Cro-Magnon-Mensch – Wikipedia

Cro-Magnon-Mensch

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Cro-Magnon-Mensch
Schädel eines Cro-Magnon-Menschen
Zeitraum
Jungpleistozän (Aurignacien)
35.000 bis 10.000 Jahre
Fossilfundorte
Systematik
Altweltaffen (Catarrhini)
Menschenartige (Hominoidea)
Menschenaffen (Hominidae)
Hominini
Homo (Homo)
Mensch (Homo sapiens)
Wissenschaftlicher Name
Homo sapiens

Als Cro-Magnon-Menschen (kromaˈɲɔ̃ mɛnʃ) werden vorgeschichtliche Vertreter der modernen Menschen (Homo sapiens) bezeichnet, die vor etwa 35.000 bis 10.000 Jahren lebten.[1] Benannt ist dieser Homo-Typ nach dem Fundort bei Cro-Magnon in Südfrankreich, wo 1868 fünf Skelette entdeckt wurden, die mit der 14C-Methode auf ca. 25.000 Jahre datiert wurden.[2] Die Cro-Magnon-Menschen wiesen keine signifikanten anatomischen Unterschiede zu den heute lebenden Menschen auf. Genetische Untersuchungen von mtDNA und Y-Chromosomen zeigen, dass die Cro-Magnon-Menschen direkte Vorfahren der heutigen Europäer sind.

Zwei morphologische Varianten der Menschen des Jungpaläolithikums – eine hochwüchsige und eine grazile – lassen sich deutlich unterscheiden. Die Menschen von Grotte des Enfants 4, Barma Grande 5, Predmosti 3, Pavlov and Sunghir 1 gehörten dem sehr hochwüchsigen Typus an, diejenigen von Arene Candide 2, 3, 5 und Riparo Continenza dem ausgesprochen grazilen. Eine Mittelstellung nehmen der Cro-Magnon 2, Predmosti 9, Predmosti 14, Paviland, Ohalo 2, und Wadi Kubbaniya ein und, etwas kleiner, die Menschen von Predmosti 5, Neuessing, Arene Candide 12 und Riparo Continenza.

Stelle des Cro-Magnon-Menschen in einem Modell des menschlichen Stammbaums
Cro-Magnon
Lage von Cro-Magnon in Frankreich

Sie lebten zur Zeit ihres ersten Auftretens in Europa als Jäger und Sammler (Wildbeuter) überwiegend nomadisch. Viele Fundstellen erwiesen sich als lediglich kurzfristig genutzte Lagerstätten.

Das Ob und Wie seines Zusammentreffens mit dem Neandertaler in Europa und dem Vorderen Orient ist Gegenstand zahlreicher Theorien. Eine Vermischung beider Arten wird heute aufgrund genetischer Untersuchungen überwiegend ausgeschlossen. Bereits 5000 Jahre früher als in Mitteleuropa sind im Nahen Osten die typischen Merkmale der neuen Kulturstufe feststellbar. Unzweifelhaft drangen die modernen Menschen während der letzten, kältesten Phase der letzten Eiszeit (Würm) aus dem Nahen Osten kommend nach Europa ein und überstanden dort auch das Temperaturminimum vor 20.000–18.000 Jahren, während die Neandertaler vor 30.000–24.000 Jahren verschwanden.

Schädel des alten Mannes von Cro-Magnon

Die naheliegende Überlegung, dass die Cro-Magnon-Menschen, von Südosten kommend, die kältegewohnten Neandertaler immer weiter nach Norden oder in die Alpen vor sich her vertrieben hätten, scheint jedoch irrig.

Kurz vor dem Aussterben der Neandertaler scheint es sich vielmehr so verhalten zu haben, dass diese nur noch in den südlichsten Gebieten siedelten, während die Siedlungsräume der Cro-Magnon-Menschen sich weit nördlich davon befanden.

Den Westen Europas betreffend, wird davon ausgegangen, dass sich der Siedlungsraum der Cro-Magnon-Menschen im Süden Frankreichs und im nördlichen Teil der Iberischen Halbinsel befand, während die Neandertaler den Süden der Iberischen Halbinsel bis hinunter nach Gibraltar besiedelten, von wo auch nach aktuellem Stand die letzten Funde von Neandertalern stammen.

Im Osten ergibt sich ein ähnliches Bild mit dem Fundort moderner Menschen bei Sungir (ca. 200 km östlich von Moskau) und dem Fund spätester Neandertaler auf der südlichen Krim-Halbinsel.

Zu dieser Zeit lagen die bisher erkennbaren hauptsächlichen Siedlungsgebiete der Cro-Magnon-Menschen in Europa daher im Grenzgebiet zwischen Tundren-, Kaltsteppen- und Nadelbaumvegetation, während die Neandertaler im klimatisch günstigeren Grenzgebiet zwischen Nadelbaum- und Laubbaumvegetation siedelten.

Die Werkzeuge und Waffen der Cro-Magnon-Menschen waren denjenigen der Neandertaler in der Zeit vor ca. 30.000 Jahren nicht signifikant überlegen. Eine wechselseitige Beeinflussung wird diskutiert. In der danach folgenden Zeit wurden die Artefakte der Cro-Magnon-Menschen jedoch auf eine Weise verfeinert, an die diejenigen der Neandertaler zu keiner Zeit heranreichten.

Im Süden Frankreichs und Norden Spaniens befinden sich mehrere Höhlen mit kunstvoller und zum Teil erstaunlich realistischer Höhlenmalerei, bei der die Darstellung von Tieren bei weitem überwiegt; besonders bekannt ist Höhle von Lascaux, die Höhle von Altamira und die Chauvet-Höhle.

Frühe Plastiken (Elfenbeinschnitzereien, Stein-, Knochen-, aber auch heute wohl meist nicht mehr erhaltene Holzskulpturen) stellen Tiere und weibliche Fruchtbarkeitssymbole dar.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. www.talkorigins.org Fossil Hominids: Cro-Magnon Man
    Die Abgrenzung zur Jetztzeit hin (10.000 Jahre) greift die Abgrenzung Pleistozän zu Holozän auf.
  2. Friedemann Schrenk: Die Frühzeit des Menschen. Der Weg zum Homo sapiens. CH Beck, 1997, S. 114, ISBN 3-406-41059-6

[Bearbeiten] Weblinks

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