Certismus
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Certismus ist in Philosophie und Wissenschaftstheorie eine Richtung, die das eigene System auf eine absolut gewisse oder sichere Grundlage zu stellen bestrebt ist. Die entgegengesetzte Position ist der Fallibilismus. Eine allgemeinere Position ist die Rechtfertigungsstrategie, die nicht nur die Suche nach Gewissheit, sondern auch die vordergründig bescheidenere Suche nach begründetem Fürwahrhalten umfasst.
Der Terminus wurde von den Vertretern des kritischen Rationalismus geprägt, um die begründungsorientierten von den widerlegungsorientierten Positionen in der Erkenntnistheorie einander gegenüberzustellen (Helmut F. Spinner). Hans Albert kritisiert Certismus als Fundamentalismus; nach seiner Auffassung sind alle wissenschaftlichen und auch philosophischen Aussagen prinzipiell fehlbar, demzufolge ist eine absolute Gewissheit von Aussagen unerreichbar.
Dagegen betrachten die Vertreter einer Transzendentalphilosophie (Kant oder die Begründer des Erlanger Konstruktivismus (Hugo Dingler) oder Vertreter einer Letztbegründung (Karl-Otto Apel) die Suche nach Gründen und vor allem auch den letzten Gründen von Wahrheiten als unausweichliche oder zumindest sinnvolle Aufgabe.

