Düssel
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| Düssel | |
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Die Düssel an der Fundstelle des Neandertalers |
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| Daten | |
| Lage | Nordrhein-Westfalen |
| Gewässerkennzahl | 27392 [1] |
| Länge | 39,906 km (Mündungsarm Brückenbach) [1] |
| Quelle | in Velbert-Neviges 51° 17′ 48,94″ N, 7° 4′ 36,28″ O51.29692777787.07674444444241 |
| Quellhöhe | ca. 241 m ü. NN [2] |
| Mündung | Rhein in Düsseldorf51.22444444446.76944444444Koordinaten: 51° 13′ 28″ N, 6° 46′ 10″ O 51° 13′ 28″ N, 6° 46′ 10″ O51.22444444446.76944444444 |
| Flusssystem | Rhein |
| Einzugsgebiet | 162,88 km² |
| Rechte Nebenflüsse | Mettmanner Bach, Pillebach, Hubbelrather Bach |
| Linke Nebenflüsse | Kleine Düssel, Eselsbach |
| Großstädte | Wuppertal, Düsseldorf |
Die Düssel ist ein rund 40 Kilometer langer rechter Nebenfluss des Rheins in Nordrhein-Westfalen und entspringt in Oberdüssel des Wülfrather Stadtteiles Düssel im Kreis Mettmann. Im Stadtgebiet von Düsseldorf mündet sie vierarmig in den Rhein und ist Namensgeberin für die Stadt.
Der Name Düssel geht wahrscheinlich auf das germanische thusila zurück und bedeutet „brausen, rauschen, tosen“, althochdeutsch doson. Um 1065 hieß der Bach Tussale (die Brausende, Rauschende, Tosende).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Der Lauf der Düssel
Die Düssel bildet sich aus vier bis acht Quellgewässern. Die höchstgelegene der Quellen, die der eigentlichen Düssel, befindet sich in Velbert-Neviges an der Stadtgrenze zu Wülfrath-Oberdüssel. Von hier durchfließt die Düssel die Wülfrather Ortsteile Schlupkothen, Aprath und Düssel, bevor sie in Hahnenfurth und Schöller Wuppertaler Gebiet passiert und ihren Lauf auf dem Gebiet der Stadt Haan fortsetzt. Hier vereint sie sich im Ortskern von Gruiten mit der Kleinen Düssel, einem Zufluss, der 4,3 km lang ist und östlich in der Gemarkung Bolthausen im Wuppertaler Stadtteil Vohwinkel entspringt.
Westlich von Gruiten fließt sie im Naturschutzgebiet Neandertal an der Stadtgrenze zwischen Erkrath und Mettmann. Dort hat sich der Fluss tief in den Untergrund aus devonischen Tonschiefern und Riffkalksteinen eingeschnitten und bildet so ein teilweise enges Tal, das in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zwischen Gruiten und Braken nur durch die Trassen einer werkseigenen Kleinbahn für den Kalksteinabbau erschlossen war (heute Wegetrassen). Die schluchtartige Enge der Flasche ist mit dem Kalksteinabbau verschwunden. Die zweite Enge am 1672 erwähnten und 1986 restaurierten und zwischen den Höfen Thunis und Bracken befindlichen Kalkofen Huppertsbracken ist noch erhalten. Zahlreiche Mühlengebäude liegen in diesem Talabschnitt. Teilweise sind Anlagen zur Wiesenbewässerung erhalten (Flössgräben).
Als größter Nebenbach fließt der Düssel, aus einem weiträumigerem Tal kommend, der Mettmanner Bach zu. An dieser Stelle, einer kleinen Talweitung, querte die mittelalterliche Kölnische Straße (Strata coloniensis) das Tal. Danach verengte es sich abrupt zu einer für den nordwestdeutschen Raum außergewöhnlichen Schlucht, Gesteins oder Hundsklipp genannt.
Diese Schlucht wurde ab etwa 1800 nach dem berühmten, in Düsseldorf lebenden Pastor, Komponisten und Kirchenmusiker Joachim Neander Neandershöhle und ab etwa 1850 Neanderthal genannt. Durch den Kalksteinabbau ab 1849 ist auch diese Enge heute nicht mehr vorhanden, sondern ein weiträumiges Tal entstanden. An der Einmündung des Mettmanner Baches befindet sich der Kunstweg MenschenSpuren und das neugebaute Neanderthal Museum. Etwas weiter dem Düssellauf folgend befindet sich an der pittoresken Felsnase Rabenstein die Fundstelle des berühmten Neandertalers, eines Urzeitmenschen des Pleistozäns, die zwischenzeitlich der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Das Naturschutzgebiet Neandertal umfasst nur den naturnahen Talbereich oberhalb, wo auch das alte Neanderthal-Museum liegt, welches heute als Steinzeit-Werkstatt genutzt wird, nicht jedoch das eigentliche, heute wieder naturhaft bewachsene ehemalige Neandertal.
Aus dem Neandertal kommend durchfließt die Düssel den Erkrather Stadtteil Alt-Erkrath, wo sie unter anderem in den 1960er und 1970er Jahren wegen Neubauten wie der Stadthalle an einigen Stellen in ein neues Flussbett verlegt wurde. Dort fließt der Hubbelrather Bach, in den kurz vorher der Stinderbach mündete, zu. Hinter dem Ortsausgang schlängelt sie sich durch die überwiegend landwirtschaftlich genutzte Fläche zwischen Erkrath und Düsseldorf-Gerresheim, dem letzten Abschnitt, wo der Fluss noch naturbelassen fließt.
Für Düsseldorf ist die Düssel namensgebend. Ein Binnendelta mit vier Armen zum Rhein liegt komplett auf dem Stadtgebiet. Erstmals teilt sich der Fluss in Düsseldorf-Gerresheim in die Nördliche und die Südliche Düssel. Die Mündung der beiden in der Düsseldorfer Altstadt verlaufenden Arme ist wegen des Rheinufertunnels verrohrt.
- Die Nördliche Düssel verläuft durch den Ostpark, später durch den Zoopark in Düsseldorf-Düsseltal, durch einen Tunnel unter dem Gelände des Eisstadions an der Brehmstraße hindurch, am Jacobihaus (Malkasten) vorbei durch den Hofgarten, um schließlich in der Düsseldorfer Altstadt am Burgplatz in Höhe des Schlossturms in den Rhein zu münden. An dieser Stelle verlieh die Düssel schon im Mittelalter dem Dorf an seinem Ufer den Namen Düsseldorf. Dort wird mit dem Wasser der nördlichen Düssel auch der Neptunbrunnen und damit auch der Stadtgraben auf der Königsallee gespeist.
- Der Kittelbach ist ein Nebenarm der Nördlichen Düssel, welcher im Verlauf der Heinrichstraße in Richtung Norden abzweigt, durch Düsseldorf-Unterrath und dann unter dem Flughafen entlang fließt, um schließlich in Düsseldorf-Kaiserswerth in der Nähe der Ruine der Kaiserpfalz Kaiserswerth in den Rhein zu münden.
- Die Südliche Düssel fließt durch Düsseldorf-Eller, dort mündet zwischen Friedhof Eller, Am Straußenkreuz und Autobahn (A 46) der Eselsbach. Dieser fließt, als Vereinigung von Sedentaler Bach, Mahnerter Bach und Hühnerbach in Erkrath-Sandheide, am Unterbacher See vorbei, durch den Eller Forst und den Schlosspark Eller und vereinigt sich dort mit dem Hoxbach. Die südliche Düssel fließt hiernach durch den Volksgarten, durch Düsseldorf-Bilk, durchfließt den Schwanenspiegel und den Spee’schen Graben, um dann an der Schulstraße (wo auch Heinrich Heine zur Schule ging) in den Rhein zu münden.
- Der Brückerbach ist ein Nebenarm der Südlichen Düssel und zweigt am Werstener Kreuz in Richtung Süden ab. Dort bildet er im weiteren Verlauf die Grenze zwischen den Stadtteilen Düsseldorf-Wersten und Bilk. Am südlichen Ende des „Fleher Wäldchens“ mündet der Brückerbach schließlich in den Rhein.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten an der Düssel
- Schloss Aprath
- Aprather Mühle
- Wasserburg Düssel
- Mittelalterliche Kirche, Mühle und Rittersitz in Schöller
- Kalksteinbrüche
- historischer Ortskern Gruiten-Dorf
- Winkelsmühle
- Naturschutzgebiet Neandertal
- Eiszeitliches Wildgehege Neandertal
- Kunstweg MenschenSpuren
- Neanderthal Museum
- Fundstätte des Neandertalers
- Haus Morp
- Düsseldorf-Altstadt
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Bilder
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Quelle der Düssel bei Neviges |
Aprather Mühle |
Winkelsmühle |
Zusammenfluss von Mettmanner Bach und Düssel am Kunstwerk Woher-Wohin |
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Die Düssel im Neandertal |
Die Düssel im Neandertal bei Hochwasser |
Die Düssel bei Hochwasser |
Staustufe des Kittelbachs in der Heinrichstraße |
[Bearbeiten] Literatur
- Johann Heinrich Bongard: Wanderungen zur Neandershöhle – Eine topographische Skizze der Gegend von Erkrath an der Düssel, 70 S., 1835, Arnz & Comp. Düsseldorf (Als Faksimile erhältlich unter ISBN 3-922055-19-2)
- Karl Emerich Krämer: Durchs Düsseltal nach Düsseldorf. 1. Aufl., Mercator-Verlag Gert Wohlfarth, Duisburg/München 1968, ISBN B-0000B-S4B-Z
- Verschiedene Autoren: „Die Düssel“, Naturfreunde erkunden eine Landschaft, Herausgeber Touristenverein „Die Naturfreunde“ Landesverband Rheinland – Ortsgruppe Düsseldorf ISBN 3-00-000265-0
[Bearbeiten] Weblinks
- Naturschutzgebiet Fachinformation beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen
- Informationen auf duesseldorf.de
- Informationen und Video auf der Webseite der Blootwoosch-Galerie im Heimatverein Düsseldorfer Jonges e. V.
- Karte und Luftbild des Düsselverlaufs
- Gewässerkarte vom Stadtentwässerungsbetrieb Düsseldorf
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ a b http://www.lanuv.nrw.de/wasser/pdf/GSK3B_Gewaesserverzeichnis.pdf
- ↑ Topografische Karte 1:25.000

