober 1987 wurden erneut Neugliederungsforderungen Düsseldorfs laut, die neue Entwicklungschancen für die Landeshauptstadt in der Region suchte. Diesem Ansinnen wurde vom damaligen Innenminister Schnoor jedoch eine Absage erteilt. [57]
[Bearbeiten] Unterfeldhaus
→ Hauptartikel: Unterfeldhaus
Unterfeldhaus ist der kleinste der drei Stadtteile. Erst seit 1970 gibt es Unterfeldhaus in seiner heutigen Form.
Ursprünglich gehörte die Flurfläche Unterfeldhaus (der Name entstammt vom Hof Velthusen, erstmals erwähnt 1218) zum Rittergut Haus Unterbach.[58] Das Haus Unterbach befindet sich nicht im (seit 1975 Düsseldorfer) Unterbach, sondern gegenüber auf der anderen Straßenseite im (Erkrather) Unterfeldhaus.
Davor bestand Unterfeldhaus lediglich aus einer zusammenhängenden Bebauung entlang des Millrather Weges, der damals noch entlang der heutigen Straße Maiblümchen führte und wenigen kurzen Nebenstraßen. Ansonsten entstand der gesamte Stadtteil innerhalb eines Jahrzehnts. Für diese Entwicklung stand der damalige Erkrather Stadtdirektor Albert Peters, weshalb Unterfeldhaus im Volksmund auch Petershausen genannt wurde. Hier befindet sich auch das größte Industrie- und Gewerbegebiet der Stadt an den Bundesautobahnen A 3 und A 46.
[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung
Die vielfach veröffentlichten Einwohnerzahlen bezogen sich oftmals auf unterschiedliche Stadtgrenzen und Hinzurechnungen von Honschaften aus der Umgebung.
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Die Einwohnerzahlen von 1815 und 1832 beziehen sich auf das Kerndorf Erkrath, das heutige (Alt-)Erkrath, ohne die umliegenden Höfe (Bavier, Brück, Hochdahl, Gink, Dorp, Kemperdick, Unterfeldhaus, Rohrsmühle, Unterbach, Fette Erde, etc.) mitzuzählen. [79]
Das Jahr 1875 beinhaltet die Einwohnerzahl von Erkrath einschließlich der Honschaften Unterbach und Dorp. Die Zahlen von 1898 bis 1926 gelten für die neu eingerichtete Landbürgermeisterei Erkrath inklusive Unterbach, Dorp und Hochdahl, die Zahlen von 1933 bis 1973 für die Gemeinde (ab 1966 Stadt) Erkrath inklusive der Ortschaft Unterbach, aber ohne Hochdahl. Ab 1976 gelten die Einwohnerdaten für die neue Stadt Erkrath nach der Gebietsreform inklusive Hochdahl und Unterfeldhaus, aber ohne Unterbach, das nach Düsseldorf eingegliedert wurde. Einwohnerzahlen aus der Zeit vor 1815 sind nicht bekannt. In den verschiedenen Quellen werden oft weitere Zahlen für verschiedene Honschaften und Gemeindeteile genannt, beispielsweise für Unterbach und Hochdahl, sowie für Erkrath mit oder ohne Hinzuzählung diverser Höfe.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
| Zusammensetzung des Rates (40 Sitze) | ||||
|---|---|---|---|---|
| Partei | 1999 | Sitze | 2004 | Sitze |
| Christlich-Demokratische Union (CDU) | 51,0 % | 21 | 44,4 % | 18 |
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) | 28,2 % | 11 | 28,3 % | 11 |
| Bündnis 90/Die Grünen (Grüne) | 8,1 % | 3 | 11,2 % | 4 |
| Bürgerliche mit Umweltverantwortung (BmU) | 7,6 % | 3 | 9,3 % | 4 |
| Freie Demokratische Partei (FDP) | 4,8 % | 2 | 6,9 % | 3 |
[Bearbeiten] Bürgermeister
- Otto Bender (1878–1898) (noch Samtgemeinde Gerresheim, zu der Erkrath damals gehörte)
- Johann Kaiser, (1898–1907) (Bau des alten Rathauses 1899)
- Franz Zahren, (1907–1930)
- Dr.Werner Hallauer (1930–1935)
- Heinrich Rasche NSDAP, später FDP (1935–1945)
- Wilhelm Broch (1945–1946) (wechselte ins Amt des Gemeindedirektors)
- August Westerholz SPD (1946)
- Hermann Moritz CDU (1946–1949)
- Alex Bendt SPD (1949–1954)
- Gertrud Thomé (später verh. Küpper) CDU (1954–1956)
- Alex Bendt SPD (1956–1961) (zum zweiten Mal)
- Gertrud Küpper (geb. Thomé) CDU (1961–1963) (zum zweiten Mal)
- Johannes van Oost Zentrumspartei, später UWG (1963–1964)
- Gertrud Küpper (geb. Thomé) CDU (1964–1972) (zum dritten Mal)
- Hans Weyer SPD (1972–1974)
- Dr. Aloys Kiefer CDU (1975–1983)
- Gloria Ziller CDU (1983–1989)
- Rudolf Unger SPD (1989–1999)
- Arno Werner CDU (1999–heute (gewählt bis 2009)
[Bearbeiten] Gemeinde-/Stadtdirektoren (1946–1999)
- Wilhelm Broch (1946–1953)
- Albert Peters (1953–1982)
- Helmuth Günter (1982–1990)
- Bernd Sundhoff (1990–1999)
[Bearbeiten] Wappen
Das alte Wappen der Gemeinde (Alt-)Erkrath aus dem Jahre 1938, entworfen vom Heraldiker Wolfgang Pagenstecher, zeigt den Bergischen Löwen und die 1935 erbaute Neandertalbrücke, die ein grünes Tal, das Neandertal, überbrückt. Aus diesem Wappen und dem 1939 ebenfalls von Pagenstecher entworfenen Hochdahler Wappen mit dem Millrather Mühlrad wurde das Wappen der neuen Stadt Erkrath im Juni 1977 vom Heraldiker Lothar Müller-Westphal aus Düren neu entworfen (rechts). Die heraldische Beschreibung des Wappens lautet: In einem Tal, gebildet aus zwei an den Schildflanken aufsteigenden Bergen, ein rotes Mühlrad überhöht von einem schreitenden, blaugekrönten und blaubewehrten roten Löwen im Schildhaupt.
[Bearbeiten] Kirchen, Freikirchen, Religionsgemeinschaften
Die evangelische Kirchengemeinde in Erkrath besteht aus zwei Gemeinden. Die Gemeinde Alt-Erkrath umfasst folgende Bezirke: Kirche und Gemeindezentrum Erkrath, das Gemeindezentrum Unterfeldhaus und die Paul-Gerhard-Kirche in Unterbach, ist also über die Stadtgrenze hinaus aktiv. Die Gemeinde Hochdahl besteht ebenfalls aus drei Bezirken (Alt-Hochdahl Neanderkirche, Willbeck Paul-Schneider-Haus, Gemeindezentrum Sandheide). In Unterfeldhaus besteht auch eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde.
Die katholische Kirche umfasst neben der Alt-Erkrather Gemeinde St. Johannes der Täufer die Franziskuskirche in Trills und die Heilig-Geist-Kirche in Sandheide. Neben Gut Falkenberg befindet sich die St. Antoniuskapelle aus dem frühen 17. Jahrhundert. Das Gemeindezentrum in Unterfeldhaus ist jedoch ein Ableger der Pfarre St. Mariä Himmelfahrt, Unterbach.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Städtepartnerschaften bestehen mit dem französischen Cergy-Pontoise – diese Stadt ist genau wie Hochdahl eine in den 1960er Jahren gebaute New Town – und mit dem britischen Distrikt West Lancashire. Des Weiteren besteht eine Städtefreundschaft mit Leinefelde in Thüringen, dem Geburtsort von Johann Carl Fuhlrott (1804–1877), dem Entdecker des Neandertalers.
Eine Patenschaft hat Erkrath für Port-de-Paix (Haiti) übernommen.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Denkmäler
[Bearbeiten] Heiligenhäuschen
Auf dem Gipfel des Korresberges oberhalb Erkraths am Weg nach Unterbach befindet sich direkt an der Kreuzung zum Römerweg eine kleine, frei zugängliche Kapelle, das Heiligenhäuschen. Zeitpunkt und Grund der Errichtung sind unbekannt. Frühere Vermutungen und Überlieferungen, dass die Kapelle im 8. oder 9. Jahrhundert entstanden ist und eventuell eine altgermanische Kultstätte oder altchristliche Begräbnisstätte war, können nicht nachgewiesen werden. [81] Der Erkrather Arzt und Heimatautor Johann Heinrich Bongard vermutete 1835 gar „eine Schlacht aus alter Zeit“ oder „die ruhenden Gebeine von vielen Erschlagenen“.[82] Andere Vermutungen nennen das späte 15. Jahrhundert als Bauzeitpunkt, was ungefähr mit der Gründung der Schützenbruderschaft zusammenfällt. Es ist wahrscheinlich, dass es sich bei dem Gebäude schon immer um eine Andachtsstätte handelte. Bis ins 19. Jahrhundert wurden dort Karfreitagsprozessionen und Messen abgehalten.[83] Das erste greifbare Jahr ist 1617, in dem auf eine Restaurierung des Heiligenhäuschens hingewiesen wurde. Oberhalb des Einganges befindet sich eine Steinplatte mit einer Kreuzigungsszene und dem Text: „ AD HONOREM DEI SACELLIUM HOC RENOVATUM SUMPTIBUS BERNARDI A GOHR JUDICIS MEDMANNI ET CHRISTINAE CLUTEN CONIUGUM. ANNO 1617“ (Zur Ehre Gottes wurde diese Kapelle renoviert auf Kosten des Bernard von Gohr, Richter in Mettmann, und der Christine Cluten, Eheleute. Im Jahre 1617). Warum das Gebäude damals bereits renovierungsbedürftig war, ob aus Altersgründen oder aufgrund von Beschädigungen während des Truchsessischen Krieges, ist unklar. Zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Kapelle erneut in einem sehr schlechten Zustand, so dass der Erkrather Vikar Münch eine Sammlung auch bei namhaften Düsseldorfer Bürgern initiierte. Dadurch konnte 1910 eine umfassende Sanierung begonnen werden. Der Dachstuhl mit Kreuz und das Schieferdach wurden erneuert, das Mauerwerk wurde ausgebessert und neu verfugt. Eine weitere Sanierung war 1985/1986 nötig. Dabei wurden zwei Begräbnisplatten von Herren des Hauses Unterbach, die bisher am Turm der katholischen Kirche hingen, in die Kapelle verbracht, damit sie dort den Witterungseinflüssen weniger ausgesetzt sind. Die St.-Sebastians-Bruderschaft hat die Patenschaft über die Kapelle übernommen und ist mit der Pflege und dem Erhalt des Gebäudes betraut.
[Bearbeiten] Haus Unterbach
In Erkrath-Unterfeldhaus befindet sich das Haus Unterbach. Diese Burganlage wurde vermutlich zu Zeiten der Karolinger errichtet. Wohl aus Furcht vor den Ungarn, die den Nachbarort Gerresheim und dessen Stift fast vollständig niederbrannten, beziehungsweise vor Wikingerangriffen, wurde um 900 erstmalig eine Burg erbaut, ein historischer Nachweis steht jedoch aus. Als Rittersitz wurde es 1169 zum ersten Male beurkundet. Vermutlich um 1300 kam es dann zu dem heutigen massiven Ausbau der Befestigung mit bis zu 1,20 Meter dicken umlaufenden Mauern, vier Türmen mit bis zu zwei Meter dicken Wänden und Schießscharten und war von einem breiten Wassergraben umgeben.[84] Teile der umlaufenden Mauer und drei der Türme sind heute noch erhalten, nämlich ein Torturm, ein Gerichtsturm und ein Rundturm. Ein weiterer Rundturm, das ehemalige Verlies, wurde bis zur Höhe des Herrenhauses abgerissen und in dieses integriert. Teile des Zugbrückenmechanismus sind ebenfalls noch im Torturm erhalten. Die Gartenanlage der Burg und des umgebenden Geländes wurde von dem bekannten Landschaftsarchitekten Maximilian Friedrich Weyhe (1775–1846) geschaffen, zu dessen zahlreichen Werken auch der Düsseldorfer Hofgarten und die weltberühmte Königsallee gehören.
→ Hauptartikel: Haus Unterbach
[Bearbeiten] Villa Bayer
Die Villa Bayer ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in Hochdahl. Es wurde 1899 von Arthur Meckel erbaut, die Architekten waren Heinrich Kayser und Karl von Großheim. Im Laufe der Jahre wurde das Gebäude um eine Ostterrasse mit seltenen Säulen und eine Südterrasse erweitert. 1910 erwarb Friedrich Bayer (Sohn des Bayer-Gründers Friedrich Bayer) die Villa. Die Küche mit Servanteneingang und eigenem Treppenhaus besaß früher einen fensterlosen Gläserraum. Unter anderem gehörten umfangreiche Waldflächen, zwei Bauernhöfe sowie Forst-, Gärtner- , Kutscher- und Gästehaus zur Anlage.
[Bearbeiten] Vereine und Verbände
In Erkrath regt sich ein vielfaches Vereins- und Sportleben. Die Heimatvereine Ercroder Jonges 1982 e. V. und Die Erkrather e. V., der Schützenverein St. Sebastanius Bruderschaft 1484 e. V., sowie der Karnevalsverein „Die letzten Hänger 1963“ pflegen das Brauchtum.
Das Sportangebot in vielen gängigen Sportarten wird unter anderem durch den Tennis-Sport-Club Unterfeldhaus e.V., den SC Rhenania Hochdahl 1925 e. V. (Fußball), den Schwimm- und Sport-Club Hochdahl e. V., dem TSV Hochdahl e. V., dem TUS Erkrath 1930 e. V., den SSV Erkrath 1919 e. V. und die SRG Erkrath e. V. bedient.
An Hilfsgesellschaften gibt es neben der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Erkrath das Deutsche Rote Kreuz, Ortsverband Erkrath e. V., die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Ortsgruppe Erkrath e. V. und die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., Ortsverband Erkrath
Regelmäßige Theateraufführungen werden von der Laienspielbühne Unterfeldhaus e. V. - Die Unterfeldmäuse sowie dem theater nero angeboten. Jährliche Veranstaltungen sind die Karnevalsumzüge Alt-Erkrath (jeden Samstag vor Altweiber) und im ehemaligen Stadtteil Unterbach (jeden Karnevalssonntag), sowie das Schützenfest der St.-Sebastians-Bruderschaft (Fronleichnam).
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Frühere Wirtschaftsstruktur
Erkrath war lange überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Noch heute sind einige Herrensitze und große Güter zu finden oder werden in Straßennamen erinnert (Haus Bavier). Von ehemals 85 landwirtschaftlichen Betrieben bestehen noch 26. Rund um Erkrath wird Getreide angebaut, Viehzucht betrieben und werden Pferde gehalten.[85] Mit der Industrialisierung und der Eisenbahn kamen erste Betriebe ins Tal der Düssel, so besonders die Papierfabriken Bernsau (1868–1974), Rheinische Buntpapierfabrik (1907–1967) und Pose-Marré (später von 1919–2000 Edelstahlgießerei), die Textilindustrie mit Webereien (bis 1931) und die Bergbau-, Eisen- und Stahlindustrie und Maschinenbau (Dr. Werner 1912–1927, Carl Schwemmann 1918–1975, MAE seit 1931, Carl Pack 1897–1953, Hermann Steingass 1892–1965, die Eintrachtshütte in Hochdahl 1838–1912 und die Firma Gebrüder Lüngen seit 1909, die anfangs Erkrather tertiäre Sande und Tone für Gießereiformen verarbeitete). Aber auch viele andere kleine Betriebe stellten Ziegel aus einheimischen Gruben her oder gruben Sande ab. Auch die benachbarte Kalkindustrie in Hochdahl bis 1945 und Wülfrath sowie die Gerresheimer Glashütte (bis 2005) zogen Arbeitskräfte aus Erkrath an.[86] Bis in die 1990er Jahre hinein waren in Alt-Erkrath die Kosmetik-Betriebe Helena Rubinstein (Verwaltung) und Chicogo (Produktionsstätten) ansässig.
[Bearbeiten] Heutige Wirtschaftsstruktur
Die heutige Struktur der Wirtschaft der drei Ortsteile ist geprägt durch kleine und mittelständische Unternehmen des Handels, der Dienstleistungen und des verarbeitenden Gewerbes. Für Neuansiedlungen auf fünf ausgewiesenen verkehrsgünstig gelegenen Gewerbegebieten wird besonders bei zukunftsorientierten Unternehmen der Informationstechnologie, der Medizin- und Gentechnik und bei Beratungsunternehmen geworben. Seit Sommer 2007 hat S. C. Johnson & Son seinen Firmensitz in Erkrath.
[Bearbeiten] Freizeit und Tourismus
Erkrath bietet sich mit seiner Lage zwischen dem Rand des Bergischen Landes und der Großstadt Düsseldorf auch überörtlich für Besucher an. Das Naturschutzgebiet Neandertal mit seinem modernen, 1997 an anderer Stelle neueröffneten Neanderthal Museum für Ur- und Frühgeschichte mit Repliken der dort 1856 von Johann Carl Fuhlrott gemachten Knochenfunde des Neandertalers hat weltweites Renommee. Erwähnenswert ist der Evolutionspfad, ein als Zeitstrahl eingerichteter Wanderweg an der Düssel vorbei zum nur über die Eintrittskarte des Museums zugänglichen Bereich des Fundortes des Neandertalers. In näherer Umgebung befindet sich auch das 1935 gegründete, 23 Hektar große Eiszeitliche Wildgehege Neandertal, in dem Tarpane, Wisente und Auerochsen und weitere selten gewordene oder nachgezüchtete Tiere zu beobachten sind. Aus dem ehemaligen mitten im Wald gelegenen Museumsgebäude wurde eine Steinzeitwerkstatt. Das Neandertal wird vom Kreis Mettmann und seinen zehn Städten als Neanderland gemeinsam touristisch vermarktet.
Das Museum Lokschuppen, unmittelbar an der Steilrampe der Eisenbahnstrecke Düsseldorf-Wuppertal gelegen, dokumentiert die Geschichte der ersten Eisenbahn im Westen Deutschlands. Ansehnlich sind auch die Wasserburgen und Festen Häuser. Auch das Naturschutzzentrum Bruchhausen hat überörtliche Bedeutung. Ein traditioneller Ausflug für die ganze Familie zum Speisen führt zur Stinder Mühle in ein Nebental der Düssel. Aber auch ein Spaziergang durch den Rathelbecker Busch hinauf zur Rathelbeck ist empfehlenswert.
Die Stadt Erkrath ist Mitglied im Zweckverband Unterbacher See, der die traditionelle Freizeitanlage der Einwohner mit vielen Angeboten für Wassersportler und Sonnenanbeter darstellt.
Auf den Willbecker Höhen am östlichen Rande Hochdahls befindet sich das Observatorium der Sternwarte Neanderhöhe (snh), mit mehreren Beobachtungstürmen für praktische astronomische Beobachtung, Werkstätten, Fotolabor, einer Amateurfunkstation, einer Meteosat-Empfangsanlage für Wetterbilder und einem professionellen Tonstudio mit Seminarräumen sowie einer Fachbücherei. Die snh bietet ein breites Spektrum an Weiterbildungsmöglichkeiten und Jugendarbeit zu astronomischen Themen, Physik, Elektrotechnik, Computer- und Nachrichtentechnik sowie Fotografie an. Bekannt wurde die snh 1970 als im dortigen Schulungszentrum an der Hildener Straße erstmals in Europa von den Mondlandemissionen Apollo 11 und Apollo 12 mitgebrachtes Mondgestein gezeigt wurde.[87]
Seit 1980 betreibt die snh im Hochdahler Bürgerhaus eines von nur acht Planetarien Nordrhein-Westfalens. Nach einer fast einjährigen Schließung und Sanierung aufgrund eines Brandes im Bürgerhaus wurde das Planetarium im Mai 2008 mit neuer Technik wiedereröffnet und gilt als eines der modernsten im ganzen Bundesgebiet.
An mehreren Stellen in Erkrath, zum Beispiel am südlichen Ortsende von Alt-Erkrath auf der Bergkuppe am Römerweg oder von einigen Stellen in Hochdahl und Millrath, hat man bei entsprechender Witterung eine Fernsicht auf Düsseldorf, Leverkusen, den Kölner Dom, das Siebengebirge und über die Kraftwerke Niederaußem und Grevenbroich-Neurath bis zur Eifel. Schon Johann Heinrich Bongard, Erkrather Arzt und preußischer Hofrat beschreibt in seinem 1835 erschienen Buch Wanderung zur Neandershöhle die beeindruckende Fernsicht bis zum (damals noch unvollendeten) Kölner Dom und dem Siebengebirge.[88]
[Bearbeiten] Verkehr
[Bearbeiten] Schienenverkehr
Zwischen Düsseldorf und Erkrath wurde am 20. Dezember 1838 von der Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn-Gesellschaft die erste Eisenbahnstrecke im Westen Deutschlands eröffnet.
