Doğu Perinçek – Wikipedia

Doğu Perinçek

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Doğu Perinçek (* 17. Juni 1942 in Gaziantep) ist ein türkischer Politiker und Parteivorsitzender der links-nationalistischen İşçi Partisi (Arbeiterpartei).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Werdegang

Perinçeks Vater war in den 1950er Jahren Abgeordneter der Demokratischen Partei.[1] Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Ankara, promovierte und arbeitete anschließend dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Er war Mitbegründer und Vorsitzender der „Revolutionären Arbeiter- und Bauernpartei der Türkei“ (TİİKP), von der sich unter seiner Führung 1978 die „Arbeiter- und Bauernpartei der Türkei“ (TİKP) abspaltete.

Doğu Perinçek wurde nach der Machtergreifung der Militärs vom 12. März 1971 zu 20 Jahren Haft verurteilt, jedoch nach zweieinhalb Jahren amnestiert. Auch nach dem Putsch vom 12. September 1980 wurde er zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Im Jahre 1985 wurde er aus der Haft entlassen. 1991 durfte er wieder politisch aktiv werden, doch wurde seine "sozialistische Partei" verboten. Sie formierte sich darauf neu als „Arbeiterpartei“, İP (İşçi Partisi) und wird seit ihrer Gründung von Perinçek geführt. Perinçek hat sich seit dem Militärputsch vom Maoismus abgewandt, wenngleich er China weiterhin als führende antiwestliche Macht betrachtet. Zu Beginn der 1990er Jahre erregte er durch ein Treffen mit dem PKK-Führer Abdullah Öcalan Aufsehen, gegen Ende des Jahrzehnts wandte er sich jedoch immer stärker extrem nationalistischen Positionen zu. So tritt er gegen einen EU-Beitritt der Türkei ein. Außenpolitisch kooperiert er mit der eurasischen Bewegung von Alexandr Dugin in Russland. Im Zusammenhang mit der Organisation Ergenekon wurde Perinçek am 21. März 2008 verhaftet und befindet sich seitdem in Haft.[2]

[Bearbeiten] Perinçeks Haltung zum Völkermord an den Armeniern

Doğu Perinçek tat sich in letzter Zeit durch die Leugnung des Völkermords an den Armeniern hervor. Aufgrund dessen prüfte das Bezirksgericht Lausanne, ob Perinçek mit seinen Behauptungen zu den Ereignissen während des Ersten Weltkriegs gegen die schweizerische Antirassismus-Strafnorm verstoßen hat.[3] Perincek hatte am 24. Juli 2005 an einer Kundgebung in Lausanne erklärt, der Genozid an den Armeniern sei eine imperialistische Lüge. Er wurde am 9. März 2007 zu einer Geldstrafe verurteilt. Damit ist er die erste Person in der Schweiz, die wegen Leugnung des Völkermords an den Armeniern zur Rechenschaft gezogen wird. Perincek sprach von einem rassistischen und imperialistischen Urteil und sieht sich als Opfer in einer Linie mit Galilei, Robespierre und Marx, die ebenfalls für ihre Ideen verurteilt worden seien. Im übrigen werde er seine Position auch dann nicht ändern, wenn eine unabhängige Expertenkommission ihn widerlege.[4] Das Gerichtsverfahren habe einem Prozess der Spanischen Inquisition geglichen.[5] Perinçek hat angekündigt, Revision einzulegen.[6]. Am 19. Juni wies das Kantonsgericht Waadt Perinceks Rekurs als vollkommen unbegründet ab und bestätigte das Urteil der Vorinstanz. [7]

[Bearbeiten] Familie

Doğu Perinçek ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Seine Frau Şule Perinçek war zeitweise Vorsitzende der Frauenorganisation seiner Partei.

[Bearbeiten] Auswahlbibliographie

  • Türkiye’de Siyasi Partilerin İç Düzeni ve Yasaklanması Rejimi, 1968 (Die innere Ordnung politischer Parteien in der Türkei und die Verbotspolitik)
  • FaÅŸizm Halkın Mücadelesini Durduramaz - Sıkıyönetim Mahkemeleri’ndeki KonuÅŸma ve Dilekçeler, 1975 (Der Faschismus kann den Kampf des Volkes nicht stoppen! - Reden und Eingaben vor den Sondergerichten des Ausnahmeverwaltung)
  • Bozkurt Efsaneleri ve Gerçek, 1976 (Die Legenden vom Grauen Wolf und die Realität)
  • Türkiye Devriminin Yolu, 1979 (Der Weg zur Revolution in der Türkei)
  • Türk Sorunu, 1993 (Die türkische Frage)
  • Orta Asya Uygarlığı, 2005 (Die Zivilisation Zentralasiens)
  • Ermeni Sorununda Strateji ve Siyaset, 2006 (Strategie und Politik in der Armenierfrage)

[Bearbeiten] Quellen

  1. ↑ Bedri Baykam. 68’li yıllar: eylemciler, Ankara 1997, S. 505
  2. ↑ Martin Riexinger: "Feindbild Islamisierung" Die Tageszeitung, 28. Juli 2008
  3. ↑ NZZ: Türkischer Politiker Perincek leugnet Genozid weiter 6. März 2007
  4. ↑ NZZ: Erste Verurteilung wegen Leugnung von Armenier-Genozid 9. März 2007
  5. ↑ 20 Minuten: Perinçek provoziert die Schweiz erneut 10. März 2007
  6. ↑ swissinfo: Dogu Perinçek wegen Völkermord-Leugnung verurteilt 9. März 2007
  7. ↑ Genozid-Leugner: Strafe bestätigt 20. Juni

[Bearbeiten] Weblinks

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