Dauermagnet – Wikipedia

Dauermagnet

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Ein Dauermagnet (auch: Permanentmagnet) ist ein Stück eines magnetisierbaren Materials, zum Beispiel Eisen, Kobalt oder Nickel, welches sein statisches Magnetfeld behält, ohne dass man (im Gegensatz zu Elektromagneten) einen elektrischen Stromfluss benötigt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Grundlagen

Hysteresekurve eines Ferromagneten

Ein Dauermagnet kann durch die Einwirkung eines Magnetfeldes auf ein ferromagnetisches Material erzeugt werden. Durch ein abklingendes magnetisches Wechselfeld, Erwärmung über die Curie-Temperatur oder Stoßeinwirkung kann es wieder entmagnetisiert werden. Die im Alltag bekannteste Form sind Ferritmagnete, z. B. als Pinnwand-Haftmagnet oder – mit Eisen-Polschuhen versehen – als Schranktür-Verschluss.

  • Ein Permanentmagnet übt auf alle ferromagnetischen Stoffe wie z. B. Eisen eine Anziehung aus.
  • Zwei Permanentmagnete ziehen sich je nach ihrer Lage zueinander an oder sie stoßen sich ab.

Die Hysteresekurven von geeigneten Materialien sind entsprechend breit und nähern sich einem Rechteck bei dem die senkrechten Linien die Feldstärkeachse bei großen Feldstärken schneiden. Bei Weichmagnetischen Werkstoffen dagegen, wie zum Beispiel bei Blechen für Trafokerne, ist die Hysteresekurve sehr schmal und schneidet die Feldstärkeachse bei kleinen Feldstärkewerten.

[Bearbeiten] Kenngrößen

[Bearbeiten] Koerzitivfeldstärke HC

Die Feldstärke, die aufgewendet werden muss, um den Magneten vollständig zu entmagnetisieren (Flussdichte B=0). Schnittpunkt der Hysteresekurve mit der Achse der Feldstärke H. Je größer die Koerzitivfeldstärke, desto größer ist die Beständigkeit des Magneten gegen Entmagnetisierung durch äußere Felder.

[Bearbeiten] Remanenz BR

Mit Remanenz bezeichnet man die Flussdichte, die ohne äußeres Feld auftritt. Schnittpunkt der Hysteresekurve mit der Achse der Flussdichte B.

[Bearbeiten] Energiedichte BH

Die Energiedichte, auch Energieprodukt oder BH-Produkt, genannte Größe entspricht der maximal im Magneten gespeicherten magnetischen Energie bezogen auf sein Volumen.

[Bearbeiten] Maximale Betriebstemperatur

Während die Curietemperatur den Punkt des völligen, (in bezug auf die Temperatur meist irreversiblen) Verlustes der Dauermagneteigenschaft angibt, ist für den praktischen Einsatz die maximale Betriebstemperatur, die meist deutlich unterhalb der Curietemperatur liegt, relevant. Bis zu dieser Temperatur können die Dauermagnete ohne nennenswerte irreversible Verluste betrieben werden.

[Bearbeiten] Dauermagnetmaterialien

[Bearbeiten] Stahl

Mit Stählen wurden früher Dauermagnete erzeugt. Sie sind aber sehr schwach und lassen sich sehr leicht entmagnetisieren.

[Bearbeiten] Ferrite

Ferritmagnete sind kostengünstig, aber relativ schwach. Typische Anwendung sind Haftmagnete und einfache kleine Gleichstrommotoren.

[Bearbeiten] Bismanol

Bismut und Mangan bilden ebenfalls ein Permanentmagnetmaterial

[Bearbeiten] Aluminium-Nickel-Cobalt

Aluminium-Nickel-Cobalt (AlNiCo) sind grundsätzlich Eisenlegierungen mit Al, Ni und Co als Hauptlegierungselemente. Diese Materialien sind bis 500 °C einsetzbar, haben aber eine relativ geringe Energiedichte und Koerzitivfeldstärke. Die Remanenz ist höher als bei den Ferritmagneten. Die Herstellung erfolgt durch Gießen oder pulvermetallurgische Verfahren. Sie haben eine gute Korrosionsbeständigkeit, sind aber zerbrechlich und hart.

[Bearbeiten] Samarium-Cobalt

Samarium-Cobalt (SmCo) ermöglicht starke Dauermagnete mit hoher Energiedichte und hoher Einsatztemperatur. Nachteilig ist der hohe Preis.

[Bearbeiten] Neodym-Eisen-Bor

Neodym-Eisen-Bor (NdFeB) ermöglicht sehr starke Magnete zu verhältnismäßig günstigen Kosten. Die Herstellung erfolgt über pulvermetallurgische Verfahren, heute aber vermehrt als kunststoffgebundene Magnete. Lange Zeit waren die Einsatztemperaturen auf 60–120 °C begrenzt. Bei einigen neueren Entwicklungen werden Einsatztemperaturen bis 200 °C angegeben.

[Bearbeiten] Anwendungen

[Bearbeiten] Mechanik

  • Lagerungen
  • Haftmagnete
  • durch Wandungen hindurch wirkende Kupplungen

[Bearbeiten] Elektromechanik

[Bearbeiten] Elektronik

[Bearbeiten] Fachliteratur

  • Prof. Dr. Horst Stöcker: Taschenbuch der Physik. 4. Auflage, Verlag Harry Deutsch, Frankfurt am Main, 2000, ISBN 3-8171-1628-4
  • Dr. Ing. Hans Fischer: Werkstoffe in der Elektrotechnik. 2. Auflage, Carl Hanser Verlag, München Wien, 1982, ISBN 3-446-13553-7
  • Prof. Dr. Günter Springer: Fachkunde Elektrotechnik. 18.Auflage, Verlag - Europa - Lehrmittel, 1989, ISBN 3-8085-3018-9

[Bearbeiten] Siehe auch

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