Dortmund – Wikipedia

Dortmund

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Dortmund
Markierung
Deutschlandkarte, Position der Stadt Dortmund hervorgehoben
51.5138888888897.465277777777876Koordinaten: 51° 31′ N, 7° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Kreis: Kreisfreie Stadt
Höhe: 76 m ü. NN
Fläche: 280,3 km²
Einwohner: 586.909 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 2094 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 44135–44388
Vorwahl: 0231
Kfz-Kennzeichen: DO
Gemeindeschlüssel: 05 9 13 000
Stadtgliederung: 12 Stadtbezirke
Adresse der Stadtverwaltung: Friedensplatz 1
44122 Dortmund
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Gerhard Langemeyer (SPD)
Lage in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen Mülheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann Düsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis Düren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna Märkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln Kreis Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis Aachen Kreis Euskirchen Münster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild
Kartenausschnitt Le Comte de la Marck Sanson 1692

Dortmund [ˈdɔʁtmʊnt] ?/Info/IPA (niederdeutsch Düörpm, lateinisch Tremonia) ist eine Großstadt im Land Nordrhein-Westfalen im Westen Deutschlands. Sie ist das Wirtschafts- und Handelszentrum Westfalens und ist sowohl die größte Stadt dieser Region als auch des Ruhrgebiets.

Die vermutlich auf eine karolingische Reichshofgründung zurückgehende, einst wichtige Reichs- und Hansestadt entwickelt sich heute von einer Industriemetropole zu einem in Nordrhein-Westfalen bedeutenden Dienstleistungs- und Technologiestandort: Früher vor allem bekannt durch Stahl, Kohle und Bier ist Dortmund heute ein Zentrum der Versicherungswirtschaft und des Einzelhandels, neue Industrien entstehen vorzugsweise im Bereich Logistik, Informations- und Mikrosystemtechnik. Trotz des weitgehend vollzogenen Strukturwandels besitzt die Stadt noch eine der höchsten Arbeitslosenquoten in Westdeutschland. Dortmund ist der wichtigste Verkehrsknoten im östlichen Ruhrgebiet und Anziehungspunkt für das vor allem östlich der Stadt ländlich geprägte Umland.

Wahrzeichen der Stadt sind die Reinoldikirche, das Dortmunder U und der Florianturm. Sportliches Aushängeschild der Stadt ist der Fußballverein Borussia Dortmund.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lage

Dortmund liegt auf 76 m ü. NN, 51° 30′ 50″ nördlicher Breite, 7° 27′ 50″ östlicher Länge51.5138888888897.465277777777876[2] und damit mitten in Nordrhein-Westfalen[3]. In Dortmund gilt wie in ganz Deutschland die Mitteleuropäische Zeit, die mittlere Ortszeit bleibt dieser gegenüber 30 Minuten und 7,7 Sekunden zurück.[4]

Dortmund liegt im Südwesten der Westfälischen Bucht, dem südlichen Fortsatz der Norddeutschen Tiefebene an der Grenze zum Deutschen Mittelgebirge; südlich erheben sich die Ausläufer des Sauerlands und das Ardeygebirge, zu dem als nördlichste Erhebung noch der Dortmunder Rücken im Osten der Stadt gezählt wird. Hinter diesem liegt, als Teil der Hellwegbörde, die Werl-Unnaer Börde, nördlich grenzen das Lippetal und die Lipper Höhen im Südmünsterland an. Der Westen wird bestimmt durch den Ballungsraum Ruhrgebiet, dessen östlichem, westfälischem Teil Dortmund angehört. Auch wenn Dortmund größte Stadt und ein Zentrum dieses Raums ist, nimmt die Stadt geographisch doch eher eine Randlage im Nordosten des Ruhrgebiets ein. Der Stadtkern von Dortmund liegt auf der Grenze zwischen nördlichem Flach- und südlichem Hügelland, dem sogenannten westfälischen Hellweg; entsprechend hat die Stadt Anteil an den Naturräumen der Hellwegbörden und des Westenhellwegs. Da auch der Oberlauf der Emscher durch Dortmund fließt ist sie ebenso Teil des weiter nördlich gelegenen Naturraums Emscherland. Im Süden, unterhalb der Hohensyburg, bildet der Mittellauf der Ruhr die Stadtgrenze, in die auf Hagener Gebiet die Lenne mündet und dort den Hengsteysee bildet. Im Dortmunder Stadthafen beginnt außerdem der gen Norden führende Dortmund-Ems-Kanal.

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Rundblick vom Dortmunder Fernsehturm 2007
Rundblick vom Dortmunder Fernsehturm 2007

Ausdehnung

Das Stadtgebiet Dortmunds umfasst 280,401 km².[5] Damit liegt Dortmund auf Rang 19 unter den flächengrößten Städten und Gemeinden Deutschlands, unter den Großstädten auf dem neunten Platz. Sie wird in Nordrhein-Westfalen nur von den Großstädten Köln und Münster und der Stadt Schmallenberg überboten.

Der nördlichste Punkt Dortmunds liegt zwischen dem Stadtteil Groppenbruch und Lünen-Brambauer (51° 36′ 5″ N, 7° 25′ 11″ O51.6013888888897.41972222222227), der südlichste 21 km von diesem entfernt gegenüber der Lennemündung (51° 25′ 1″ N, 7° 29′ 38″ O51.4169444444447.49388888888897), der östlichste Punkt Dortmunds liegt nördlich des Flughafens im Stadtteil Wickede und grenzt an Unna-Massen (51° 31′ 44″ N, 7° 38′ 20″ O51.5288888888897.63888888888897), der westlichste 23 km von diesem entfernt im Stadtteil Holte an der Grenze zu Bochum (51° 30′ 32″ N, 7° 18′ 12″ O51.5088888888897.30333333333337).[4] Grob kann man sich diese beiden Achsen als Diagonalen eines Quadrats vorstellen, dass das Dortmunder Stadtgebiet bildet. Höchste Erhebung Dortmunds ist der im Stadtteil Syburg gelegene Klusenberg mit 254,33 m ü. NHN, der niedrigste Punkt befindet sich mit 49,5 m ü. NHN im Stadtteil Derne. [6]

Nachbargemeinden

Dortmund grenzt auf 21 km an den Kreis Recklinghausen mit den Städten Castrop-Rauxel im Westen und Waltrop im Nordwesten. Von Norden bis Südosten ist Dortmund auf insgesamt 76 km vom Kreis Unna mit den Städten Lünen im Norden, Kamen im Nordosten, Unna im Osten, der Gemeinde Holzwickede sowie der Stadt Schwerte (beide im Südosten) umklammert. Daran schließt sich die nur zwei Kilometer lange Stadtgrenze zur kreisfreien Stadt Hagen direkt im Süden an. Im Dortmunder Südwesten stößt die Stadt über 17 km an den Ennepe-Ruhr-Kreis mit den Städten Herdecke und Witten. Genau im Westen liegt schließlich die kreisfreie Stadt Bochum, die Stadtgrenze ist hier zehn Kilometer lang. Insgesamt umfasst die Dortmunder Stadtgrenze somit 126 km.[4]

Klima

Dortmund liegt wie ganz Deutschland in einer gemäßigten Klimazone. Die Stadt wird dem nordwestdeutschen Klimabereich zugeordnet und liegt auf der Grenze zwischen den Klimabezirken Münster- und Sauerland und damit im Übergangsbereich zwischen atlantisch-maritimem und Kontinentalklima. Charakteristisch sind milde Winter und relativ kühle Sommer. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 9–10 °C, die Niederschlagsmenge im langjährigen Durchschnitt 750 mm. Vorwiegende Windrichtung ist Südwest. Die Niederschläge sind recht gleichmäßig über das Jahr verteilt, im Winter dominiert Dauerregen, im Sommer kürzere, aber ergiebigere Regenschauer. Dementsprechend wird das das Maximum im Juli mit 80–90 mm erreicht, das Minimum liegt bei 40–50 mm im Februar. Auch die Temperaturschwankungen fallen mit unter 20 °C eher gering aus, kältester Monat ist der Januar mit −6 bis 11 °C, am wärmsten wird es im August mit 10–35 °C. In Dortmund zeigen sich klimatische Merkmale dicht besiedelter Räume, so bilden sich beispielsweise für ein Stadtklima typische Wärmeinseln aus.[7][8]

Politische Geographie

Stadtbezirke und Nachbargemeinden der Stadt

Hauptartikel: Nordrhein-Westfalen (insbesondere Verwaltungsgliederung)
Hauptartikel: Liste der Stadtteile in Dortmund

Dortmund ist historisch ein Teil Westfalens und liegt heute im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die Stadt ist kreisfrei und liegt im Bereich des Regierungsbezirks Arnsberg. Sie gehört sowohl dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe als auch dem Regionalverband Ruhr an. Daneben ist sie noch Mitglied in weiteren Zweckverbänden wie dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, dem Ruhrverband, der Emschergenossenschaft oder dem Lippeverband. Dortmund ist ein Oberzentrum Nordrhein-Westfalens und Teil der europäischen Metropolregion Rhein-Ruhr.[9]

Die Stadt Dortmund gliedert sich in insgesamt zwölf Stadtbezirke. Dieses sind die drei Innenstadtbezirke West, Nord und Ost sowie der sie umgebene Ring aus den im Uhrzeigersinn (beginnend im Norden) neun weiteren Bezirken Eving, Scharnhorst, Brackel, Aplerbeck, Hörde, Hombruch, Lütgendortmund, Huckarde und Mengede. Jeder dieser Stadtbezirke wählt bei den Kommunalwahlen eine Bezirksvertretung und diese aus ihren Reihen einen Bezirksbürgermeister. In den Außenbezirken finden sich außerdem Bezirksverwaltungsstellen.

Unterhalb der Stadtbezirke wird die Stadt weiter in 62 statistische Bezirke und diese wiederum in insgesamt 170 statistische Unterbezirke unterteilt. Außerhalb der Innenstadtbezirke entsprechen diese häufig den in die Stadt Dortmund eingemeindeten ehemals eigenständigen Ortschaften. Neben dieser offiziellen Einteilung existieren auch noch die weiter unten aufgeführten urbanen Viertel.[10]

Demographie

Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Dortmund

Am 31. Dezember 2007 lebten in Dortmund 586.909 Menschen.[11] Damit liegt Dortmund innerhalb der Europäischen Union etwa gleich auf hinter Stuttgart und vor Essen auf Rang 35 unter den größten Städten, innerhalb Deutschlands auf Rang 7 und in Nordrhein-Westfalen auf Rang 2 hinter Köln. Dortmund gehört zur europäischen Metropolregion Rhein-Ruhr, die mit circa 10 Millionen Einwohnern nach den Agglomerationen Moskau, London, Paris und Istanbul die fünftgrößte Agglomeration Europas darstellt. Innerhalb dieser Metropolregion ist Dortmund Teil des Ballungsgebiets Ruhr und geht insbesondere im Westen fließend in die übrigen Städte des Ruhrgebiets über. Allein im Bereich des Regionalverbands Ruhr, dem Zweckverband des Ruhrgebiets, leben wiederum etwa 5,2 Millionen Menschen. Zählt man alle Nachbargemeinden mit denen Dortmund eine direkte gemeinsame Grenze verbindet hinzu, umfasst das Gebiet nahezu 1,7 Millionen Einwohner (mit Bergkamen, Herne, Datteln und Wetter noch einmal fast 300.000 Einwohner mehr) und würde für sich selbst eine Metropolregion bilden. Aus der Einwohnerzahl ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 2094 Einwohnern je km². Damit liegt Dortmund deutschlandweit auf Rang 32 der Gemeinden mit der größten Bevölkerungsdichte. Allerdings unterscheidet sich die Einwohnerdichte innerhalb des Stadtgebiets gravierend: zum einen ist nur circa ein Sechstel des Stadtgebiets besiedelt, womit sich für diesen Bereich eine Bevölkerungsdichte von 12.632 Einwohnern je km² ergibt, zum anderen leben außerhalb des Innenstadtbereichs deutlich weniger Menschen pro Quadratkilometer als in der Innenstadt und die Dichte nimmt von Nord nach Süd sowie von West nach Ost ab. Die Werte reichten dabei 2006 von etwa 3000 Einwohnern je km² im statistischen Unterbezirk Syburg (Stadtbezirk Hombruch) bis zu etwa 45.100 Einwohnern je km² im statistischen Unterbezirk Nordmarkt-Südost (Stadtbezirk Innenstadt-Nord).[12]

Von den 586.909 Einwohnern Dortmunds sind 299.596 Frauen und 287.313 Männer, das heißt 51% der Einwohner sind Frauen, 49% Männer. Dies entspricht der deutschlandweiten Geschlechterverteilung.[13] Schon im Mittelalter war Dortmund Einwanderungsstadt, mit Beginn der Industrialisierung stieg der Zuzug aber enorm an. Unter diesen Einwanderern waren auch viele Polen und damit erstmals eine große Gruppen nicht-deutschsprachiger Personen mit anderer Religion, die sich aber letztlich assimilierten. Weitere gezielte Anwerbungen von Gastarbeitern fanden vor allem in den 1960er statt um den Arbeitskräftemangel in der Montanindustrie zu decken. Dementsprechend hoch ist noch heute der Ausländeranteil in der Stadt, er betrug zum 31. Dezember 2007 16,0%. Innerhalb Nordrhein-Westfalens ist dies einer der höchsten Werte, für westdeutsche Großstädte jedoch ein eher durchschnittlicher Wert. Unter den Frauen lag der Anteil bei 14,7% und unter den Männern bei 17,3%, damit existiert in dieser Bevölkerungsgruppe ein leichter Männerüberschuss.[14] In absoluten Zahlen sind dies 93.937 Menschen aus 140 verschiedenen Staaten, die in Dortmund leben. Nach Angaben der Stadt ebenfalls zum 31. Dezember 2007 stammten von diesen 27,2% aus der Europäischen Union, 35,0% hatten die türkische, 7,4% die polnische und 4,8% die griechische Staatsangehörigkeit. Ein Jahr zuvor hatten 61.945 weitere Einwohner zwar die deutsche Staatsangehörigkeit, verfügen aber über einen Migrationshintergrund, das heißt sie oder ihre Eltern hatten nicht von Geburt an die deutsche Staatsbürgerschaft.[15] Ähnlich wie bei der Bevölkerungsdichte zeigen sich innerhalb des Stadtgebiets deutliche Unterschiede. Zum 31. Dezember 2005 lebten im Stadtbezirk Innenstadt-Nord etwa ein Drittel aller Ausländer in Dortmund. Auch die angrenzenden statistischen Unterbezirke weisen teilweise Ausländeranteile über 30 % auf. Weitere Siedlungsschwerpunkte sind Scharnhorst-Ost (Ausländeranteil von 14,4 %) und Clarenberg (Ausländeranteil von 30,2 %) in Hörde.[12] Allerdings gibt es große Unterschiede zwischen den verschiedenen Nationen, so ist beispielsweise der Anteil EU-Bürger an den Ausländern am Stadtrand deutlich höher.[16] Eine besondere Gruppe unter den Ausländern in Dortmund stellen die an den Hochschulen eingeschriebenen ausländischen Studenten dar: sie sind meist nur für einen kurzen Zeitraum in der Stadt und stammen zu einem großen Teil aus Asien und Afrika.[17] Insgesamt sind an Technischer Universität, Fachhochschule und International School of Management zum Wintersemester 2007/2008 29.165 Studenten eingeschrieben.[18] Dabei ist allerdings zu beachten, dass ein hoher Anteil außerhalb der Stadt wohnt und täglich zu den Hochschulen pendelt. Andererseits leben auch viele an Hochschulen außerhalb Dortmunds eingeschriebene Studenten in der Stadt. 45,1 % der Einwohner sind verheiratet, 39,3 % ledig, 8,1 % verwitwet und 7,4 % geschieden. Zum 30. September 2006 bezogen 86.120 Dortmunder Leistungen nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (Arbeitslosengeld II, Sozialgeld), dies sind 14,7 % der Gesamtbevölkerung. Unter den westdeutschen Städten ist dies einer der höchsten Werte.[19] Besonders häufig sind Kinder betroffen, 30,4 % der Dortmunder Kinder leben in Familien ohne oder ohne ausreichendes Erwerbseinkommen.[20] Auch bei der Anzahl Leistungsempfänger existieren wieder große Schwankungen zwischen den Stadtbezirken, deutlich heben sich nach oben die Innenstadt-Nord mit 34,0 % und nach unten Hombruch mit 6,4 % hervor.[15] Der Altersdurchschnitt der Dortmunder Bevölkerung beträgt etwa 43 Jahre. Der Jugendquotient, also das Verhältnis der unter 20-jährigen zur erwerbsfähigen Bevölkerung beträgt 34,5, der Altenquotient, das heißt der Anteil der Personen mit 60 oder mehr Lebensjahren bezogen auf die erwerbsfähige Bevölkerung 47,0 und das Abhängigkeitsverhältnis von erwerbsfähiger zu nicht erwerbsfähiger Bevölkerung somit etwa 5:4.[21] Dies sind Werte wie sie auch für ganz Deutschland anzutreffen sind.

Die Einwohnerzahl Dortmunds sinkt seit Jahren beständig (siehe dazu den Abschnitt zur Einwohnerentwicklung), in den letzten Jahren jedoch nur um jeweils einige hundert Einwohner pro Jahr. Die natürliche Bevölkerungsbewegung ist dabei allerdings stark negativ, auf 1000 Einwohner kommen 8,2 Neugeborene, die Sterberate beträgt 11 Personen pro 1000 Einwohner und wird durch einen Wanderungsüberschuss von insgesamt 841 Personen (2006) teilweise ausgeglichen.[15]

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Dortmund

Stadtgeschichte

Kupferstich Matthäus Merians der Stadt Dortmund von 1647.
Erste Erwähnung Dortmunds im Heberegister des Klosters Werden gemeinsam mit den heutigen Vororten Wambel, Kirchlinde, Dorstfeld, Oespel und Bövinghausen

Erste Spuren der Besiedlung auf dem heutigen Dortmunder Stadtgebiet reichen bis in die Bronzezeit zurück. Dortmund wurde um 880 bis 885 das erste Mal als „Throtmanni“ (altsächsisch für „Schlundberg“) erwähnt. 990 findet sich die Ersterwähnung der Dortmunder Marktrechte. Im 11. Jahrhundert wurde der Legende nach Reinoldus der Schutzpatron der Stadt. 1152 fand in Dortmund ein Hoftag unter König Friedrich Barbarossa, dem späteren Kaiser statt. Im Jahr 1293 wurde der Stadt das Braurecht verliehen. 1389 überstand Dortmund die Große Dortmunder Fehde gegen den Grafen von der Mark und den Erzbischof von Köln sowie deren Verbündete.

Altes Stadthaus: Personifikation des Handels mit Hansekogge und mittelalterlichem Rathaus

Im Grundriss der Hansestadt spielt der Hellweg als Handelsstraße eine besondere Rolle. Infolge des Dreißigjährigen Kriegs verlor Dortmund sehr an Bedeutung. Die Einwohnerzahl Dortmunds sank bis zum Jahre 1793 auf 4500 Einwohner.

Bis 1802 war das zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis gehörende Dortmund Freie Reichsstadt, danach kam die Stadt als Exklave zum Fürstentum Oranien-Nassau. 1806 wurde Dortmund als Teil des französischen Großherzogtums Berg Präfektur des Ruhrdepartements. Nach dem preußischen Sieg über Napoleon fiel Dortmund 1815 schließlich an die preußische Provinz Westfalen. Hier wurde Dortmund 1817 Sitz eines Landkreises innerhalb des Regierungsbezirks Arnsberg, aus dem Dortmund 1875 als Immediatstadt (Stadtkreis) ausschied.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts begann durch die Kohlenförderung und Stahlverarbeitung der erneute Aufstieg Dortmunds und der Wandel zu einer Industriestadt. Seit der Eröffnung der Cöln-Mindener Eisenbahn im Jahr 1847 wurde Dortmund zu einem wichtigen Verkehrsknoten im Ruhrgebiet. Einen weiteren bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leistete 1899 die Eröffnung des Dortmund-Ems-Kanals und damit des Hafens.

Bereits 1905 begann mit der Eingliederung von Körne eine Welle von Eingemeindungen, die mit dem Gesetz über die kommunale Neuordnung des Ruhrgebiets von 1928 ihren Höhepunkt mit der Eingemeindung der Stadt Hörde (die bereits 1340 Stadtrechte erhielt) erreichte. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt mitsamt ihrer historischen Kirchen stark zerstört. 98 % der innerstädtischen Besiedlungsflächen lagen in Trümmern. Zeitgenössischen Berichten zufolge wurde zunächst erwogen, die Innenstadt nicht wieder aufzubauen. Der Wiederaufbau ging insgesamt gesehen aber so schnell voran, dass 1950 der 500.000ste Einwohner geboren wurde.

Ortsname

Dortmund wurde um das Jahr 882 erstmals im Werdener Urbar, dem Heberegister des Klosters Werden namentlich erwähnt. Der knappe, lateinische Eintrag lautet: „In throtmanni liber homo arnold[us] viii den[arios] nob[is] soluit [solvit].“ (deutsch: „In Throtmanni zahlt uns der freie Mann Arnold 8 Pfennige.“) Aus den folgenden Jahren sind verschiedene Schreibungen des Ortes belegt, die aber alle auf denselben Lautstamm zurückzuführen sind.[22] Die Verwendung der einzelnen Bezeichnungen erscheint dabei willkürlich. 1152 und damit ein Jahr nach seinem Aufenthalt in Dortmund stellte Kaiser Friedrich Barbarossa dem Kölner Erzbischof Arnold II. von Wied eine Urkunde aus, die die lateinische Bezeichnung „in burgo Tremonia“ (deutsch: „in der Stadt Tremonia“) enthält. Von diesem Zeitpunkt an findet sich in den lateinischen Quellen nur noch die Bezeichnung Tremonia und es wird vermutet, dass dies auf eine Anordnung Friedrich Barbarossas zurückgeht.[23] Auf Tremonia geht auch die altfranzösische Bezeichnung Trémoigne (auch Tremogne) und Trimoniaborg in norwegischen Karlsepen zurück.[24] Erst als im 14. Jahrhundert wieder deutsche Quellen aufkamen, finden sich auch wieder sprachlich weiterentwickelte Formen des ursprünglichen Namens wie Dirtmunde (1241), Dortmundhe (1268) oder Dorpmunde (1320). Die heutige Namensform ist erstmals für 1222 als Dortmunde nachweisbar.[25] Diese Formen wurde dann im westfälischen Platt zu Düörpm verkürzt.[24] Da für das Westfälische keine normierten Rechtschreibregeln existieren, findet man zum Teil auch die Schreibungen Düöpm, Döäpm, Döärpm, Dǫ̈pm oder Düärtm.[26][27] Da das Platt aber allmählich aus der Alltagskultur verschwindet, wird diese Bezeichnung nur noch äußerst selten verwendet. Die lateinische Bezeichnung Tremonia trifft man hingegen noch häufiger an (beispielsweise in Form des Tremoniaparks, der Image-Zeitschrift der Stadt tremonia nova oder dem Saal Tremonia als Sitzungsort des Ältestensrats im Dortmunder Rathaus).

Über die genaue Bedeutung des Ortsnamens existieren heute verschiedene Theorien. Eine auf Hermann Jellinghaus zurückgehende Interpretation nimmt als Stammform Throtmanni an und deutet dies als Zusammensetzung aus altsächsisch *throt (deutsch: Kehle/Gurgel; vergleiche germanisch *throt, althochdeutsch drozza, altenglisch throtu guttur und englisch throat) und manni, menni für einen Gewässernamen (vergleiche germanisch *moin in Moenum, Moyne, eventuell auch altirisch môin (deutsch: Sumpf) und lateinisch manâre (deutsch: fließen, strömen)), womit sich die Bedeutung Kehl-/Gurgelbach/Siedlung am gurgelnden Gewässer ergeben würde.[28] Jürgen Udolph hingegen führt den Namen auf Throtmande zurück. Den ersten Teil Throt- deutet er ebenfalls als altsächsisch in der Bedeutung Kehle/Gurgel/Schlund, den zweite Teil mande als Nebenform des lateinischen Worts mons (deutsch: Berg). Demnach hieße Dortmund so viel wie Berg mit einem tiefen Einschnitt/Schlundberg.[29][30] Beide Interpretationen schließen auf die Beschreibung besonderer geografischer Gegebenheiten, die heute aber aufgrund der Bebauung nicht mehr nachvollziehbar sind. Die Bezeichnung Tremonia leitet sich nicht direkt aus diesem Wortstamm ab. Man vermutet, dass bei Verwendung dieser Bezeichnung der gute phonetische Klang und der aus volksetymologischer Perspektive vorhandene Sinngehalt eine Rolle spielten. Der Name würde sich dann aus den Wörtern tres oder tria (deutsch: drei) und moenia (deutsch: Mauer) zusammensetzen und soviel wie Dreimauernstadt bedeuten. Nicht nachvollziehbar ist dabei aber, inwieweit damit tatsächlich auf eine dreifache Ummauerung der Stadt angespielt wird.[23] Auch die Namensform Throtmanni unterlag volksetymologischen Deutungen. So verweisen Chronisten des Spätmittelalters auf zwei Dörfer, das alde und das neue Dorp, die beide bei einer Burg Munda gelegen haben sollen und den Siedlungskern der Stadt Dortmund darstellen. Diese sächsische Burg sei durch die Römer (oder auch die Franken) belagert und erobert worden. Vom römischen Schlachtruf „trucide, trucide“ (deutsch: „Metzelt sie nieder, metzelt sie nieder“) hätten die Sachsen in Ermangelung von Lateinkenntnissen nur trutz oder trot verstanden und daraufhin zunächst die Römer und später den Ort selbst spöttisch als Trotmanni (Trutzmänner) bezeichnet.[31]

Stadtplan Dortmund 1894

Eingemeindungen

In die Stadt Dortmund wurden folgende Gemeinden eingemeindet:

Einwohnerentwicklung

Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Dortmund

1895 überschritt die Stadt Dortmund die Grenze von 100.000 Einwohnern, was sie zur Großstadt machte. Nach der Eingemeindung der Stadt Hörde und der Landkreise Dortmund und Hörde lebten 1929 etwa 536.000 Personen in der Stadt. Der Zweite Weltkrieg entvölkerte das zerstörte Dortmund. Im April 1945 zählte man 340.000 Menschen. Danach siedelten sich viele ins ländliche Umland evakuierte Menschen und Flüchtlinge in Dortmund an. Die Einwohnerzahlen stiegen rasch. 1965 wurde mit 657.804 Bürgern ein Höchststand erreicht. Stadtplaner träumten von einer Millionenmetropole, doch wie in den umliegenden Städten des Ruhrgebiets sank die Bevölkerungszahl drastisch. Zuletzt, am 30. Juni 2008, betrug die Amtliche Einwohnerzahl für Dortmund nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 585.670[32] (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Damit ist die absolute Bevölkerungszahl im Vergleich zum Jahr 2005 (588.168 Stand 31. Dezember 2005[33]) um knapp 2.500 Einwohner gesunken. Seit 1965 ist ein Rückgang um elf Prozent (rund 70.000 Personen) zu registrieren. Einer aktuellen Studie des Wirtschaftsmagazin Capital zufolge soll Dortmund entgegen dem allgemeinen deutschen Trend bis zum Jahr 2013 dennoch einen Einwohnerzuwachs von 0,9 % zu verzeichnen haben.

Religionen

Hauptartikel: Religionen in Dortmund

Die Dortmunder Stadtkirchen 1611
A = Reinolditurm
B = Marienkirche
G = alte Nicolaikirche
M = Burgthor
P = Dominikanerkloster (heute Propsteikirche)
N = Katharinenkloster
O = Petrikirche

Von den 588.168 Einwohnern Dortmunds gehören 34,6 % der evangelischen und 29,6 % der katholischen Kirche an. 0,7 % sind jüdischen Glaubens. Die Religionszugehörigkeit von 34,8 % der Bevölkerung wird vom Amt für Statistik und Wahlen der Stadt Dortmund (entsprechend der deutschen amtlichen Statistik) statistisch nicht aufgegliedert. Von ihnen sind etwa 25 % konfessionslos; gemessen an den Zahlen zur Herkunft der Dortmunder Bevölkerung sind etwa 6–8 % islamischen Glaubens.

Christentum

Die Propsteikirche vom Hansaplatz aus gesehen

Dortmund gehörte seit der Gründung zum Erzbistum Köln und war Sitz eines Archidiakonats. Ab 1523 fasste allmählich die Reformation Fuß. Doch wurde erst ab 1562 das Abendmahl in beiderlei Gestalt ausgeteilt. Die Stadt war danach überwiegend protestantisch. Als Freie Reichsstadt konnte Dortmund auch die religiösen Angelegenheiten selbst regeln und so erhielt die Stadt 1570 ein neues Kirchenregiment. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis. Das reformierte Bekenntnis war bis 1786 überhaupt nicht zugelassen. 1625 errichtete der Rat die Superintendentur Dortmund. Hieraus entstand nach dem Übergang an Preußen der spätere Kirchenkreis Dortmund innerhalb der Evangelischen Kirche in Preußen beziehungsweise dessen westfälischer Provinzialkirche. Später wurde der Kirchenkreis Dortmund in vier Kirchenkreise aufgeteilt. Heute bilden die Kirchenkreise Dortmund-Mitte-Nordost (22 Kirchengemeinden), 2002 fusioniert aus den Kirchenkreisen Dortmund-Mitte und Dortmund Nordost, Dortmund-Süd (14 Kirchengemeinden) und Dortmund-West (14 Kirchengemeinden) mit ihren zugehörigen Kirchengemeinden zusammen mit dem benachbarten Kirchenkreis Lünen (5 Kirchengemeinden) den „Verband der evangelischen Kirchengemeinden und Kirchenkreise in Dortmund und Lünen“, die Evangelische Kirche in Dortmund und Lünen innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Auch nach Einführung der Reformation gab es noch wenige Katholiken in Dortmund, die weiterhin zum Erzbistum Köln gehörten. Ihnen verblieben zunächst nur die Klosterkirchen für gottesdienstliche Nutzungen. 1616 erhielt jedoch das Dominikanerkloster wieder Pfarrrechte. Nach 1803 wurden die katholischen Klosterkirchen entweder säkularisiert oder gar abgebrochen. Die Kirche des aufgehobenen Dominikanerklosters blieb als Propsteikirche erhalten. 1821 wurden die Katholiken dem Bistum beziehungsweise Erzbistum Paderborn zugeordnet. Infolge starker Zuwanderung im 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert, insbesondere aus der damaligen Provinz Posen, nahm auch die Zahl der Katholiken stark zu. 1832 wurde Dortmund Sitz eines katholischen Dekanats.

Ansicht der Reinoldi- und Marienkirche

Neben den landeskirchlich-evangelischen und katholischen Gemeinden in Dortmund existieren verschiedene Freikirchen, darunter mehrere evangelisch-freikirchliche Gemeinden (Baptisten) (Christuskirche Dortmund-Mitte, Feldherrnstraße, Brückengemeinde Dortmund-Hörde, Auferstehungsgemeinde Dortmund-Eving, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Dortmund-Asseln, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Dortmund-Mitte, Saarbrücker Straße (Brüderbewegung) und Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Dortmund-Huckarde), die Freie Evangelische Gemeinde Dortmund-Körne und die Evangelisch-methodistische Kirche Dortmund-Mitte. Auch die Altkatholische Kirche ist in Dortmund vertreten. In Dortmund sind die Griechisch-Orthodoxe Kirche, die Serbisch-Orthodoxe Kirche und die Mazedonische orthodoxe Kirche vertreten. Dortmund ist Sitz der Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland.

Daneben gibt es als weitere Religionsgemeinschaften, die ihre Wurzeln im Christentum haben, die Zeugen Jehovas und die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage („Mormonen“). Die Mormonen betreiben in Dortmund eine genealogische Forschungsstelle. Die Neuapostolische Gebietskirche Nordrhein-Westfalen hat ihren Sitz in Dortmund.

Islam

Bedeutendste nichtchristliche Religionsgemeinschaft in Dortmund ist der Islam. Viele Moscheen und Gebetshäuser (vor allem in der stark türkisch besiedelten nördlichen Innenstadt) machen dies deutlich. Zurzeit gibt es in Dortmund etwa 30 Moscheevereine, die seit September 2007 von einem gemeinsamen Rat der Muslime in Dortmund vertreten werden.

Die islamischen Strukturen in Dortmund gründeten in Vereinen meist türkisch-stämmiger Arbeitsmigranten. Der 1966 gegründete Verein Türkischer Arbeitnehmer in Dortmund und Umgebung richtete 1973 die erste islamische Gebetsstätte in einem ehemaligen evangelischen Gemeindehaus in der Dortmunder Nordstadt ein. Mitte der siebziger Jahre gab es zahlreiche Gründungen von Vereinen gemeinsamer religiöser Identität. Unterstützt wurden diese Gemeinden häufig durch das Amt für Religiöse Angelegenheiten (türkisch: Diyanet İşleri Başkanlığı, kurz: DİB), welches seit Anfang der 1970er Jahre in der Türkei ausgebildete islamische Theologen in die deutschen Moscheevereine entsandte. Im November 1976 wurde der erste islamische Theologe als Lehrer und Vorbeter in Dortmund begrüßt.

Zwischen 1979 und 1983 bestand die Islamische Gemeinde Dortmund als selbstständiger Dachverband der islamischen Gemeinden in Dortmund. Diese löste sich 1983 auf, da die Gründung einer sogenannten Diyanet-Stiftung seitens des Religionsattachés der türkischen Botschaft angedacht war. Diese Stiftung wurde letztlich nicht realisiert und die Dortmunder Gemeinden schlossen sich schließlich der Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (türkisch: Diyanet İşleri Türk İslam Birliği, kurz: D.I.T.I.B.) an. Zur D.I.T.I.B. gehören heute zehn Gemeinden in Dortmund.

Neben den an den nationalen Gegebenheiten in der Türkei orientierten Moscheevereinen existieren in Dortmund weitere islamische Gemeinden, zum Beispiel die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş mit anderen spirituellen Ausrichtungen.

Als sich in den 1990er Jahren abzeichnete, dass die Arbeitsmigranten dauerhaft in Dortmund bleiben würden, hatte dies auch Auswirkung auf die Moscheevereine. Die bis dahin lose organisierten Vereine organisierten sich nach deutschem Vereinsrecht und strebten Gemeinnützigkeit an. Die zuvor häufig in Hinterhäusern untergebrachten Gebetsstätten zogen in die Vorderhäuser. Der Islam wurde sichtbarer. Der Trend zum Bau repräsentativer Moscheen, wie er in ganz Deutschland zu beobachten ist, hält auch in Dortmund an.

Zu Auseinandersetzungen mit der meist nichtmuslimischen Umwelt führte, wie in anderen deutschen Städten auch, der Ezan, der Gebetsruf des Muezzins.

Im Herbst 2007 bildeten die Vertreter der meisten Moscheegemeinden unter Beteiligung aller wichtigen islamischen Verbände einen „Rat der Muslime in Dortmund“.

Judentum

Tafel zum Gedenken an die alte Dortmunder Synagoge am Opernhaus

Schon für das Mittelalter ist die Ansiedlung von Juden in Dortmund urkundlich belegt. Man betete damals in einem eigenen Bethaus mit Mikwe. Nach Pogromen im 16. Jahrhundert siedelten sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder Juden in größerer Zahl an. 1895 entstand als zentrale, repräsentative Betstätte die Alte Synagoge Dortmund. Die erzwungene Auswanderung im Nationalsozialismus und der Holocaust dezimierten die jüdische Bevölkerung Dortmunds drastisch.

In den 1990er Jahren ist die Jüdische Gemeinde durch den Zuzug von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion wieder erheblich gewachsen. Heute umfasst die orthodoxe jüdische Kultusgemeinde 4200 Mitglieder. Sie betreibt neben einer Synagoge auch einen Kindergarten. Auch der jüdische Teil des Dortmunder Hauptfriedhofs wird heute wieder aktiv genutzt.

Dortmund ist Sitz des Landesverbandes der jüdischen Kultusgemeinden in Westfalen/Lippe.

Weitere Religionsgemeinschaften

In Dortmund existieren zwei Thai-Buddhistische Gemeindezentren: Wat Pah Analayo und Wat Dhammabharami. Neben diesen beiden Gemeinden, die am Theravada-Zweig des Buddhismus orientiert sind, gibt es auch ein Zentrum, das eine Form des Vajrayana vertritt. Dieses gehört dem Buddhistischen Dachverband Diamantweg e. V. an.

Für die hinduistische Gemeinde der in Dortmund lebenden Tamilen ist der Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel in Hamm von großer Bedeutung.

Außerdem existiert eine Bahai-Gemeinde.

Interreligiöser Dialog

Die Ursprünge des christlich-islamischen Dialogs in Dortmund finden sich im 1969 initiierten Arbeitskreis für Religion und Weltanschauung der Rheinisch-Westfälische Auslandsgesellschaft. In den 1990er Jahren fanden erste direkte Kontakte zwischen christlichen und islamischen Gemeinden im Arbeitskreis Kirche und Moschee statt. Diese Arbeitskreise existieren heute nicht mehr.

Seit 1993 widmet sich das gemeinsam von Christen und Muslimen initiierte Dortmunder Islamseminar der interreligiösen Zusammenarbeit zwischen Muslimen und Christen. Träger des Islamseminars sind die Abu-Bakr-Moschee Dortmund, die Moschee Bachstraße des VIKZ, die (evangelischen) Vereinigten Kirchenkreise Dortmund und Lünen und das Katholische Forum Dortmund.

Dem Zusammenleben von Juden und Christen in Dortmund widmet sich die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dortmund e. V.

Politik

Dortmunder Rathaus
Bezirksbürgermeister nach Parteizugehörigkeit 2004-2009

Hauptartikel: Zahlen und Fakten zur Politik in Dortmund

Dortmund ist eine kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk Arnsberg des Lands Nordrhein-Westfalen und handelt in freier Selbstverwaltung durch ihre Organe. Gemäß dem Gesetz über die Kommunalwahlen im Lande Nordrhein-Westfalen, der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen und der Hauptsatzung der Stadt Dortmund sind dies der Rat der Stadt Dortmund und der Oberbürgermeister. Alle fünf Jahre wählen die Dortmunder Bürger den 82-köpfigen ehrenamtlichen Rat der Stadt Dortmund (2004: zusätzlich sechs Überhangmandate) und den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Der Rat wählt zwei ehrenamtliche Bürgermeister als Stellvertreter des Oberbürgermeisters. In den zwölf Stadtbezirken wird außerdem jeweils eine 19-köpfige ehrenamtliche Bezirksvertretung gewählt, die aus ihrer Mitte einen Bezirksbürgermeister (bis 2008: Bezirksvorsteher) und einen oder mehrere Stellvertreter wählt. Dem Oberbürgermeister obliegen die Geschäfte der laufenden Verwaltung, er leitet die Ratssitzungen und repräsentiert die Stadt. Der Oberbürgermeister ist verpflichtet, die Beschlüsse des Rats auszuführen. Der Rat wählt außerdem einen Stadtdirektor und bis zu neun weitere Stadträte als Stellvertreter des Oberbürgermeisters in der Verwaltung der Stadt. In den neun Außenstadtbezirken befinden sich Bezirksverwaltungsstellen.

Neben den Organen der kommunalen Selbstverwaltung werden in Dortmund vier Landtagsabgeordnete und zwei Bundestagsabgeordnete per Direktmandat gewählt, bei der Europawahl werden die Kandidaten ausschließlich über Listen gewählt.

Die Selbstverwaltung der Stadt Dortmund hat eine lange Tradition: seit etwa 1240 ist ein Rat belegt und vom König anerkannt, 1288 wurden erstmals Bürgermeister erwähnt und 1504 gingen auch die verbliebenen Rechte an der die Stadt umgebenen Grafschaft Dortmund von den Grafen an die Stadt über. An der Spitze der Stadt Dortmund stand in Zeiten der Freien Reichsstadt der 18-köpfige, später zwölfköpfige, patrizische Rat, welcher im Laufe der Zeit verschiedentlich zusammengesetzt war. Die Amtszeit dauerte zunächst ein Jahr, wobei die Mitglieder turnusmäßig wechselten, sodass es einen „alten Rat“ und einen „neuen Rat“ beziehungsweise „sitzenden Rat“ gab. Seit Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Ratsherren auf Lebenszeit gewählt. Von den sechs Obersten Ratsherren führten zwei den Titel „Bürgermeister“. Der siebte Sitz war dem Freigrafen vorbehalten. Nach 1803 übernahm ein fürstlich-oranischer Stadtmagistrat die Amtsgeschäfte und in französischer Zeit gab es einen Maire, dem ein Munizipalrat zur Seite stand. Als Dortmund 1815 preußisch wurde, gab es einen Bürgermeister und einen Gemeinderat. Mit Einführung der Städteordnung 1835 leiteten der Magistrat und das Stadtverordnetenkolleg unter Vorsitz des Bürgermeisters die Verwaltung. Ab 1860 trug das Stadtoberhaupt den Titel