Die Deutschen – Wikipedia

Die Deutschen

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Dieser Artikel behandelt die Fernsehserie Die Deutschen. Für weitere Bedeutungen von Deutscher siehe Deutscher (Begriffsklärung).
Seriendaten
Deutscher Titel: Die Deutschen
Originaltitel: Die Deutschen
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr(e): 2008
Produzent:

Gruppe 5 Filmproduktion

Episodenlänge: etwa 43 Minuten
Episodenanzahl: 10
Originalsprache:

Deutsch

Musik:

Paul Rabiger

Genre:

Geschichte, Dokumentation

Erstausstrahlung (de): auf ZDF
Besetzung

Die Deutschen ist eine zehnteilige Fernsehdokumentation, die im Auftrag des ZDF produziert wurde und die Deutsche Geschichte anhand von zehn ausgewählten Epochen erzählt. Der geschichtliche Rahmen beginnt mit der Regierungszeit von Otto dem Großen und endet in der letzten Folge mit dem Untergang des Deutschen Kaiserreiches nach dem Ersten Weltkrieg.

Die historischen Ereignisse werden durch aufwendige Spielszenen und digitale Computeranimationen vermittelt und beinhalten somit Elemente des Infotainments.

Die Dokumentationsserie wurde an über 200 unterschiedlichen Orten in Deutschland, auf Malta und in Rumänien gedreht und kostete rund 500.000 Euro pro Folge.[1][2] Die Serie wurde von der Kölner Gruppe 5 Filmproduktion GmbH unter der Gesamtleitung von Guido Knopp und Peter Arens produziert.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Folgen

[Bearbeiten] Teil 1: Otto und das Reich

Erstausstrahlung: So. 26. Oktober 2008 um 19.30 Uhr im ZDF
Themenschwerpunkt dieser Folge ist das Wirken Ottos des Großen, der erstmals alle wichtigen deutschen Volksstämme im Kampf gegen die Ungarn vereinigt und siegreich aus der Schlacht auf dem Lechfeld hervorgeht.

[Bearbeiten] Teil 2: Heinrich und der Papst

Erstausstrahlung: Di. 28. Oktober 2008 um 20:15 Uhr im ZDF
Dargestellt wird der Konflikt zwischen der weltlichen und geistlichen Macht im 11.  Jahrhundert zwischen dem römisch-deutschen König Heinrich IV. und Papst Gregor VII., der mit dem Gang nach Canossa einen Höhepunkt im Investiturstreit erreicht.

[Bearbeiten] Teil 3: Barbarossa und der Löwe

Erstausstrahlung: So. 2. November 2008 um 19.30 Uhr im ZDF
Der Machtkampf zwischen dem römisch-deutschen König und Kaiser Friedrich „Barbarossa“ und seinem Vetter, dem sächsischen Herzog Heinrich der Löwe, der in der Reichsheerfahrt mündet, kennzeichnet exemplarisch die Spannungen zwischen den deutschen Territorialherrschern und den römisch-deutschen Kaisern.

[Bearbeiten] Teil 4: Luther und die Nation

Erstausstrahlung: Di. 4. November 2008 um 20:15 Uhr im ZDF
Der Augustinermönch Martin Luther lehnt sich gegen den käuflichen Ablasshandel der römisch-katholischen Kirche auf und leitet durch die Begründung des Protestantismus die Spaltung der christlichen Kirche ein. Mit seiner Bibelübersetzung ins Deutsche wird die Grundlage für eine einheitliche deutsche Sprache gelegt.

[Bearbeiten] Teil 5: Wallenstein und der Krieg

Erstausstrahlung: So. 9. November 2008 um 19.30 Uhr im ZDF
Im Dreißigjährigen Krieg agiert der kaiserliche Feldherr Wallenstein zunächst sehr erfolgreich gegen die protestantischen Kriegsparteien, verliert aber durch eigenmächtiges Handeln die Gunst des Kaisers Ferdinand II. und wird ermordet. Der Religionskrieg in Deutschland endet erst nach drei Jahrzehnten durch den Westfälischen Frieden.

[Bearbeiten] Teil 6: Preußens Friedrich und die Kaiserin

Erstausstrahlung: Di. 11. November 2008 um 20:15 Uhr im ZDF
Der preußische König Friedrich der Große fällt in Schlesien ein und löst damit den Ersten Schlesischen Krieg und später auch den Siebenjährigen Krieg aus. Die österreichische Erzherzogin und Kaiserin Maria Theresia kann nicht verhindern, dass in der Folgezeit Preußen die zweite Großmacht in Deutschland wird.

[Bearbeiten] Teil 7: Napoleon und die Deutschen

Erstausstrahlung: So. 16. November 2008 um 19:30 Uhr im ZDF
Der französische Kaiser Napoleon I. unterwirft die deutschen Territorialstaaten. Inspiriert vom freiheitlichen Gedankengut der Französischen Revolution erwächst in den deutschen Staaten erstmals ein Nationalgefühl, dass sich gegen die französische Besetzung richtet. Mit der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig endet die Fremdherrschaft.

[Bearbeiten] Teil 8: Robert Blum und die Revolution

Erstausstrahlung: Di. 18. November 2008 um 20:15 Uhr im ZDF
Durch die Restauration der deutschen Fürstentümer wurde die Bildung eines einheitlichen Nationalstaates in Deutschland nach der napoleonischen Besatzung verhindert. In der Märzrevolution von 1848 begehren die Bürger gegen die Fürstenherrschaft auf und wählen mit der Frankfurter Nationalversammlung das erste freie Parlament in Deutschland. Der Abgeordnete Robert Blum ist ein Befürworter einer zukünftigen deutschen Republik. Mit der Niederschlagung der Revolution kurze Zeit später endet auch die Hoffnung auf einen freiheitlichen Nationalstaat.

[Bearbeiten] Teil 9: Bismarck und das Deutsche Reich

Erstausstrahlung: So. 23. November 2008 um 19:30 Uhr im ZDF
Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck setzt auf Weisung seines Königs Wilhelm I. die Heeresreform im preußischen Verfassungskonflikt durch. Dies bildet die militärische Grundlage für die folgenden siegreichen Kriege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich. Nach dem Sieg über Frankreich wird unter preußischer Führung das zweite deutsche Kaiserreich gegründet.

[Bearbeiten] Teil 10: Wilhelm und die Welt

Erstausstrahlung: Di. 25. November 2008 um 20:15 Uhr im ZDF
Im Deutschen Kaiserreich unter Wilhelm II. sind nicht nur wirtschaftliche Erfolge und die Existenz eines einheitlichen Staatsgebildes Realität, auch erhebliche soziale Missstände sind vorhanden. Die expansive Außenpolitik führt das Reich in Interessenkonflikte mit weiteren Großmächten und führt zu starken Aufrüstungsbestrebungen in Europa. Im Ersten Weltkrieg entlädt sich dieses Militärpotential. Nach der Kriegsniederlage wird in Deutschland die Republik ausgerufen.

[Bearbeiten] Rezeption

[Bearbeiten] Kritik

„[…] Zu einer Offensive hin zum Qualitätsfernsehen im Sinne Marcel Reich-Ranickis taugt die Serie eher nicht. Sie soll massentauglich sein und ist es wohl; sie soll junge Menschen interessieren und versucht das mit umfangreichem Begleitmaterial für Schüler, das in Zusammenarbeit mit dem Geschichtslehrerverband entstanden ist; sie soll zwischen Unterhaltung und Information vermitteln, was bei allem Pathos durchaus gelingen könnte. Aber eines sind „Die Deutschen“ keinesfalls: Fernsehen, wie es sich Kulturkritiker wünschen.“

– Sven Felix Kellerhoff: Die Welt[3]

„Wer illusionistisch illustrierte Geschichtsbücher nicht mag und historische Romane nicht zu seinen Lieblingslektüren zählt, kann auch auf „Die Deutschen“ im ZDF verzichten. Die bei den Ottonen erprobte Dramaturgie und die an ihnen entfaltete Ästhetik werden sich in den weiteren Folgen nicht ändern, neu werden – von Barbarossa bis Wallenstein und am Ende Bismarck und Wilhelm II. – nur die handelnden Figuren und deren Schauspieler sein. „Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehören wir hin?“ fragt uns das ZDF im Vorspann zu jeder Folge. Man soll auch dieses Pathos so ernst nicht nehmen.“

– Jochen Hieber: Frankfurter Allgemeine Zeitung[4]

„"Linke" Geschichtsschreibung begeht oft den Fehler, über die Vergangenheit zu Gericht zu sitzen. "Rechte" Geschichtsschreibung weiß immer schon, dass am Ende (also heute) stets noch alles gut gegangen ist. Mit dieser Idee im Kopf, die nichts schafft außer eine allseits beruhigende Tradition, vollführen die Mainzer TV-Historiker dann auch gewagte Sprünge: Fürstenwahl statt Erbkaisertum ist die Basis unseres Föderalismus und schon für das 12. Jahrhundert ist ungeniert von "Deutschen" und "Italienern", die Rede. Die Menschen selber nannten sich erst sehr viel später so. Jetzt aber weiß der deutsche Michel, wie alt er schon ist. Beunruhigen muss ihn nichts. Verstören schon gar nicht. Guido Knopp klöppelt eine Tradition zusammen wie ein gesticktes Deckchen auf dem Ruhekissen. Hier schafft Wissen ein gutes Gewissen.“

– Bernd Gäbler: Stern[5]

[Bearbeiten] Einschaltquoten

Obwohl die Kritik über Inhalt und Qualität der Serie sehr kontrovers ausfiel, erzielte das ZDF mit der Ausstrahlung eine sehr hohe Einschaltquote bei den Zuschauern. Die erste Folge wurde von 6,48 Millionen Fernsehzuschauern gesehen und erreichte damit einen Marktanteil von 20,9 Prozent.[6] Die weiteren Folgen waren mit einer Sehbeteiligung von 4,3 bis 5,6 Millionen Zuschauern (Stand: 18. November 2008) ebenfalls erfolgreich.[7]

[Bearbeiten] Literatur

  • Guido Knopp, Stefan Brauburger, Peter Arens: Die Deutschen: vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Bertelsmann-Verlag, München 2008, ISBN 978-3-570-00942-0

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ↑ weltonline: „Tausend Jahre Geschichte als TV-Serie verpackt“, abgerufen am 18. November 2008
  2. ↑ tagesspiegel.de: Guido Knopp erklärt die Deutschen, abgerufen am 18. November 2008
  3. ↑ Sven Felix Kellerhoff: „Tausend Jahre Geschichte als TV-Serie verpackt“, Die Welt im Online-Artikel, 25. Oktober 2008, abgerufen am 18. November 2008
  4. ↑ Jochen Hieber: „Geschichte im Fernsehen ist immer Roman“, FAZ.net im Online-Artikel, 23. Oktober 2008, abgerufen am 18. November 2008
  5. ↑ Bernd Gäbler: „Guido Knopp, der ZDF-Weihnachtsmann“, Stern im Online-Artikel, 10. November 2008, abgerufen am 18. November 2008
  6. ↑ meedia.de: Sensationserfolg "Die Deutschen": Qualität und Quote schließen sich nicht aus, abgerufen am 18. November 2008
  7. ↑ presseportal.de: ZDF-Reihe "Die Deutschen" bleibt weiter zuschauerstark, abgerufen am 18. November 2008

[Bearbeiten] Weblinks

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