Doboj
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| Doboj Добој |
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| Basisdaten | ||||
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| Staat: | Bosnien und Herzegowina | |||
| Entität: | Republika Srpska | |||
| Koordinaten: | 44° 44′ N, 18° 5′ O44.734444444418.0877777778146Koordinaten: 44° 44′ 4″ N, 18° 5′ 16″ O | |||
| Höhe: | 146 m ü. A. | |||
| Fläche: | 813,9 km² | |||
| Einwohner: | 70.453 (2004) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 87 Einwohner je km² | |||
| Telefonvorwahl: | +387 (0) 53 | |||
| Postleitzahl: | 74000 | |||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2008) | ||||
| Gliederung: | 73 Ortsgemeinschaften | |||
| Bürgermeister: | Obren Petrović (SDS) | |||
| Webpräsenz: | ||||
Doboj (kyrillisch Добој) ist eine Stadt in der Republika Srpska in Bosnien und Herzegowina mit etwa 70.000 Einwohnern.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Die auf 146 m über dem Meeresspiegel liegende Stadt Doboj befindet sich im zentralen Norden Bosniens, am Fluss Bosna. In Doboj münden die Usora und die Spreča in die Bosna.
[Bearbeiten] Verkehr
Begünstigt durch diese Lage hat sich die Stadt zu einem Verkehrsknotenpunkt entwickelt. Hier kreuzen sich die beiden Hauptbahnstrecken des Landes. Im Tal der Bosna verläuft der Paneuropäische Verkehrskorridor Nr. Vc, wo neben der Eisenbahn auch künftig die Autobahn A1 verlaufen wird.
In der Stadt hat die Bahngesellschaft Željeznice Republike Srpske (ŽRS) ihren Sitz, die die Bahnstrecken der Republika Srpska betreibt.
[Bearbeiten] Geschichte
Bereits die Römer erbauten im 1.Jahrhundert ein Kastell in der Nähe der heutigen Stadt. Teile des römischen Bauwerkes dienten im 13. Jahrhundert zum Bau der Festung, um die sich in der nachfolgenden Zeit eine städtische Siedlung entwickelte.
Doboj war vor dem Bosnienkrieg (1992-1995) mehrheitlich von Bosniaken (41,3 %) bewohnt, gefolgt von Serben (39,8 %) und Kroaten (13,3 %). Seit dem Kriegsbeginn im Jahr 1992 war die Stadt aufgrund von ethnischen Säuberungen, Flucht und Vertreibung mehrheitlich von orthodoxen Serben bewohnt. Ab 2000 kehrten viele Angehörige der anderen Ethnien in ihre Häuser zurück, so dass die Bevölkerung nicht mehr nur aus Serben besteht. Konflikte zwischen den Volksgruppen gibt es heute kaum noch.
In der Nähe des Busbahnhofs wurde ein großes Schwimmbad gebaut. Dort finden öfter auch Konzerte statt. Wenige Meter neben dem Schwimmbad befinden sich die Fußballplätze der Sloga Doboj. Zurzeit spielt der Verein in der zweiten bosnischen Liga.
Im Herbst 2005 wurde in Doboj das moderne Einkaufszentrum "BmD Centar" eröffnet. Unweit des Einkaufszentrums wird eine neue orthodoxe Kirche gebaut, die größer als die bisherige in der Altstadt sein wird. Im Zentrum der Stadt wurde ein altes Kaufhaus zu einem weiteren Einkaufszentrum umstrukturiert, das auch einen modern eingerichteten Supermarkt der Einzelhandelskette "Tropic" aus Banja Luka beherbergt. Daneben werden weitere Wohn- und Gewerbeobjekte gebaut, so dass sich Doboj langsam aber sicher zu einer modernen, europäischen Stadt entwickelt. Zugleich wurde der Fernbahnhof in Doboj renoviert und modernisiert.
Durch die geographische Lage an der Frontlinie waren große Teile Dobojs während des Krieges stark umkämpft, weswegen die Umgebung nach wie vor stark vermint ist.
Das "field office" der europäischen Polizeimission (EUPM) ist geschlossen, die Betreuung des Gebietes erfolgt durch Banja Luka. Militärisch ist die EU durch ein Camp der Portugiesen vertreten (Camp Doboj). Die Polen zogen im September 2005 ab und übergaben ihr Camp an die bosnischen Streitkräfte.
[Bearbeiten] Bevölkerung
Zum Zeitpunkt der Volkszählung 1991 hatte die Gemeinde Doboj 102.549 Einwohner, von denen sich 41.164 (40,14 %) als Bosniaken, 39.820 (38,83 %) als Serben, 13.264 (12,93 %) als Kroaten und 5.765 (5,62 %) als Jugoslawen bezeichneten.
In der eigentlichen Stadt lebten 27.498 Einwohner, davon 11.154 (40,56%) Bosniaken, 8.011 (29,13%) Serben, 4.365 (15,87%) Jugoslawen und 2.714 (9,86%) Kroaten.
Doboj ist seit dem Bosnienkrieg mehrheitlich von Serben bevölkert. Allerdings leben auch eine gewisse Anzahl Bosniaken und Kroaten in der Stadt, deren Rückkehr durch die Grenzlage zur Föderation begünstigt wurde.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Die Arbeitslosigkeit in Doboj wurde im Oktober 2005 mit 43 % berechnet, der monatliche Warenkorb betrug zu diesem Zeitpunkt ca. 425 Konvertible Mark. Das Durchschnittseinkommen liegt indes bei lediglich 500 KM. Ein Polizeibeamter verdient ca. 450 KM, ein Lehrer etwas weniger. Die Korruption ist weit verbreitet. Im März 2006 wurde die Arbeitslosigkeit mit 30 % berechnet. Durch die hohe Quote von "Schwarzarbeitern" beträgt die tatsächliche Arbeitslosigkeit nach Schätzungen nur knapp 21 %.
Im März 2006 lag das Durchschnittseinkommen bei 520 KM und der Wert des monatlichen Warenkorbs betrug 460 KM. Dieser Anstieg geht auf die Einführung der Mehrwertsteuer (PDV) von 17 % zum 1. Januar 2006 zurück.
In dem kleinen Dorf Stanari nahe Doboj wird das Kohle-Bergwerk "Rudnik" betrieben. Es ist im Besitz der britischen Investmentfondsgesellschaft EFT. Durch den Kauf des Kohle-Bergwerkes durch das englische Unternehmen wurden viele Arbeitsplätze gesichert.[1]
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
Oberhalb von Doboj liegt die Festung Doboj aus dem 13. Jahrhundert mit einem Aussichtspunkt auf die Stadt und das Bosnatal. Zwei Moscheen wurden im Stadtgebiet wieder aufgebaut, sowie die kleine katholische Kirche. Die orthodoxe Kirche unweit der Festung hat den Krieg unbeschadet überstanden und eine zweite befindet sich im Bau. Des Weiteren kann man bei Doboj ein römisches Lager/Castell besichtigen.[1]
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b European Stability Initiative: A Bosnian Fortress. Return, energy and the future of Bosnia, 19. Dezember 2007
[Bearbeiten] Weblinks

