1. FC Union Berlin – Wikipedia

1. FC Union Berlin

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1. FC Union Berlin
Vereinsemblem
Voller Name 1. Fußballclub Union Berlin e. V.
Gegründet 20. Januar 1966
Vereinsfarben Rot-Weiß
Stadion Stadion An der Alten Försterei
Plätze 18.100
Präsident Dirk Zingler
Trainer Uwe Neuhaus
Homepage www.fc-union-berlin.de
Liga 3. Liga
2007/08 4. Platz (Regionalliga Nord)
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Heim
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Auswärts

Der 1. FC Union Berlin (offiziell: 1. Fußballclub Union Berlin e. V.) ist ein Fußballverein aus dem Berliner Ortsteil Köpenick im Bezirk Treptow-Köpenick. Er wurde 1966 gegründet, basiert jedoch auf dem bereits 1906 entstanden SC Olympia 06 Oberschöneweide. Er ist heute neben Hertha BSC einer der bekanntesten Fußballvereine der Hauptstadt und gilt für viele seiner Anhänger aufgrund seiner Stellung im DDR-Fußball als Kultverein. Der Schlachtruf der Fans lautet ebenso wie der Titel der von Nina Hagen gesungenen Vereinshymne Eisern Union. Die Heimspiele werden im größten reinen Fußballstadion Berlins, dem Stadion An der Alten Försterei, ausgetragen. In der Saison 2008/09 spielt die Männermannschaft in der 3. Liga. Die Frauenmannschaft spielt in der 2. Bundesliga.

Inhaltsverzeichnis

Vereinsgeschichte

1906 bis 1966: Die Vorgängervereine des 1. FC Union

1906–1920: Gründungsjahre und Umzug in die Wuhlheide

Historisches Logo des SC Union 06 Oberschöneweide

Der erste Vorgängerverein des heutigen 1. FC Union Berlin wurde am 17. Juni 1906 als SC Olympia 06 Oberschöneweide durch einen Zusammenschluss dreier kleinerer, ortsansässiger Vereine (Frisch Auf, Preußen und Vorwärts) im Berliner Vorort Oberschöneweide gegründet. Da die Mannschaft zunächst fast nur aus Schülern bestand, beschloss man knapp einen Monat später, sich als Jugendmannschaft dem BTuFC Helgoland 1897 anzuschließen. Aufgrund des sportlichen Misserfolgs von Helgoland 97 entschieden sich die Oberschöneweider aber ein halbes Jahr später erneut zu einem Wechsel und banden sich an den Deutschen Meister von 1905 – den BTuFC Union 1892. Dort spielte das Team zwei Jahre lang als vierte Mannschaft und konnte in der Saison 1907/08 mit dem Gewinn der Meisterschaft in der untersten Klasse des Verbands Berliner Ballspielvereine (VBB; der damals führende Fußballverband in Berlin und Brandenburg) erste Erfolge erzielen. Im Februar 1909 löste sich die Mannschaft vom Mutterverein, um auf eigenen Beinen stehen zu können. Aus freundschaftlicher Verbundenheit und aus Dank übernahmen die Spieler den Namen des BTuFC, der Verein hieß fortan Union 06 Oberschöneweide. Auch die Vereinsfarben wurden übernommen, so dass das Team in der Folge in Blau-Weiß spielte.

In der Saison 1909/10 traten die Oberschöneweider erstmals als eigenständiger Verein im VBB an und spielten ab 1914 – nach drei Aufstiegen in fünf Jahren – in der höchsten Klasse in Berlin und Brandenburg, obwohl sich zu dieser Zeit der VBB mit anderen regionalen Verbänden zusammenschloss und so mehr Konkurrenz entstand. In der neuen Verbandsliga des Verbandes Brandenburgischer Ballspielvereine wurde Union 1917 regionaler Vizemeister. Jedoch waren diese sportlichen Erfolge durch die politischen Ereignisse rund um den Ersten Weltkrieg überschattet, welche auch im Fußball ihre Spuren hinterließen und einen regelmäßigen Spielbetrieb nur eingeschränkt möglich machten. Rund 60 % der damaligen Vereinsmitglieder wurden zum Militärdienst einberufen, und nur jeder Fünfte kehrte aus dem Krieg zurück.

Fast zehn Jahre spielten und trainierten die Unioner auf einem Sportplatz in der Oberschöneweider Wattstraße, bis sie 1920 in die Sportanlage Sadowa – das heutige Stadion An der Alten Försterei – in der Wuhlheide umzogen, wo sie auch heute noch beheimatet sind. Zur offiziellen Eröffnungsfeier am 7. August 1920 kam der amtierende Deutsche Meister 1. FC Nürnberg.

1920–1933: Zwischen Vize-Meisterschaft und Mittelmaß

Im Jahr 1920 wurde Union zum ersten Mal Berliner Meister und durfte an der Endrunde für die Deutsche Meisterschaft teilnehmen. Dort scheiterte man jedoch bereits im Viertelfinale. Besser machte es der Verein drei Jahre später, als man erneut Berliner Meister wurde und nach Siegen über Arminia Bielefeld und die SpVgg Fürth das Endspiel um die Meisterschaft 1923 erreichte, bei dem sich die Spieler aber dem Hamburger SV mit 0:3 geschlagen geben mussten.

Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1923:
10. Juni 1923, Union Oberschöneweide – Hamburger SV 0:3 (0:1), Berlin, Grunewaldstadion, 64.000 Zuschauer
Torschützen: 0:1 Harder (34.), 0:2 Breuel (70.), 0:3 Schneider (90.)
Union: Fritz Müller, Ernst Standtke, Franz Klautsch, August Hamann, Otto Splittgerber, Otto Martwig, Albert Dietz, Horst Franke II, Hermann Lux, Max Franke, Willi Jachmann
Hamburg: Martens, Beier, Speyer, Carlsson, Halvorsen, Krohn, Kolzen, Breuel, Harder, Schneider, Rave

Danach konnte „Union-Ob.“ – wie der Verein von seinen Anhängern genannt wurde – zwar noch 1925 die Vizemeisterschaft in Berlin und die Teilnahme am Endspiel um den Berliner Pokal 1926 als weitere Erfolge erringen, schaffte es allerdings nicht, sich in der Spitzengruppe zu halten. Zu stark war die Konkurrenz durch finanziell besser aufgestellte Vereine wie Hertha BSC oder Tennis Borussia Berlin. So wanderten viele Spieler ab (z. B. Otto Martwig oder Karl Schulz) und Union rutschte ins Mittelfeld der Tabelle. Aus dieser Zeit resultiert auch der noch heute bekannte Schlachtruf der Union-Fans „Eisern Union“. Erstmals soll diese Anfeuerung in einem Spiel gegen Hertha BSC erklungen sein, als ein hart erkämpftes Unentschieden gegen den überlegenen Gegner noch zu Gunsten der Hertha zu kippen drohte. Der Ursprung dieses Ausrufs geht auch auf die Bezeichnung Schlosserjungs zurück, denn so wurden die Spieler aufgrund ihrer blauen Spielkleidung und ihrer überwiegenden Herkunft aus der Arbeiterklasse genannt.

1933–1945: Abstieg und Zweiter Weltkrieg

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde der Liga- und Spielbetrieb im deutschen Fußball stark verändert. Unter anderem wurden aus den vorher über 30 regional höchsten Ligen mit rund 600 Vereinen nun 16 Gauligen mit nur noch 160 Klubs, was qualitativ gesehen eine Steigerung bedeutete, da so in den jeweiligen Gauligen eine Leistungskonzentration stattfand. Für Union hatte dies allerdings negative Folgen, da sich dadurch der allmähliche sportliche Niedergang der letzten Jahre fortsetzte und seinen Höhepunkt in der Saison 1934/35 fand, als die „Schlosserjungs“ aus der Gauliga Berlin-Brandenburg abstiegen. Zwar gelang in der Folgesaison der Wiederaufstieg, bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges blieb Union aber nur Mittelmaß.

Mit dem Anfang des Krieges wurde Fußball wie schon zwischen 1914 und 1918 zur Nebensache und der Spielbetrieb sowie die Vereine waren durch die politische Situation stark beeinträchtigt. Erneut mussten viele Spieler an die Front und kehrten nicht mehr heim. Union gelang es in dieser Zeit, als Berliner Meister (1940) nochmals bis in die Deutsche Meisterschaftsendrunde zu kommen, schied aber in der Zwischenrunde gegen die damalige Spitzenmannschaft Rapid Wien aus. 1942 stieg man jedoch wieder ab und konnte erst 1944 in die erste Liga zurückkehren. Die folgende Saison wurde aber aufgrund des Vorrückens der Alliierten zum Ende des Krieges bedeutungslos und wurde nicht mehr beendet.

1945–1950: Nachkriegszeit und Trennung

Da alle Fußballvereine in der Zeit des Dritten Reiches in nationalsozialistische Organisationen umgewandelt worden waren, wurden sie von den Besatzungsmächten nach Kriegsende verboten, um sie auf keinen Fall wieder als „Pflanzstätten soldatischer Tugend“ missbrauchen zu können. Zunächst durften sich die Vereine nur eingeschränkt neu gründen, was bedeutete, dass sie nicht den alten Namen verwenden und nur Spieler aus dem lokalen Umfeld zulassen durften. So entstanden in Berlin mehrere Sportgruppen (SG) wie beispielsweise die SG Gesundbrunnen (ehemals Hertha BSC), die SG Charlottenburg (ehemals Tennis Borussia) oder als Nachfolger Unions die SG Oberschöneweide.

Die Oberschöneweider schafften zunächst nicht den sportlichen Anschluss und qualifizierten sich 1946 nicht für die neu geschaffene eingleisige Berliner Stadtliga. Doch ab der Saison 1946/47 sorgte die Mannschaft wieder für positive Schlagzeilen und konnte einerseits den Aufstieg in die Stadtliga feiern sowie andererseits überraschend den Berliner Pokal gewinnen und im Laufe des Turniers mehrere Erstligisten aus dem Rennen werfen. In der Folgesaison hielt der Aufwärtstrend der Mannschaft an und die Berliner Meisterschaft konnte errungen sowie der Berliner Pokal verteidigt werden. In der anschließenden Endrunde war aber der FC St. Pauli im Viertelfinale zu stark: Vor 70.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion unterlag man 0:7.

Die Berliner Vereine durften ab 1948 wieder ihre alten Vereinsbezeichnungen annehmen, wobei bei Union der Einfluss der sowjetischen Besatzungsmacht erkennbar wurde, die keine „bürgerlichen“ Vereine zuließ. Daher hieß der Verein nun statt SC Union Oberschöneweide „politisch korrekt“ SG Union Oberschöneweide. Dem Erfolg des Vereins tat dies keinen Abbruch, denn er blieb weiter in Berlin konkurrenzfähig, obwohl schon viele Spieler in das finanziell lukrativere West-Berlin abwanderten.

Kurz darauf begann aber die bis dahin schwerste Krise des Klubs: Als Zweiter der Berliner Meisterschaft war die vom ehemaligen Hertha-Spieler Johannes Sobek trainierte Ost-Berliner Mannschaft für die Endrunde der deutschen Meisterschaft qualifiziert, bekam jedoch von der politischen Führung keine Erlaubnis (und keine Papiere), um nach Kiel zum Spiel gegen den Hamburger SV zu reisen. Daraufhin siedelte fast das komplette Team nach West-Berlin über und trat danach auch gegen den HSV an. Etwa zwei Wochen später gründeten die Spieler den SC Union 06 Berlin im Westteil Berlins neu.

1950–1965: Absturz und Namenswechsel

Die in der DDR verbliebenen Mitglieder waren durch den Verlust der nahezu kompletten ersten Mannschaft stark geschwächt. Nur knapp konnte 1950/51 der Abstieg aus der DDR-Oberliga verhindert werden, wobei Union den Klassenerhalt nicht der eigenen sportlichen Stärke sondern vielmehr der Entscheidung des Deutschen Fußball-Verbands (DFV) verdankte, dass in der Oberliga mindestens zwei Ost-Berliner Mannschaften verbleiben mussten. Neben den Wuhlheidern profitierte noch der VfB Pankow davon.

Diese Entscheidung beinhaltete jedoch den Umstand, dass der Verein in die Betriebssportgemeinschaft (BSG) des VEB Transformatorenwerks Karl Liebknecht (kurz TRO) eingegliedert wurde und nun BSG Motor Oberschöneweide hieß. Auch die traditionellen Farben wurden geändert und aus dem Blau-Weiß des Vorgängers (und des „Brudervereins“ im Westen) wurde das heute charakteristische Rot-Weiß. Ein paar Wenige versuchten noch, den alten Verein mit dem Namen Union Oberschöneweide weiterzuführen, hatten dabei aber wenig Erfolg, denn nach nur zwei Jahren in der drittklassigen Bezirksliga (wobei man sich in der Saison 1953/54 mit dem SV Grünau zusammenschloss[1]) stieg der Club weiter in die Berliner Amateurklassen ab und löste sich 1972 schließlich vollständig auf.

Logo des Vorgängervereins (1963 bis 1966) TSC Berlin

Zum Leidwesen der Anhänger besserte sich die sportliche Situation Unions auch als Motor Oberschöneweide nicht und in der Saison 1952/53 stieg der Verein in die zweitklassige DDR-Liga ab. Kurz darauf wurde die Mannschaft als Fußballabteilung in den SC Motor Berlin integriert, was allerdings nicht den nächsten Abstieg in die damals bestehende 2. DDR-Liga verhinderte. Wiederum nur zwei Jahre später (1957) wurde Motor Berlin mit den verschiedenen BSGen der Trägerbetriebe KWO und BAE zum TSC Oberschöneweide zusammengefasst. Dieser wiederum fusionierte 1963 mit dem SC Rotation Berlin sowie dem SC Einheit Berlin zum TSC Berlin. Die Gründe für die häufigen Namens- und Strukturwechsel waren vor allem sportpolitischer Natur und in der DDR zu dieser Zeit keineswegs unüblich. So entstand der TSC Berlin durch einen Beschluss der Bezirksleitung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) als ziviles Gegenstück gegenüber den Sportvereinigungen der Volkspolizei (Sportvereinigung Dynamo) und der Nationalen Volksarmee (Armeesportvereinigung Vorwärts).[2]

Zum Leidwesen der Ost-Berliner Union führten derartige Umwandlungen zu einem Identitätsverlust bei den Fans, sodass bis zum Bau der Berliner Mauer noch viele Anhänger zur West-Berliner Union ins Poststadion in Moabit pilgerten und dem Verein in Köpenick weniger Beachtung schenkten. Die fehlende Fan-Unterstützung, den personellen Verlust aus der Flucht und die Delegierung hoffnungsvoller Talente zu den damaligen Ost-Berliner Spitzenmannschaften ASK Vorwärts Berlin (z. B. Günther Wirth, Horst Assmy und Lothar Meyer) und SC Dynamo Berlin konnte die Mannschaft lange Zeit nicht kompensieren und spielte bis 1962 in der dritten Liga (zum Vergleich: Union 06 spielte im Westen noch bis 1957 in der Spitzengruppe der Berliner Meisterschaft mit und verschwand erst 1962 nach und nach aus den obersten Ligen).

Erst danach besserten sich mit dem Aufstieg zurück in die DDR-Liga für das Team die Zeiten. In den folgenden Jahren wurde allerdings der Aufstieg in die Oberliga verpasst. In dieser Zeit übernahm Werner Schwenzfeier, der die Mannschaft wenig später zu einem ihrer größten Erfolge führte, als Trainer das Ruder.

1966 bis heute: Der 1. FC Union Berlin

1966–1971: Neugründung und Pokalsieg

9. Juni 1968: Wruck, Prüfke und Quest (v.l.) feiern den FDGB-Pokalgewinn
Historisches Logo des 1. FC Union Berlin
Saison Liga Platz (von)
1965/66 DDR-Liga Nord
01 (16)
1966/67 DDR-Oberliga
06 (14)
1967/68 DDR-Oberliga
08 (14)
1968/69 DDR-Oberliga
14 (14)
1969/70 DDR-Liga Nord
01 (16)
1970/71 DDR-Oberliga
05 (14)

In der Saison 1965/66 war es soweit und der Wiederaufstieg in die Oberliga war gelungen. Mit sechs Punkten Vorsprung wurden die Köpenicker überraschend klar Erster in der Liga. Diesem sportlichen Ereignis voraus gingen allerdings wieder für den Verein gravierende sportpolitische Veränderungen. In einer Neuordnung des DDR-Fußballs sollten Leistungszentren in Form von Fußballklubs gebildet werden. Dass dabei ausgerechnet das zweitklassige Team aus Oberschöneweide berücksichtigt wurde, war damals für viele verwunderlich, denn in Ost-Berlin entstanden mit dem BFC Dynamo (Nachfolger des SC Dynamo) und dem FC Vorwärts Berlin (Nachfolger des ASK Vorwärts) schon zwei Leistungszentren. Dazu sollte es ursprünglich pro DDR-Bezirk nur maximal einen Fußballclub geben dürfen. Dass das Team aus Köpenick trotzdem Berücksichtigung fand, war dem Vorsitzenden des Bundesverbands des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB), Herbert Warnke, zu verdanken. Dieser forderte, für die Berliner Werktätigen einen zivilen Fußballclub einzurichten, und hatte damit Erfolg: Am 20. Januar 1966 wurde der Verein als 1. FC Union Berlin neu gegründet.

Union startete mit guten Leistungen in die erste Oberligasaison und wurde am Ende überraschend Sechster. Damit lag man – wie auch bei den inzwischen wieder gestiegenen Zuschauerzahlen – vor den anderen beiden Ost-Berliner Vereinen. Zudem konnten die Zuschauer in der Saisonvorbereitung 1967 auch internationale Gastmannschaften in Ost-Berlin erleben, denn der 1. FC Union trat im Intertoto-Pokal an.

UEFA-Intertoto-Cup 1967
01. Jul. 1967: BK Kopenhagen – 1. FC Union Berlin 1:0 (1:0)
08. Jul. 1967: 1. FC Union Berlin – GKS Katowice 3:0 (1:0)
15. Jul. 1967: 1. FC Union Berlin – Union Teplice 0:1 (0:1)
22. Jul. 1967: 1. FC Union Berlin – BK Kopenhagen 0:3 (0:2)
30. Jul. 1967: GSK Katowice – 1. FC Union Berlin 1:0 (1:0)
06. Aug. 1967: Union Teplice – 1. FC Union Berlin 1:1 (1:0)

Ein Jahr später gelang den Unionern mit dem Gewinn des FDGB-Pokals der größte Erfolg ihrer DDR-Geschichte. Im Endspiel konnte der hohe Favorit FC Carl Zeiss Jena (zu dieser Zeit amtierender DDR-Meister) besiegt werden, weshalb das siegreiche Team um Spieler wie „Jimmy“ Hoge, „Ate“ Wruck oder „Mäcki“ Lauck bis heute bei den Fans Heldenstatus besitzt.

Endspiel um den FDGB-Pokal 1968
9. Jun. 1968: 1. FC Union Berlin – FC Carl Zeiss Jena 2:1, Halle, Kurt-Wabbel-Stadion, 13.000 Zuschauer
Torschützen: 0:1 W. Krauß (1.), 1:1 Uentz (29., Handelfmeter), 2:1 Quest (63.)
Union: Rainer Ignaczak, Wolfgang Hillmann (67. Harry Zedler), Wolfgang Wruck, Reinhard Lauck, Günter Hoge, Hartmut Felsch, Ralf Quest, Meinhard Uentz, Jürgen Stoppok, Ulrich Prüfke, Harald Betke. Trainer: Werner Schwenzfeier
Jena: Wolfgang Blochwitz, Jürgen Werner, Michael Strempel, Peter Rock, Udo Preuße (70. Peter Ducke), Rainer Schlutter, Gerd Brunner (46. Heinz Marx), Roland Ducke, Dieter Scheitler , Helmut Stein, Werner Krauß. Trainer: Georg Buschner

Wegen der Ereignisse des Prager Frühlings wurden die Unioner in der darauf folgenden Saison aber um ihre Qualifikation für den Europapokal der Pokalsieger gebracht, da der DFV als Protest gegen die Neuauslosung aller Europapokalpartien mit Trennung von Ostblock- und Westblock-Staaten seine Mannschaften zurückzog. Stattdessen schaffte der 1. FC Union den Klassenerhalt nicht und stieg in die Liga ab. Im Folgejahr fing sich das Team wieder, schaffte den sofortigen Wiederaufstieg und erreichte mit dem fünften Rang in der Saison 1970/71 schließlich die beste Oberliga-Platzierung Unions aller Zeiten.

1971–1976: Abstieg und Relegationskomplex

Saison Liga Platz (von)
1971/72 DDR-Oberliga
11 (14)
1972/73 DDR-Oberliga
13 (14)
1973/74 DDR-Liga B
Relegation
01 (12)
03 (05)
1974/75 DDR-Liga B
Relegation
01 (12)
05 (05)
1975/76 DDR-Liga B
Relegation
01 (12)
02 (05)

Ab dem Jahr 1971 gab es in Ost-Berlin mit dem 1. FC Union Berlin und dem BFC Dynamo nur noch zwei große Fußballvereine. Der FC Vorwärts Berlin wurde nach Frankfurt (Oder) umgesiedelt, was zur Folge hatte, dass die den Fußballclubs zur Verfügung stehenden Bezirke und deren angeschlossene Trainingszentren in Berlin und Brandenburg noch einmal neu aufgeteilt wurden. Aus diesen Trainingszentren rekrutierten die Vereine, welche 1966 als Leistungszentren ausgesucht worden waren, ihre Nachwuchsspieler und die Neuaufteilung lief nicht zufriedenstellend für die Verantwortlichen Unions. War Ostberlin vorher gedrittelt, ging das freiwerdende Drittel nun an den BFC Dynamo. Da auch die Bezirke in Brandenburg neu aufgeteilt wurden und Union hier den Bezirk Potsdam an Vorwärts abgeben musste, verfügte der Verein nun nur noch über sechs Trainingszentren (zum Vergleich: Der BFC besaß 38).

Auch aufgrund dieser Schwächung stieg Union erneut aus der Oberliga ab und verlor darüber hinaus in Reinhard Lauck einen weiteren großen Publikumsliebling (bereits 1970 musste Hoge seine Karriere bei den „Eisernen“ beenden). Ab 1973 trat der 1. FC Union in der neu strukturierten DDR-Liga an, welche nun nicht mehr über zwei sondern fünf Staffeln verfügte, aus denen die zwei Aufsteiger durch eine Relegationsrunde ermittelt wurden. Für den Verein wurde dieser Modus zum „Relegationskomplex“, da die Mannschaft zweimal hintereinander als Staffelsieger in der Aufstiegsrunde scheiterte (und auch in Zukunft mit diesem Modus oft Pech hatte). Erst 1975/76 schaffte der Verein wieder den Aufstieg.

1976–1980: Die großen Jahre

Saison Liga Platz (von)
1976/77 DDR-Oberliga
11 (14)
1977/78 DDR-Oberliga
08 (14)
1978/79 DDR-Oberliga
10 (14)
1979/80 DDR-Oberliga
14 (14)

Das Jahr 1976 brachte für Union nicht nur den Aufstieg, sondern auch mit Heinz Werner einen neuen Trainer in die Wuhlheide. Zu Beginn der Saison 1976/77 konnte das Team gleich auf Anhieb für eine Überraschung sorgen und am ersten Spieltag vor 45.000 Zuschauern im Stadion der Weltjugend den BFC Dynamo mit 1:0 schlagen. Auch das Rückspiel (ebenfalls im Stadion der Weltjugend – Union durfte gegen den BFC nicht im Heimstadion antreten) gewann Union mit 1:0. Am Ende der Saison konnte Union die Klasse halten, aber vor allem die beiden Siege gegen den bei vielen Fußballanhängern in der DDR als „Stasiverein“ verhassten BFC Dynamo bescherten Union eine Image als Kultverein und Publikumsmagneten in den 1970ern. So hatte der FCU in der Folgesaison mit durchschnittlich 17.308 Zuschauern pro Heimspiel den zweitgrößten Zuschauerschnitt hinter Dynamo Dresden. Sportlich kämpfte der Verein zwar jedes Jahr gegen den Abstieg (welcher 1978 und 1979 erneut verhindert wurde), aber durch das Image des Underdogs und die Missbilligung durch die DDR-Führung war der Verein ein Sammelbecken für viele, die ihrem Unmut gegen das System Luft machen wollten. Daher stand der Verein auch unter besonderer Beobachtung der Funktionäre.

Doch trotz der vielen Zuschauer stieg man am Ende der Saison 1979/80 in die DDR-Liga ab. Auch in den Derbys gegen den BFC konnte die Mannschaft keine weiteren Erfolge verzeichnen und teilweise wurde die Mannschaft mit Ergebnissen wie 0:6 oder 0:5 regelrecht auseinandergenommen. Im FDGB-Pokal verloren die „Eisernen“ einmal sogar mit 1:8.

1980–1989: Fahrstuhlmannschaft

Saison Liga Platz (von)
1980/81 DDR-Liga B
Relegation
01 (12)
03 (05)
1981/82 DDR-Liga B
Relegation
01 (12)
02 (05)
1982/83 DDR-Oberliga
12 (14)
1983/84 DDR-Oberliga
13 (14)
1984/85 DDR-Liga A
01 (18)
1985/86 DDR-Oberliga
07 (14)
1986/87 DDR-Oberliga
11 (14)
1987/88 DDR-Oberliga
11 (14)
1988/89 DDR-Oberliga
14 (14)
Mannschaftsfoto für die Saison 1983/84

Nach dem insgesamt vierten Abstieg aus der Oberliga starteten die Köpenicker 1980 wieder in der Liga und scheiterten zum dritten Mal in der Relegation, sodass erst 1981/82 der Wiederaufstieg feststand. Trotzdem musste nach dieser Saison Heinz Werner seinen Platz räumen, um seinen Nachfolger Harry Nippert Platz zu machen. Die Demission des beliebten Trainers war bei den Fans sehr umstritten, da Nippert zuvor u. a. auch beim BFC Dynamo tätig war und zeitgleich auf dem Präsidentenstuhl ebenfalls ein Wechsel stattfand, welcher mit Norbert Woick dem 1. FC Union ein weiteres ehemaliges BFC-Mitglied in einer leitenden Position brachte. Für viele Union-Fans wirkten diese Personalien wie der Versuch, den Verein „von oben“ zu kontrollieren. Sowohl Nippert als auch Woick hielt es allerdings nur ein Jahr bei Union. Immerhin konnte trotz der internen Streitigkeiten 1982/83 der Abstieg vermieden werden (obwohl kein einziger Auswärtspunkt geholt wurde).

1984 ging es aber wieder runter in die Zweitklassigkeit. Dabei kam es im Abstiegskampf 1984 zu einem echten „Herzschlagfinale“: Union hatte am letzten Spieltag der Saison den direkten Abstiegskonkurrenten Chemie Leipzig mit 2:0 besiegt und belegte dadurch zusammen mit den Leipzigern punkt- und torgleich den letzten Nichtabstiegsplatz. Deswegen mussten zwei Entscheidungsspiele über den Klassenerhalt entscheiden. Nach einem 1:1 in Berlin und einem 1:2 in Leipzig stiegen die Mannen aus Oberschöneweide ab.

In der Folgesaison gelang der sofortige Wiederaufstieg und in der Saison 1985/86 wurde Union wieder als Favoritenschreck bekannt. Man erreichte einen siebten Rang und stellte mit Ralf Sträßer den Torschützenkönig der Oberliga (er erzielte 14 Treffer). Die größte Überraschung gelang aber im FDGB-Pokal, wo Union unerwartet das Finale erreichte und auf dem Weg dorthin Gegner wie den 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden besiegen konnte. Im Finale war der 1. FC Lokomotive Leipzig allerdings deutlich stärker und die Berliner unterlagen klar mit 1:5.

Endspiel um den FDGB-Pokal 1985/86
31. Mai 1986 1. FC Lokomotive Leipzig – 1. FC Union Berlin 5:1 (1:0), Berlin, Stadion der Weltjugend, 50.000 Zuschauer
Torschützen: 1:0 Altmann (32.), 2:0 Zötzsche (50.), 3:0 Richter (65.), 3:1 Probst (80.), 4:1 Richter (85.), 5:1 Richter (88.)
Union: Wolfgang Matthies, Ingo Weniger, Ralph Probst, Dirk Koenen, Olaf Reinhold, Holger Sattler, Heiko Lahn (ab 55. Lutz Hendel), Olaf Seier, Marco Roßdeutscher (ab 55. Uwe Borchardt), Ralf Sträßer, René Unglaube. Trainer: Karl Schäffner
Leipzig: Rene Müller, Frank Baum, Ronald Kreer, Torsten Kracht, Uwe Zötzsche, Wolfgang Altmann ( 85. Olaf Marschall ), Uwe Bredow, Matthias Liebers, Hans-Jörg Leitzke ( 85. Lutz Moldt), Dieter Kühn, Hans Richter. Trainer: Hans-Ulrich Thomale

Ein weiteres Highlight für die Fans in dieser Saison war der Intertoto-Cup, in dem sich die Unioner auch mit westeuropäischen Gegnern messen konnten. Nach Spielen gegen Bayer Uerdingen, Lausanne Sport und Standard Lüttich gewann das Team aus Berlin seine Intertoto-Gruppe.

UEFA-Intertoto-Cup 1986 - Gruppe 2
21. Jun. 1986: 1. FC Union Berlin – Bayer Uerdingen 3:2 (2:1)
28. Jun. 1986: 1. FC Union Berlin – Lausanne Sports 1:0 (0:0)
05. Jul. 1986: Lausanne Sports – 1. FC Union Berlin 1:1 (0:0)
12. Jul. 1986: Bayer Uerdingen – 1. FC Union Berlin 3:0 (2:1)
19. Jul. 1986: 1. FC Union Berlin – Standard Lüttich 4:1 (2:1)
26. Jul. 1986: Standard Lüttich – 1. FC Union Berlin 1:2 (1:1)

In der nächsten Saison kämpfte der Verein wieder gegen den Abstieg und erreichte am Ende der Spielzeit nur Rang elf. Knapper verlief der Abstiegskampf in der Folgesaison, als Union sich am letzten Spieltag erst in der Nachspielzeit durch das notwendige Siegtor gegen den FC Karl-Marx-Stadt auf einen Nichtabstiegsplatz rettete. In der Saison 1988/89 stieg die Mannschaft zum sechsten und letzten Mal aus der DDR-Oberliga ab, doch kurz darauf war der Sport nur noch Nebensache in der DDR: Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer und die deutsche Wiedervereinigung begann.

1989–1994: Unaufsteigbar und ohne Lizenz

1989: Dynamo Dresden gegen den 1. FC Union Berlin 5:0
Saison Liga Platz (von)
1989/90 DDR-Liga A
02 (18)
1990/91 NOFV-Liga A
Relegation
01 (16)
03 (04)
1991/92 Oberliga Nordost Mitte
Relegation
01 (20)
04 (04)
1992/93 Oberliga Nordost Mitte
Relegation
01 (17)
01 (03)*
1993/94 Oberliga Nordost Mitte
Amateurmeisterschaft
01 (16)*
4 (05)
* Lizenzentzug

Die Wendezeit begann für Union mit einem Freundschaftsspiel vor 51.270 Zuschauern im Olympiastadion zunächst verheißungsvoll, denn bei dem ersten Duell der beiden Traditionsvereine seit 28 Jahren feierten Blau-Weiß (Hertha) und Rot-Weiß (Union) gemeinsam sich selbst und machten aus der Veranstaltung ein großes Fest auf den Rängen. Zu diesem Zeitpunkt lag Union in der noch bestehenden DDR-Liga mit nur einem Sieg Rückstand auf Tabellenführer Vorwärts Frankfurt auf Platz 2 und hatte noch Aussichten auf den Aufstieg. Dieser wurde am Ende der Saison jedoch verpasst, was sich ein Jahr später noch als Problem herausstellte, als es zur Vereinigung der west- und ostdeutschen Ligen kam.

Der Deutsche Fußballbund (DFB) billigte den ehemaligen DDR-Vereinen in seinen beiden Profiligen nur acht Plätze – zwei in der Bundesliga und sechs in der Zweiten Liga – zu, was vor allem an dem mangelnden Vertrauen in die Wirtschaftlichkeit der Ost-Klubs lag, da diese Probleme bei der Anpassung an den Profifußball hatten. Für die Verteilung von zwei Zweitligaplätzen wurde eine Qualifikationsrunde mit Teilnehmern aus der DDR-Oberliga und -Liga gebildet. Der 1. FC Union konnte sich in der Saison 1990/91 durch einen ersten Platz in der Liga dafür qualifizieren, scheiterte aber in seiner Relegationsgruppe und trat in der Folgesaison in der NOFV-Oberliga (damals noch die dritte Liga) an. In dieser Phase verabschiedeten sich viele Spieler in den Westen (z. B. René Unglaube, der bei Hertha anheuerte) und auch die Zuschauerzahlen brachen rapide ein.

Auch 1992 wurde der Aufstieg wieder in der Relegation verpasst, weshalb der Verein immer mehr als „unaufsteigbar“ galt. Zu Beginn der Folgesaison nahm Frank Pagelsdorf auf der Unioner Trainerbank Platz und mit ihm schien für viele Fans der Traum von der Zweiten Liga wahr zu werden. Am Ende der Saison wähnten sich alle Köpenicker am Ziel, als im alles entscheidenden Relegationsspiel der 1. FC Union Berlin mit einem 1:0-Heimsieg gegen den Bischofswerdaer FV 08 vor über 15.000 Zuschauern den sportlichen Aufstieg schaffte. Erst später stellte sich heraus, dass eine Bankbürgschaft gefälscht worden war, um so die Lizenzauflagen des DFB zu erfüllen, woraufhin der DFB die Lizenz für die Zweite Liga verweigerte. Noch bis heute ist nicht geklärt, wer im Verein die Bürgschaft gefälscht hatte.

Auch in der Saison 1993/94 wurde Union Berlin zu Saisonende die Lizenz für die Zweite Liga durch den DFB aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit verweigert, da der Schuldenberg fast 2,56 Millionen Euro betrug. Nur ein schwacher Trost war der Gewinn des inzwischen Paul-Rusch-Pokal genannten Berliner Landespokals zum ersten Mal nach 46 Jahren sowie die Teilnahme an der deutschen Fußballamateurmeisterschaft. Union Berlin blieb in der dritten Liga und musste viele gute und somit teure Spieler verkaufen (Martin Pieckenhagen an Tennis Borussia sowie später Marko Rehmer und Sergej Barbarez an Hansa Rostock), um sich finanziell nicht vollständig zu ruinieren. Trainer Pagelsdorf verabschiedete sich ebenfalls in Richtung Rostock – und stieg dort nur wenig später mit vielen Ex-Unionern in die Bundesliga auf.

1994–1998: Fastbankrott

Saison Liga Platz (von)
1994/95 Regionalliga Nordost
3 (18)
1995/96 Regionalliga Nordost
2 (18)
1996/97 Regionalliga Nordost
5 (18)
1997/98 Regionalliga Nordost
6 (18)

Die nächsten Jahre waren für die Unioner ein wirtschaftlicher Überlebenskampf. Sportlich war das Team zwar im oberen Tabellendrittel der Regionalliga Nordost (die neue dritte Liga) festgesetzt, doch nebenher stiegen die Schulden auch aufgrund der „Altlasten“ durch teure Spielerverträge immer weiter. In der Saison 1994/95 wurde dem Verein zum dritten Mal in Folge die Lizenz für die Profiligen verweigert (wobei die Zweite Liga diesmal auch sportlich verpasst wurde) und trotzdem handelten das Präsidium sowie das Management des Vereins weiterhin zum Teil hoch dotierte Verträge mit Spielern und Trainern aus. Bezeichnend für die Leistung des Managements war die Saison 1995/96, in welcher Union dreimal den Trainer wechselte. Trainer Hans Meyer wurde wegen Streitigkeiten mit der Führungsebene entlassen, als die Mannschaft nach acht Siegen und zwei Unentschieden auf Tabellenplatz zwei stand.

Im Februar 1997 schien der Verein endgültig zu Grunde gewirtschaftet zu sein und in der Presse stand zu lesen, dass der Konkurs schon unabwendbar sei. Die Fans des FCU organisierten sich und marschierten bei einer großen Rettet-Union-Demonstration (etwa 3.000 Fans waren anwesend) durch das Brandenburger Tor – erfolgreich, denn der Sportartikelhersteller Nike schloss einen Sponsorenvertrag über fünf Jahre mit Union ab und so wurde die Pleite vorerst noch abgewendet. Immerhin machten die Köpenicker auch ein paar sportliche Schlagzeilen und erreichten das Finale des Paul-Rusch-Pokals, wo sie aber gegen die Reinickendorfer Füchse verloren.

Der Abwärtstrend ging zunächst weiter und Spieler sowie Trainer verließen Union, weil sie entweder nicht pünktlich das Gehalt bekamen oder keine sportliche Zukunft mehr sahen. Das Präsidium war zerstritten aufgrund der finanziellen Lage (rund 2,56 Millionen Euro Schulden, davon rund 256.000 Euro kurzfristige Verbindlichkeiten). Nur die Mannschaft spielte in der Regionalliga oben mit und die Fans versuchen weiterhin, ihren Verein zu retten, indem sie in der Öffentlichkeit sammeln gingen (mit der Aktion „Fünf Mark für Union“) oder das Spiel gegen TeBe im Mommsenstadion boykottierten, um die Kartenpreise dem Verein zu spenden. Erst im Januar 1998 nahte durch das wirtschaftliche Engagement von Michael Kölmel und seiner Firma Kinowelt die finanzielle Rettung. Außerdem durften die Union-Fans einen prominenten Neuzugang begrüßen: Die bekannte Musikerin Nina Hagen sang für den Verein eine neue Vereinshymne.

1998–2004: Europapokal und Profifußball

Saison Liga Platz (von)
1998/99 Regionalliga Nordost
06 (18)
1999/2000 Regionalliga Nordost
Relegation*
01 (18)
02 (03)
2000/01 Regionalliga Nord
01 (18)
2001/02 2. Bundesliga
06 (18)
2002/03 2. Bundesliga
09 (18)
2003/04 2. Bundesliga
17 (18)
* nach verlorenen Aufstiegsspielen

Der FCU startete in die Saison 1998/99 erstmals seit Jahren ohne große Existenzsorgen, landete am Ende nur auf Platz sechs. In der Saison 1999/2000 ging es mit dem neuen Trainer Georgi Wassilew besser, denn der „General“ führte die Mannschaft zur Meisterschaft in der Regionalliga und damit in die Relegation um den Zweitligaaufstieg gegen den Meister der Regionalliga Nord. Aber der Klub scheiterte erneut in der Relegation, diesmal gegen den VfL Osnabrück im Elfmeterschießen (Hin- und Rückspiel endeten jeweils 1:1) . In der folgenden Amateurmeisterschaft um den verbliebenen Aufstiegsplatz brauchten die Wuhlheider im entscheidenden Spiel gegen LR Ahlen ein Unentschieden um aufzusteigen, doch auch dieses verloren sie mit 1:2.

Erst in der Saison 2000/01 stieg der Verein aus der Regionalliga Nord in die Zweite Bundesliga auf. Diese und die darauffolgende Saison waren für Union Berlin die erfolgreichste Zeit seit der Wiedervereinigung, denn 2001 erreichte man nach einem 6:4-Sieg nach Elfmeterschießen im Halbfinale des DFB-Pokals über Borussia Mönchengladbach das DFB Pokalfinale 2001 und unterlag erst dort dem Bundesliga-Zweiten FC Schalke 04 mit 0:2.

Finale um den DFB-Pokal 2001
26. Mai 2001: FC Schalke 04 – 1. FC Union Berlin 2:0 (0:0), Berlin, Olympiastadion, 73.011 Zuschauer
Torschützen: 1:0 Böhme (53.), 2:0 Böhme (58., Foulelfmeter)
Union: Beuckert – Tschiedel (81. Tredup) – Persich, Ernemann (56. Teixeira) – Kremenliew, Menze, Okeke, Koilow, Nikol – Djurković, Isa (70. Zechner). Trainer: Wassilew
Schalke: ReckHajto, van HoogdalemNěmec (84. Thon) – Oude Kamphuis, van Kerckhoven (87. Büskens) – BöhmeMöllerAsamoah (80. Látal) – Sand, Mpenza. Trainer: Stevens.

Da der FC Schalke 04 aber als Vize-Meister für die Champions League startberechtigt war, durfte Union dennoch in der Folgesaison erstmals im Europapokal spielen und qualifizierte sich als erster und bisher einziger deutscher Drittligist für den UEFA-Pokal. Dort erreichten die Spieler durch ein 1:1 und einen 3:0-Sieg gegen den finnischen Vertreter Haka Valkeakoski die zweite Runde, wo die Mannschaft gegen die bulgarische Mannschaft Litex Lowetsch ausschied.

UEFA-Pokal 2001/02
20. Sep. 2001: FC Haka Valkeakoski (FIN) – 1. FC Union Berlin 1:1 (1:0) – Valkeakoski, Tehtaan kenttä 1.720 Zuschauer
27. Sep. 2001: 1. FC Union Berlin – FC Haka Valkeakoski (FIN) 3:0 (2:0) – Berlin, Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, 12.111 Zuschauer
18. Okt. 2001: 1. FC Union Berlin – Litex Lowetsch (BUL) 0:2 (0:0), Berlin, Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, 11.255 Zuschauer
30. Okt. 2001: Litex Lowetsch (BUL) – 1. FC Union Berlin 0:0 (0:0), Lowetsch, Gradski-Stadion, 3.000 Zuschauer

Der Verein spielte insgesamt drei Jahre in der Zweiten Bundesliga. Im ersten Jahr erreichte die Mannschaft einen überraschenden sechsten Platz und verdarb unter anderem am letzten Spieltag durch einen 3:1-Heimsieg dem FSV Mainz dessen schon sicher geglaubten Aufstieg. Auch die Saison 2002/03 beendete der Verein auf einem einstelligen Tabellenplatz (der Verein wurde Neunter), jedoch hatte die Saison einen für viele Fans unrühmlichen Höhepunkt, als am 7. Oktober 2002 das Team mit 0:7 beim 1. FC Köln verlor, weshalb Wassilev eine Woche später seinen Hut als Trainer nehmen musste. Sein Nachfolger wurde Mirko Votava, doch auch er wurde in der Saison 2003/04 durch einen neuen Trainer ersetzt, weil Union an das Tabellenende abgerutscht war. Neuer Coach wurde der bei Fortuna Düsseldorf berühmt gewordene Aleksandar Ristić, welcher aber nicht mehr verhindern konnte, dass der 1. FC Union als Tabellensiebzehnter in die Regionalliga Nord absteigen musste.

2004 bis 2008: Einmal Oberliga und zurück

Saison Liga Platz (von)
2004/05 Regionalliga Nord
19 (19)
2005/06 Oberliga Nordost-Nord
01 (16)
2006/07 Regionalliga Nord
12 (19)
2007/08 Regionalliga Nord
04 (19)
Das Team der Saison 2006/07 am Rathaus Köpenick mit dem gewonnenen Berliner Landespokal

Auf eine der erfolgreichsten Epochen in der Geschichte von Union Berlin folgte im Jahr 2005 der wohl tiefste Fall, als der Zweitligaabsteiger gleich noch eine Liga nach unten durchgereicht wurde und in der Oberliga landete. Vier verschiedene Trainer konnten den Absturz nicht aufhalten. Auch die Finanzen bereiteten dem Verein wieder Sorgen, da die für die Lizenz der Saison vom DFB geforderten Liquiditätsreserven in Höhe von 1,46 Millionen Euro erneut nur durch Spenden zusammen bekommen werden konnten (u. a. durch den Spendenaufruf „Bluten für Union“). Den Klub drückten neben den kurzfristigen Verbindlichkeiten von ca. 720.000 Euro auch die langfristigen Schulden beim ehemaligen Retter Michael Kölmel, bei dem der Verein mit rund 15 Millionen Euro in der Schuld stand (wobei die Zahlungen bis 2010 gestundet sind).

Jedoch konnte sich der Verein in der Folgesaison wieder regenerieren, sicherte sich bereits vier Spieltage vor Saisonende den Aufstieg aus der Oberliga Nordost Nord und verzeichnete außerdem mit knapp 6.000 Zuschauern pro Heimspiel einen für die vierte Liga sehr hohen Zuschauerschnitt. Die Höhepunkte dieser Saison bildeten sicherlich die beiden Stadtderbys gegen den alten Rivalen BFC Dynamo wobei die beiden Spiele sehr unterschiedlich abliefen.

Hieß es im Hinspiel an der Alten Försterei vor 14.020 Zuschauern noch 8:0 für Union, was ein Rekordergebnis gegen Dynamo bedeutete, so wurde das vom Großteil der Union-Fans boykottierte Rückspiel im Sportforum vor fast 6.500 Zuschauern beim Stand von 1:1 abgebrochen, nachdem Anhänger des BFC Dynamo die Absperrungen zum Stadioninnenbereich überwunden und versucht hatten, sich Zugang zum Gästeblock, in dem die Union-Fans untergebracht waren, zu verschaffen. Im Nachhinein wurde das Spiel mit 2:0 für den 1. FC Union gewertet.

Ein weiteres „Andenken“ an die Oberliga-Saison war der Trainer Christian Schreier, den die Unioner vom Ligakonkurrenten MSV Neuruppin weglocken konnten und mit welchem es der Mannschaft gelang, in der Saison 2006/07 in der Regionalliga die Klasse zu halten, wobei der Saisonverlauf einer Achterbahnfahrt glich. Zunächst konnte die Mannschaft überraschen und war nach dem 11. Spieltag Tabellenführer, danach folgte allerdings eine sportliche Negativserie u. a. mit fünf Niederlagen in Folge, die erst zur Rückrunde beendet werden konnte, was die Aufstiegshoffnungen erneut in die Höhe trieb. Trotzdem verkündete Trainer Schreier überraschend, dass er zum Saisonende aus persönlichen Gründen sein Amt niederlegen werde. In der Folgezeit verlor die Mannschaft mehrere Spiele hintereinander und geriet sogar kurzzeitig in Abstiegsgefahr. Im Berliner Landespokal feierte das Team dagegen durchweg Erfolge und gewann diesen im Finale mit 7:0 gegen den benachbarten Verbandsligisten Köpenicker SC. Anders als die bisherigen Finalspiele im Berliner Pokal fand das Endspiel nicht im Jahnsportpark sondern auf Wunsch beider Vereine an der Alten Försterei statt.

In der abgelaufenen Saison gelang der Mannschaft unter Schreiers Nachfolger Uwe Neuhaus die Qualifikation für die neue 3. Profiliga. Zwar erwischte das Team nach einer vielversprechenden Saisonvorbereitung (u. a. wurde der ehemalige englische Meister Leeds United in einem Freundschaftsspiel 2:0 geschlagen), in welcher sich der Verein mit den früheren Bundesliga-Spielern Michael Bemben, Marco Gebhardt und Macchambes Younga-Mouhani verstärkt hatte, zunächst einen Fehlstart. Im Verlaufe der Saison stabilisierten sich die Leistungen jedoch, sodass Union sich vorzeitig die Drittligaqualifikation sicherte und am Ende sogar Chancen auf den Zweitligaaufstieg hatte. Dieser wurde jedoch nach zwei Niederlagen in den letzten beiden Heimspielen (gegen den 1. FC Magdeburg und im „Aufstiegsfinale“ gegen den direkten Konkurrenten Rot-Weiß Oberhausen) verpasst.

Die größte Enttäuschung mussten die Fans im Berliner Pokal erleben, als das Team im Halbfinale überraschend gegen den Fünftligisten VfB Hermsdorf nach Elfmeterschießen unterlag. Dadurch wurde die Chance auf die Qualifikation für den DFB-Pokal der Folgesaison verpasst und somit auch die Chance auf einen ähnlich attraktiver Gegner wie Eintracht Frankfurt, gegen die Union in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 1:4 unterlag.

Aktuelle Saison

Bereits vor dem Beginn der aktuellen Saison konnte der 1. FC Union einen großen Erfolg feiern, als nach jahrelangen Verhandlungen und Planungen endlich die Sanierungsarbeiten am Stadion An der Alten Försterei begannen. Diese sehen in der ersten Sanierungsphase die Renovierung der Stehränge sowie zahlreicher Gebäude und Zäune auf dem Stadiongelände vor. Außerdem werden die Stehränge eine Überdachung erhalten. Aufgrund der Bauarbeiten hat der Verein seine Heimspiele in der Herbstserie 2008 im Jahnsportpark in Prenzlauer Berg ausgetragen.

Trotz dieser – von den Fans gefühlten – zusätzlichen „Auswärtsspiele“ wies die Mannschaft zum Abschluss der Hinrunde die beste Heimbilanz (sieben Siege, drei Unentschieden, keine Niederlage) aus. Da auch auswärts nur zwei Partien (gegen die zweite Mannschaft des FC Bayern München sowie die SpVgg Unterhaching) verloren gingen, belegt der Verein nach der Hinrunde mit 39 Punkten sowie 33:15 Toren den zweiten Tabellenrang hinter dem SC Paderborn 07.

Neben dem Gewinn des Berliner Landespokals wurde von der Vereinsführung als weiteres sportliches Ziel der Aufstieg in die zweite Bundesliga ausgegeben.

Namenshistorie

Die „Alte Försterei“ ist Namensgeber für das Stadion und beherbergt heute die Geschäftsstelle des Vereins
17. Juni 1906 Gründung des SC Olympia 06 Oberschöneweide
22. Jul. 1906 Anschluss an den BTuFC Helgoland als 3. Mannschaft, Abt. Oberschöneweide
10. Feb. 1907 Anschluss an den BTuFC Union 1892 als 4. Mannschaft, Abt. Oberschöneweide
20. Feb. 1909 Aufnahme in den Verband Berliner Ballspielvereine als Union 06 Oberschöneweide
1945 Auflösung durch den alliierten Kontrollrat und Neugründung als SG Oberschöneweide
Dez. 1948 Wiederzulassung als SG Union 06 Oberschöneweide
09. Jun. 1950 1. Mannschaft flüchtet nach West-Berlin und gründet den SC Union 06 Berlin
1951 Anschluss an die BSG Motor Oberschöneweide
01. Feb. 1955 Anschluss an den SC Motor Berlin
06. Jun. 1957 Zusammenschluss mit anderen BSGen zum TSC Oberschöneweide
18. Feb. 1963 Zusammenschluss mit anderen Sportclubs zum TSC Berlin
20. Jan. 1966 Gründung des 1. FC Union Berlin

Titel und Erfolge

Mannschaftskader

Aktueller Kader

„Buddy Bear“ in den Traditionsfarben von 1968

Stand: 15. Dezember 2008

Trikotnummer – Name Geburtstag im Team seit von Verein
Tor
27 Carsten Busch
07. Aug. 1980
23. Jun. 2008
SV Babelsberg 03
01 Jan Glinker
18. Jan. 1984
01. Jun. 2003
A-Jugend
12 Eric Niendorf
25. Jul. 1988
20. Jun. 2007
A-Jugend
Abwehr
15 Daniel Göhlert
25. Sep. 1980
01. Jul. 2006
Chemnitzer FC
07 Patrick Kohlmann
25. Feb. 1983
26. Jun. 2008
Rot-Weiß Erfurt
03 Steven Ruprecht
24. Jun. 1987
28. Jun. 2005
A-Jugend
18 Daniel Schulz (Kapitän)
21. Feb. 1986
28. Jun. 2004
A-Jugend
05 Christian Stuff
11. Aug. 1982
01. Jul. 2006
1. FC Saarbrücken
Mittelfeld
25 Adrian Antunović Kroate
24. Apr. 1989
20. Jun. 2007
A-Jugend
11 Erdal Baştürk Türke
20. Jun. 1986
15. Jul. 2008
DSC Wanne-Eickel
24 Michael Bemben
28. Jan. 1976
28. Jun. 2007
Rot-Weiss Essen
14 Sebastian Bönig
26. Aug. 1981
29. Jan. 2005
LR Ahlen
10 Hüzeyfe Doğan
01. Jan. 1981
02. Jul. 2008
Wuppertaler SV
04 Marco Gebhardt
07. Okt. 1972
28. Jun. 2007
1. FC Saarbrücken
23 David Hollwitz
20. Mär. 1989
23. Jun. 2008
A-Jugend
20 Kevin Maek
04. Nov. 1988
23. Jun. 2008
VfL Wolfsburg II
17 Torsten Mattuschka
04. Okt. 1980
28. Jun. 2005
Energie Cottbus II
16 Christoph Menz
22. Dez. 1988
20. Jun. 2007
A-Jugend
08 Macchambes Younga-Mouhani
01. Aug. 1974
20. Jun. 2007
Rot-Weiss Essen
Angriff
22 Karim Benyamina
18. Dez. 1981
28. Jun. 2005
SV Babelsberg 03
28 Shergo Biran
04. Jan. 1979
01. Jan. 2008
SV Babelsberg 03
09 Dustin Heun
11. Apr. 1984
01. Jan. 2008
VfB Lübeck
21 Steven Jahn
15. Jul. 1989
23. Jun. 2008
A-Jugend
19 Nico Patschinski
08. Nov. 1976
01. Jul. 2006
LR Ahlen
Trainer
Uwe Neuhaus
26. Nov. 1959
20. Jun. 2007
Rot-Weiss Essen
André Hofschneider
10. Jun. 1970
20. Jun. 2007
FC Augsburg
Holger Bahra
20. Mär. 1958
07. Jan. 2005
Stahl Hennigsdorf

Bekannte / bedeutende ehemalige Spieler

Spielername bei Union
von / bis
Pflichtspiele (Tore)1 Leistungen / Erfolge
Sergej Barbarez
1993–1996
103 (59)
Der 1993 von Frank Pagelsdorf nach Berlin geholte Bosnier nutze Berlin als Sprungbrett für seine große sportliche Karriere (u. a. bosnisch-herzegowinischer Nationalspieler und Bundesliga-Torschützenkönig) und war in seinen drei Jahren bei Union ein torgefährlicher offensiver Mittelfeldspieler. Er wurde von den Fans 1996 zum Unioner des Jahres (ein von den Fans jährlich vergebener Sympathiepreis) gewählt, folgte danach aber aufgrund der mangelnden finanziellen Mittel des Vereins Pagelsdorf zu Hansa Rostock in die Bundesliga.
Steffen Baumgart
2002–2004
068 (23)
Baumgart wurde in seinen zwei Jahren bei Union Mannschaftskapitän, Leistungsträger und Publikumsliebling (zweimal Unioner des Jahres). Der Bundesligaspieler (bei Hansa Rostock, dem VfL Wolfsburg und Energie Cottbus) ist auch heute noch bei den Union-Fans sehr beliebt und wird daher auch als gegnerischer Spieler von ihnen gefeiert.[3]
Christian Beeck
1987–19952
051 (05)
Der heutige Sportdirektor des 1. FC Union begann bei dem Verein mit acht Jahren seine Fußballlaufbahn und schaffte 1995 von dort auch den Sprung in den Profifußball (Bundesligaspieler bei Hansa Rostock und Energie Cottbus). Er kehrte 2005 als Sportinvalide zurück zu Union und übernahm zunächst den Posten des Teammanagers bevor er seine heutige Stelle antrat.[4]
Uwe Borchardt
1975–1987
186 (70)
Der Stürmer schaffte es gleich in seiner Debütsaison für Union zum Torschützenkönig in der DDR-Liga und dadurch zum Unioner des Jahres. Er war in den 80ern fester Bestandteil der Mannschaft und erreichte mit ihr das FDGB-Pokalfinale 1986.
Jens Härtel
1993–20002
177 (29)
Härtel war langjähriger Mannschaftskapitän und Stammspieler in der Abwehr des 1. FC Union sowie 1999 Unioner des Jahres. Er schaffte jedoch nie mit dem Verein den Aufstieg und bestritt ausgerechnet im verlorenen Relegationsspiel gegen LR Ahlen sein Abschiedsspiel für den Verein.
Karsten Heine
1969–19862
214 (21)
„Kuller“ Heine war lange Jahre erfolgreich als Offensivspieler bei den Eisernen aktiv und in den späten 70ern fester Bestandteil der Oberliga-Mannschaft. Nach seinem verletzungsbedingtem Karriereende wurde er Trainer und betreute unter anderem auch den 1. FC Union sowie den SV Babelsberg 03 und Hertha BSC, wo er auch heute noch arbeitet.
Lutz Hendel
1968–19932
421 (30)
Mit 10 Jahren begann „Meter“ – so wurde er von den Union-Fans genannt – in der Jugend des FCU und verließ den Vereine erst 25 Jahre später als Rekordspieler und mehrmaliger Unioner des Jahres (1990 und 1992).
Günter Hoge
1964–1970
087 (05)
Der von den Fans nur „Jimmy“ genannte Hoge wurde Unions erster DDR-Nationalspieler und damit Star der Mannschaft. Der dribbelstarke Techniker und Pokalheld von 1968 war aber außerhalb des Platzes eigenwillig und geriet deshalb oft mit den Vereins- und Verbandsfunktionären aneinander, was 1970 zum vorzeitigen Ende seiner Karriere führte, als er aufgrund eines Vorfalls (er betrank sich mit einem seiner Ex-Trainer während des Mannschaftsurlaubs und stimmte das Deutschlandlied an) zu einer sechsjährigen Sperre verurteilt wurde. Heute ist „Jimmy“ Ehrenmitglied des Vereins.
Oskar Kosche
1974–19992
204 (01)
Der heutige Geschäftsführer des Vereins ist der einzige Torhüter Unions, welcher ein