Coesit
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| Coesit | |
| Bild eventuell bei Commons | |
| Chemische Struktur | SiO2 |
| Mineralklasse | Oxide - Metall: Sauerstoff = 1:2 und vergleichbare - Mit kleinen Kationen: Kieselsäure-Familie 4.DA.35 (9. Aufl.) ; IV/D.01-50 (8. Aufl.) (nach Strunz) 75.1.4.1 (nach Dana) |
| Kristallsystem | monoklin |
| Kristallklasse | monoklin-prismatisch [1] |
| Farbe | farblos |
| Strichfarbe | weiß |
| Mohshärte | 7,5 bis 8 |
| Dichte (g/cm³) | 3,01 [2] |
| Glanz | Glasglanz |
| Transparenz | durchsichtig |
| Bruch | |
| Spaltbarkeit | undeutlich |
| Habitus | mikrokristallin |
| Häufige Kristallflächen | |
| Zwillingsbildung | |
| Kristalloptik | |
| Brechzahl | α=1,593 bis 1,599 ; γ=1,597 bis 1,604 [3] |
| Doppelbrechung (optische Orientierung) |
δ=0,004 bis 0,005 [3] ; zweiachsig positiv |
| Winkel/Dispersion der optischen Achsen |
2vz ~ 54° bis 64° |
| Weitere Eigenschaften | |
| Radioaktivität | nicht radioaktiv |
| Magnetismus | nicht magnetisch |
Coesit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 1 : 2 und kleinen Kationen. Als Hochdruckmodifikation von Quarz hat Coesit dieselbe chemische Zusammensetzung SiO2 (Siliciumdioxid) und wird damit der Kieselsäure-Familie zugeordnet, zu der neben den weiteren Quarzmodifikationen Seifertit, Tridymit, Cristobalit, Stishovit noch Opal, Moganit und Melanophlogit sowie die beiden hypothetischen Minerale Beta-Quarz und Lechatelierit gehören.
Coesit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt nur mikrokristalline, körnige Aggregate, überwiegend als Einschlüsse in anderen Mineralen. Seine Dichte von 3,01 g/cm³ ist die zweithöchste der Kieselsäurefamilie (im Vergleich dazu Quarz: 2,65 g/cm³).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Etymologie und Geschichte
Coesit wurde nach Loring Coes Jr. (1915-) benannt, einem amerikanischen Chemiker, dem es 1953 erstmals gelang, das Mineral synthetisch herzustellen.
[Bearbeiten] Bildung und Fundorte
Das Quarz-Coesit-Gleichgewicht (also diejenigen Druck- und Temperaturbedingungen, bei denen Hoch-Quarz und Coesit nebeneinander bestehen können) wurde experimentell sehr genau bestimmt (Bohlen und Lindsley 1987, Abbildung 1). Die experimentellen Befunde weisen auf Drücke im Bereich von etwa 2,5 bis 3,8 GPa und Temperaturen von 450 bis 800 °C hin, das entspricht einer minimalen Entstehungstiefe von circa 75 km unter der Erdoberfläche.
Die Anwesenheit von Coesit kann in Gesteinsproben oft nur mehr indirekt festgestellt werden: durch den Übergang der Hochdruckmodifikation (Coesit) in die Tiefdruckmodifikation (Quartz) steigt das Volumen des Minerals: es entstehen radiale Risse, welche unter einem Mikroskop beobachtet werden können. Seltener findet man Quarzkörner mit noch erhaltenem Coesitkern.
Hauptsächlich wird Coesit in Gesteinen der Ultra-Hochdruck-Metamorphose (UHPM - Ultrahigh-Pressure Metamorphism) gefunden (Alpen, Dabie Shan in Ost-China,Himalaya). Hier kommt Coesit sowohl in basischen, „klassischen“, Eklogiten als auch in Metasedimentiten bzw. Metaplutoniten mit saurer Zusammensetzung (Krustengesteine) vor. Bei der Ultra-Hochdruck-Metamorphose wird kontinentale Kruste meist bei einer Kontinent-Kontinent-Kollision subduziert und Drucken und Temperaturen ausgesetzt, die die Bildung von und Stabilität von Coesit ermöglichen. Coesit kann auch durch Einschlag von Meteoriten (Impaktmetamorphose) entstehen. So konnte etwa auf Grund von Coesit-Vorkommen nachgewiesen werden, dass das Nördlinger Ries ein Einschlagkrater ist. Ein weiterer, wichtiger Fundort ist der Meteor Crater in Arizona.
Coesit wird auch in Xenolithen in Diamant führenden Kimberliten gefunden.
[Bearbeiten] Struktur
Coesit ist unter normalen Drücken metastabil. Er kristallisiert im monoklin-prismatischen Kristallsystem in der Raumgruppe
mit den Gitterparametern a = 7,17 Å, b = 12,38 Å und c = 7,17 Å, β = 120° sowie 16 Formeleinheiten pro Elementarzelle.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Webmineral - Coesite (engl.)
- ↑ Martin Okrusch, Siegfried Matthes: Mineralogie: Eine Einführung in die spezielle Mineralogie, Petrologie und Lagerstättenkunde. 7. Auflage. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York 2005, ISBN 3-540-23812-3, S. 110 bis 115.
- ↑ a b MinDat - Coesite (engl.)
[Bearbeiten] Literatur
- S. R. Bohlen und D. H. Lindsley (1987): Thermometry and barometry of igneous and metamorphic rocks. Annual Review of Earth and Planetary Sciences, 15:397-420.

