Deus absconditus
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Deus absconditus (Latein: der verborgene Gott) bezeichnet die nach menschlichem Vorstellungsvermögen prinzipielle Unerkennbarkeit Gottes und stammt aus Jesaja 45,15.
Diese Konzeption war insbesondere für das Denken von Nikolaus von Kues, Jean Calvin und Martin Luther von großer Bedeutung.
Martin Luther entfaltete seine Ansichten zum Deus absconditus in seiner lateinisch abgefassten Schrift De servo arbitrio aus dem Jahre 1525. Den Gedanken hatte er aber bereits in seinen ersten Psalmenvorlesungen und in der Vorlesung über den Römerbrief zehn Jahre zuvor angedeutet.
In Alfred Anderschs 1957 erschienenem Roman "Sansibar oder der letzte Grund" legt die Romanfigur Pfarrer Helander seine Konzeption des "deus absconditus" angesichts der gegenwärtigen nationalsozialistischen Terrorherrschaft ausführlich und eindrucksvoll dar.
Gegenbegriff zu deus absconditus in der lutherischen Theologie ist deus revelatus (offenbarter Gott).
Siehe auch: Analogielehre
[Bearbeiten] Literatur
- Volker Leppin: Deus absconditus und Deus revelatus. Transformationen mittelalterlicher Theologie in der Gotteslehre von "De servo arbitrio", in: Berliner Theologische Zeitschrift 22 (2005) [Heft 1] S. 55-69 (ISSN 0724-6137)
- Martin Luther: Vom unfreien Willen: dass der freie Wille nichts sei. Antwort D. Martin Luthers an Erasmus von Rotterdam, deutsche Übersetzung von De servo arbitrio, übersetzt von Bruno Jordahn, hrsg. v. Georg Merz, München 1983
- Horst Beintker: Luthers Gotteserfahrung und Gottesanschauung, in: Leben und Werk Martin Luthers von 1526 bis 1546 - Festgabe zu seinem 500. Geburtstag, Band I, Berlin 1985, 2. Aufl., S. 39 - 62

